Seite 2 von 7

Re: Identifikation Langschiff

Verfasst: Samstag 13. Mai 2023, 12:12
von gelöschter User N
1. Wirklich interessant - aber muss in eigenen Thread => die Zick Zack Fragen Beiträge ( ab Claude https://www.naehmaschinentechnik-forum. ... 40#p132540) bitte ausgliedern light

2. Noch mehr Bilder zum Lüftungsschlitz:
DSC_5295_NTF.JPG
DSC_5294_NTF.JPG
DSC_5292_NTF.JPG
DSC_5291_NTF.JPG
DSC_5262_Öff NTF.JPG
dann habe ich mal meine Maschine mit diesem Bild verglichen:

Bild

Drehe ich meine unbekannte Schönheit in die gleiche Perspektive, dann sieht das 98,7 % genau so aus, wie aud dem Bild vonn Herrn Ravemachine - ich hab sogar ein Bild davon gemacht.

Frage an Paul: Gibt es aus dieser Quelle mehr Bilder zu diesem Modell? Ich suche immer noch nach den "Lüftungsschlitzen" unten weil - mir sind diese Schlitze bei meine Maschine zum ersten Mal aufgefallen. So was hatte ich bis jetzt noch nicht gesehen! .

dodgy der Norweger Olaf_Larsen wäre jetzt wahrscheinlich eine große Hilfe. Hallo Olaf_Larsen - kannst Du mich hören?

Re: Identifikation Langschiff

Verfasst: Montag 15. Mai 2023, 22:38
von gelöschter User N
So - es gibt neuen Stoff

Man sehe sich diese Kleinanzeige an - eine Thuringia
https://www.kleinanzeigen.de/s-anzeige/ ... 2438333959

schon in Bild 1 sieht man diesen Schlitz rauch Bild 9 auch

Re: Identifikation Langschiff

Verfasst: Dienstag 16. Mai 2023, 00:52
von Ostrod
Da es sich mit Sicherheit nicht um gewichtseinsparende Durchbrüche handeln wird, würde ich auf Kühlung tippen. Dreckeinlass und Bewahrung wird eher nicht beabsichtigt sein.

Erstens war Oma gern rasant an der Maschine und zweitens und wahrscheinlicher, wurde einfach kopiert. Irgendwer hat damit angefangen und andere habens nachgemacht.

Die Geschichte erwies, daß es sich nicht durchsetzte, weil Unfug.

Was soll damals anders gewesen sein, als heute?! Was werden unsere Enkel über Elektroautos und Wärmepumpen (heutiger Technologie und Religion) lachen.

Gruß, Lukas

Re: Identifikation Langschiff

Verfasst: Dienstag 16. Mai 2023, 01:00
von claude
Kühlung kann ich mir nicht vorstellen, angesichts der Masse des Gusskörpers werden solche Maschinen noch nicht mal andeutungsweise warm bei den Drehzahlen, die man mit dem Fußpedal hinbekommt.

Der Nachteil des Flusen- und Dreckeintritts ist auch nicht zu vernachlässigen, von daher denke ich, daß diese Schlitze schon irgendeinen Sinn gehabt haben müssen, vielleicht für irgendwelche Anbauten?

Sind an den Schlitzen irgendwelche Verschleißspuren erkennbar, die auf so eine Verwendung hindeuten?

Heute lachen wir über Verbrenner-Autos und Heizungen mit fossilen Brennstoffen, und organisierter Aberglauben war ja schon immer problematisch und Auslöser endloser Konflikte...

Re: Identifikation Langschiff

Verfasst: Dienstag 16. Mai 2023, 01:11
von Ostrod
claude hat geschrieben: Dienstag 16. Mai 2023, 01:00 Kühlung kann ich mir nicht vorstellen, angesichts der Masse des Gusskörpers werden solche Maschinen noch nicht mal andeutungsweise warm bei den Drehzahlen, die man mit dem Fußpedal hinbekommt.
Ich habe nie behauptet, daß das sinnvoll gewesen wäre. biggrin :lol27:
Als Sinnvoll könnte ich mir höchstens, aber ohne jeden Sachverstand vorstellen, daß man mal der Meinung war es vierbeinig zu gießen, um weniger Aufwand beim Planschleifen zu haben. Dann kam der nächste Hirnhumpel und hat das gleich als Schlitz mit eingegossen, weil er es konnte, aber zu wenig Hirn hatte, den Sinn zu erfassen.

Gruß, Lukas

Re: Identifikation Langschiff

Verfasst: Dienstag 16. Mai 2023, 02:26
von claude
Ostrod hat geschrieben: Dienstag 16. Mai 2023, 01:11 Als Sinnvoll könnte ich mir höchstens, aber ohne jeden Sachverstand vorstellen, daß man mal der Meinung war es vierbeinig zu gießen, um weniger Aufwand beim Planschleifen zu haben. Dann kam der nächste Hirnhumpel und hat das gleich als Schlitz mit eingegossen, weil er es konnte, aber zu wenig Hirn hatte, den Sinn zu erfassen.
Reduzierter Planschleifaufwand ist plausibel, aber der Schlitz sitzt ja gefühlte 5 mm über der Unterkante des Arms und erfüllt so nicht nur nicht den vermeintlichen Zweck, sondern stellt darüber hinaus vor der Endmontage eine empfindliche Sollbruchstelle dar.

Irgendeinen Sinn müssen die aber gehabt haben, für einfach nur so überwiegen die Nachteile zu deutlich zwischen dem Dreck, der in die Maschine kommt und der Schwächung des Gusses.

Pure Hirnhumpelei halte ich angesichts der damals noch hoch im Kurs stehenden Werkgerechtigkeit für recht unwahrscheinlich. Es wurde ja damals nicht nur schamlos kopiert, sondern auch immer weiter verbessert.

Re: Identifikation Langschiff

Verfasst: Dienstag 16. Mai 2023, 09:22
von gelöschter User N
claude hat geschrieben: Dienstag 16. Mai 2023, 02:26
Ostrod hat geschrieben: Dienstag 16. Mai 2023, 01:11 Als Sinnvoll könnte ich mir höchstens, aber ohne jeden Sachverstand vorstellen, daß man mal der Meinung war es vierbeinig zu gießen, um weniger Aufwand beim Planschleifen zu haben. Dann kam der nächste Hirnhumpel und hat das gleich als Schlitz mit eingegossen, weil er es konnte, aber zu wenig Hirn hatte, den Sinn zu erfassen.
Reduzierter Planschleifaufwand ist plausibel, aber der Schlitz sitzt ja gefühlte 5 mm über der Unterkante des Arms und erfüllt so nicht nur nicht den vermeintlichen Zweck, sondern stellt darüber hinaus vor der Endmontage eine empfindliche Sollbruchstelle dar.

Irgendeinen Sinn müssen die aber gehabt haben, für einfach nur so überwiegen die Nachteile zu deutlich zwischen dem Dreck, der in die Maschine kommt und der Schwächung des Gusses.

Pure Hirnhumpelei halte ich angesichts der damals noch hoch im Kurs stehenden Werkgerechtigkeit für recht unwahrscheinlich. Es wurde ja damals nicht nur schamlos kopiert, sondern auch immer weiter verbessert.
Ich danke Euch beiden. Legt jemand Wert auf meinen Kommentar zu Euern Überlegungen ?

Ich mache weitere Fotos und wir kommen dem Sachverhalt bestimmt näher. Da bin ich ganz bei Claude.

Re: Identifikation Langschiff

Verfasst: Dienstag 16. Mai 2023, 17:48
von Ostrod
Nopi hat geschrieben: Dienstag 16. Mai 2023, 09:22 Ich danke Euch beiden. Legt jemand Wert auf meinen Kommentar zu Euern Überlegungen ?
Was ne Frage. Natürlich!

Gruß, Lukas

Re: Identifikation Langschiff

Verfasst: Dienstag 16. Mai 2023, 19:45
von dieter kohl
serv

habt ihr euch schon mal Gedanken darüber gemacht, wie die Hohlräume in die Grauguss-Gehäuse von Maschinen kommen ?

die Formen für Grauguss werden aus Formsand (fragt mich bitte nicht danach, aus was der sich zusammensetzt) gepresst
im allgemeinen bestehend aus Ober- und Unter-Kasten zwischen die "Kerne" gelegt werden

nach dem Auskühlen des Abguss wird die Form zerstört und der Rohling weiter bearbeitet

ich halte diese "Schlitze" für Stützrippen für die Kerne

Re: Identifikation Langschiff

Verfasst: Dienstag 16. Mai 2023, 20:42
von claude
Gusstechnik hatten wir ja bisher noch gar nicht erwogen.

Ich habe mal die relevante Stelle aus Birth of a Sewing Machine rausgesucht:

https://youtu.be/bIMxwy8CLkw?t=560

Die äußere Form entsteht durch gestampften Gusssand, der entweder ölgebunden (Petrobond) oder wassergebunden mit einem Bentonit-Lehmanteil ist.
Wird Petrobond für Grauguss verwendet, verbrennt das Öl im Kontaktbereich mit dem Guss durch die hohe Temperatur. Dieser schwarze, verklumpte Sand kann, im Gegensatz zum Rest, nicht erneut verwendet werden.

Heutzutage werden Hohlraumformen aus feinem Sand mit ein paar Prozent Kalium- oder Natrium-Silikat (Wasserglas) hergestellt und durch Begasung mit CO2 gehärtet. Das Endprodukt hat eine mörtelartige Festigkeit.
Ob das damals anders gelöst wurde, weiß ich nicht.

Die Hohlraumformen werden durch mindestens drei Auflagepunkte, die sich auf die äußere Sandform stützen, "in der Schwebe gehalten", typischerweise an beiden Seiten in Verlängerung der Armwelle und am Fuß.

Die Schlitze, über die wir uns hier den Kopf zerbrechen, erscheinen mir wenig geeignet für diesen Zweck.
Meinem recht ähnliches Langschiffchen von Clemens Müller, Dresden (später Veritas) hat diese Schlitze nicht.