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Re: Moriz Jacobi Langschiffmaschine
Verfasst: Dienstag 26. April 2016, 12:20
von Lanora
Das sollte doch so ähnlich funktionieren wie die Bildchen für die Ostereier

die muß man auch vorher in Wasser legen damit sie sich vom Trägerpapier lösen und dann schiebt man sie aufs Ei .....in unserem Fall dann auf die Nähmaschine

Re: Moriz Jacobi Langschiffmaschine
Verfasst: Dienstag 26. April 2016, 12:26
von dieter kohl
Lanora hat geschrieben:Das sollte doch so ähnlich funktionieren wie die Bildchen für die Ostereier

die muß man auch vorher in Wasser legen damit sie sich vom Trägerpapier lösen und dann schiebt man sie aufs Ei .....in unserem Fall dann auf die Nähmaschine

genauso isses
Re: Moriz Jacobi Langschiffmaschine
Verfasst: Mittwoch 27. April 2016, 20:34
von HAD
Hallo Helmut,
das ganze ist einer der interessantesten Beiträge, die ich über die Restaurierung alter Nähmaschinen je gelesen habe. Vor allem beeindruckt mich, wie du einen Kompromiss zwischen Authenzität eines historischen Objekts und optischer Aufwertung gefunden hast. Beiträge in amerikanischen Foren, bei denen Maschinen entlackt, neulackiert und mit neuen Decals versehen wurden, habe ich schon einige gelesen, die mich aber eigentlich etwas abstoßen. Eine alte Maschine muss ja nicht neu aussehen. Das wirkt unglaubwürdig - fast so wie der blaue Elefant neulich.
Bei meiner unbekannten Dürkopp stoße ich gerade an Grenzen. Genaue Beobachtungen haben ergeben, dass das Timing zwischen Schiffchen und Nadel nicht mehr ganz stimmt. Sie näht zwar trotzdem, aber nicht ideal. Vermutlich liegt es aber am nicht passenden Schiffchen, ich habe ja das Zylinderschiff von der Singer 48K benutzt. Die Spitze kommt m. E. zu hoch über dem Nadelöhr vorbei, eigentlich müsste die Spitze ja im Bereich der Hohlkehle vorbeigleiten und die Schlinge aufzunehmen. Vermutlich war die Spitze des Originalschiffchens länger und traf früher, also tiefer auf die Nadel. Das in der Maschine liegende Schiffchen hatte noch viel mehr Spiel als bei deinem Exemplar, da kam gar keine Stichbildung zu stande. Ich habe mir bei dem falschen Singer-Schiffchen damit geholfen, dass ich die Nadel 2mm höher einsetze, als es nach "Nadelmarke bei Öhr auf Stichplattenhöhe" korrekt wäre, dann wird die Stichbildung besser. Das Timing will ich nicht verändern, ausserdem sitzt die Exenter-Schwungscheibe unverrückbar auf der Königswelle festgebacken, auch wenn die beiden Schrauben gelöst sind. Auch nach 2 Wochen "Einweichen" mit WD40.
Nochmal danke für den Beitrag!
Harald
Re: Moriz Jacobi Langschiffmaschine
Verfasst: Donnerstag 28. April 2016, 07:47
von Hosenkürzer
Hallo Harald,
danke für Dein Interesse und Dein Lob.
Bezüglich Neulackierung und Replica - decals bin ich ganz Deiner Ansicht.
Das Timing an Deiner Dürkopp könntest Du ja auch an einem der Kegelräder verstellen, wenn sich die lösen lassen. Ich habe noch eine Clemens Müller "Fiddlebase" hier in der Warteschlange, bei der ist die Kurbelscheibe entweder verstiftet oder die Schrauben sind abgebrochen - die werde ich natürlich auch drauflassen, was die Reinigung erschweren wird. Derzeit arbeite ich aber an dem Tisch meiner 48K.
Als Nachtrag:
Die Adler104 ´schen Industriemaschinen, die er in bewundernswerter Arbeit in neuwertigen Zustand versetzt, möchte ich ausdrücklich mit meiner obigen Bemerkung NICHT gemeint haben.
Die sind eine Klasse für sich.
lG Helmut
Re: Moriz Jacobi Langschiffmaschine
Verfasst: Sonntag 1. Mai 2016, 23:10
von HAD
Hallo Helmut,
ich hatte schon versucht, die Exenterscheibe zu lösen, die Schrauben liessen sich lösen, aber die Scheibe ist auf der Welle vollkommen festgerostet. Genauso ging es mir beim Zahnrad auf der Königswelle und auf der Armwelle. Durch die lange Zeit dürften sich die Stahlteile regelrecht "zusammenkorrdiert" haben, da dringt auch nach Wochen kein WD40 mehr ein. ICh will auch keine Gewalt anwenden.
Ich bin mir ja auch nicht sicher, ob es nicht am eigentlich falschen Singer-Schiffchen liegt. Bootsschiffchen habe meist eine viel längere Spitze als Zylinderschiffchen. Käfig und Schiffchen müssen ja zusammenpassen. Ein passendes zu finden dürfte sehr schwer oder teuer werden. In England gibt es eine Quelle, Helen Howe, die Preise sind aber echt British. Da ist die leichte "Nadelverschiebung" die preiswerteste und einfachste Sache.
Grüße
Harald
Re: Moriz Jacobi Langschiffmaschine
Verfasst: Montag 2. Mai 2016, 07:59
von Fischkopp
Moin,
für festgegammelte Teile kann ich Loctite empfehlen. Röstlöser ,Kriechöl und Eisspray in einem.
http://www.ebay.de/itm/Loctite-8040-Sch ... Swud1XAthA
Grüße Wolfgang
Re: Moriz Jacobi Langschiffmaschine
Verfasst: Montag 2. Mai 2016, 23:03
von HAD
Danke Wolfgang,
ich habe mir gerade noch eine total vergammelte 2. Haid und Neu Typ B gekauft, die aber eine offensichtlich intakte Handkurbel hat. Die will ich an meine Pfaff B schrauben, ich habe die Maße anhand meiner vorhandenen, funktionstüchtigen Haid und Neu B mit Handkurbel geprüft. Sogar die Gewinde passen, was für 1902 an en Wunder grenzt. Ohne guten Rostlöser wird da nichts abzumontieren sein.
Nebenbei bemerkt, nach einem Arztbesuch in unserer City habe ich einen Abstecher ins hiesige, uralte "Nähzentrum" gemacht. Ich hab mal vorsichtig gefragt, ob sie noch 339er Nadeln haben. Trotz Chaos wegen Umbauarbeiten ist eine freundliche Mitarbeiterin ins zur Zeit ausgelagerte Lager in einem Nachbarhaus gegangen und hat mir zwei 10er Päckchen, 80er und 100er, mitgebracht. Für beide habe ich keine 8€ gezahlt, wegen "Umbaurabatt". Sie sagte mir aber, dass man diese Nadeln nicht mehr nachbestellen kann. Tatsächlich sind die aus dem aktuellen Schmetz-Katalog verschwunden. Also gilt es überall wenn möglich zuzuschlagen.
Gruß
Harald
Re: Moriz Jacobi Langschiffmaschine
Verfasst: Montag 2. Mai 2016, 23:12
von Fischkopp
Re: Moriz Jacobi Langschiffmaschine
Verfasst: Dienstag 3. Mai 2016, 22:44
von Klaus aus A
Hallo Helmut,
verspätet möchte ich mich der Begeisterung über deinen Bericht anschließen. Sehr gefallen hat mir das Lob von HAD, daß Du einen sehr plausiblen Kompromiss bei der Aufarbeitung des Lackes gefunden hast, der wahrscheinlich für viele von uns zum Maßstab werden könnte. Du hast ja schon mal vor einiger Zeit auf drängen etwas davon raus gelassen und ich konnte eine völlig runtergekommene Maschine wieder zu einem ordentlichen Aussehen verhelfen ohne sie dabei übertrieben zu schminken.
Das war ein Bericht wie ich ihn liebe!! Wer ist eigentlich jetzt dran? HAD - Du hast doch gerade das richtige Gerät an Land gezogen!
Morgen ist Flohmarkt. Diesmal will ich die verrottetste Maschine, die zu bekommen ist! Eine wo man die Armwelle ausbauen muß. Oder den Arm von der Grundplatte.
Weitermachen! Bitte!
Grüße
Klaus
Re: Moriz Jacobi Langschiffmaschine
Verfasst: Dienstag 3. Mai 2016, 23:01
von Lanora
Klaus aus A hat geschrieben:......Eine wo man die Armwelle ausbauen muß. ......
Dafür brauchst du dir keine kaufen ....kannst ja bei meiner Adler ausprobieren
