Irma hat geschrieben: ↑Sonntag 24. Oktober 2021, 17:09
Wirklich ein schönes Thema, danke dir, Detlef!
Das trifft bei mir gerade wirklich einen Nerv, denn manchmal ändern sich einfach die Umstände und man kommt ins Grübeln. Bei uns ist das gerade so.
Es gibt einfach Maschinen, die mich speziell reizen, weil ich über sie gelesen habe, weil mich die Form anspricht... etc. Manchmal hängt es auch davon ab, ob ich die Zeit habe, mich um den Kauf und ggf. eine Fahrt zum Verkäufer zu kümmern, ob ich den Preis noch vor mir rechtfertigen kann (inklusive Reparaturkosten, die man inzwischen ja ganz gut einschätzen lernt). Dadurch, dass ich oft lange warte (- manche Maschinen tauchen hier NIE auf und per Post mag ich nicht -) und auch mangels Erfahrung lange brauche, um eine Maschine ans Laufen zu bekommen, sind das für mich noch echte "Wegstücke", ein Teil eines Hobbys, ähnlich wie ein gestrickter Pullover (Vergleich hinkt, aber ihr versteht mich schon).
Sucht ist es deshalb, weil ich so unglaublich neugierig auf die Maschinen "live" bin,
jede unbekannte Maschine ist für mich der Inbegriff der unbekannten Optionen. Wie funktioniert sie? Was kann sie? Wie hört sie sich an? Gibt es "Spezialitäten"? Stimmt das Urteil von XY über sie für mich? usw. usw. Ich glaube, ich könnte kuriert werden, wenn ich alle Wunschmaschinen ausprobieren dürfte, dann wüsste ich für mich, wie sie so sind (Stärken und Schwächen auf meiner persönlichen Skala). So ähnlich sortiere ich zumindest aus ("bessere" verdrängt "schlechtere").
Meine innere Suchtvermeidung ist:
- Familienfrieden sichern (Wohnraum ist gemeinsamer Raum, speziellen Raum für mich kann ich nur dann beanspruchen, wenn alle damit leben können, auch Stauraum ist gemeinsamer Raum, weil andere dann nicht "verstauen" können, was ihnen lieb ist),
- Familienlimit einhalten (meine Nicht-Sammler setzen das (private) Limit, es war mal bei 7, ich bin mit 4 Maschinen drüber, was ich ehrlich beichte, jede mehr erzeugt also ein riesiges schlechtes Gewissen),
- Ich habe versucht zu verkaufen, das nervt mich aber; es ist gar nicht der finanzielle Verlust, den man meist hätte, es ist der Wert, den sie für mich haben (ideell gesehen). Und ich hasse deshalb diese formvollendeten Anfragen, in denen mir 10 Euro geboten werden, als seien sie "Schrott"; also verschenken, das mache ich relativ tapfer, etwa 2-3 Maschinen pro Jahr, so dass etwas "Fluktuation" ist.
Ich denke aber schon länger darüber nach, mich noch mehr zu trennen, weil ich die Maschinen zu wenig bewege, was wiederum schade ist.
Im Grunde ist es eine Abwägung: Freude/emotionale Bindung oder "Ballast" - das hat sich von Maschine zu Maschine auch verschoben, denn Menge belastet schon, egal, was man so hortet. Museumsfritze hat es für mich zutreffend formuliert: Tut es weh, wenn eine geht oder befreit es mich?
Viele Grüße
Irma