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Re: Motorschmierung einer Singer 221K1 Featherweight
Verfasst: Montag 22. Dezember 2025, 06:01
von TOM_MUE
Achim (js_hsm) hat geschrieben: ↑Montag 22. Dezember 2025, 00:56
Wenn die silberne Hülse nur eingepresst ist (??) könnte man sie ggf. mit einem Würger rausdrehen oder kleinem Flughammer rausziehen.
Weiß da jemand mehr ?...weil Feder und Filzdocht auf dem gezeigten Weg wieder einzubauen ... ohne Worten
Gruß, Achim
… du willst einen Sperlingsvogel (Würger) zum Ausdrehen der Hülse nehmen?
Ich denke mal das die größte Herausforderung darin liegen wird, dass die Hülse aus Aluminium ist. Da wird die Verformung beim austreiben unvermeidbar sein. Zumal die Hülse nach oben konisch ist. Zweite Challenge ist dann das Gehäuse aus Bakelit. Nicht alle Motoren der Featherweight haben ein Alugehäuse. Und das Bakelit springt sehr gerne, sehr schnell. Aber ich lass mich gerne eines Besseren belehren.

Re: Motorschmierung einer Singer 221K1 Featherweight
Verfasst: Montag 22. Dezember 2025, 10:51
von willi_the_poo
Hier zeigen schlanke Frauenhände, wie man die Feder und neue vorgefettete Filzdochte wieder einsetzt:
https://youtu.be/hjx9SC3A0d0?si=6S0c52R4AWd3Q1f2&t=403
Hier wird gezeigt, wie man die Dochte vorbereitet:
https://youtu.be/dYiA38AWF3Y?si=B2sp7NL5rdkw08E4
Manche Schrauber verbinden vor dem Einbau Docht und Feder miteinander und stellen sich damit besonderen Herausforderungen:
https://youtu.be/Ub6UuqEhmD0?si=vAEp_udouIuP4kUy
Re: Motorschmierung einer Singer 221K1 Featherweight
Verfasst: Montag 22. Dezember 2025, 15:12
von TröpfchenÖl
Bevor ich an solchen empfindichen Teilen herumprokeln würde, würde ich erstmal gucken ob durch den alten Docht noch was durchgeht. Erstmal Waschbenzin, vielleicht ein bisschen anwärmen das Ganze. Wenn das gut durchgeht, dann geht auch Öl durch.
Re: Motorschmierung einer Singer 221K1 Featherweight
Verfasst: Montag 22. Dezember 2025, 15:34
von TOM_MUE
TröpfchenÖl hat geschrieben: ↑Montag 22. Dezember 2025, 15:12
Bevor ich an solchen empfindichen Teilen herumprokeln würde, würde ich erstmal gucken ob durch den alten Docht noch was durchgeht. Erstmal Waschbenzin, vielleicht ein bisschen anwärmen das Ganze. Wenn das gut durchgeht, dann geht auch Öl durch.
Nach 75 Jahren oder mehr - was soll da von einem Wollfilz in einer Fett-Öl-Irgendwas-Pampe an sauber funktionierender Schmierung übrig bleiben?
IMG_2474.jpeg
Da läuft mit Sicherheit was durch die Hülse - aber wie soll das noch der Motorwelle helfen?
Re: Motorschmierung einer Singer 221K1 Featherweight
Verfasst: Dienstag 23. Dezember 2025, 16:08
von TröpfchenÖl
So ein Docht (ist der wirklich aus Wolle oder eher Baumwolle?) wird von üblichen Ölen nicht zersetzt. Häufig kommen Probleme einfach daher, dass Fett statt Öl reingedrückt wird. Bei Werzeugmaschinen gibt es diese ochtschmierungen auch oft, da spricht man von einem "Fettopfer" wenn die Ölnippel mit Fett versorgt und die Schmierdochte dadurch unduchlässig wurden. Bei Werkzeugmaschinen hat die Verlustschmierung ja auch die Aufgabe, Abrieb und Dreck wegzuspülen.
Anders als bei den Führungen einer Werkzeugmaschine könnte man bei so einem kleinen Motor schnell den Anker ausbauen und dann gucken ob man was-auch-immer-da-drin-ist mit Waschbenzin gelöst und ausgespült bekommt. Der Ölbedarf der Gleitlager ist ja gering, es reicht, wenn das Öl ganz langsam durchsickert. Die Dochtgeschichte soll ja nur die Wartungsintervalle etwas verlängern.
Re: Motorschmierung einer Singer 221K1 Featherweight
Verfasst: Dienstag 23. Dezember 2025, 16:34
von willi_the_poo
Ich meine, in englischsprachigen Videos den Begriff "felt" gehört zu haben, also Filz. Im ursprünglichen Sinne handelt es sich dabei ja um Tierhaar. Ob das hierbei auch gemeint ist? Früher hat man ja mehr organisches Material verwendet als heute...

Re: Motorschmierung einer Singer 221K1 Featherweight
Verfasst: Dienstag 23. Dezember 2025, 16:42
von TOM_MUE
TröpfchenÖl hat geschrieben: ↑Dienstag 23. Dezember 2025, 16:08
So ein Docht (ist der wirklich aus Wolle oder eher Baumwolle?) wird von üblichen Ölen nicht zersetzt. Häufig kommen Probleme einfach daher, dass Fett statt Öl reingedrückt wird. Bei Werzeugmaschinen gibt es diese ochtschmierungen auch oft, da spricht man von einem "Fettopfer" wenn die Ölnippel mit Fett versorgt und die Schmierdochte dadurch unduchlässig wurden. Bei Werkzeugmaschinen hat die Verlustschmierung ja auch die Aufgabe, Abrieb und Dreck wegzuspülen.
Anders als bei den Führungen einer Werkzeugmaschine könnte man bei so einem kleinen Motor schnell den Anker ausbauen und dann gucken ob man was-auch-immer-da-drin-ist mit Waschbenzin gelöst und ausgespült bekommt. Der Ölbedarf der Gleitlager ist ja gering, es reicht, wenn das Öl ganz langsam durchsickert. Die Dochtgeschichte soll ja nur die Wartungsintervalle etwas verlängern.
… verstehe den Sinn nicht! Klingt wie „bin zu faul den Wollfilz auszubauen und spüle lieber Stunden mit Waschbenzin. Dann drücke ich die Daumen das es klappt.“
Ist nicht bös gemeint, klingt nur sehr umständlich. Die Nebelkerzen drum rum mit den Werkzeugmaschinen erschließen sich nicht für mich. Wir reden hier von einem der simpelsten Universalmotoren für eine kleine Featherweight
VG und frohes Fest,
TOM_MUE
Re: Motorschmierung einer Singer 221K1 Featherweight
Verfasst: Dienstag 23. Dezember 2025, 16:45
von TOM_MUE
willi_the_poo hat geschrieben: ↑Dienstag 23. Dezember 2025, 16:34
Ich meine, in englischsprachigen Videos den Begriff "felt" gehört zu haben, also Filz. Im ursprünglichen Sinne handelt es sich dabei ja um Tierhaar. Ob das hierbei auch gemeint ist? Früher hat man ja mehr organisches Material verwendet als heute...
… ja, das ist Wollfilz. Tierische, verfilzte Haare bringen verschiedene Vorteile mit. Das war schon ganz schlau gedacht und hält auch lange.
Ist heute in Deutschland für diesen Motor nicht mehr fix und fertig zu bekommen. Da ist Handarbeit gefragt. Geht aber.
VG, TOM_MUE