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Re: Haid und Neu Gloriosa B

Verfasst: Mittwoch 11. Mai 2016, 10:04
von Manohara
Da hätt' ich mal eine Frage, diese Handkurbeln betreffend, die mich schon lange beschäftigt:

Da bleibt doch "immer" nur eine Hand übrig, mit der der Stoff geführt werden kann?
Wie kann man denn so nähen huh

Ich halte das für eine Fehl-Entwicklung und lehne es ab.
wink

Re: Haid und Neu Gloriosa B

Verfasst: Mittwoch 11. Mai 2016, 10:34
von Fischkopp
Damals gab es in den Familien noch viele Kinder.Die mussten kurbeln,wenn eins erschöpft war musste das nächste ran

Re: Haid und Neu Gloriosa B

Verfasst: Mittwoch 11. Mai 2016, 10:48
von Manohara
ja, "zu zweit" ist die einzig habwegs brauchbare Handhabung rolleyes

das fördert die direkte Kommunikation smile

Re: Haid und Neu Gloriosa B

Verfasst: Mittwoch 11. Mai 2016, 12:10
von Lanora
Ich muss allerdings sagen : es geht.....auch allein.....man muss halt nur eine gute Hand-Augen-Koordination haben ....
Es geht halt nur seeeehr langsam voran und eben nur einfache Nähte....nix mit besondern Sonderfüßchen oder so

Re: Haid und Neu Gloriosa B

Verfasst: Donnerstag 19. Mai 2016, 13:39
von HAD
Da ich als Nähanfänger besonders gerne ganz laaaaangsaaaam nähe, liebe ich die Handkurbelmaschinen.
Die Handkurbel war der erste Antrieb von Nähmaschinen überhaupt, auch Kindernähmaschinen haben ihn lange gehabt. So kompliziert konnte das Nähen damit also nicht sein. Nur eben langsam, was aber im Hobby keine wirkliche Rolle spielt. Da sind Zuschneiden, Abstecken und Bügeln der Hauptzeitaufwand. Ein halbe Stunde Vorbereitung für 20 sec. Nähen sind da keine Seltenheit. Das Treten bei der Antriebsart, die die Handkurbel abgelöst hatte, ist auch nicht unbedingt einfacher, muss man doch die Beinbewegung zusätzlich koordinieren.

Zwei Hände am Stoff sind ohnehin gefährlich, weil immer die Gefahr besteht, den Stoff in irgendeine Richtung zu zerren. Die Naht wird dadurch eher unruhig als gerade. Das Führen mit der linken Hand links neben dem Nähfuss ohne Zug oder Schub genügt! Viel meinen, den Stoff vorne "einschieben" zu müssen, den holt sich der Transporteur aber ganz von alleine. Natürlich setzt das voraus, dass der Stoff im Nahtbereich glatt und unbehindert nachrückend daliegt und die Naht möglichst vorher abgesteckt ist. Die vielen Kratzspuren an den Armen meiner alten Maschinen zeigen, dass dort mal Stoffwickel als Aufnahme für die vielen Stecknadeln nach schrittweiser Entnahme angebracht waren. Die rechte Hand hält allenfalls den Stoff hin und wieder etwas glatt und rückt ihn bei Kurven schrittweise zurecht. Das kann man gut in kurzen Nähpausen, bei denen man eben nicht kurbelt. Ein Kurvennaht sauber bei durchgehend hohem Nähtempo mit Elektroantrieb hinzukriegen, fällt mir noch sehr schwer. Hut ab vor den Billiglohn-Näherinnen in Bangladesh.

Profis halten den Stoff mit der rechten Hand auch ohne Nadeln zusammen, aber das ist etwas anderes.

Allenfalls bei Stretchstoffen ist das Führen vorn und hinten unbedingt notwendig, um sie gegen ihre Kräuselneigung glatt zu halten - aber keinesfalls über den Transporteurvorschub hinaus zu dehnen. Dann kräuselt sich aus eigener Anfängererfahrung die Naht völlig unkontrollierbar. Handkurbel-Gradstichmaschinen sind aber für solche Stoffe völlig ungeeignet. Aber Biesenaufnähen, Rollsäume und Kappnähte bekommt man damit auch hin, eben langsam. Auch eine schöne "französische Naht".

Natürlich sind industrielle Schnellnäher da was ganz anderes hinsichtlich Nahtgüte - aber wer da versucht, mit beiden Händen den Stoff kurz vor der Nadel zu führen, muss aufpassen, dass er nicht durch die rechten Finger näht excla . Man kann das professionelle "Führen" gut bei Videos von Walter Lunzer unter Youtube sehen.

Grüße Harald

Re: Haid und Neu Gloriosa B

Verfasst: Donnerstag 19. Mai 2016, 14:03
von Lanora
Sehr interessante Viedeos , danke für den Hinweis.

https://www.youtube.com/c/walterlunzer