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Re: Unbekannte Fiddle base Nähmaschine

Verfasst: Dienstag 24. Februar 2026, 03:19
von Asher
biggrin ob Singer das wohl heut noch macht? biggrin

Re: Unbekannte Fiddle base Nähmaschine

Verfasst: Dienstag 24. Februar 2026, 21:49
von Noffie
Makatea hat geschrieben: Montag 23. Februar 2026, 21:14
nicole.boening hat geschrieben: Sonntag 22. Februar 2026, 22:57 Oh mein Gott, Olaf was für wundervolle Decals!
Nicht gesagt, damals war gerade der Übergang von handgemalter Gold-Deko zu Wassertransfer‑Abziehbildern ;-)
die "Wassertransfer‑Abziehbilder" sind sehr alt. Bekannte Verfahren dazu gehen auf die Zeit von 1770 zurück - das liegt vor der Pionierzeit der Nähmaschinen.

Re: Unbekannte Fiddle base Nähmaschine

Verfasst: Freitag 27. Februar 2026, 19:48
von Asumata
Wirklich?
Ich dachte die Decalcomanie wurde um 1807 in Paris erfunden und auch patentiert huh

Re: Unbekannte Fiddle base Nähmaschine

Verfasst: Freitag 27. Februar 2026, 20:50
von Asher
1807 vielleicht erst patentiert...
Da gab es so vieles, grad bei Nähmaschinen, was spätere andere patentiert hatten.

Und: Patentamte gab es noch nicht so lange (Deutschland 1877, Österreich 1899)

Re: Unbekannte Fiddle base Nähmaschine

Verfasst: Samstag 28. Februar 2026, 00:45
von Olaf_Larsen
Asher, eine kleine Frage:
Nach dem Wiener Kongress 1815 wurden die deutschen Staaten in einem sehr losen Staatenbund (Deutscher Bund) vereint, der zu seiner Blütezeit 39 Mitglieder hatte, mit Österreich an der Spitze und einem gemeinsamen Bundestag in Frankfurt am Main. Zwischen 1812 und 1842 gelang es Preußen, alle deutschen Staaten außer Österreich im Deutschen Zollverein zu vereinen.
Hatte keines der kleinen Staaten eine Patentverwaltung?

Re: Unbekannte Fiddle base Nähmaschine

Verfasst: Samstag 28. Februar 2026, 20:41
von Asher
puh...da bin ich überfragt.

Bis 1806 war ja alles "heiliges römisches Reich deutscher Nation".
Inwieweit die Fürsten schon davor vielleicht sogar eigene Patentsachen hatten...oder bis 1815...

Ich glaube, ein Blick auf Josef Madersperger hilft da etwas: er hatte 1815 ein "Privileg", was einem Patent gleichkommt

Re: Unbekannte Fiddle base Nähmaschine

Verfasst: Sonntag 1. März 2026, 01:53
von Asumata
Ich fand da manch interessantes rund um das Thema.

1826 Röthmuller, ein Österreicher, erhielt das erste Patent (wohl eher ein Privileg damals noch) auf die Herstellung lithografischer Abziehbilder für Oberflächen wie Holz u. Zinn.

Anwendung an Nähmaschinen um 1850. Lithografische Abziehbilder kamen ab ca.1850 in England, Frankreich u. Deutschland auf um Eisenwaren, einschließlich Nähmaschinen mit Verzierungen zu gestalten.
Singer und die Umstellung (1880er Jahre): Vor den 1880ern wurden Nähmaschinen (auch bei Singer) hauptsächlich in Handarbeit mit Goldlack verziert. Erst ab den 1880n stellte Singer auf gedruckte Wasserschiebebilder um, welche Massenproduktion von reich verzierten Nähmaschinen ermöglicht hat.

1790 hatte der Engländer Thomas Saint ein Patent auf eine Nähmaschine zur Verarbeitung von Leder und Segeltuch erhalten.
Ziviles Patenamt gab es bereits ab 1794. Als laizistische Alternative wurde während der Französischen Revolution (1794) das 'zivile Patenamt' (baptême civil / parrainage républicain) eingeführt. Dieses wurde in den 1930er Jahren von sozialistischen Bürgermeistern wiederbelebt- heute rein symbolischer Charakter ohne rechtliche Verpflichtungen.

Am 10. Februar 1815 erhielt Madersperger in Wien ein österr. kaiserliches Patent (ein sogenanntes Privilegium) für seine Nähmaschine, die sich jedoch nicht vermarkten ließ. Er starb verarmt, wurde bestattet am St. Marxer Friedhof in Wien.

Ab 1850 in Deutschland: Einzelstaatliche Privilegien (kein zentrales Amt).
Ab 1850 in Österreich: k.k. Ministerium für Handel, Gewerbe und öffentliche Bauten.Ab 1877 Deutschland: Kaiserliches Patentamt (Berlin).
Ab 1899 in Österreich: Österreichisches Patentamt in Wien

LG wink
Andrea

Re: Unbekannte Fiddle base Nähmaschine

Verfasst: Sonntag 1. März 2026, 12:08
von Asher
mx danke, sehr gut recherchiert (oder sehr gute Quelle) biggrin

Re: Unbekannte Fiddle base Nähmaschine

Verfasst: Sonntag 1. März 2026, 13:52
von Noffie
Asumata hat geschrieben: Sonntag 1. März 2026, 01:53 Anwendung an Nähmaschinen um 1850. Lithografische Abziehbilder kamen ab ca.1850 in England, Frankreich u. Deutschland auf um Eisenwaren, einschließlich Nähmaschinen mit Verzierungen zu gestalten.
Singer und die Umstellung (1880er Jahre): Vor den 1880ern wurden Nähmaschinen (auch bei Singer) hauptsächlich in Handarbeit mit Goldlack verziert. Erst ab den 1880n stellte Singer auf gedruckte Wasserschiebebilder um, welche Massenproduktion von reich verzierten Nähmaschinen ermöglicht hat.
Guten Tag Andrea,
ich bin mir ziemlich sicher, dass die Singer Manufacturing Cooperation bereits früher auf Abziehbildchen umstellt hatte. Um 1880 hatte Singer bereits die größte Nähmaschinenproduktion der Welt und 3,96 Millionen Nähmaschinen gebaut.
Es sind genügend von Ihnen erhalten - die goldenen Verzierungen sind bei genügend Maschinen so gut zu sehen, dass man sie vergleichen kann. Für eine Handbemalung sind sie zu gleichmäßig (Schichtdicke) und die Formen zu deckungsgleich. Da die wasserverschiebbaren Bilder in Amerika zu der Zeit längst "Stand der Technik" waren, halte ich die These - Singer habe erst 1880 auf Klebebilder umgestellt für ziemlich verwegen.

Welche Quelle behauptet. dass Singer erst 1880 auf wasserverschiebbare Klebebilder bei den Nähmaschinen umgestellt habe?

Re: Unbekannte Fiddle base Nähmaschine

Verfasst: Sonntag 1. März 2026, 14:10
von Asumata
Hallo Noffie!
Oben habe ich um 1850 angegeben nun fett gedruckt, was sich aber doch auf europäische Länder sowie England etwa ab 1860er Jahre, wie ich nun gerade herausfand, bezogen- kann aber nochmals recherchieren, vielleicht liege ich falsch. wink
Unter Singer fand ich vor 1880 keine eindeutigen Hinweise, daher also doch eher handbemalt. Ich kann aber auch nicht ausschließen, dass bereits kurz davor Lithografische Wasserschieber zum Einsatz kamen, dann aber erst eher 1870er Jahre.
Die Kunstmaler konnten ganz sicher hauchdünn und gleichmäßigst von Hand bemalen. Sparen war immer wichtig, allein schon, um immer Profit machen zu können, worin Singer top war. Und dass alles ident aussehen musste, versteht sich auch bei Handarbeit und darin waren sie früher wikliche Meister. Handmalerei auf Pozellan ist ja auch ein zartes Kunsthandwerk- siehe frühes Meissner oder Herend, späteres Woodbridge, Swansee Pozellan usw. z.B.

LG
Andrea