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Re: Pfaff 260 Transport über "Knubbel"

Verfasst: Sonntag 20. September 2026, 14:56
von Achim (js_hsm)
Wenn der Fuß nicht mit Druck auf der Stichplatte aufsetzt wenn kein Nähgut darunter ist dann ist sie zu hoch eingestellt.
Test:

Nadel raus und Nadelstange nach unten
Dünnes Papier unter den Fuss und diesen absenken
Wenn Du das Papier dann ohne nennenswerten Wiederstand herausziehen kannst ist sie zu hoch

Re: Pfaff 260 Transport über "Knubbel"

Verfasst: Sonntag 20. September 2026, 15:51
von Élisa
Achim (js_hsm) hat geschrieben: Sonntag 20. September 2026, 14:56 Wenn der Fuß nicht mit Druck auf der Stichplatte aufsetzt wenn kein Nähgut darunter ist dann ist sie zu hoch eingestellt.
Test:

Nadel raus und Nadelstange nach unten
Dünnes Papier unter den Fuss und diesen absenken
Wenn Du das Papier dann ohne nennenswerten Wiederstand herausziehen kannst ist sie zu hoch
Ah danke für die Info

Da passt alles, also das Papier lässt sich heraus ziehen aber mit ordentlich Wiederstand.

Mfg Elisa

Re: Pfaff 260 Transport über "Knubbel"

Verfasst: Sonntag 20. September 2026, 16:45
von sputnik
Es gibt unterschiedlich hohe Nähfüsse.
Die Presserfusstange kann deshalb bei vielen Maschinen in einem relativ weiten Bereich verstellt werden. Bei der 260er vermutlich nicht ganz so weit ... aber bei meiner 138er kann ich sie ~3cm höher tiefer stellen.
Wenn jetzt jemand weil es zu seinem Presserfuss gepasst hat die Stange verstellt hat und Du montierst einen anderen Presserfuss der eine Spur kürzer ist, kann es sein das der Presserfuss nie vollständig auf der Stichplatte aufliegt.
Ich habe mich vor kurzem erst über mich geärgert weil meine 138er extrem ungut näht ... und ich ewig gebraucht habe bis ich bemerkt habe das der von mir montierte Presserfuss wenn er unten ist 0,5mm über der Stichplatte hängt. Damit ist vernünftiges nähen nicht mehr möglich. Ich hab halt unzählige Füsse und beim montieren nicht aufgepasst was ich da gerade mache. wink

Ich hab dann ganz einfach für die drei Nähte den Fuss auf der Stange nicht ganz nach oben geschoben.

Auch die orginal Pfaff Füsse haben natürlich minimale Fertigungstoleranzen welche sowas dann verursachen können.

Was auch sehr ungut sein kann ist wenn Stichplatte, Transporteur und Nähfuss von der Breite her nicht zusammenpassen. Es gibt bei manchen Maschinen Nähgarnituren wo die Transporteurreihen um wenige 1/10mm versetzt sind. Meistens merkt man keine Unterschiede ... aber wenn eben der ganz dünne Stoff frei herumflattert ist kein vernünfiges nähen mehr möglich.

Wie Achim bereits beschrieben hat kann man das einfach testen. Am besten schauen das alle Füsse in der Lade auf der Maschine passen. Wenn Du dann ein paar hast wo man eventuell umstellen muss diese in eine eigene Schachtel packen und einen grossen Erinnerungszettel dazu den du dann gleich zum probieren verwenden kannst.

Ich weiss jetzt nicht wie das bei der 260er ausgeht ... aber unter Umständen muss man auch wenn man ganz hohe und ganz niedrige Füsse verwendet darauf achten das die Spannung zum richtigen Zeitpunkt gelüftet wird.

Die orginale Einstellung für die Presserfusstange ist gedacht das der Presserfuss ohne Transporteur und Stichplatte etwa 1-2mm unter der Stichplatte stoppen würde. Dann gibt es auch mit leichten Toleranzen keine Probleme.

Herzliche Grüsse vom Sputnik

Re: Pfaff 260 Transport über "Knubbel"

Verfasst: Sonntag 20. September 2026, 16:52
von Nähmanfred
Für das Transport (Vorschub) Problem habe ich keine Lösung außer dem, was bereits genannt wurde. Stichwort Hebamme. Und sanfte Unterstützung, siehe Video.

Ich hatte eher das Problem die Höhenunterschiede ausgleichen zu wollen. Wenn man keine Hebamme benutzt, entstehen Fehlstiche. Meine Lösung war ein "Federbein" zu verwenden:

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Re: Pfaff 260 Transport über "Knubbel"

Verfasst: Freitag 25. September 2026, 15:57
von sputnik
Wie gut eine Maschine transportiert ist immer von der Nähgarnitur/Ausstattung und Einstellung abhängig.
Eine Grundvoraussetzung sind gute und gut eingestellte, zum Material passende Teile wie Transporteur, Nähfuss und Stichplatte.
Eine Zick-Zack Nähgarnitur ist für gerade Nähte immer schlechter als eine Geradestich Nähgarnitur. Für viele Nähmaschinen gibt es deshalb auch beide Varianten.
Die Nähgarnitur (Stichplatte, Nähfuss und Transporteur) müssen zusammenpassen.

Eine ganz wesentliche Rolle spielt dabei der Nähfuss. Da gibt es die "normalen" Füsse aber auch recht spezielle.
Für unebene Flächen gibt es Ausgleichsfüsse.
Häufig als Kantenfüsse welche es in unterschiedlichen Breiten als linke/rechte Ausführung gibt. Solche Kantenfüsse werden häufig für das aufnähen/absteppen von Taschen, Patten, Ärmeln, Krägen, Manschetten oder Bund verwendet. Dabei hilft die Führung im Fuss einen gleichmässigen Nahtabstand zur Kante einzuhalten.

Diese normalen Kantenfüsse sind für dünnes bis mittleres Material geeignet und relativ kostengünstig.
Kantenfüsse o.jpg
Bei diesen Kantenfüssen ist die Sohle geteilt. Beide Teile sind kippbar und die Seite welche zur Kantenführung dient wird zusätzlich mit einer Feder nach unten gedrückt damit der Anschlag an der Kante anliegt. Man kann damit aber auch ein paar Stiche auf ebener Oberfläche nähen weil die kleine Feder bei Bedarf nachgibt.

Eine zweite, elegantere aber auch wesentlich teurere Angelegenheit sind professionelle Ausgleichfüsse welche es für unterschiedlichste Anwendungen und auch für dicke Materialien gibt. Solche Füsse können dann auch grössere Unebenheiten bewältigen und bei speziellen Aufgaben eine grosse HIlfe sein. Aufgrund der hohen Kosten (teilweise bis über 1000,-€) werden sie natürlich meistens nur für immer wiederkehrende Aufgaben gekauft und verwendet.
Ausgleichsfuß.jpg

Die Füsse sind mechanische Präzisionsteile und häufig genau an Material, Maschine und Arbeitsgang angepasst.
Bei diesem Fuss werden z.B. die beiden Fusshälften nur durch die Presserfusstange nach unten gedrückt, was eine feinfühlige Druckeinstellung ermöglicht und haben lange Sohlen welche stark kippen können um auch grosse Materialstärkenunterschiede in weichen Materialien (z. B. Wintermäntel) zu bewältigen. Dazu kommt die Verteilung des Fussdrucks mit einem eingebauten Hebel welche einen grossen Höhenunterschied ermöglicht (bei diesem Exemplar sind über 10mm zwischen linker und rechter Sohle möglich).
Ausgleichfuß offen.jpg
Man kann natürlich vieles auch mit anderer Schnittkonstruktion, geänderten Arbeitsabläufen oder "Tricks" machen ohne auf spezielle Ausstattungen angewiesen zu sein. Wenn man nur selten eine Naht auf klebrigen Leder repariert, kann man z.B. auch einen Streifen Papier mitnähen welcher anschliessend weggerissen wird und muss dafür keine spezielle Nähgarnitur für Leder anschaffen. wink

Bei Firmen welche immer ähnliche Modelle anfertigen werden für spezielle Aufgaben auch spezielle Lösungen gesucht um die Arbeit zu eerleichtern bzw. die Ausfallsquote zu verringern. Z.B. bei Arbeitsbekleidung wird häufig das Kragenknopfloch auf einer eigens dafür eingerichteten Maschine genäht, bei welcher die Klammer aus mehreren Teilen besteht um den Stärkenunterschied zwischen dick (mit Kragen) und dünn (nur mehr die Knopfleiste) auszugleichen. Ohne solchen Klammern kommt es zu einem Flattern des Stoffs und dadurch zu einer hohen Aufallsquote durch fehlende Stiche.

Herzliche Grüsse vom Sputnik