Da gibt es vielfältige Möglichkeiten. Das kann von einem Kratzer auf der Stichplatte bis zu einem kaputten Greifer gehen.
Auch Adler104 Messertehorie ist nich völlig von der Hand zu weisen.
Jedes Seil, Schnur, Faden hat die Eigenschaft bei einem Knoten abzureissen. Wenn z.B. ein Abschneidemesser stumpf ist wird der Faden nicht abgeschnitten sondern reisst beim letzten Knoten = letzter Stich ab. Bei Naturfasern brauchte man deshalb auch keine Fadenabschneider. Die Kunstfasern sind weitaus reissfester und reissen dadurch nicht mehr so zuverlässig beim Knoten sondern auch irgendwo anders ab. Das war auch einer der Hauptgründe für die Entwicklung von Fadenabschneidern.
Es gibt aber vielfältige Möglichkeiten für Fadenreissen und unsaubere Nähte, welche manchmal auch schwer zu finden sind.
Das beginnt damit das der Abzugspunkt vom Garnständer nicht genau senkrecht über der Fadenspule positioniert oder Faden einfach zu alt und ausgetrocknet ist. Das die Maschine bei der Fadenproduktion ein Problem hatte und deshalb alle zwei Meter ein Knoten im Faden ist. Schmutz und rauhe Stellen bei fadenführenden Teilen (Ösen, Löcher in Blechen, eingeschnittene Fadenanzugsfeder usw.). Wie gut die Maschine im Detail/gesamt eingestellt ist. Wenn ein Teil in der Maschine uzureichend leichtgängig ist und deshalb die notwendige Bewegung verzögert ausgeführ wird. Abnutzung/Alter dere Maschine. Wie gut, glatt, leichtgängig der Greifer ist. Wie sieht das Stichloch aus? Stimmen die Fadenspannungen? Je stärker ein Faden gespannt ist umso mehr neigt er dazu sich aufzudrehen, was dazu führt dass die Greiferspitze zwischen die einzelenen Strähnen sticht und eine davon zwangsläufig abreisssen muss. Das kann mit dem Nähgut zusammenhängen, mit dessen Klammerung/Nähfuss (scharfe Stellen wo der Faden sich aufscheuert) oder ungenügende Stabilität des Nähguts (wird von der Nadel nach oben/unten bewegt). Schlechte/schlecht gewählte Nadel. Und ganz viele andere Möglichkeiten.
Die häufigsten Fehlerquellen sind Fadenweg, Nadel und scharfe/rauhe Stellen. ...
Wir wissen zwar dass die Nadel im Schnitt nur eine Woche hält, aber die ist jetzt schon vier Wochen drinnen weil sie näht ja noch einwandfrei (ausser dem dauernden Abreissen).
Ich erwähne dann immer die Kosten einer Nadel in Relation zu meinem Stundenlohn + zig Km Anfahrt + kaputte Teile + Ärger.
Meine kurioseste Fehlerquelle für Fadenreissen wo ich wochenlang bei einem Kunden erfolglos den Fehler gesucht habe und keiner meiner Kollegen mehr eine Idee dazu hatte, hat sich im Nachhinein recht amüsant aufgeklärt. Ich bin wieder bei der betroffenen Firma und weil ich bei einer Maschine fertig bin ruft die Chefin eine Kaffeepause aus. Wir bekommen alle unseren Kaffee und auch der Kanarienvogel darf aus seinem Käfig heraus. Der fliegt schnurstracks zu der Maschine mit dem unerklärlichen Fadenreissen, setzt sich auf den Garnständer und beginnt in die Fadenkone zu picken. Auf meine Nachfrage wurde mir gesagt dass es das immer so macht. Nachdem sie das dann irgendwie unterbunden haben war das Problem mit den monatelag verzweifelt gesuchten Fadenbrüchen gelöst. (Der Vogel hat das überlebt)
Häufig ist es einfach so dass man die einfachsten und nahliegensten Fehler nicht wahrnimmt.
(siehe Kanarienvogel)
Deshalb auch mein Vorschlag poste uns bitte mal Photos wie die Maschine eingefädelt ist. Vom Garnständer weg bis zur Nadel.
Welche Nadel, welchen Faden und welches Material verwendest Du genau?
Wie sehen die Spannungen, die Fadenanzugsfeder, die Klammerung, das Stichloch der Geifer und die Spulenkapsel aus?
Dann kann man vielleicht schon den Fehler erkennen oder zumindestens Mutmassungen äussern oder konkrete Tips geben.
Grüsse vom Sputnik