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Haid und Neu Gloriosa B

Verfasst: Donnerstag 4. Februar 2016, 17:17
von HAD
Hallo Oldie Fans,

meine "Gloriosa" ist eingetroffen. Nach Bildvergleich mit Needlebar habe ich sie namentlich so zugeordnet, sie könnte auch Excella B heissen, die Namen wurden bei Haid und Neu je nach Exportland und Händler variiert. Bei Needlebar findet sich eine optisch gleiche Maschine mit der Produktionsnummer 1152149 vermutet auf 1910. Abgesehen vom besser erhaltenen oder nachgearbeiteten? Dekor ist die Mechanik weit mehr korrodiert als bei meiner. Meine mit der Herstellnummer E554257 dürfte um 1900-1902 produziert worden sein, also weit vor 1907, als die Millionenmarke erreicht wurde. Der Gesamtausstoß der Karlsruher Fabriken H&N, Gritzner und J&R lag laut Peter Müller 1895 bei 365000, davon wird H&N kaum mehr als 100000 pro Jahr gefertigt haben. Damit ist sie meine zweitältesete Maschine nach der Singer 28K.

Wie erwartet ist das Schätzchen ziemlich restaurierungsbedürftig, etwas korrodiert, aber m. E. alles machbar. Sie ist vor allem im Wesentlichen vollständig, nur ohne Haube und die Garnrollenhaltestifte. Letzter lassen sich aus etwas 4mm Rundstangenmaterial leicht nachfertigen. Das Wichtigste: das Boot-Schiffchen (mit Feder und einer Spule) steckte drin biggrin , sogar 2 Ersatzspulen lagen im Zubehörfach. Dazu sind Nadeln der Größe 339 in einem uralten Heftchen dabei - wahrscheinlich gehören solche auch in meine Singer 48K, in der eine mir bis dato unbekannte Rundkolbennadel bei Erhalt steckte. Schmetz gibt die Größe für alte Langschiffchenmaschinen an. Dann sind auch Bändchenführung, verstellbarer Anschlag und alle bekannten Nähfüße einschl Kräusler dabei, mit Ausnahme des Standardfußes sad . Der dürfte aber leicht beschaffbar sein, ggf. von einer meiner anderen Gradstichmaschinen mit niedriger Befestigung. Die Grundplatte hat ziemliche Benutzungsspuren, lässt sich aber sicher aufpolieren. Auch der Lack mit den Margeriten-Decals ist mitgenommen, die Reste aber richtig niedlich, besonders die kleine fliegende Blaumeise in der Plattenmitte. Auf dem Arm sind auch Reste einer längeren Beschriftung zu erahnen, vermutlich des Händlers. Die Mechanik klemmt noch etwas, was sicher an Korrosion liegt. Das Handrad dreht sich ausgerastet leicht, auch die Kurbel, an der nur der Arretierungsstift fehlt. Auch der lässt sich irgendwie aus anderen Beständen finden. Rastet das Handrad mit der Mitnehmeklinke für die Armwelle ein kann man nur hin und her drehen bis ein Widerstand kommt. Auch der Spuler scheint bis auf das Gummi intakt zu sein. So weit meine erste Einschätzung nach einer halben Stunde.

Nach ersten Zerlegungen heute nachmittag kam noch zum Vorschein, dass die Zierspitze auf der Nadelstange an- und jetztabgebrochen ist, was weiter nicht schlimm ist. Leider ist auch der Zierrändelkopf der Fadenspannungsverstellungsschraube vermultich bei Transport an- und schließlich abgebrochen, was dazu führt, dass sie nun nicht mehr verstellbar ist heul . Mal sehen ob ich den Rest herausbekomme und da Ersatz finde. Das "Klemmen" lag natürlich an Ölmangel überall, zunächst habe ich alles wie üblich mit WD 40 eingeweicht. Die Blockade lag offensichtlich in der trockenen "Herzkurve" der Nadelstange und der Trapezführung in der abschraubbaren Maschinenkopfplatte. Der Zusammenbau ist etwas fummig, da die Teile lose zusammengesetzt und der Fußhebel in richtige Stellung gebracht werden muss, aber es geht. Jetzt dreht sie schon ganz leicht und leise. Die archaische Maschine hat noch keine Fadensanzugsfeder und auch der Gegenhub (das Wippen am unteren Totpunkt) fehlt noch. Probleme macht auch noch der Transporteur, dessen Hub nicht groß genug scheint, das lässt sich aber sicher noch beheben. Dabei ist die Zahnung noch gut scharf. Die Nadelstange und einige andere Teile sind mit 25 7 und einer separaten 4 gestempelt, vermutlich Kontrollnummern für einen Fertigungsplatz.

Da stecken sicher noch einige Stunden Beschäftigung drin, aber das wollen wir ja so. Bald gibt es mehr Fotos, mit Details. Ich werde sicher Fragen haben ....

Gruß Harald

Re: Haid und Neu Gloriosa B

Verfasst: Donnerstag 4. Februar 2016, 17:50
von dieter kohl
serv

meine alte Mundlos hat die Fadenanzugsfeder im Fadenhebel integriert

schau nochmal genau nach

Re: Haid und Neu Gloriosa B

Verfasst: Freitag 5. Februar 2016, 09:59
von HAD
Hallo Dieter,

bei meinem Beitrag zu der Singer 48K im Nähmaschineverzeichnis habe ich diese Form der Fadenanzugsfeder am Fadenhebel genau beschrieben, mit Foto. Auch in Renters wird sie so dargestellt. An der Haid und Neu fehlt so eine federnder Fadenhebel aber vollständig. Der Fadenlegehebel wird im Schlitz der Nadelstange und mit einem aussenliegenden Hebel über eine Kulisse in der Armwelle geführt. Der "Führungsstein" an der Nadelstange mit gefräster Herzkurve für die Rolle auf der Endscheibe der Armwelle ist nur für die Nadelstangenbewegung nach oben und unten ausgebildet, in den Totpunkten unterstützt der fest geführte Fadenhebel die Auf- und Abbewegung. Es gibt entgegen meiner ersten Beobachtung einen, allerdings sehr kleinen Gegenhub. Ich sehe auch nirgendwo eine Vorrichtung, die die Fadenanzugsfeder aufgenommen haben könnte.

Den Maschinenkopf habe ich schon mal aufgemacht und soweit wie möglich zerlegt. Die trapezförmigen Nähfuß- und Nadelstangen haben ihre Führungsschienen in der dicken Gussfrontplatte. Auch die Blattfeder der Fadenspannung ist darin befestigt, mit der abgebrochenen Rändelschraube von oben einstellbar. Da der Bruch weit oberhalb des Einstellbereichs liegt, überlege ich mir die Schraubenteile irgendwie mit einer Gewindehülse zusammenzufügen ggf. mit Epoxykleber. In Großbritannien bekommt man solche Allteile noch einzeln gekauft, aber 4,70 Pfund sind mir zuviel. Dafür könnt man eine andere Maschine ausschlachten, was mir aber widerstrebt.

Eigenen Fotos fehlen noch, daher habe ich nur die vom Ebay-Angebot. Die rote Trennline auf dem ersten soll den Spalt zwischen Kopfplatte und Maschine markieren. Das ist ein Gussteil und kein Blech. Bei dieser Aufnahme war alles noch sichtbar intakt. Die Verpackung durch den Versender hat keinen Schaden und war auch m. E. ausreichend. Aber die Pakete werden ja teilweise extrem geworfen angry . Übrigens hat auch die Nadelstange, an der auch die obere Verzierung abgebrochen ist eine kleinen 10tel mm Schlag abbekommen, was die eigentliche Ursache für das Klemmen war. Ich werde versuchen sie zwischen zwei glatten Stahlplatten im Schraubstock vorsichtig zu richten.

Was mir auch noch auffällt, die Nadelhalterung hat keinen oberen Anschlag. Die Nadelstange wäre übrigens auch nicht justierbar. Vermutlich fehlt der Anschlag, damit man mit der Nadel justieren konnte. Wenn sie so eingespannt wird, dass sie mit der Oberkante des Zylinders der Nadelhalterung abschließt, kommt eine sauber Stichbildung zustande. Erste Fetzen habe ich nach Lösen der abgebrochenen Schraube und Einstellung der Fadenspannung mit dem abgebrochenen Rest schon genäht, die Gloriosa macht trotz der fehlenden Fadenanzugsfeder einen sehr sauberen Steppstich.

Aber ich muss mal eine Lanze für die alten Singer brechen, man sieht schon dass diese Nachahmerprodukte qualitativ schlechter und weniger durchdacht als die Originale sind! Und Haid und Neu war sicher nicht die schlechteste deutsche Marke. Das mag sich ja mit den Jahren gewandelt haben, wie heute bei den Fernostprodukten auch. Aber diese Maschine gehört noch in die Lernphase...

Bis bald
Harald

Re: Haid und Neu Gloriosa B

Verfasst: Freitag 5. Februar 2016, 10:31
von Lanora
Hab nur mal kurz deinen Bericht überflogen, bei meiner Anker-Singer-Saxonia ist es so :

Die Nadel hat keinen oberen Anschlag. Wie die Nadelposition korrekt bestimmt wird, kann man hier gut nachlesen
http://www.naehmaschine-antik.de/technik-ls.html

Es gibt keine Fadenanzugsfeder

Die Stichlänge lässt sich noch variieren.....die Schraube für die Verstellung läßt sich in ein zweites Schraubenloch versetzten....
P2050018.JPG
Du kannst auch gerne mal hier schauen http://naehmaschinentechnik-forum.de/vi ... =36&t=1128 die Maschinen dürften fast baugleich sein ...........

Re: Haid und Neu Gloriosa B

Verfasst: Freitag 5. Februar 2016, 15:38
von HAD
Danke Lanora,

ich hatte auch wirklich nichts gesehen, dass auf eine Fadenanzugsfeder hindeutet. Weiss jemand, warum die alten Maschinen die Feder noch nicht benötigten- War es die geringe Nähgeschwindigkeit, die den Aufwärts-Ruck zum Nahtfestziehen, den die Garne ja verkraften müssen, noch nicht so stark werden ließ? Beim Handnähen hat man ja auch keine "Feder", aber "Gefühl". Die ersten Einnähversuche zeigen aber, dass die Fadenspannung sehr genau eingestellt werden muss, sonst reisst der Faden oder es gibt Schlaufen, oder die Knötchen oben oder unten. Die fehlende Feder macht m. E. die Maschine "empfindlicher". Aber es geht, eben mit etwas "Gefühl".

Die Nadelstange habe ich im Schraubstock zwischen zwei dicken, großen Unterlegscheiben wieder so gerichtet bekommen, so dass ich mit meinen fast 50 Jahren alten Lehrwerkstatt-Haarwinkeln keinen Lichtspalt einer Krümmung mehr erkennen kann. Vorher war 1/10mm "Luft" im Bogen nach hinten auf den ersten, herausragenden 5cm der Stange. Jetzt gleitet sie wieder ruckfrei. Eine Grundreinigung mit WD40 hat die Maschine auch schon hinter sich. Ich gehe immer etwas langsam ran, weil sonst nochmehr Decal-Reste verschwinden. Die "Blaumeisen" darin erscheinen mir jetzt mehr wie Schwalben. Ich bin immer fasziniert, welche Romantik die Designer damals auf Gebrauchsgüter brachten. Das Leben ist schön - diese Grundhaltung fehlt uns heute, vielleicht weil es uns so gut geht.
Auf dem Arm ist noch ein Beschriftungsrest "..... Kohlenbecker Heidelberg" zu erahnen.

Die Nadelmarke für die etwas fummlige Nadeleinstellung habe ich übrigens beim Richten entdeckt. Es ist bei mir tatsächlich das obere Ende der 339er Nadel, das gerade in der Halterung und Nadelrille in der Stange zu sehen sein muss. Siehe Foto, dort ist auch die eigenartige Fadenführung am Nadelhalter zu sehen. Sie erzeugt selbst schon viel Spannung. Der Transporteur geht auch wieder, es hatte sich ein Jahrhundert Dreck unter der Nadelplatte gesammelt.

Deine Anker-Maschine ist schon sehr änhlich, hat aber schon zylindrische Nadel- und Nähfußstange udn eine andere Nähfußbefestigung Ich habe jetzt ein paar ganz aktuelle Bilder angehängt.

Was ich an dem Boot-Schiffchen - welches deinem fast genau entspricht - so besonders finde, ist die Längsstange, über die der Faden zuerst abgewickelt wird. Sowas fehlt bei den späteren Zylinderschiffchen, aber die Vorrichtung verhindert, dass der Faden bei zu starker Spannung in das evtl zu locker aufgewickelte Material eingeklemmt wird und reisst.

Jetzt fehlt vor allem noch die Spannungsverstellschraube und die Wieder-Befestigung der Zierspitze auf der Nadelstange, die vermutlich hartgelötet war. Blöder Transportschaden. Den Schraubenkopf habe ich provisorisch aufgesteckt, die Verstellung der Spannung muss ich mit einer Zange am kurzen Ende des verblieben Schraubenrests machen.

Grüße
Harald

Re: Haid und Neu Gloriosa B

Verfasst: Freitag 5. Februar 2016, 15:50
von Lanora
Stimmt, das mit der Nadelstange ist mir gar nicht aufgefallen. Ebenso schaut bei mir die Nadelstange oben nicht heraus.
Aber diese Frister & Rossmann hier ist fast identisch :http://www.hobbyschneiderin24.net/porta ... p?t=183335

Re: Haid und Neu Gloriosa B

Verfasst: Freitag 5. Februar 2016, 17:03
von dieter kohl
Lanora hat geschrieben:Stimmt, das mit der Nadelstange ist mir gar nicht aufgefallen. Ebenso schaut bei mir die Nadelstange oben nicht heraus.
Aber diese Frister & Rossmann hier ist fast identisch :http://www.hobbyschneiderin24.net/porta ... p?t=183335
serv

bei dieser Maschine ist die Fadenanzugsfeder aber im Fadenhebel integriert
trotz der Nachlackierung kann man noch die Verstell-Löchlein am Drehpunkt des Fadenhebels erkennen

Re: Haid und Neu Gloriosa B

Verfasst: Freitag 5. Februar 2016, 18:19
von HAD
01_48K1.jpg
Mal zum Vergleich meine Singer Low-Cost 48K, ebenfalls von 1902.

Obwohl Singer mit der 28K eine wesentlich modernere Maschine seit ca. 1890 auf dem Markt hatte, ist dieser Rückgriff mit Weiterentwicklung der 12er Family-Modelle m. E. konstruktiv durchdachter, als die deutschen "Singer-Kopien", die vor allem durch den höheren Arm punkteten mit dem Singer dann mit der 48er gleichzog. Es gibt kleine Gimmicks, die durch die deutschen "Veränderungspatente" besser gelöst wurden. Der gerade verstorbene, geniale Herr Fischer (Dübel usw.) hatte sich immer über solche "Patente" aufgeregt. Singer blieb aber nicht grundlos Marktführer. Das lag sicher nicht nur an der von Peter Wilhelm etwas abwertend dargestellten Verkaufsstrategie. Vor allem hatte man ein einmaliges Servicenetz, das habe ich sogar als Kind bei der Singer 15-88 meiner Mutter in den 50-60ern noch erlebt. Bei agressiven Verkaufmethoden waren die deutschen Händler zwischen 1880-1918 genausowenig zimperlich, schon allein wegen des vor und nach dem ersten Weltkrieg herrschenden Nationalismus. Wir erleben ja gerade wieder so eine Welle...

Sicher, in den späteren Jahren haben andere Marktführer wie u. a. Gritzner, Pfaff und Anker aufgeholt und manchmal überholt. Aber in den Gründerjahren wirkte sich der amerikanische Pioniergeist auf die Industrie, nicht nur für die Nähmaschinen, revolutionierend aus. Daimler-Benz war ein Handwerksbetrieb als Fords Tin-Lizzi vom Band lief. Sogar im sozialen Bereich war man damals führend. Die Globalisierung hobelt das jetzt gleich dünn.

Trotzdem hat sich das Kauf-Experiment mit der Kurbel-Haid und Neu gelohnt. Sie näht nach ersten Erkenntnissen ja auch ganz gut. Mit dem Kurbelantrieb komme ich bestens zurecht. Damit kann man als Anfänger laaaaangsaaaam nähen, was mir sehr entgegen kommt. Ich werde euch auf dem Laufenden halten und nach endgültiger Restaurierung natürlich den Oldie ins Nähmaschinenverzeichnis einbringen.

Ich bin kein Markenfetischist, was ja meine Sammlung auch wiederspiegelt. Pfaffianer mögen mir meine Singer-Betrachtung verzeihen. In HS24 habe ich ja viel "Blut" gesehen, ich liebe es, dass das hier nicht so ist mx .
Ein schönes Nähmaschinen-Wochenende, ich mach mal was anderes.

beerchug
Harald

Re: Haid und Neu Gloriosa B

Verfasst: Freitag 5. Februar 2016, 18:31
von HAD
Zwischendurch etwas Besinnliches:

Was ich noch zur aktuellen Lage, ohne Nämas, anmerken möchte, in den sogenannten Gründerjahren sind trotz gewissen Wohlstands in Deutschland hundertausende, wenn nicht Millionen deutsche Wirtschaftsflüchtlinge in die USA ausgewandert. Das war damals das gelobte Land ...

Lt. Wikipedia sind zwischen 1848 und 1914 6 Millionen Deutsche genau aus den Gründen ausgewandert, die auch viele Wirschaftsflüchtlinge heute nach Deutschland kommen lassen. Auch die deutschen Vorfahren von Isaac Merrit Singer wanderten aus diesen Gründen aus. In der Folge sind viele deutsche Handwerker auch zeitweise als Wandergesellen in die für sie lukrativen USA gegangen, u. a. der junge Herr Gritzner und viele andere spätere Nähmaschinenfabrikanten. Ihr Erfolg ermutigte andere.

Dies ist keine politische Stellungnahme, sondern ein Stück Sozialgeschichte, das auch die Entwicklung der deutschen Nähmaschinen mit ihren Kopien vor allem von Howe, Grover and Baker, Willcox and Gibbs und Singer beeinflusst hat.

Das war das Wort zum Sonntag, Helmut wink.

angel . Amen
Harald

Re: Haid und Neu Gloriosa B

Verfasst: Donnerstag 11. Februar 2016, 15:03
von HAD
Es ist weiter gegangen mit der Restaurierung.

Dank Dieter habe ich eine einigermassen passende Schraube für die Spannungsverstellung bekommen. Wie ich sie "passend gemacht" habe, könnt ihr im Forum Marktplatz/Suche nachlesen:

viewtopic.php?f=18&t=1265

Zugegeben, das liest sich nicht sehr professionell, aber es war für mich die einzige wirtschaftlich vertretbare Methode. Es ist auch kein irreversibler Eingriff an der Maschine. Selbst wenn Klaus mir die Schraube ohne riesige Kosten nachgedreht hätte, wäre der Aufwand für die doch ziemlich abgenutzte Maschine, die sicher nicht zur ersten Liga gehört, fragwürdig gewesen. Das Ergebnis ist eine dauerhaft funktionierende alte Nähmaschine - das zählt für mich. Trotz einiger Fragezeichen in der Konstruktion dieser Haid und Neu bin ich vom Nähverhalten begeistert. Ich komme mit dem Kurbelantrieb bestens zurecht, das Nahtbild ist gleichmäßig und gerade, die Maschine ist flüsterleise. Fotos wird es bald im Nähmaschinenverzeichnis geben, ich werde mal für ordentliches Licht sorgen und mit Stativ arbeiten, dann werden die Fotos qualtitativ besser. Deshalb bitte noch etwas Geduld.

Im örtlichen Nähmaschinenfachgeschäft hatte ich übrigens auch nach der Schraube gefragt, die konnten mir aber nicht mehr helfen. Na ja, nach fast 114 Jahren ist die Garantie ja auch abgelaufen rolleyes Obwohl dort viele Oldies aus den 50-70ern zur Reparatur standen, vor allem die legendären Pfaff 230 bis 332. Davon träume ich noch ... Was aber nebenan zu hören war: Neben der Werkstatt ist auch der Vorführ- und Schulungsraum und jemand wurde gerade an einer sicher nicht billigen Janome mit viel Automatik eingewiesen: Schepper, Schepper, es klappert das Plastikgehäuse. Solche Geräusche gibt keiner meiner Oldies ab.

Jetzt muss nur noch die Zierspitze wieder auf die Nadelstange, dann gibt´s Fotos fürs Nähmaschinenverzeichnis. Die Beschreibung habe ich schon fertig -lol: .

Bis bald
Harald