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Re: Kaufberatung: Coverlock - was ist da sinnvoll?

Verfasst: Donnerstag 5. September 2024, 20:39
von julia16
Ich hatte eine Janome CPX 2000.
Die lässt sich sehr einfach einfädeln und macht brauchbare Covernähte (ohne Oberdeckfaden).
Auch schwierige Stoffe wie Lycra gehen mit etwas Übung.

Wenn ich sehe, dass die jetzt knapp 700 kostet, scheint sie mir eine gute Geldanlage zu sein.
Ich hab vor 5 Jahren knapp 500 bezahlt und sie nur mit wenig Verlust verkauft.
Es gibt sie aber auch auf Kleinanzeigen immer wieder günstig.

Auch wenn ich selber 5 Industriemaschinen habe, würde ich gerade bei einem Geschenk davon abraten.

Re: Kaufberatung: Coverlock - was ist da sinnvoll?

Verfasst: Freitag 6. September 2024, 11:43
von Hummelbrummel
sputnik hat geschrieben: Donnerstag 5. September 2024, 17:26

Bei den Haushaltsmaschinen welche ich bisher gesehen habe stört mich die fehlende Vielseitigkeit und die Qualität gemessen am Preis. Ich durfte mir vor kurzem die Maschine eines Freundes ansehen die aktuell neu ~1000,-€ kostet. Im riesigen Plastikgehäuse gähnende Leere. Die Wellen sind so dünn das man trotz der geringen Drehzahl die Verformung mit freiem Auge sehen kann. Die Antriebskulisse für den Transport ist aus Plastik ... etc ... usw. Orginal war die Fadenanzugsfeder so schwach dass sie sich nicht einmal selbst (ohne Faden) in die Grundstellung bringen konnte (ich hab dann eine aus einem etwas dickeren Federdraht angefertigt).

Ich habe ja schon selbst mit sowas geliebäugelt, aber ich finde den Preis in Relation zur Qualität völlig indiskutabel.
Magst Du uns verraten, welche Maschine dieses windige Innenleben hat?


Im Hobbybereich ist eine Covermaschine bereits eine hochspezialisierte Maschine für einen sehr eingeschränkten Einsatzbereich (dehnbare doppelte oder dreifache Nähte mit einem einem Kettfaden au der Rückseite), auch wenn sie natürlich nicht so spezialisieret ist, wie eine Industriemaschine, die ausschließlich an Nylonstrumpfhosen zum Einsatz kommt, oder eine andere, die nur die Säume vom Bikini nähen muss. Mn kann mit ihr schon eine gewisse Bandbreite an Mterialien verarbeiten, insofern ist sie vielseitiger als Industrimaschinen wink
Was vermisst Du an Vielseitigkeit bei einer "Haushaltscover"?

(Für die Vielseitigkeit haben wir doch die Haushaltsnähmaschine.)

Aber so, wie ich das verstanden war, war hier nach einem Hobbygerät gefragt.

Ergänzend noch folgender Hinweis:

Achtung!

Zumindest im Hobbybereich werden die Maschinen bei Händlern und Marken nicht immer klar definiert benannt:

Eine Overlock ist eine Overlock.
Eine Covermaschine ist eine Covermaschine
Aber: der Begriff Coverlock wird manchmal für Kombimaschinen genutzt, die man wahlweise (durch Umbau) als Overlock oder als Cover benutzen kann, und manchmal für reine Covermaschinen.
Hier muss man also bei den Funktionen genau hinschaun, um was es geht.
bianchifan hat geschrieben: Mittwoch 4. September 2024, 23:49
... Zudem müssne technisch bedingt spezielle Covernadeln mit einer 2. Fadenrinne verwendet werden. ...
Mach's nicht komplizierter, als es ist.

Meiner Kenntnis nach ist es so:
(moderne) Haushaltsnähmaschinen: 130/705H (in Variationen)
Overlocker: Bedienungsanleitunhg beachten und befolgen!
Manche (z.B. meine Bernette) arbeiten lt. Anleitung mit 130/705H, andere benötigen lt. Anleitung ELx705.
(Wir haben mal in einem Forum festgestellt, dass es Leute gibt, die trotzdem mit 130/705 gute Ergebnisse erzielen, die Maße sind identisch, nur der Nadelaufbau anders. Meiner Meinung nach ist es aber trotzdem eine gute Idee, den laut Anleitung vorgesehenen Nadeltyp zu verwenden, wenn man lieber nähen statt tüfteln möchte.)
Cover: Hier sind mir nur Maschinen bekannt, die (so wie meine Elna) ELx705 mit der anderen Rinne brauchen.

Ich habe das nicht näher erforscht, gehe aber sehr stark davon aus, dass bei Kombimaschinen nur ein Nadeltyptyp erforderlich ist, und man zumindest diesen nicht zwischen Overlocken und Covern wechseln muss. (ELx705)

Daneben ist es natürlich sinnvoll, Nadeln zu verwenden, die zum Stoff passen (verrundete Spitzen für Jersey und Co, um Löcher zu vermeiden.)

LG Hummelbrummel


PS: Es gibt ja verschiedene Vorgehensweisen, wenn man z.B. ein Shirt nähen will.
Schön wird es, wenn man erst alle Nähte schließt, dann die Säume näht. In dem Fall: Erst Overlock, dann Cover. Dazwischen ggf. Umbau, falls man nur eine Maschine für beides hat.
Bei gekauften Sachen sieht man relativ oft, dass erst gecovert wurde und manche Nähte dannach geschlossen. Das geht einfacher, weil Nahtkreuzungen an der Cover besondere Aufmerksamkeit benötigen. Ohne das kann man zeitsparrend einfach so dahinrattern, ein Teil nach dem anderen durch die Maschine jagen.
Hier wäre das Vorgehen z.B. so: eine Schulternaht schließen (Overlock) - Saum oder Bündchen fertig verarbeiten (Cover) - zweite Schulternaht (Overlock) .usw.
Hier wäre mir der Umbau lästig.
Anderes Beispiel: Babybody mit großem Kopfdurchlass: erst die beiden Seiten am Halsauschnitt umnähen oder einfassen (Cover); dann Ärmel annähen (Overlock); dann evtl. (jetzt oder später) Ärmelkanten umnähen oder einfassen (Cover); dann Seitennähte schließen (Overlock); dann Beinkanten umnähen oder einfassen (Cover). ...
... Ohne extreme Platznot würde ich mir keine Kobimaschine holen ...



Je nachdem, was man vorhat, ist übrigens ein Bandeinfasser oder Umschlager eine hübsche Ergänzung zur Cover. Da gibt es aber sehr viele verschiedene Varinaten. Das ist ein anderes, eigenes Thema....

Re: Kaufberatung: Coverlock - was ist da sinnvoll?

Verfasst: Freitag 6. September 2024, 12:58
von Berit
Ohne es genau beurteilen zu können, weil ich keine moderne Maschine in diesem Bereich besitze, würde ich annehmen, dass eine Kombi-Maschine immer nur ein Kompromiss ist. Schlimmstenfalls aus zwei mittelmäßigen Spezialfunktionen. Eine Bekannte hat eine Kombi-Maschine, die nur in der Ecke steht, weil ihr der Umbau zu nervig ist. Jetzt hat sie die Kombi, eine Overlock und eine Covermaschine, da sie auch insgesamt mit der Kombi nicht glücklich war.
Mir ist es manchmal schon zu nervig eine andere Garnfarbe einzufädeln - an der normalen Nähmaschine! Dann wechsel ich zu einer anderen Nähmaschine, bei der gerade die richtige Farbe drauf ist :lol27:

Re: Kaufberatung: Coverlock - was ist da sinnvoll?

Verfasst: Freitag 6. September 2024, 23:47
von Dornwäldler
Berit hat geschrieben: Freitag 6. September 2024, 12:58 Dann wechsel ich zu einer anderen Nähmaschine, bei der gerade die richtige Farbe drauf ist :lol27:
Hallo Berit,
warum denn der :lol27: da? Mach ich doch auch so, ist das nicht normal?
Gruß Jörg

Re: Kaufberatung: Coverlock - was ist da sinnvoll?

Verfasst: Samstag 7. September 2024, 02:34
von Berit
Dornwäldler hat geschrieben: Freitag 6. September 2024, 23:47
Berit hat geschrieben: Freitag 6. September 2024, 12:58 Dann wechsel ich zu einer anderen Nähmaschine, bei der gerade die richtige Farbe drauf ist :lol27:
Hallo Berit,
warum denn der :lol27: da? Mach ich doch auch so, ist das nicht normal?
Gruß Jörg
Hier im Forum ist es wahrscheinlich normal. Aber wenn man anderswo erzählt, dass man Maschinen für jede Garnfarbe stehen hat, wird man schon mal komisch angesehen.

Re: Kaufberatung: Coverlock - was ist da sinnvoll?

Verfasst: Sonntag 8. September 2024, 13:34
von uu4y
das Thema ist zwar schon etwas abgewandert, egal =
als Overlock würde eine Baby Lock Imagine (auch wenig gebraucht bzw. überholt) meine allerste Wahl sein;
der eigentliche Grund ist, dass sie keinerlei Fadenspannungen besitzt -und diese demzufolge auch nicht mühsam auf die verschiedenen Parameter "Fadenstärke/Schnittbreite/Materialstärke" eingestellt werden müssen -das erkennt alles die Maschine automatisch-, sondern stattdessen das einzigartige Faden-Zufuhr-Patent besitzt;
dass die Imagine zusätzlich noch den -gerade für Anfänger narrensicheren- "Pustefix" = die Lufteinfädelung für beide Greifer besitzt, sei nur am Rande erwähnt;
neu war diese mit ca. € 1.300,- zwar nicht grad billig, für mich wegen des einzigartigen Faden-Zufuhr-Patents dennoch jeden Cent wert;
die Nachfolgerin ist afair die Victory...(ca. € 1.500,-)

Re: Kaufberatung: Coverlock - was ist da sinnvoll?

Verfasst: Sonntag 8. September 2024, 14:51
von bianchifan
Alex.. hat geschrieben: Donnerstag 5. September 2024, 12:48
bianchifan hat geschrieben: Mittwoch 4. September 2024, 23:49 Eine Locknaht ist i.d.R. nicht sichtbar, eine Covernaht dagegen schon.
Ist denn eine "einfache" Covernaht, also diese ohne Fadenleger an der Oberseite, genauso wenig an der Oberseite sichtbar? A
Bei der "einfachen", also stinknormalen Covernaht hast Du auf der Oberseite 1, 2 oder 3 sichtbare Nähte auf dem Präsentierteller.
Es ist "deutlich" sichtbar, ob die Nadelspannungen korrekt eingestellt waren und ob Stiche in der Waldachei gelandet sind.

Bei der Locknaht ist das i.d.R von außen nicht sichtbar, es sei denn, die Spannungen liegen so arg daneben, das das Nähgut sich sichtbar verzieht.
sputnik hat geschrieben: Donnerstag 5. September 2024, 17:26 Ich durfte mir vor kurzem die Maschine eines Freundes ansehen die aktuell neu ~1000,-€ kostet. Im riesigen Plastikgehäuse gähnende Leere. Die Wellen sind so dünn das man trotz der geringen Drehzahl die Verformung mit freiem Auge sehen kann. Die Antriebskulisse für den Transport ist aus Plastik ... etc ... usw.
Beziehst Du Dich tatsächlich auf Coverlockmaschinen??
Von innen kenne ich nur meine Singer und die Brother CV3550..., wenn Du disse Maschinen in Frage stellst, kannst Du aber gleich ein jedes Domestic-Modell, egal von welchem Hersteller, mit dazu packen.
Bei Nähmaschinen dagegen ist die Verwendung von Plastik seit den 70ern weit verbreitet und plastikfreie Kulissen/Cams habe ich noch keine zu Gesicht bekommen.
Selbst bei der Singer meiner Eltern war die Cam eine Plastikschablone, allerdings noch aus Bakelit...
sputnik hat geschrieben: Donnerstag 5. September 2024, 17:26 Ich habe ja schon selbst mit sowas geliebäugelt, aber ich finde den Preis in Relation zur Qualität völlig indiskutabel.
In diesem Punkt bin ich vollkommen bei Dir!
Hummelbrummel hat geschrieben: Freitag 6. September 2024, 11:43 Mach's nicht komplizierter, als es ist.
???

Ob kompliziert oder nicht hängt von der jeweils aufgesetzten Brille ab.
Der TE hat im Eingangspost nach einer 2in1, also Kombimaschine gefragt, welche, salopp ausgedrückt, ohne viel Aufwand umzurüsten/umzufädeln sein solllte.
Ich besitze eine solche Kombimaschine und kenne den Aufwand sehr genau, es ist machbar.
Allerdings ist der Aufwand für die Umrüstung einer Näh-/Stickkombi weitaus geringer.
Bei einer Coverkombi hast Du 5 Nadelpositionen, welche exakt befüllt und fixiert werden müssen, und zwar ohne die heute üblichen äußerst praktischen (halb-)automatischen Einfädelhilfen, also mit Lupe, Pinzette bzw manueller Fädelhilfe oder Spucke wie meiner Mutter..., das Einfädeln der Looper ist dagegen ein Kinderspiel.
Hummelbrummel hat geschrieben: Freitag 6. September 2024, 11:43 Ich habe das nicht näher erforscht, gehe aber sehr stark davon aus, dass bei Kombimaschinen nur ein Nadeltyptyp erforderlich ist, und man zumindest diesen nicht zwischen Overlocken und Covern wechseln muss. (ELx705)
Nadeltyp hin oder her, die Covernadeln sitzen physisch an anderen Positionen!
Heißt im Klartext: Locknadeln ausbauen, Covernadeln einbauen.
Es gibt Personen, die verfluchen das Gefummel mit dem 2mm Inbus, nix mit geriffelter Nadelschraube.

Fast vegressen.. Es gibt eine Spezialnaht, welche mit einer Locknadel und einer Covernadel nur mit Kombimaschinen ,öglich ist: die 5fädige Sicherheitsnaht ..Bademantel-bzw. Jeanshosennaht (Innenseite der Beine).

Zur ELX.. ich kenne keinen Grund, weshalb sie beim Overlocken notwendig sein sollte, die Looper ziehen ihre Bahnen, die Nadlen hüpfen dazwischen rum, keinerlei berührungen zu irgend einem Zeitpunkt.
Ganz anders dagegen beim Covern, einige Modelle wie Janome (IMHO Erfinder dieses Prinzips, JLX) und ZengHsing (Merrylock & Co.) benötigen bauartbedingt diesen Typ, da der Kettenstichlooper - ich nenne ihn gern Dickschädel - die Nadeln nach hinten weg drückt, der Nadelfaden zwingend diesen Rückzugsraum benötigt.

BTW. Die Brother CV35550 ist die einzige mir bekannte Cover, mit derm 130er Nadeltyp, sie arbeitet intern völlig anders und ist keine Kombi.

Re: Kaufberatung: Coverlock - was ist da sinnvoll?

Verfasst: Sonntag 8. September 2024, 15:39
von uu4y
Waldachei ?
damit ist sicher die Wallachei gemeint, eine Waldachei ist mir nicht bekannt... vielleicht gibts die aber doch ?

Re: Kaufberatung: Coverlock - was ist da sinnvoll?

Verfasst: Sonntag 8. September 2024, 22:27
von bianchifan
bianchifan hat geschrieben: Sonntag 8. September 2024, 14:51 Dickschädel
Ich habe mal eine alte Festplatte mit Fotos von der Aufarbeitung meiner professional 5 aufgetrieben, dabei sind aucgh Fotos des besagten Kettenstichloopers, der mich seinerzeit doch ziemlich verwunderte..

1.Bei diesem Maschinentyp arbeitet der KL von links nach rechts.
Wenn die Spitze desd KL eine Covernadel erreicht steht die Spitze des KL minimal vor der Nadel, so dass im Anschluss die Nadel von der recht massigen schiefen Ebene des KL nach hinten weggedrückt wird.
PICT0309.JPG
Von oben schaut das dann so aus..
PICT0307.JPG
Und von der Seite so..
PICT0308.JPG
Bei einer normalen HHnadel würde der Fadenlauf derart beeinträcht9gt, dass kein sauberes Stichbild zustande kommt,u.U. würde derfaden zudem beschädigt oder gar zerrissen werden.

Re: Kaufberatung: Coverlock - was ist da sinnvoll?

Verfasst: Freitag 13. Dezember 2024, 11:29
von HusPfaSing
Die Eierlegende Wollmilchsau für häufige Stichwechsel zwischen unterschiedlichen Overlocks, Cover und ev. auch dem 5 Faden Overlock (z.B. für Bettwäsche) mit Zusatznaht empfehle ich die Pfaff Coverlock 4.0. Beim wechsel von einem Stich zum anderen, ändert sich sowohl Fadenspannung wie auch die Stichlänge und der Differenzialtransport automatisch. Eine eventuell leicht geänderte Version davon kann gespeichert werden.

Der Umbau ist reine Übungssache und macht zumindest mir sogar Spass, die beiden Untergreifer haben gut funktionierende Einfädelhilfen. Selbstverständlich ist das Nähergebniss auch bei spezialisierten Maschinen von der Fadenqualität abhängig.

Klar näht eine speziealisierte Maschine immer besser, sauberer, zuverlässiger, schneller als eine Kombimaschine, aber das ist hier nicht die Frage. Und falls Du bei einer perfekten Industrie-Overlock doch mal den Faden wechseln musst ist dies eher kein Vergnügen!! Für die häufigst verwendeten 4 Stiche (3 Faden Overlock zum Versäubern, 4 Faden Overlock und 3 Faden Cover zum Trickot nähen, 2 oder 3 Faden Rollsaum für Vorhänge) benötigst Du ohne Umbau mindestens 4 Maschinen!

Noch zu erwähnen ist, dass die Pfaff 4.0 ruhig läuft, Nadelstop oben und unten hat, nach dem Einschalten den zuletzt gewählten Stich einstellt, den Faden beim Fuss hochstellen löst, die Maximale Geschwindigkeit begrenzt werden kann und alle Stiche mit dem gleichen Nähfuss genäht werden, von Rollsaum bis 3 Nadel-Coverlock, sie mit üblichen Overlock Nadeln für alle Stiche klar kommt.