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Re: Was ist das für eine ANKER?

Verfasst: Dienstag 10. Februar 2026, 15:45
von saumseliger
na, dann kommt doch Licht in die Angelegenheit.

Was die Kopie betrifft: Hatte ich nicht irgendwo von einer "schlechten" Singer-Kopie gelesen, egal, ich wollte sie jedenfalls nicht schlechtmachen?

Und was das "M" oder "MM" betrifft:
Beim Recherchieren hatte ich ein Bild gefunden von einer "M" (fragt mich bitte nicht, wo das war).
Das zeigte jedenfalls eine kleinere Maschine ohne die Stichlängeneinstellung per Drehrädchen.
Daher schied die "M" für mich aus. Entspricht dem Bild von der "kleinen" Ausführung.

Aber das mit dem Namen scheint ja eh volatil,
wobei ich "M" oder "MM" für griffiger halte als
"Schnelllauf-Rundschiff-Nähmaschine für Heimarbeit, Gewerbe und Industrie"

Von der Singer 96K12-Anleitung hatte ich schon geschrieben, die 96K12 sieht der
großen Ausführung seeeehr ähnlich (Die Frage, ob es für die "kleine Ausführung"
ein Singer-Pendant gebe, unterdrücke ich zugunsten meines Zeit-Managements einfach mal).

Schön ist, dass es für die Anker offensichtlich auch eine Betriebsanleitung gibt.
Falls jemand Interesse an der BA für die Singer 96 hat: bitte eine PN.

tschö

der gert

PS: Vielleicht wäre/werde ich ein Kandidat für eine Anker-Anleitung,
am Wochenende steht bei der Rückkehr vom Familienbesuch eine für schmalen Kurs am Wegesrand ...
Hier wird aber das Platz-Management das letzte Wort sprechen.

Re: Was ist das für eine ANKER?

Verfasst: Dienstag 10. Februar 2026, 20:42
von sputnik
Ich weiss nicht viel über Anker, nur das was mir diverse (Büromaschinen/Nähmaschinen) Kollegen im Lauf der Jahre erzählt haben.
Recherche ist für mich schwierig weil die interessanten Sachen alle nur vor Ort angesehen werden können.

Nach meiner Erinnerung ging Anker aus Hengstenberg hervor.
Hengstenberg/Anker haben für Singer produziert und Singer hat auch mehrere Maschinen nachgebaut! Nicht umgekehrt.

Die KI hat mir zu Nähmaschinen bisher nur absoluten Schwachsinn erzählt.

Das einzige was ich jetzt gerade gefunden habe ist -> http://www.naehantik.de/Anker.html
was ungefähr mit meiner Erinnerung an das Erzählte überreinstimmt.

Ich kenne aber keine Singer/Hengstenberg/Anker Typen und bin mit der ganzen geschichtlichen Entwicklung der Deutschen Nähmaschinen, seit ich das erste Mal davon hörte etwas überfordert. Manchmal gab es interessante Artikel in der Österreichischen- und Deutschen Nähmaschinenzeitung. Für die DNZ habe ich leider noch keine Digitalisate gefunden und die meisten interessanten Archivalien sind nur vor Ort zugänglich.

Herzliche Grüsse vom Sputnik

Re: Was ist das für eine ANKER?

Verfasst: Dienstag 10. Februar 2026, 20:49
von Asher
JosephF hat geschrieben: Dienstag 10. Februar 2026, 15:04
saumseliger hat geschrieben: Dienstag 10. Februar 2026, 14:12 ...
Kopie von Singer 96 trifft's!
Aber warum ist die schlecht? Also die Kopie?
...
.
... ist sie nicht. Das hat auch niemen behauptet.
Ich bin froh dass ich sie ergattert habe!
ich hab das behauptet...

Aber ich hab mal meine 96K41 genauer angesehen, deren untere Transmission ist tasächlich auch so eine hauchdünne Stange biggrin

Re: Was ist das für eine ANKER?

Verfasst: Dienstag 10. Februar 2026, 21:09
von sputnik
Für mich ist vieles mangels besserer Kenntnisse nicht nachvollziehbar. Aber Singer hat ja bei vielen Firmen Maschinen bauen lassen und auch viele Maschinen von anderen Firmen (z.B. Anker, Rittershausen usw.) nachgebaut. Das ist ja meines Wissens bekannt und aktenkundig. Also ist es auch logisch das die Maschinen dann identisch sind oder zumindestens sehr ähnlich.

Re: Was ist das für eine ANKER?

Verfasst: Dienstag 10. Februar 2026, 21:21
von Asher
dafür ist mir nicht bekannt,
dass Singer bei fremden Firmen etwas bauen liess

Re: Was ist das für eine ANKER?

Verfasst: Dienstag 10. Februar 2026, 22:48
von sputnik
Wenn Du meinen Link öffnest findest Du darin einige Maschinen angegeben bei denen es scheinbar so war.
Und meines Wissens, auch von alten Singermitarbeitern bestätigt, hat SInger nach dem WW2 keine einzige Haushaltsmaschine mehr selbst gebaut.

Es war bei Nähmaschinenproduzenten durchaus üblich Maschinen/Teile/Zubehör bei anderen Firmen bauen zu lassen, oder sie zuzukaufen und unter eigenem Namen weiterzuverkaufen. Z.B. Paff "Industria" und "Hobbylock" sind alles zugekaufte Maschinen.
Singer hat auch viele Patente geklaut wo die Erfinder die Sachen nicht rechtzeitig patentieren liessen. Das hat schon seit Howes Maschine alte Tradition. wink

Herzliche Grüsse vom Sputnik

Re: Was ist das für eine ANKER?

Verfasst: Mittwoch 11. Februar 2026, 06:41
von Asher
zum Einen hat Singer sehr wohl auch nach WW2 selbst gebaut,
vielleicht hier in Deutschland zusätzlich zugekauft.

Zum Anderen dachte ich mehr an die Zeit vor WW1,
wo dank "Rast & Gassner" jeder in Deutschland+Österreich-Ungarn "Singer" draufpinselte

Re: Was ist das für eine ANKER?

Verfasst: Mittwoch 11. Februar 2026, 12:34
von sputnik
Rast und Gasser hat, wie viele andere auch "verbesserte Singer" draufgepinselt. wink

Das mit den Haushaltsmaschinen haben mir unter anderem auch mehrere Mechaniker erzählt die nach dem WW2 bei Singer Industrie gearbeitet haben und auch der Chef der Singer Generalvertretung für Haushaltsmaschinen. Singer war seit den 1070er Jahren als reiner "Kaufhauskonzern" mit der Handelsmarke "Singer" bekannt. Was aber auch nicht ganz gestimmt hat weil sie ja zumindestens einige wenige Industriemaschinen noch selbst hergestellt haben. Insgesamt ist aber scheinbar die eigene Produktion immer mehr durch Zukäufe ersetzt worden.

siehe auch
-> https://www.naehmaschinenverzeichnis.de ... eschichte/
-> https://www.naehmaschinen-museum.ch/akt ... inger.html
-> https://www.singersewinginfo.co.uk/hist ... s/podolsk/

Von dem Werk in Podolsk, welches Zeitweise einer der grössten Nähmaschinenhersteller weltweit war, ist auch bekannt das die viele vorgeblich deutsche (und auch andere) Singer gefälscht haben, bzw. sogar auch Seriennummern aus anderen Ländern gefälscht haben. Sie haben aber auch zweimal Singer gehört und auch als eigenständige Firma für Singer produziert und sie haben auch die Reparationsmaschinen aus Wittenberge bekommen.

Mittlerweile gehört auch Pfaff demselben chinesischen Eigentümer wie Singer schon viel länger.

Grüsse vom Sputnik

Re: Was ist das für eine ANKER?

Verfasst: Mittwoch 11. Februar 2026, 18:22
von Asher
ich hab erst vor Kurzem einen interessanten Bericht gesehen.

Singer hat ca. 1960er geglaubt, sie müssten in Rüstung etc einsteigen... zum Leidwesen ihres Kerngeschäfts Nähmaschinen.
Das litt eh schon unter der Einstellung, der Name Singer würde jeden alten Dreck verkaufen

Und irgendwann haben sie die Sachlage verschlimmert,
indem sie das Nähmaschinengeschäft abgestoßen haben.

Danach waren sie nur noch leere Hülle

Re: Was ist das für eine ANKER?

Verfasst: Freitag 27. Februar 2026, 08:32
von Asumata
Hallo, interessante Maschine hast du da.
Da sie eindeutig länger als übliche Haushaltsmaschinen ist, handelt es sich eher um eine Industriemaschine. Momentan sind noch alte Textilreste im Transporteurbereich zu sehen, ansonsten scheint die Maschine ja komplett.
Möchtest du sie restaurieren oder nur nähfähig machen? wink

Anker Nähmaschinen galten als qualitativ und robust. Die Anker Werke AG 1876 von Carl Schmidt gegründet, stellte bedeutende Nähmaschinen und Registrierkassen mit Sitz in Bielefeld her. Nach der Blütezeit als erfolgreicher Nähmaschinenproduzent, Fusion mit Phoenix. 1958 wurden die Nähmaschinen in die "Anker-Nähmaschinen AG' ausgegliedert und mit der "Phoenix-Nähmaschinen-AG' (Baer&Rempel) verschmolzen. 1969 dann die Produktion eingestellt, gefolgt von Konkursjahr 1976.

Was die liegende 9 angeht, wird es schwieriger deren Bedeutung herauszufinden, schätze ich. Gleiche Frage beschäftigte mich unlängst bei meiner Winselmann Langschiffmaschine. Nähen wird sie auch so, es könnte sich um Kontrollstempel oder ähnliches handeln.

LG
Andrea