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Re: Mein lauesSommerabenderestaurierungsobjekt

Verfasst: Freitag 9. Juni 2017, 08:17
von adler104
DAS ist mal ein interessantes Teil! smile
nicole.boening hat geschrieben:Das sind die Momente, in denen ich mich frage, ob ich mein Sammelgebiet nicht erweitern sollte ... aber auch die, in denen mir klar wird, dass es einfach auch schön ist, sich mir dir zu freuen und zu hoffen, dass du möglichst viel und detailliert aus der Wiederbelebungsphase berichtest. biggrin
Frau Boening - glauben se mir - je ausgefallener und älter die Dinger sind und umso simpler das ganze "gestrickt" ist, umso mehr Freude hat man dran wink ... Zumindest musste ich das bei mir feststellen. Mir macht meine olle BUSMC #A1 (hier noch mal DANKE an Lanora) mehr Freude als meine Singer 111G156. Allerdings ungeachtet des Nutzwertes. Meine Pfaff 345 und Singer 111G156 haben jeweils allein mehr Arbeit als der ganze Rest zusammen... trotzdem, allein das Arbeitsgefühl ist ein ganz anderes - zumindest für mich. Ich würde mich nicht als Sammler bezeichnen sondern eher als Nutzer aber so ein paar schöne Alteisen Teile im Regal - auch wenn man sie wenig nutzt - haben irgendwie was... Ich glaub ich hab nen rostigen Gusseisen Nagel im Kopf biggrin

Ich kann z.B überhaupt nichts an Maschinen wie der Pfaff 130 oder den grauen Elefanten finden - die sind so ends-langweilig.... zweifelsfrei exzellente Maschinen aber irgendwie hat jeder son Dingen und jede Phoenix Nähmaschien finde ich interessanter (den Nutzwert und ET Situation mal beiseite gelassen) als egal welche Pfaff Maschine. Würde ich Nähmas sammeln würde ich mich vermutlich auf Phoenix und / oder Dürkopp Gewerbe / Industrie Nähmas und / oder seltenere US und britische Maschinen beschränken.

... ich schweife ab.... rolleyes Wat wollte ich sagen.. ach ja...

Twassbrake -

Klasse Maschien, die finde ich mal richtig schick - obwohl sie nüscht für mich wäre wink

Sieht das auf dem Bild nur so aus oder ist die Nähfußstange eine Zahnstange?

Re: Mein lauesSommerabenderestaurierungsobjekt

Verfasst: Freitag 9. Juni 2017, 10:58
von nicole.boening
Letztendlich sind wir doch alle hier wie in einer großen Familie - da sucht sich auch jedes Individuum eine eigene Nische. Wenn jeder sich auf das Gleiche stürzen würde, ist es ja auch doof. Ich feiere uns in unserer Vielfältigkeit und würde niemals sagen, dass ich etwas von dem, was euer Herz erwärmt, nicht nachvollziehen kann oder doof finde. Freue mich immer über Berichte, warum euch anmacht, was ihr vor euch habt. In diesem Fall, finde ich die Maschine auch so extrem sexy und brauche gar keine Erklärung. heart

Re: Mein lauesSommerabenderestaurierungsobjekt

Verfasst: Freitag 9. Juni 2017, 12:39
von Twassbrake
Oh soviel Resonanz auf die kleine Dame biggrin

Vielen Dank! Ja ich freue mich immer noch ungemein dass ich soviel Glück hatte (ich fische ja hier in Ludger Halburs Jagdgebiet wenn ich das richtig sehe, also nicht nur zeitlich, sondern auch geographisch). biggrin

Ich hatte mir ja schon vor einigen Monaten vorgenommen mir mal wieder eine richtig alte, schmodderige aber wunderschöne vor-1900-Maschine zu holen um sie zu restaurieren. Aber erstens gibt es nicht soviele bei denen die Basis für eine Restaurierung ausreichend ist, und/oder sie waren in der Anschaffung bereits viel zu teuer. Wenn dann sollte es eine Maschine sein die im Anschluss auch als Hinkucker im Regal ihren Platz findet. Auch wenn ich meine neueren Nähmaschinen wie die GUK und die Supermatic nicht missen will, so muss ich doch zugeben haben es mir die Maschinen aus der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts doch mehr angetan. Das gute ist, konzentriert man sich auf die richtigen muss man länger nach einem Exemplar suchen, dafür sind sie meistens seeeehr teuer. Die Vielfalt an verschiedenen Nähmaschinen die die Mitglieder hier im Forum abdecken finde ich besonders reizvoll. Es geht eben nicht nur um Haushaltsnähmaschinen, oder Industriemaschinen, elektrisch oder Hand-/ Fußbetrieben, sondern dieses Forum vereint eben alle Aspekte der Nähmaschinentechnik und es findet sich immer jemand der zu einem Thema etwas sagen kann oder wenigstens Interesse zeigt. Das (!) finde ich hier besonders toll. beerchug heart beerchug



Habe jetzt mal angefangen sie abzustauben und die ganze Maschine in Nähmaschinenöl zu marinieren. Da sitzt an einigen Stellen noch ganz schön Schmodder auf dem Lack und Dekor. Dabei ist aufgefallen dass irgend jemand (er möge auf ewig in der Hölle schmoren! angry ) die Maschine wohl mit Wasser und Reiniger behandelt hat. An den weniger zugänglichen Stellen finden sich eingetrocknete Schaumreste boewu Das erklärt natürlich den rostig gesprenkelten Basislack. Eine weitere Erkenntnis ist, auch diese Dame hat einen Fadenschlag - am Handrad ist überall beiges Nähgarn verwickelt. Aber da ich den Bereich sowieso demontieren muss um die Zahnräder zu reinigen, ist das kein Problem.

So, anbei jetzt noch ein paar Fotos und Impressionen. Ich bitte den Staub und Dreck zu entschuldigen.
Da es hier ja anscheinend reges Interesse an der Restaurierung gibt, werde ich versuchen regelmäßig Fotos von meinen Fortschritten zu machen.

Re: Mein lauesSommerabenderestaurierungsobjekt

Verfasst: Freitag 9. Juni 2017, 12:43
von Twassbrake
So und noch ein paar .... angel


Diese Markierung fand sich auf der abnehmbaren Manschette. Mal schauen was sich noch dazu finden lässt.
IMG_20170609_094714Mark2.jpg

Re: Mein lauesSommerabenderestaurierungsobjekt

Verfasst: Freitag 9. Juni 2017, 19:16
von Regina
Schönnnnnn heart

Re: Mein lauesSommerabenderestaurierungsobjekt

Verfasst: Freitag 16. Juni 2017, 20:22
von Fischkopp
Im Katalog vom Nähmaschinenmuseum Mey ist die Maschine auf Seite 22 abgebildet.Die Maschine wird dort mit Household La Canadienne 1889/USA angegeben.Leider ist das Foto nur klein.Das Handrad ist etwas anders,die Decals sind gleich

Re: Mein lauesSommerabenderestaurierungsobjekt

Verfasst: Donnerstag 13. Juli 2017, 14:10
von Twassbrake
So ich hatte euch ja Fotos vom Reinigungsprozess versprochen.

Nachdem die Schrauben einige Zeit brauchten um sich zu lösen, sieht die Dame aktuell so aus.
IMG_20170713_122843 (2)Übersicht.jpg

Im Moment bin ich noch dabei die Maschine in ihre Einzelteile zu zerlegen und Stück für Stück zu säubern. Einige Schrauben sind leider sehr festgepappt und da ich außer mit Nähmaöl mit nichts anderem in die Nähe des Lacks und des Dekors kommen möchte, dauert es halt seine Zeit. Aber es wird was. Hier mal ein Foto davon, wie dreckig die Maschine wirklich ist.
IMG_20170704_111512DetailTransporteur.jpg
Hier mal einen Vorher/NachherVergleich ...
IMG_20170704_120415DetailSchiffchenbahnvorher.jpg
IMG_20170713_122724Nacher.jpg

Zum Reinigen der blanken Metallteile und Gußteile verwende ich den Backofenreiniger von Prowin und eine alte Zahnbürste. Nach dem reinigen brauchen die Teile aber eine ordentliche Trocknung und eine Massage mit gutem Nähmaöl. Das wirkt! Auf belackten Teilen geht das natürlich nicht!
IMG_20170704_120619Prowin.jpg
Um den Dreck vom Lack und Dekor zu bekommen hilft nur gutes altes Nähmaöl und viele alte Tshirts oder Wattepads. So langsam wird es auch etwas, das Dekor fängt an zu leuchten, leider zeigt sich jetzt auch wie schlecht es um die Basis steht. Ich hatte ja Spuren von eingetrocknetem Schaum gefunden und vermutet dass irgend jemand die Maschine in der Vergangenheit mal versucht hat zu reinigen. An der Bodenplatte und dem Dekorfuß sind vielfach Rostschöden bis hinunter ins Metall zu beklagen. Was ich da mache weiß ich noch nicht. Alleine das vorsichtige reinigen nur mit Nähmaöl hat den Lack/Rost dort schon abbröckeln lassen. Werde ich zu aggressiv ist auch das letzte Dekor hinüber, mache ich nichts frisst der Rost sich weiter. Schwierig ... ich muss mir mal Rostumwandler genauer anschauen.
IMG_20170713_122625DetailSchädenBodenplatte.jpg
IMG_20170713_122601Deckplatte.jpg
IMG_20170713_122858DetailDekor.jpg

Re: Mein lauesSommerabenderestaurierungsobjekt

Verfasst: Donnerstag 13. Juli 2017, 15:34
von Regina
... kommt mir irgendwie bekannt vor, je gründliche man den Dreck weg macht, ...