Wie gut eine Maschine transportiert ist immer von der Nähgarnitur/Ausstattung und Einstellung abhängig.
Eine Grundvoraussetzung sind gute und gut eingestellte,
zum Material passende Teile wie Transporteur, Nähfuss und Stichplatte.
Eine Zick-Zack Nähgarnitur ist für gerade Nähte immer schlechter als eine Geradestich Nähgarnitur. Für viele Nähmaschinen gibt es deshalb auch beide Varianten.
Die Nähgarnitur (Stichplatte, Nähfuss und Transporteur) müssen zusammenpassen.
Eine ganz wesentliche Rolle spielt dabei der Nähfuss. Da gibt es die "normalen" Füsse aber auch recht spezielle.
Für unebene Flächen gibt es Ausgleichsfüsse.
Häufig als Kantenfüsse welche es in unterschiedlichen Breiten als linke/rechte Ausführung gibt. Solche Kantenfüsse werden häufig für das aufnähen/absteppen von Taschen, Patten, Ärmeln, Krägen, Manschetten oder Bund verwendet. Dabei hilft die Führung im Fuss einen gleichmässigen Nahtabstand zur Kante einzuhalten.
Diese normalen Kantenfüsse sind für dünnes bis mittleres Material geeignet und relativ kostengünstig.
Kantenfüsse o.jpg
Bei diesen Kantenfüssen ist die Sohle geteilt. Beide Teile sind kippbar und die Seite welche zur Kantenführung dient wird zusätzlich mit einer Feder nach unten gedrückt damit der Anschlag an der Kante anliegt. Man kann damit aber auch ein paar Stiche auf ebener Oberfläche nähen weil die kleine Feder bei Bedarf nachgibt.
Eine zweite, elegantere aber auch wesentlich teurere Angelegenheit sind professionelle Ausgleichfüsse welche es für unterschiedlichste Anwendungen und auch für dicke Materialien gibt. Solche Füsse können dann auch grössere Unebenheiten bewältigen und bei speziellen Aufgaben eine grosse HIlfe sein. Aufgrund der hohen Kosten (teilweise bis über 1000,-€) werden sie natürlich meistens nur für immer wiederkehrende Aufgaben gekauft und verwendet.
Ausgleichsfuß.jpg
Die Füsse sind mechanische Präzisionsteile und häufig genau an Material, Maschine und Arbeitsgang angepasst.
Bei diesem Fuss werden z.B. die beiden Fusshälften nur durch die Presserfusstange nach unten gedrückt, was eine feinfühlige Druckeinstellung ermöglicht und haben lange Sohlen welche stark kippen können um auch grosse Materialstärkenunterschiede in weichen Materialien (z. B. Wintermäntel) zu bewältigen. Dazu kommt die Verteilung des Fussdrucks mit einem eingebauten Hebel welche einen grossen Höhenunterschied ermöglicht (bei diesem Exemplar sind über 10mm zwischen linker und rechter Sohle möglich).
Ausgleichfuß offen.jpg
Man kann natürlich vieles auch mit anderer Schnittkonstruktion, geänderten Arbeitsabläufen oder "Tricks" machen ohne auf spezielle Ausstattungen angewiesen zu sein. Wenn man nur selten eine Naht auf klebrigen Leder repariert, kann man z.B. auch einen Streifen Papier mitnähen welcher anschliessend weggerissen wird und muss dafür keine spezielle Nähgarnitur für Leder anschaffen.
Bei Firmen welche immer ähnliche Modelle anfertigen werden für spezielle Aufgaben auch spezielle Lösungen gesucht um die Arbeit zu eerleichtern bzw. die Ausfallsquote zu verringern. Z.B. bei Arbeitsbekleidung wird häufig das Kragenknopfloch auf einer eigens dafür eingerichteten Maschine genäht, bei welcher die Klammer aus mehreren Teilen besteht um den Stärkenunterschied zwischen dick (mit Kragen) und dünn (nur mehr die Knopfleiste) auszugleichen. Ohne solchen Klammern kommt es zu einem Flattern des Stoffs und dadurch zu einer hohen Aufallsquote durch fehlende Stiche.
Herzliche Grüsse vom Sputnik