Rast und Gasser

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Olaf_Larsen
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Re: Rast und Gasser

#21 Beitrag von Olaf_Larsen »

Betr. Rast & Gasser: Ich habe diese im Archiv: 1910 Opel
1910-Opel_Schwingschiff.jpg

Ich habe kürzlich im Zusammenhang mit einem Katalog von Deutsche Stahl-Gesellschaft folgenden Text gefunden:
Deutsche Stahl-Gesellschaft mbH Berlin - Nähmaschinen

Die "Deutsche Stahl-Gesellschaft mbH" , Berlin hat um 1900 einen Katalog herausgebracht für im Hausgebrauch. Auf 116 Seiten werden Artikel angeboten von Fahrräder, über Gaskocher bis hin zu Waschmaschinen, Schaukelstühle und Nähmaschinen. Einige Fragmenten des Katalogs sind in unserem Museum erhalten geblieben. Es handelt es sich um 3 (herausgerissene) Seiten auf denen unterschiedliche Nähmaschinen mit Beschreibung und Preisen angeboten werden. Darunter befinden sich Nähmaschinen der Firmen Grover und Baker, das Modell Saxonia, oder das Modell Central Bobbin, von der Österreichischen Fabrik Rast und Gasser. Es war damals durchaus üblich den Mehrbedarf , speziell für Vertriebsfirmen, extern produzieren zu lassen. So Z.Bsp. bei der Firma OPEL aus Rüsselsheim, die nicht nur Nähmaschine der eigenen Marke OPEL oder Saxonia herstellte, sondern auch für viele bekannte Firmen in deren Auftrag produzierte. So auch die oben erwähnte Maschine "Central Bobbin" oder das Modell Saxonia.
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Mit Freundliche Grüße, Olaf

Ich habe zu viele Nähmaschinen um sie zu erwähnen, von mehr als 50 Herstellern...

sputnik
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Re: Rast und Gasser

#22 Beitrag von sputnik »

Danke Olaf für das Bild und den Text. biggrin

Es ist genau wie Du schreibst. Es gab ja auch immer noch kleine Giessereien die gerne Miniaufträge übernehmen.

Um 1980 herum bin ich noch oft zu einer Alugiesserei im Keller eines grossen Wohnhauses aus der Zeit um 1900 gefahren. Die hatten dort eine Reihe von Kellerräumen gemietet der grösste war deutlich unter 100m² aber auch viele kleinere. Alles Lehm/Sandboden was bei Giessereien so sein muss. Eine irre Hitze weil dort den ganzen Tag Alu geschmolzen und gegossen wurde. Überall lagen grössere Haufen von alten Aluteilen herum die eingeschmolzen wurden oder frische Gussteile die abkühlten. Gegossen wurde in Sandkastenformen. Wenn ich wieder einmal Rohlinge für Riemenscheiben oder anderes brauchte musste ich in der Firma ein Modell aus Holz mit genügend Übermaß herstellen. Dann fuhr ich dort vorbei und sagte ich brauche 20 Stück davon. Die sahen sich da an und sagten das können sie machen. Gaben das in einem vorbereiteten Sandkasten, so ähnlich wie das auf den Rast&Gasser Video zu sehen ist und das wurde gegossen. Bei kleinen Teilen und grösseren Stückzahlen gossen sie erst ein paar um damit in einem grösseren Sandkasten z.B. 10 Stück auf einmal giessen zu können. Die Teile lagen immer eine Nacht lang in einer Ecke um abzukühlen. Am nächsten Tag machten sie die grösseren Sandkästen oder ich konnte mir mein gegossenes Einzelstück abholen. Das ganze kostete fast nichts ... ein Rohling für eine Riemenscheibe mit 30cm Durchmesser und mit 10cm Dicke (für die Nabe) unter 5,-€.

Auch Anger, der auch Nähmaschinen erfand, konstruierte und baute, hatte eine riesige Stahlgiesserei in Wien und warb damit das man z.B. ein Gusseisengestell hinbringen kann und sie giessen davon so viel der Kunde möchte mit beliebigen Firmenlogos etc. oder auch Einzelstücke wenn etwas zerbrochen war. Und die gossen natürlich alles was die Kunden wollten/brauchten, vom Einzelstück über alle Rohlinge für komplette Maschinen bis hin zu Grossauträgen. Anger war der grösste Lieferant für Kanaldeckel in der K&K Monarchie. Bei Dürkopp waren es riesige Hallen aber gegossen wurde natürlich ähnlich wie man es auch auf dem R&G Video sieht. Sandboden, alles schhwarz vom Russ, riesige Halden wo die Gussteile hingeworfen wurden. Da Dürkopp ja Präzisionsmaschinen baute wurden die abgekühlten Teile schnell vom gröbsten Sand gereinigt und in riesigen Regalen gestapelt. Dort lagen sie dann mindestens ein Jahr damit Spannungen die beim Giessen entstehen abgebaut werden ... und frühestens nach einem Jahr wurden sie dann weiter bearbeitet. Wenn man diese Lagerzeiten nicht einhält kann es bei Nähmaschinen passieren das irgendwann z.B. die Nadel nicht mehr zum Stichloch passt. Als ich in den 1980er Jahren das erste Mal bei Dürkopp in Bielefeld war, durfte ich das alles noch besichtigen, aber es wurde dort nichts mehr gegossen. Die Mitarbeiter erzählten mir die Abläufe und beantworteten mir ausführlichst alle Fragen, wie das noch ein paar Jahre zuvor hier ablief. Wenig später ist ja dann die Produktion bereits ins neue Werk in Oldentrup zu Adler übersiedelt.

Beeindruckend fand ich auch die riesigen Wellblechhallen die dort noch standen. Da hätten bequem ein paar Jumbos hineingepasst. Ich will meinen Freund den "Moll Maier" besuchen, den ich von Kundenbesuchen her schon länger kannte (Moll war eine Firma die Vorschubgereräte für Dürkopp und Reece Knopflochautomaten baute). Ich frage beim Portier wo den "Moll Maier" finde und er sagt in der Halle da hinten und zeigt auf das Wellblechmonster. Ich gehe hin und öffne das riesige Tor und betrete die völlig fensterlose und unbeleuchtete Halle. Komme vom hellen Tag in die finstere Nacht. Schliesse das riesen Tor hinter mir, warte bis sich die Augen an die Dunkelheit gewöhnt haben und rufe so laut ich kann einige Male "Moll Maier" bis ich aus weiter Ferne die Antwort "komm her ... ich bin da" hörte ... dann die riesige Halle durchwandert bis ich bei ihm angelangt war, wo ein kleiner Arbeitstisch mit einer Tischlampe stand und er sein Refugium hatte. Das ist jetzt gut 40 Jahre her ... aber ich sehe das in der Erinnerung immer noch vor mir.

Bei meinen Besuchen habe ich natürlich auch immer wieder Eindrücke gesammelt sowie Sachen erfahren und gelernt die mir heute noch hilfreich und nützlich sind. So wird Wissen über Generationen weitergeben und am Leben erhalten.

Herzliche Grüsse vom Sputnik
Und sehen wir uns nicht in dieser Welt
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Asher
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Re: Rast und Gasser

#23 Beitrag von Asher »

über den Katalog-Text:

" oder das Modell Central Bobbin, von der Österreichischen Fabrik Rast und Gasser" Central Bobbin von R&G, Wien? ich dachte, es wäre Greger, Wien
Singer: IF, 15 home (-22,K26,-30,41), 15 industrial (15xx,15-31,15-39,15H526), 18-2, VS (VS3, VS3-28 Übergang, 28, 39,128, 127),
29K(1,51,56), 31K36, 32K3, 32H510 drei Typen),34pre,34K2, 45K65, 46K49,48K, 66,78-3, 96(K41,D41), 103,201,216
Claes F

sputnik
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Re: Rast und Gasser

#24 Beitrag von sputnik »

Central Bobbin ist ja nichts anderes als CB ausgeschrieben. Das kann ja theoretisch von jedem für vielerlei Dinge verwendet werden. Es gibt ja auch genug Nähmaschinen wo gar nichts draufsteht oder z.B. Vollzickzack ... und es wird damals vermutlich auch viele Maschinen gegeben haben wo in irgendeiner Form "CB" oder "Central Bobbin" draufstand.

Oder der Fall wo R&G vor Gericht gewonnen hat dass "Singer" ein allgemeiner Begriff für Nähmaschine ist den jeder verwenden darf.

Und dann ist ja eben ohnehin immer die Frage was steckt dahinter? Wer hat das gebaut/geklaut? Von wem zugekauft?

Denk nur an die russischen Singer ... gehörte mal Singer ... hat auch dazwischen für Singer gebaut ... hat aber auch Singermaschinen ofiziell nachgebaut ... auch inoffiziell nachgebaut (sogar mit Seriennummer welche vorher schon in Wittenberge verwendet wurden) ... etc. usw.
Was ist echt ? Was ist falsch?
Wer ist der Hersteller wenn "Singer" Singermaschinen inoffiziell nachbaut?

Meine Ex-Firma hat "Victoria" Nähmaschinen gebaut ... und wieviele andere noch huh ... biggrin

Herzliche Grüsse vom Sputnik
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Asher
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Re: Rast und Gasser

#25 Beitrag von Asher »

stimmt,
aber ich rede von denen, die nur mit "Central bobbin" beschriftet waren
Singer: IF, 15 home (-22,K26,-30,41), 15 industrial (15xx,15-31,15-39,15H526), 18-2, VS (VS3, VS3-28 Übergang, 28, 39,128, 127),
29K(1,51,56), 31K36, 32K3, 32H510 drei Typen),34pre,34K2, 45K65, 46K49,48K, 66,78-3, 96(K41,D41), 103,201,216
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