Aufgrund der alliierten Besatzung war Österreich und Deutschland in Besatzungszonen aufgeteilt. Das war eine Grenze wo man einen Reisepass und Zollpapiere brauchte etc. Bielefeld war englische Besatzungzone ... Kaiserslautern Französische. Um in Österreich in eine andere Besatzungszone zu reisen brauchte man einen Erlaubnissschein, ein Visum und einen Reisepass. Vermutlich wird es in Deutschland ähnlich gewesen sein. Waren in eine andere Besatzungszone zu bringen war auch nicht einfach.
Ich hatte einen älteren Arbeitskollegen der nach dem zweiten Weltkrieg bei Singer-Industrie gelernt hat. Zu der Zeit gab es in Österreich eine Firma Singer-Industrie und eine Firma Singer Haushalt. Die beiden hatten nichts miteinander zu tun.
Nachdem es eine zeitlang unmöglich war Ersatzteile von Singer Deutschland/USA/oder anderswo zu Singer nach Österreich zu exportieren, blieb der Firma Singer-Industrie-Österreich nichts anderes übrig als benötigte Ersatzteile selbst herzustellen. Mein Kollege hatte das Vergnügen in seiner Lehrzeit und war im herstellen von Nähmaschineteilen ein wahrer Künstler. Wenn ich dem sagte ich brauche einen Greifer, hat mir der in einer Stunde aus einem rostigen Nagel einen perfekten Kettenstichgreifer angefertigt ... mit schmieden, aufkohlen, härten, anlassen, schleifen, polieren etc.. Ich habe nie einen anderen Menschen kennengelernt der nur mit Handwerkzeugen so schnell und präzise arbeiten kann und zugleich über ein so umfangreiches Fachwissen über Nähmaschinenteile verfügt.
Nach der Besatzungszeit wurde aus Singer-Haushalt eine "normale Generalvertretung". Singer Industrie gab es noch bis anfang der 1980er Jahre. Mittlerweile sind beide Firmen nicht mehr existent.
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Österreich ist erst in den 1990er Jahren der EU beigetreten, bis dahin war auch der Warenverkehr mit Deutschland relativ kompliziert. Meiner Meinung nach hat sich aber auch nicht viel verbessert. Da alles in Euro abgewicklet wird fallen die Wechselkurse etc. weg. Trotzdem muss man eine Menge Formulare ausfüllen und es haben sich eine Menge mir "seltsam" erscheinender Entwicklungen ergeben. Jedenfalls ist der freie Warenverkehr auch innerhalb der EU mittlerweile wieder stark eingeschränkt.
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Das alles hat aber nichts mit Adler, Dürkopp und Pfaff im vorigen Jahrhundert zu tun. Es war bei Industrienähmaschinen seit dem 19. Jahrhundert üblich das nur die Nähmaschinenköpfe in Kisten/Schachteln verkauft werden. Wenn meine Firma (angeblich laut Pfaff die älteste Pfaff Generalvertretung) eine Pfaff verkauft hat wurde von Pfaff eine Schachtel mit dem Maschinenkopf geliefert (so sie nocht schon bei uns lagernd war). Dann kam die Tischplatte von einem lokalen Tischler und wurde von unserem eigenen Tischler ausgefräst dass der Kopf hineinpasst. Das Gestell kam von einer lokalen Schlosserei. Die Motore kamen von Geogii Kobold oder Efka aus Deutschland. Lade, Garnständer, Spuler, etc. wurden im Nähmaschinenteilegrosshandel bezogen.
Das war bei allen Marken und in den meisten europäischen Ländern so, weil der Transport einer kompletten Nähmaschine viel zu teuer gewesen wäre.
Wie das in Deutschland selbst war weiss ich nicht, aber ich weiss das ALLE Firmen (Adler, Pfaff, Dürkopp ......) Gestelle, Tischplatten, Garnständer, Zubehör etc. bei anderen Zulieferern kaufen. Oft auch Greifer und andere Teile.
Einer dieser Zulieferer ist z.B. die Firma Maier Unitas ->
https://maier-unitas.de/bekleidungstech ... satzteile/, welche ganz viele Nähmaschinenhersteller
weltweit mit Kettenstichgreifern und anderen Teilen beliefert.
Es ist auch für eine grosse Firma wie Dürkopp-Adler oder Pfaff meistens wirtschaftlich nicht sinnvoll wenige (ein paar hundert) Greifer selbst herzustellen.
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Die von
mme ins Spiel gebrachte SInger Fabrik in Wien war zur Zeit der Monarchie, als Österreich (nach Russland) der zweitgrösste Staat Europas war.
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Und seit es Nähmaschinen gibt werden die auch von anderen Firmen konstruiert/gebaut. Im Auftrag der "Herstellerfirma", in Lizenz produziert etc..
Es gibt weltweit Firmen die nichts anderes machen alsfür grosse Nähmaschinehersteller Maschinen nach Wunsch zu konstruieren und auch Firmen die Maschinen für andere Firmen bauen. Zum Beispiel sehr alteingesessene Firmen in England, welche z.B. für Rittershausen Maschinen konstruiert haben ... und aktuell wird natürlich sehr viel im fernen Osten produziert.
Manchmal frage ich mich, ob es einen Nähmaschinenhersteller gibt, der NICHT die Overlockmaschine Singer 81 nachgebaut hat ?

(Ich weiss aber auch nicht ob Singer der erste war?)
Herzliche Grüsse vom Sputnik