nicole.boening hat geschrieben:wir betonen das Wort "KONNTE"!!!!!
Meine Großeltern sahen mit Ende 30 älter aus als kurz vor ihrem Tod mit über 80 ... komische Styles damals ...
man reifte damals - wobei damals sich so lang her anhört, das sind keine 60 Jahre her - man demonstrierte Reife - die Frau war noch kein Sex-Objekt - sondern nach den ersten Kindern (das erste zumeist als Sieben-Monatskind dennoch keine Frühgeburt) geschlechtslos -
Nachzügler, wenn die "ersten" schon 15 und älter waren, waren ein Grund, sich zu schämen. Es gab nicht diesen Jugendwahn, Psychologen waren nur für wahrhaft bekloppte notwendig (und was man dafür erklärte) -
Respekt vor dem Anderen gab es im allgemeinen Gleichklang zumindest einer, oft zweier schrecklicher Kriege - Bescheidenheit im kleinen Glück -
ja, seit wenigen Jahren war gegen Ende der 50er -nach der automobilen Grund-Versorgung auch die Urlaubsreise in den sonnigen Süden, Großglockner- Brenner - Gardasee - Rimini zwar noch lange nicht Standard aber verbreitet. Urlaub in Österreich in Zimmern von "Privatpensionen" mit Waschgelegenheit (große Kanne Wasser und Waschschüssel) samt Gemeinschaftsklo für mehrere Urlauberfamilien gängig (auch an Nord- und Ostsee).
Wir hatten schon 1959 unseren SW-Fernseher (meine verwitwete Patentante schon seit 57 -bei Urlaubsreisen in den Norden durfte ich dann 5 Minuten sehen) und ab 61 ein eigenes Telefon!
So wie heute 40, oder gar 50, 60 oder 70 jährige rumlaufen, wäre damals absolut unmöglich gewesen! Das sind doch keine Backfische mehr! - Schau Dir die ersten Beatles-Auftritte an - solider Anzug, Hemd und Krawatte! Und nicht so schlampig wie heute! Nur die Haare - das ging gar nicht!
Und irgendwann in den60ern begann es dann - egal, ob durch "Beförderungen" oder aber auch die ersten kinderlosen Ehepaare, die damals traurige Ausnahme waren, weil die Begegnung Mann und Frau immer fruchtbar verlief (weshalb Beate Uhse mit Ihrem schlichten Faltblatt zur Verhütung nach Knaus Ogino einen absoluten Bestseller der Zeit landete) - weil man damals eben keine Kinder dennoch Spaß haben wollte - irgendwann gab es welche, die doppelte Einkommen hatten - und dieses "Mehr" nicht mehr für sich behielten, sondern zeigten ( nach US-Vorbild) dann war es mit dem Gleichklang der Gesellschaft vorbei.
Eine Pseudo.Konjunktur boomte bis Anfang der 70er - dann kamen die ersten Firmen, die bis dahin mit Investitionen in Datenverarbeitung (riesige Rechenzentren mit der Kapazität, die nicht mal der Deiner Armbanduhr entspricht) etc. in Finanzprobleme -besser gesagt Liquiditätprobleme. Aber die strengen Bewertungs-, Steuer-gesetze und Bankregeln hinsichtlich realer Sicherheiten verhinderten weitere Kredite. Diese Firmen wurden dann von US-Investoren aufgekauft - Investoren, deren Bonität nach hiesigen Maßstäben keine 2% der der aufgekauften Firma hatte - aber sie hatten das Geld (woher auch immer - egal wie lang) gerade in der Hand - und die Firmen hatten zumeist den Kaufpreis sogar noch im eigenen Kassenbestand - nach hiesigem Verständnis bilanziert, nicht zur Verfügung. Nach Investorenverständnis das Geld zur Investition. Die meisten Firmen haben so ihren Verkaufspreis gleich in bar mitgeliefert. Erst viel viel später in den 90ern kamen die Asset-Stripper - soweit brauchte man in den 70er/80ern nicht gehen.
So gibt es auch aus den 50/60ern im Nähmaschinensektor (Haid&Neu etc.) etliche Beispiele - bei denen allerdings auch die Umsatzzahlen die Situationen verschärften - zudem stille Reserven nicht genutzt werden konnten.