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Sinterlager und Öl
Verfasst: Samstag 12. Februar 2022, 11:24
von HusPfaSing
Guten Tag allerseits!
Hier meine Erfahrung(en), danach die Fragen:
Vor ca. 38 Jahren nähte ich viele Jahre mit einer Husqvarna 2000, welche damals schon "wartungsfrei" war (ob es Sinterlager waren?). Wartungsfrei ergänze ich bis heute gerne mit: innerhalb der Garantie. Denn in dieser Nähmaschine habe ich in dieser Zeit ausser der Schnurkette und den Keilriemen REGELMÄSSIG alles entweder geölt oder gefettet, auch die beweglichen Plastikteile! Mit der Nachfolgerin, der 6690 bin ich genau gleich vorgegangen.
Danach ist mir eine unbewegliche Pfaff Coverlock 4872 zuelaufen, auch bei dieser bin ich so vergegangen, dito bei Coverlock 4.0, einer unbeweglichen Husqvarna und einer unbeweglichen Singer Plastikmaschine.
Eine mir ebenfalls "zugelaufene" Pfaff 1222E wurde von meinem Vorgänger offensichtlich - leider inkl. der Schnurkette - von oben bis unten eingeölt und - auch leider - wurde gemurkst und es stimmten einige Einstellungen nicht mehr. Aber nun ist sie repariert und ich nähe damit und bin sehr zufrieden!
Bei einer anderen 1222E lief das Knopflochsystem nicht mehr, nun mit Öl läuft es wieder.
Das bis heutige Fazit:
Sie laufen alle immer noch und vor allem geschmeidig und laufruhig!
Nun DIE GRUNDSATZFRAGE:
Was denn genau für Schäden sollten eigentlich meine klar unprofessionell gewarteten Maschinen in Zukunft aufweisen? Lagerspiel? Blockaden? Geräusche? Brüche? Lärm? Habe ich rein zufällig das richtige Öl verwendet? Glück gehabt? Was wäre die alternative?
Eines ist klar: Geklapper ist gar nicht mein Ding, auch wenn das geklapper gut näht!
Gruss Jürg
Re: Sinterlager und Öl
Verfasst: Samstag 12. Februar 2022, 11:42
von inch
Es schadet keinem Sinterlager,wenn es ab und zu einen Tropfen Öl bekommt,im Gegenteil.
Über lange Zeit zuverlässig funktionieren Sinterlager ohne gelegentliche Ölung auch nur,wenn die Welle schnell genug läuft,um etwas ÖL aus dem Gußgefüge "hochzuziehen".
Defekte Sinterlager sind meiner Erfahrung jene,wo die Welle nur mit geringer Geschwindigkeit drin lief, oder/und hohe seitliche Kräfte auf das Lager einwirkten.
Letztlich sind Sinterlager auch nur ein Kompromiss zwischen Wartung und Haltbarkeit,als Vorteil würde ich noch sehen,das weniger Dreck reingezogen werden kann durch den normalerweise nicht vorhandenen Ölfilm.
Bei den späteren Dreifachtransport-Maschinen von Pfaff wurden beispielsweise die vormals hochwertigen Lager der Hubwelle durch Sinterlager ersetzt,letztere sind regelmäßig ausgeschlagen,während die ursprünglich verwendeten,auch innen mit Drall geschliffenen Lager bei guter Pflege meistens wie neu dastehen.
Re: Sinterlager und Öl
Verfasst: Samstag 12. Februar 2022, 20:45
von dieter kohl
inch hat geschrieben: ↑Samstag 12. Februar 2022, 11:42
Es schadet keinem Sinterlager,wenn es ab und zu einen Tropfen Öl bekommt,im Gegenteil.
Über lange Zeit zuverlässig funktionieren Sinterlager ohne gelegentliche Ölung auch nur,wenn die Welle schnell genug läuft,um etwas ÖL aus dem Gußgefüge "hochzuziehen".
Defekte Sinterlager sind meiner Erfahrung jene,wo die Welle nur mit geringer Geschwindigkeit drin lief, oder/und hohe seitliche Kräfte auf das Lager einwirkten.
Letztlich sind Sinterlager auch nur ein Kompromiss zwischen Wartung und Haltbarkeit,als Vorteil würde ich noch sehen,das weniger Dreck reingezogen werden kann durch den normalerweise nicht vorhandenen Ölfilm.
Bei den späteren Dreifachtransport-Maschinen von Pfaff wurden beispielsweise die vormals hochwertigen Lager der Hubwelle durch Sinterlager ersetzt,letztere sind regelmäßig ausgeschlagen,während die ursprünglich verwendeten,auch innen mit Drall geschliffenen Lager bei guter Pflege meistens wie neu dastehen.
bitte konkrete Beispiele und Fotos
Re: Sinterlager und Öl
Verfasst: Samstag 12. Februar 2022, 21:11
von inch
Bei allen Dreifachtransportmaschinen 545,546,335,345 usw. von Pfaff wurden in den letzten Baureihen leider nur noch diese Sinterlager für die Hubwelle eingesetzt,wie beschrieben.
Dort waren die Ölbohrungen an den Stellen noch vorhanden,zwar nicht mehr rot markiert,aber selbst die Leute,die ihren Maschinen etwas gutes tun wollten,kippten das Öl nur auf die Lager,weil selbige keine Bohrungen mehr besaßen...weil ja Sinterlager.
Diese Lager sind teilweise oval ausgelaufen und wenn immer möglich,ersetze ich sie durch die alten Ausführungen,oder fertige selbst welche aus anderen Teilen mit passendem Durchmesser an.
Sinterlager,welche noch ok sind,bekommen nachträglich eine Bohrung.
Fotos habe ich derzeit keine.
Re: Sinterlager und Öl
Verfasst: Samstag 12. Februar 2022, 21:28
von Berit
inch hat geschrieben: ↑Samstag 12. Februar 2022, 11:42
Über lange Zeit zuverlässig funktionieren Sinterlager ohne gelegentliche Ölung auch nur,wenn die Welle schnell genug läuft,um etwas ÖL aus dem Gußgefüge "hochzuziehen".
Defekte Sinterlager sind meiner Erfahrung jene,wo die Welle nur mit geringer Geschwindigkeit drin lief, oder/und hohe seitliche Kräfte auf das Lager einwirkten.
Was bedeutet das für eine Maschine, die jahrelang nur als Deko herumstand? „Stehen“ sich die Lager dann kaputt? Da sich die Wellen nie drehten, wurde ja auch kein Öl hineingepresst.
Re: Sinterlager und Öl
Verfasst: Samstag 12. Februar 2022, 22:21
von inch
Die Sinterlager funktionieren über Kapillar-Ölung,und wenn so Kapillaren jahrelang nicht angeregt werden,freuen die sich auch über einen Tropfen Öl von außen
Wenn neue Wellen eingebaut werden,sind die auch vorgeölt.
Re: Sinterlager und Öl
Verfasst: Sonntag 13. Februar 2022, 21:17
von Alfred
Re: Sinterlager und Öl
Verfasst: Sonntag 13. Februar 2022, 21:29
von GerdK
Interessant, danke dafür!
Ich halte es aber auch wie Jürg und gebe bei älteren Maschinen nach Gusto einen kleinen Tropfen NäMa-Öl auf die Lagerstellen, habe bisher keine Probleme damit gehabt.
Viele Grüße, Gerd
Re: Sinterlager und Öl
Verfasst: Sonntag 13. Februar 2022, 23:50
von det
Danke, beim ersten Überfliegen der Infos scheint das GL2000 für uns geeignet zu sein.
Kleinstes Gebinde sind 20 l zum Preis von gut 1200,- Euro
Mit 20 ml dürften die meisten von uns auskommen. Wenn wir also 1.000 Foristi zusammenbekommen, die jeweils 20 ml abnehmen würden, müsste jeder nur 1,20 plus Porto und Verpackung zahlen
Gruß
Detlef
Re: Sinterlager und Öl
Verfasst: Montag 14. Februar 2022, 06:26
von Eicher
Moin,
gibt auch solche Lösungen:
https://www.klueber.com/ecoma/files/Whi ... kes_DE.pdf
Graphit Gleit Lacke
um Gleitlager zu retten.