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Re: Gritzner Bogenschiffmaschine

Verfasst: Dienstag 2. Juli 2024, 11:37
von claude
Oops, Entschuldigung für die Intensität, da habe ich mich verguckt, tut mir leid.

Re: Gritzner Bogenschiffmaschine

Verfasst: Dienstag 2. Juli 2024, 11:39
von Noffie
claude hat geschrieben: Dienstag 2. Juli 2024, 02:56
Ramses hat geschrieben: Montag 1. Juli 2024, 21:08 ich hatte noch nie mit einer Langschiff Nähmaschine zu tun (was ich vorhabe zu ändern!).
Ist das bei dieser Technik normal, daß die Nadelstange am unteren Totpunkt einen "Zappler" macht?
Das hier ist eine Bogenschiffmaschine, kein Langschiffchen, komplett andere, deutlich modernere Technologie.
Wenn man schon kritisiert, hilft es, zu wissen, wovon man redet ;-)

Das Zappeln ist vermutlich einer gewissen Ausgenudeltheit geschuldet, die aber sauberen Nähten offensichtlich keinen Abbruch tut.

Juste en passant:
Max Carl Gritzner hat den Doppelumlaufgreifer erfunden, den wir mehrheitlich bis heute nutzen.
Etwas Respekt ist geschuldet für diesen Revolutionär, der zum Nähmaschinenfabrikdirektor wurde ;-)
Ist das hier ein Nähmaschinentechnik Forum oder die Wettervorhersage - eventuell die Ecke mit den Horoskopen?
Die Stichbildung der Langschiffnähmaschine (nach Wilhelm Renters)


1. Periode

l. Die Nadel sticht in den Stoff.
2. Das Schiffchen hat den Rücklauf beendet und steht im Umkehrpunkt einen Augen-
blick still.
3. Der Fadenhebel wird von der Nadelstange abwärtsgedrückt und gibt losen Faden.
4. Der Transporteur sinkt unter die Stichplatte.

II.Periode

l. Die Nadel hat ihre tiefste Stellung erreicht.
2. Das Schiffchen hat den Rücklauf beendet und steht im Umkehrpunkt einen Augen-
blick still.
3. Der Fadenhebel ist durch die Nadelstange in seine tiefste Stellung gedrückt und
hat den notwendigen Faden für den Schiffchendurchschlupf gegeben.
4. Der Transporteur ist vollends unter die Stichplatte gesunken.

III.Periode
l. Die Nadel ist je nach Fabrikat etwa 2,4 bis 2,6 mm gestiegen und hat den Schlingen-
hub beendet. (Der Schlingenhub ist unveränderlich in der Herzkurve festgelegt.
Der zeitliche Eintritt der Schiffchenspitze in die Oberfadenschlinge ist einstellbar.)
2. Das Schiffchen hat sich nach der Bewegungsumkehr soweit vorwärtsbewegt, daß
es mit seiner Spitze auf Mitte Nadel steht. Oberkante Nadelöhr l ,5 bis 2 mm unter
der Schiffchenspitze.
3. Der federnde Fadenhebel setzt mit der Nadelstange zur Abwärtsbewegung an
(Gegenhub). Hat die Maschine einen Kurvenfadenhebel, so steht dieser still.
4. Der Transporteur hat seinen Rücklauf unter der Stichplatte fast beendet.

IV. Periode
l. Die Nadel senkt sich nach dem Eintritt der Schiffchenspitze in die Oberfaden-
schlinge nochmals bis zur tiefsten Stellung. (Dabei soll das Nadelöhr so tief stehen,
daß die Unterkante des Schiffchens mit der Oberkante des Nadelöhrs abschneidet,
sonst wird das Schiffchen angehoben und klappert oder der Faden reißt. Deshalb
ist die Nadel eher noch etwas tiefer zu stellen, etwa 0,5 bis l mm.

2. Das Schiffchen durchfährt die Oberfadenschlinge.
3. Der federnde Fadenhebel gibt den beim Schlingenhub mit hochgenommenen
Faden wieder zurück. (Der Kurvenfadenhebel macht die Nadelabwärtsbewegung
mit und wendet zur Aufwärtsbewegung.)
4. Der Transporteur hat mit seiner Aufwärtsbewegung begonnen.

V. Periode
1. Die Nadel ist hei ihrem Aufstieg aus dem Stoff getreten und steigt rasch aufwärts
bis zum Wendepunkt für den erneuten Abstieg.
2. Das Schiffchen hat die Oberfadenschlinge durchfahren und bewegt sich gleich-
falls seinem Umkehrpunkt zu, dabei Unterfaden abziehend.
3. Der Fadenhebel ist aufwärts geschnellt, hat dabei die Oberfadenschlinge vom
Schiffchenrücken abgezogen und beginnt mit dem Stichanzug, der von der auf-
wärtsgehenden Nadelstange unterstützt wird.
4. Der Transporteur ist über die Stichplattenoberkante gestiegen, hat mit dem Vor-
schub begonnen und soll nach beendigter Stichbildung und größter Stichlänge
noch etwas nachschieben. (Hub- und Vorschubmoment sind bei Langschiffmaschinen
von der Schiffchenbewegung abhängig und nicht verstellbar.)
claude hat geschrieben: Dienstag 2. Juli 2024, 02:56Das hier ist eine Bogenschiffmaschine, kein Langschiffchen, komplett andere, deutlich modernere Technologie.
Wenn man schon kritisiert, hilft es, zu wissen, wovon man redet ;-)
stimmt

Re: Gritzner Bogenschiffmaschine

Verfasst: Dienstag 2. Juli 2024, 12:55
von Ramses
claude hat geschrieben: Dienstag 2. Juli 2024, 11:37 Oops, Entschuldigung für die Intensität, da habe ich mich verguckt, tut mir leid.
Errare humanum est!
Kein Problem!

Aber man sollte sich vor Augen führen, daß wir hier doch irgendwie alle einen Knall haben und die Dinge etwas "mehr besonders" sehen als der Rest der Welt.

Was ich meine: Man sollte sich nicht dadurch provoziert fühlen, daß andere in den Schätzchen nur Schrott sehen!
Und immer daran denken: Würden alle unsere Leidenschaft für alte Nähmaschinen teilen, dann wären die alten Schätzchen unbezahlbar!

Ich habe gerade ein Filmchen, diesmal einer echten Langschiffchen Nähmaschine gefunden:
https://www.youtube.com/watch?v=33Pe1d1jK3I
Ich hoffe, die Verlinkung geht in Ordnung!

Da kann man diesen Ruckler am unteren Totpunkt der Nadelstange auch gut erkennen.

Re: Gritzner Bogenschiffmaschine

Verfasst: Dienstag 2. Juli 2024, 12:58
von js_hsm
Das liegt m.W. an dem kurvengesteuerten Fadenheber.

Gruß, Achim

Re: Gritzner Bogenschiffmaschine

Verfasst: Dienstag 2. Juli 2024, 20:00
von Ramses
Der Fadenheber /-hebel hat aber keinen direkten Einfluss auf die Nadelstange.
Ich habe hier eine alte Nähmaschine mit Kurvenfadenhebel, bei welcher sich die Nadelstange kontinuierlich flüssig bewegt, diese hat aber auch einen CB Greifer.


Alles Gute!

Ramses.

Re: Gritzner Bogenschiffmaschine

Verfasst: Dienstag 2. Juli 2024, 20:09
von js_hsm
Recht hast du, war in Gedanken woanders :lol27:

Gruß, Achim

Re: Gritzner Bogenschiffmaschine

Verfasst: Dienstag 2. Juli 2024, 20:42
von js_hsm
Ramses hat geschrieben: Dienstag 2. Juli 2024, 12:55 Da kann man diesen Ruckler am unteren Totpunkt der Nadelstange auch gut erkennen.
Wenn Du so eine ruckelnde hast wäre ein Video ohne Kopfdeckel interessant bei dem man die Nadelstangenverbindung zur Armwelle sehen kann.

Gruß, Achim

Re: Gritzner Bogenschiffmaschine

Verfasst: Dienstag 2. Juli 2024, 23:34
von Ramses
js_hsm hat geschrieben: Dienstag 2. Juli 2024, 20:42 Wenn Du so eine ruckelnde hast wäre ein Video ohne Kopfdeckel interessant bei dem man die Nadelstangenverbindung zur Armwelle sehen kann.
(Noch) nicht!
Meine hat ja einen CB Greifer und ruckelt nicht!
Da wird die Nadelstange durch die rotierende Armwelle angetrieben, der Fadenhebel ja genauso, weil die Kurvenscheibe auch auf der Armwelle sitzt.

Noffie hat doch geschrieben, daß das wohl an der speziellen Ansteuerung liegt und so gewollt ist.

Re: Gritzner Bogenschiffmaschine

Verfasst: Dienstag 2. Juli 2024, 23:43
von js_hsm
Dann muss ich meine wohl ausgraben. Aber bei der Stoewer kann ich mich nicht an ein Ruckeln erinnern.

Gruß, Achim

Re: Gritzner Bogenschiffmaschine

Verfasst: Mittwoch 3. Juli 2024, 01:51
von js_hsm
So kann die Erinnerung täuschen biggrin
Das nochmalige Absenken der Nadelstange kann ich sowohl bei meiner Lamgschiff- als auch bei meiner Bogenschiff-Maschine sehen.
Dokumentiert und erklärt auch im Rentners
untitled.JPG
Gruß, Achim