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Re: Moriz Jacobi Langschiffmaschine

Verfasst: Donnerstag 5. Mai 2016, 10:01
von Klaus_Carina
Tiefen Respekt - Helmut,
ein beeindruckender, super dokumentierender Thread -

Hast Du Olaf auch mit Schellack (täglich) neu poliert??
(Gruß von meinem Jack-Russel-Dackel-Mix - der mag Katzen zum Fressen gern, flippt jedes mal aus)

Re: Moriz Jacobi Langschiffmaschine

Verfasst: Donnerstag 19. Mai 2016, 16:28
von ArtWooD
Hallo,

das ist ja echt sehr spannend und hat mir auch viel weitergeholfen beim aufpolieren einer Wertheim Langschiffmaschine!
Sind diese Langschiff Nähmaschinen eigentlich in der Lage auch rückwärts zu nähen? Oder musste man um 1900 rum die Nahtenden noch per Hand sichern?

Re: Moriz Jacobi Langschiffmaschine

Verfasst: Donnerstag 19. Mai 2016, 20:05
von dieter kohl
serv

einfach mal ausprobieren, was passiert, wenn du die Kurbel andersrum drehst wink

Re: Moriz Jacobi Langschiffmaschine

Verfasst: Donnerstag 19. Mai 2016, 20:55
von Hosenkürzer
Hallo Artwood,
einfach mal ausprobieren, was passiert, wenn du die Kurbel andersrum drehst wink
natürlich Fadensalat.

Meines Wissens gibt es keine Langschiffmaschinen (aber sehr wohl Schwingschiffmaschinen), die rückwärts nähen können. Bei der Standardkonstruktion des Transporteurantriebs bei solchen Maschinen mittels Exzentern auf der Kurbelscheibe des Schiffchenantriebs ist das auch nicht möglich.

Freut mich, daß Dir mein Thread geholfen hat.

lG Helmut

Re: Moriz Jacobi Langschiffmaschine

Verfasst: Freitag 20. Mai 2016, 13:43
von HAD
Auch bei Schwingschiffchenmaschinen dürfte das Rückwärtsdrehen nicht so ohne weiteres gehen, da das Schiffchen zumindest 2 Spitzen zur Schlingenaufnahme haben müsste und die Bewegungen von Nadelstange zu Transport und Schiffchenschwenk genau symmetrisch verlaufen müssten. Dabei müsste ja die Schiffchenmitte zum Nadeltiefpunkt stehen. Wie soll dann die Schlinge aufgenommen werden? Ab da hin und zurück bis eine der Spitzen zu Nadel in Schlingenhöhe steht? Wobei die Frage nach Nadelstellung bei rückwärtslaufendem Transport noch zu klären wäre? Ohne eine zusätzliche Umsteuerung in der Mechanik erscheint mir das nicht machbar. Das ist mir nirgendwo bekannt und stände bestimmt im Renters. Die erste rückwärtsnähnede Maschine hatte bereits eine Art Rundschiff, eine verstellbare Gabelsteuerung des Transports von der Armwelle und kam von Wheeler and Wilson. Trotzdem hält sich das Märchen vom Rückwärtsdrehen bei Schwingschiffchen hartnäckig.

Gruß Harald

Re: Moriz Jacobi Langschiffmaschine

Verfasst: Freitag 20. Mai 2016, 17:55
von dieter kohl
serv

seht ihr, wenn ihr mit euren Spielsachen nicht richtig spielt, könnt ihr nix lernen ... wink

Re: Moriz Jacobi Langschiffmaschine

Verfasst: Freitag 20. Mai 2016, 20:30
von Hosenkürzer
Lieber Harald,
Auch bei Schwingschiffchenmaschinen dürfte das Rückwärtsdrehen nicht so ohne weiteres gehen
natürlich geht das NIChT, das habe ich auch nicht gemeint.
Ich habe gemeint, es gibt auch Schwingschiffmaschinen, bei denen ein Rückwärtsgang vorgesehen ist (wie üblich durch Verdrehen der Stichstellerkulisse über den 0 - Punkt hinaus).

lG Helmut

Re: Moriz Jacobi Langschiffmaschine

Verfasst: Sonntag 5. Juni 2016, 22:51
von HAD
Helmut

dass du (und Klaus und Dieter und und) das weisst, habe ich auch nie bezweifelt tongue . Dennoch hält sich das Märchen hartnäckig, Langschiffchenmaschinen ! könnten immer rückwärts nähen. Das steht irreführend nämlich in Wikipedia, Funktionsweise der Nähmaschine: "Langschiffchenmaschinen jeder Art nähen vor- und rückwärts, .. ." - nur lesen viele den Satz nicht richtig weiter - "...stets den einfachen Doppelsteppstich."- weil ein erklärender Einschub ungeschickt dazwischen steht - "...weil der Schlingenfänger mit dem Unterfaden innerhalb der Oberfadenschlinge bleibt, ..."

Tatsächlich haben aber viele deutsche Schwingschiffmaschinen wie z. B. Gritzner R und Mundlos B schon vor 1900, die Pfaff 11 ab 1910 einen Rückwärtsgang, der beim Weltmarktführer Singer mit der CB-Maschine 15-88 erst 1933 kam! Wir sprechen von Haushaltsmaschinen. Die Gritzner R ab 1897 bekam deswegen wohl eine sehr große Verbreitung, blieb mit Modernisierungen bis 1956 auf dem Markt und machte die Firma vor 1914 zum größten deutschen Hersteller, vor allem durch unzählige Händler mit dieser Maschine ohne eigentliche Herstellerangabe! Fast wie bei Quelle und Neckermann.

Gute Nacht und guten Start in die neue Woche!
Harald