Overlockmaschine mit "Shell Stitch" Zierstich
Overlockmaschine mit "Shell Stitch" Zierstich
Hallo allerseits,
Ich habe letzthin in einem Youtube-Video eine Overlockmaschine gesehen, die einen sehr hübschen Zierstich näht, der offenbar auf Englisch "Shell Stitch" genannt wird. Als ich mich erkundigt habe, was denn das genau für eine Maschine ist, habe ich erfahren, dass es eine Merrow MG-3Q-3 sei.
Nachdem Merrow bei uns generell sehr exotisch zu sein scheint habe ich mich gefragt, ob es allenfalls von den bei uns verbreiteteren Herstellern auch mal etwas in der Richtung gab, weiss da jemand etwas dazu?
Viele Grüsse
Martin
Ich habe letzthin in einem Youtube-Video eine Overlockmaschine gesehen, die einen sehr hübschen Zierstich näht, der offenbar auf Englisch "Shell Stitch" genannt wird. Als ich mich erkundigt habe, was denn das genau für eine Maschine ist, habe ich erfahren, dass es eine Merrow MG-3Q-3 sei.
Nachdem Merrow bei uns generell sehr exotisch zu sein scheint habe ich mich gefragt, ob es allenfalls von den bei uns verbreiteteren Herstellern auch mal etwas in der Richtung gab, weiss da jemand etwas dazu?
Viele Grüsse
Martin
Re: Overlockmaschine mit "Shell Stitch" Zierstich
Weder sagt mir die von Dir genannte Maschine, noch die Stichbezeichnung was. Vielleicht kannst Du den Stich skitzzieren? und abfotografieten?
Phoenix,
weder aus der Asche noch aus Arizona,
sondern Nähmaschinenfabrik Baer und Rempel, Bielefeld 1865 - 1968
weder aus der Asche noch aus Arizona,
sondern Nähmaschinenfabrik Baer und Rempel, Bielefeld 1865 - 1968
Re: Overlockmaschine mit "Shell Stitch" Zierstich
Das Wichtigste ist zu wissen, was das Wichtigste ist.
Re: Overlockmaschine mit "Shell Stitch" Zierstich
Hier noch die Maschine dazu...
Grüße Heinrich
https://www.alibaba.com/product-detail/ ... 39433.html
Grüße Heinrich
https://www.alibaba.com/product-detail/ ... 39433.html
Das Wichtigste ist zu wissen, was das Wichtigste ist.
Re: Overlockmaschine mit "Shell Stitch" Zierstich
Sehr dekorativ, gerade für Decken oder ähnliches.
Mir ist leider nichts bekannt, was dem nahe kommt.
Wenn du häkeln kannst, kannst du so etwas selbst machen. Aber dauert vermutlich deutlich länger, als mit so einer Maschine.
Mir ist leider nichts bekannt, was dem nahe kommt.
Wenn du häkeln kannst, kannst du so etwas selbst machen. Aber dauert vermutlich deutlich länger, als mit so einer Maschine.
Pfaff: 130, 138, 230, 260, 262, 362, 1221
Adler: 67, 167
Brother Innov-is 1250, Babylock Enlighten und BLCS 2, Janome 3000CPX
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Re: Overlockmaschine mit "Shell Stitch" Zierstich
Interessant ...
Ich hätte jetzt gedacht das "Shell Stich" den "Muschelstich/-saum" meint.
Das was ich als Muschelsaum kenne sieht so aus: siehe auch: https://blog.bernina.com/de/2013/11/ein ... uschelsau/
Diese Säume werden auch in der Bekleidungsindustrie verwendet und so bezeichnet und es gibt auch eigene Maschinen dafür mit denen das möglich ist.
Die klassischen Maschinen dafür sind kurvenscheibengesteuerte Zick-Zack Schnellnäher.
Die von Heinrich (Ärmel) gezeigten Abbildungen fallen nach klassischer Definition unter die Festonkanten/-stich/-saum.
Eine Festonkante ist ein gestickter Saum. Anfang des 20. Jhdts. wurden viele Varianten davon entwickelt. Fritz Gegauf, der Gründer der Firma Bernina, war da sehr innovativ und das nähen von vielen "seiner" Nähte (Feston/Hohlsaum) wird deshalb heute, hundert Jahre später, immer noch häufig als "gegaufen" bezeichnet.
Ein Festonsaum kann eine gerade, dicht gestickte Zick-Zack-Stich/Plattstichnaht sein oder wird auch häufig in Bögen ausgeführt.
Auch für diese Nähte gibt es für die Textilindustrie spezielle Maschinen.
Heute werden diese Kanten aber auch oft auf grossen Stickautomaten gestickt, weil es einfacher, präziser und vor allem automatisch funktioniert.
Bei den alten kurvenscheibengesteuerten Maschinen braucht man geübte Näherinnen um die Ecken sauber und gleichmässig hinzubekommen.
Besonders bei Bettwäsche wurden/werden oft auch vorgestickte Festonkantenbänder verwendet, welche mit den Schliessnähten mitgenäht werden und die Fertigung vereinfachen und verbilligen. Diese mitgenähten "Borten" werden natürlich von den Textil-Aficionados als minderwertig angesehen.
Der Festonsaum wurde stilistisch von den viel länger schon (bereits in vorchristlicher Zeit) in der Architektur verbreiteten und auch stilisiert ausgeführten Blütengehängen abgeleitet, welche in der Zeit des Jugenstils/Art Deco eine Renaissance erlebten. Siehe auch -> https://de.wikipedia.org/wiki/Feston
Zur Herstellung der von Eterniah erwähnten Häkelkanten gab (gibt?) es auch spezielle Tambouriermaschinen welche das perfekt können.
Herzliche Grüsse vom Sputnik
P.S.: Um auf die von Martin (atlantis) gestellte Frage einzugehen:
Mit ziemlicher Sicherheit wird es solche Maschinen auch von europäischen Herstellern gegeben haben, aber das ist natürlich immer von der Mode (siehe auch: https://de.wikipedia.org/wiki/An_die_Freude) abhängig und die klassischen Festonmaschinen waren bei industrieller Anwendung nach 20 Jahren meistens schrottreif.
Ausserdem hat man in Europa ganz andere Qualitätsvorstellungen, Traditionen und Wissen als in vielen anderen Teilen der Welt und immaterielles Kulturerbe ist ein fragiles Gut.
So wurde ich z.B. Ende der 1990er Jahre von der Firma Reece (Erfinder der Augenknopflochautomaten) gebeten Musterknopflöcher zu nähen, weil es, nachdem mein deutscher Kollege bereits in Pension gegangen war, angeblich weltweit sonst keinen Techniker mehr gibt der weiß wie man diese Knopflöcher perfekt herstellen kann.
Auf der ganzen Welt wundert man sich warum "die Europäer" so komische Knopflöcher nähen ... aber alle versuchen sie nachzumachen.
Ich hätte jetzt gedacht das "Shell Stich" den "Muschelstich/-saum" meint.
Das was ich als Muschelsaum kenne sieht so aus: siehe auch: https://blog.bernina.com/de/2013/11/ein ... uschelsau/
Diese Säume werden auch in der Bekleidungsindustrie verwendet und so bezeichnet und es gibt auch eigene Maschinen dafür mit denen das möglich ist.
Die klassischen Maschinen dafür sind kurvenscheibengesteuerte Zick-Zack Schnellnäher.
Die von Heinrich (Ärmel) gezeigten Abbildungen fallen nach klassischer Definition unter die Festonkanten/-stich/-saum.
Eine Festonkante ist ein gestickter Saum. Anfang des 20. Jhdts. wurden viele Varianten davon entwickelt. Fritz Gegauf, der Gründer der Firma Bernina, war da sehr innovativ und das nähen von vielen "seiner" Nähte (Feston/Hohlsaum) wird deshalb heute, hundert Jahre später, immer noch häufig als "gegaufen" bezeichnet.
Ein Festonsaum kann eine gerade, dicht gestickte Zick-Zack-Stich/Plattstichnaht sein oder wird auch häufig in Bögen ausgeführt.
Auch für diese Nähte gibt es für die Textilindustrie spezielle Maschinen.
Heute werden diese Kanten aber auch oft auf grossen Stickautomaten gestickt, weil es einfacher, präziser und vor allem automatisch funktioniert.
Bei den alten kurvenscheibengesteuerten Maschinen braucht man geübte Näherinnen um die Ecken sauber und gleichmässig hinzubekommen.
Besonders bei Bettwäsche wurden/werden oft auch vorgestickte Festonkantenbänder verwendet, welche mit den Schliessnähten mitgenäht werden und die Fertigung vereinfachen und verbilligen. Diese mitgenähten "Borten" werden natürlich von den Textil-Aficionados als minderwertig angesehen.
Der Festonsaum wurde stilistisch von den viel länger schon (bereits in vorchristlicher Zeit) in der Architektur verbreiteten und auch stilisiert ausgeführten Blütengehängen abgeleitet, welche in der Zeit des Jugenstils/Art Deco eine Renaissance erlebten. Siehe auch -> https://de.wikipedia.org/wiki/Feston
Zur Herstellung der von Eterniah erwähnten Häkelkanten gab (gibt?) es auch spezielle Tambouriermaschinen welche das perfekt können.
Herzliche Grüsse vom Sputnik
P.S.: Um auf die von Martin (atlantis) gestellte Frage einzugehen:
Mit ziemlicher Sicherheit wird es solche Maschinen auch von europäischen Herstellern gegeben haben, aber das ist natürlich immer von der Mode (siehe auch: https://de.wikipedia.org/wiki/An_die_Freude) abhängig und die klassischen Festonmaschinen waren bei industrieller Anwendung nach 20 Jahren meistens schrottreif.
Ausserdem hat man in Europa ganz andere Qualitätsvorstellungen, Traditionen und Wissen als in vielen anderen Teilen der Welt und immaterielles Kulturerbe ist ein fragiles Gut.
So wurde ich z.B. Ende der 1990er Jahre von der Firma Reece (Erfinder der Augenknopflochautomaten) gebeten Musterknopflöcher zu nähen, weil es, nachdem mein deutscher Kollege bereits in Pension gegangen war, angeblich weltweit sonst keinen Techniker mehr gibt der weiß wie man diese Knopflöcher perfekt herstellen kann.
Auf der ganzen Welt wundert man sich warum "die Europäer" so komische Knopflöcher nähen ... aber alle versuchen sie nachzumachen.
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Und sehen wir uns nicht in dieser Welt
dann sehen wir uns in Bielefeld! (Udo Lindenberg)
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Re: Overlockmaschine mit "Shell Stitch" Zierstich
Vielen Dank für die zahlreichen Antworten. Ich hätte gern ein Foto gepostet aber da ich kein Muster habe konnte ich selber keins machen und bei einem fremden würde ich wohl wieder kritisiert.
Es war mir auch aufgefallen, dass ein Muschelsaum eben offenbar nicht das gleiche ist. Die erwähnte Festonkante kannte ich noch gar nicht, da muss die Maschine wohl die ganze Stoffkante noch wellenförmig schneiden.
Da die meisten von euch diese Nahtart auch nicht gross kannten gehe ich davon aus, dass sie wirklich etwas speziell amerikanisches ist. Leider wird es deshalb bei uns wohl kaum möglich sein, eine erschwingliche Maschine zu finden. Die von Merrow wird zwar noch produziert und es gibt sogar einen Vertreter in der Schweiz, aber der Preis ist natürlich hoch. Die verlinkten asiatischen Maschinen kannte ich noch nicht, die wären immerhin erschwinglicher, aber der Transport wird wohl nochmal soviel kosten.
Es war mir auch aufgefallen, dass ein Muschelsaum eben offenbar nicht das gleiche ist. Die erwähnte Festonkante kannte ich noch gar nicht, da muss die Maschine wohl die ganze Stoffkante noch wellenförmig schneiden.
Da die meisten von euch diese Nahtart auch nicht gross kannten gehe ich davon aus, dass sie wirklich etwas speziell amerikanisches ist. Leider wird es deshalb bei uns wohl kaum möglich sein, eine erschwingliche Maschine zu finden. Die von Merrow wird zwar noch produziert und es gibt sogar einen Vertreter in der Schweiz, aber der Preis ist natürlich hoch. Die verlinkten asiatischen Maschinen kannte ich noch nicht, die wären immerhin erschwinglicher, aber der Transport wird wohl nochmal soviel kosten.


