Ich habe heute lange gefrühstückt und dabei über rotierende Fadengeber und Singer nachgedacht.
Ich habe Ende der 1970er Jahre mit Nähmaschinen begonnen. Damals gab es wenige Betriebe die noch solche Maschinen verwendet haben.
Einer davon war ein Bettwäscheerzeuger der zu meinem privaten Freund wurde und der damals noch ~20 solche Maschinen (alles Singer) verwendete.
Deshalb habe ich auch öfters gefragt was es mit diesen Maschinen auf sich hat. Von den Kollegen habe ich nur gehört: "Vergiss sie ... sowas verwendet heute keiner mehr." Mein Bettwäschekunde war damit auch nicht zufrieden ... und Mitte der 1980er Jahre waren damit alle Maschinen aus meinem Blickfeld verschwunden (am Schrott gelandet). Ich hätte mir damals alle geschenkt mitmnehmen können, habe aber, da auch Singer Österreich endgültig geschlossen hat darauf verzichtet weil es dadurch auch absolut nichts mehr (Ersatzteile/Infos) dafür gab. Mein damaliger Meister und einige gute Mechanikerfreunde haben mir auch ALLE von solchen Maschinen und auch von Singer generell abgeraten.
Nach meiner Erinnerung soll es in den 1930er Jahren noch W&G Maschinen gegeben haben welche mit umlaufenden Fadengebern gut funktioniert haben. Seitdem aber nicht mehr. Mitte der 1980er Jahre hatte ich dann eine Zeitlang einen Kollegen der in den 1950er Jahren bei Singer gelernt hat und der das auch bestätigt hat ... und ebenfalls meinte das es sich um eine evolutionäre Fehlentwicklung gehandelt hat.
Da es auch keine solchen Maschinen mehr gab war das Thema auch für mich nicht mehr aktuell.
Alle Maschinen die ich jemals gesehen habe war bei Kunden die sehr dünne Stoffe (maximal dünne Bettwäschestoffe) damit genäht haben ... und der Singer Kollege meinte auch das man die ohne Teilewechsel auch nicht für andere Materialien (dickere Stoffe) umstellen kann. Da es Singer nicht mehr gab, gab es auch keine anderen Teile mehr ... und es waren sich alle einig das es wohl das beste ist das es solche Maschinen nicht mehr gibt!
Es muss ja auch einen Grund gehabt haben, warum alle (~200 Maschinen die ich noch gesehen hatte) innerhalb von ~5 Jahren durch andere (normale Steppmaschinen) ersetzt wurden. Vermutlich wurden die alle in den 1950er/1960er gekauft und dadurch mit Ende der 1970er Jahre auch das Ende ihrer Lebensdauer erreicht.
Bei einem Kunden habe ich bei einer W&G einmal etwas eingestellt, die hatte aber ein Rad mit Speichen wo man die Umlenkungen verstellen konnte und ließ sich dadurch auch problemlos einstellen.
Das ist meine Erinnerung an solche Maschinen.
Ich denke wenn man diese Maschine vernünftig für anderes Material verwenden wollte, müsste man Teile tauschen welche es nicht mehr gibt oder auch nie gegeben hat.
Also schliesse ich mich der Meinung meiner Ratgeber an ... lass die Finger davon.
Herzliche Grüse vom Sputnik


