Du brauchst nur hier im
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"Sattelstich" einzugeben um weiter Infos zu erhalten
-> https://www.naehmaschinentechnik-for ... attelstich.
Da findest Du die Maschinen und die Erklärung wozu die genutzt wurden.
Häufig gehts ja bei Mode darum Sachen vorzutäuchschen die gar nicht ds sind was sie scheinen. So wird z.B. bei hochwertiger Herrenoberbekleidung gerne am Ärmel Knopflöcher vorgetäuscht die gar keine sind sondern nur so Aussehen. Diese werden häufig mit einer Reece S2 Einfadenkettenstichmaschine genäht und haben den Vorteil gegenüber einem echten Knopfloch dass sie durch den Kettenstich leicht wieder aufgetrennt werden können um die Ärmellänge anzupassen. Ebendo täusch man mit diesen Sattelstichmaschinen eine Handgenähte Rrverskante vor. Die Oberseite sieht wie Handgenäht aus und die Unterseite ist im Revers versteckt.
Das
Orginal ist eben wenn ein
Schneider mit einer normalen Nähnadel das händisch näht.
Früher gab es noch keine Verklebungen und so musste Ausstaffierung, Polsterung und Formen durch nähen fixiert werden. Dafür verwende man eben z.B. Rollpikieren damit der Revers sich in die richtige Richtung wölbt oder fixierte die Reverskante eben mit einer Handnaht. Dann wurde gebügelt und wenn man in den Regen kam musste man wieder zu Schneider. Seit den 1950er Jahren gibt es Möglichkeiten mit Vlieseline, Polsterwatte und Verklebungen denselben Effekt schneller, gleichmässiger und haltbarer zu erreichen. Das ist der Grund warum heute nicht mehr rollpikiert wird. Die Reverskante müsste man gar nicht mehr absteppen wenn sie durch gute Schnittkonstruktion & Vliesline fixiert ist und man könnte sie auch mit einer normalen Steppstichnaht qualitativ gleichwertig fixieren, aber aus modischen Gründen imitiert man eben eine Handnaht.
Es gibt für diese Naht auch
echte Handnahtmaschinen (z.B. von AMF/Reece, Porkert und Juki) die oben und unten eine Nadelstange haben und eine doppelspitzigen Nadel zwischen den beiden Nadelstangen übergeben. Die haben aber den Nachteil dass sie gross, schwer, langsam und teuer sind und systembedingt nur mit abgeschnittenen Fadenstücken (wie bei einer echten Handnaht) nähen können. Juki hat es sogar in geschafft die Handnahtsmaschine so zu optimieren dass sie mit normalen hochwertigen Fäden nähen kann (AMF, Reece & Porkert brauchen dafür spezielle gewachste Fäden).
AMFReece ->
https://www.yamato-sewing.com/en/produc ... deco2000y/
Die Firma
Porkert aus Bayreuth, bei der ich diese Maschinen kennenlernen durfte, gibt es schon länger nicht mehr.
Von
Juki gib/gab es? eine sehr ähnliche
Weiterentwicklung der AMF/Reece Maschine die auch normale Fäden verweden kann
und auch eine Sattelstich Maschine die diesen Sattelstich (billiger & schneller) näht.
Die günstigste Möglichkeit diese Naht optisch zu imitieren ist eben diese Sattelstichnaht.
Der Nachteil ist aber das es eine reine Ziernaht ist und wenn nicht am Ende gut fixiert sich auch leicht wieder auftrennen lässt (was auch der Herr im Video erklärt und zeigt).
Juki ->
https://www.juki.co.jp/industrial_e/pro ... =MP-200N_E
Globalsew ->
https://globalsew.com/wp-content/upload ... Manual.pdf
Bei der Mode ist eben vieles nur Dekor, vorgetäuscht oder imitiert.
Der Modewechsel beruht auf dem Wunsch nach Veränderung, Abwechslung oder Nachahmung und wird durch unsere gesellschaftliche Entwicklung beeinflusst. Während früher die Kleidung über einen längeren Zeitaum hinweg getragen wurde, geht der modische Wechsel heute sehr schnell vonstatten. So enstehen auch Nähmaschinen/Klassen/Unterklassen die nur wenige Jahre produziert werden und dann wieder nicht weil es eben nicht mehr modern ist (wie z.B. die grossen Knöpfe/Knopflöcher in den 1960er Jahren).
Grüsse vom Sputnik