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Natürlich brauche ich so etwas...?
Verfasst: Sonntag 22. Februar 2026, 09:05
von Flickflak
Meine neueste Errungenschaft für die Nähmaschinenwelt ist diese Milligrammwaage. Ich habe jede Menge Nähgarn, dessen Dicke ich nicht kenne. Ein Meter Garn, und dann hat man den Tex-Wert. Deshalb dachte ich, das könnte eine Möglichkeit sein. Für 11 Euro und 11 Tage Lieferzeit könnte es klappen
Grüß, Viggo
Miligram scale1.jpg
Re: Natürlich brauche ich so etwas...?
Verfasst: Sonntag 22. Februar 2026, 10:25
von Lupilus
danke für den Tip, muss ich gleich ausprobieren

Re: Natürlich brauche ich so etwas...?
Verfasst: Sonntag 22. Februar 2026, 10:27
von 3607
....das ist zumindest schon mal ein Ansatz für ein Problem, was mich auch beschäftigt. Nadeln kann man ja einfach messen (Ø) - bei Faden ist das etwas schwieriger. Bisher hab ich mich über die Nadel zum Faden getestet - also, wenn der Faden in einer 90er Nadel zu straff läuft, ist es vermutlich kein 120er Overlockfaden....
Erstellst du jetzt eine Liste, wie viel mg/m das Garn xyz wiegt? und lässt sich wirklich jedes Garn über das Gewicht bestimmen oder kann auch gleichwiegendes Garn dicker/dünner sein? Gibt es Unterschiede zwischen Baumwolle, Polyester und ....
Grüße, Jürgen
Re: Natürlich brauche ich so etwas...?
Verfasst: Sonntag 22. Februar 2026, 11:00
von Flickflak
Hallo Jürgen,
Ja, ich verwende auch den Nadeltest. Ich habe hier zwei Methoden gesehen. Wendest du auch so eine Methode an – oder testest du durch Nähen?
1) Die Nadel sollte im 45-Grad-Winkel über den Faden gleiten (von Bernina):
https://blog.bernina.com/en/2023/02/sew ... nd-thread/
2) Die Nadel sollte beim Drehen über den Faden leicht gleite (von Groz-Beckert):
https://www.youtube.com/watch?v=4fsQGtMSFEQ
Und ja – älteres Garn kann auch aus Baumwolle oder Leinen bestehen. Hier kannst du versuchen, das Garn mit einer Flamme zu verbrennen/schmelzen.
Grüß, Viggo
Re: Natürlich brauche ich so etwas...?
Verfasst: Sonntag 22. Februar 2026, 12:00
von sputnik
Die Idee ist ja nicht schlecht!
Ich frage mich aber wieviel von dem Faden muss man messen um auf ein halbwegs vernünftiges Ergebnis zu kommen? Und welchen Einfluss hat z.B. die Feuchtigkeit des Fadens dabei?
Also: Bekomme ich ein brauchbares Egebniss ohne den Grossteil des Fadens fürs Messen zu verbrauchen? Und lohnt sich der Aufwand?
Immerhin kann man auch im Amann Focus Buch nachlesen das die angegebene Fadenstärke nicht mit dem Durchmesser oder sonstigen Eigenschaften korreliert, was sich auch mit meinen praktischen Erfahrungen deckt.
Als Elektroniker lernt man ziemlich frühzeitig und nachdrücklich: "Wer misst misst mist."
Ich bin auf jeden Fall auf Deine Ergebnisse gespannt.
Herzliche Grüsse vom Sputnik
P.S.: Mich hat zwangsweise immer viel mehr die Frage beschäftigt wie stark sich die Fäden im Lauf der Zeit verändern. Man merkt sofort den Unterschied ob ein Faden ganz frisch hergestellt ist, oder schon länger gelagert war, oder unter ungünstigen Bedingungen nach einem Jahr nicht mehr zu gebrauchen ist. Oder auch die mir seit langen empirisch bekannte Erkenntnis, das die Farbe des Fadens einen wesentlichen Einfluss auf seine Verwendbarkeit/Qualität hat, was ebenfalls im Focus Buch erwähnt wird.
Ich kenn den Fadentest nur mit einfädeln und die Nadel muss am senkrecht hängenden Faden nach unten rutschen. Und das ist auch nur die Mindestanforderung, weil man bei dickerem festeren Material wieder eine stärkere Nadel (mit grösserer Rille) braucht.
Re: Natürlich brauche ich so etwas...?
Verfasst: Sonntag 22. Februar 2026, 12:20
von Ärmel
Klasse Infos...
Grüße Heinrich
Re: Natürlich brauche ich so etwas...?
Verfasst: Sonntag 22. Februar 2026, 14:20
von Tenobia
"die Farbe des Fadens einen wesentlichen Einfluss auf seine Verwendbarkeit/Qualität hat"
Ich habe ja schon immer geahnt, dass ROT schneller ist...

Re: Natürlich brauche ich so etwas...?
Verfasst: Sonntag 22. Februar 2026, 14:42
von sputnik
Aber nur Ferrari - Rot !
P.S.: Zur Frage von Jürgen (3607) ob jedes Garn gleich ist. NEIN es ist jedes Garn anders!
An dieser Stelle wieder einmal der Link zum Amman Focus Buch ->
https://www.amann.com/fileadmin/user_up ... uch_DE.pdf
Da sind schon einige Details der Fäden/Garne/Zwirne und ihrer Herstellung beschrieben. Man könnte darüber aber problemlos auch ein Werk mit vielen tausend Seiten schreiben, das immer noch nicht vollständig wäre.
Das beginnt damit wie die Grundstoffe aufbereitet werden, wie die losen Fasern vorbereitet werden, wie und wann Verarbeitungsschritte wie Färben und Ausrüsten (Imprägnieren) stattfinden, wie die einzelnen Spinnvorgänge mit welchen Parametern (Drehrichtungen, Drall, Spannung, Fachung, etc) durchgeführt werden. Dann gibt es noch viele Verabeitungsschritte wie Strecken, Fixieren, Färben, Ausrüsten, Veredeln, etc.). Dazu kommen viele unkalkulierbare Einflüsse und die Tatsache das heute die am schlechtesten geeignete Naturfaser Baumwolle für die Modeproduktion am häufigsten verwendet wird. Selbst die heute oft verwendeten gentechnisch hergestellten Superpflanzen kommen da mit anderen Naturfasern nicht mit. Mit einem halbwegs naturbelassenen Baumwollfaden (z.B. Kette/Schrägkette) kann man heute auf keiner Industrienähmaschine nähen weil der Faden das nicht aushält. Flachs/Hanf/Seide (selbst Schappeseide) sind da um ein vielfaches besser geeignet.
Und was ich noch vergessen habe Euch zu erzählen: Man kann z.B. aus Acryl ein Monofilament (einen einzigen dicken festen Strang) oder feine Wollähnliche flauschige Fäden zum Stricken herstellen. Identisches Grundmaterial mit vollkommen anderen Eigenschaften/Aussehen/Anwendungsgebieten. Das Monofilament ist dann natürlich bei selbem Gewicht um ein vielfaches dünner.
Re: Natürlich brauche ich so etwas...?
Verfasst: Sonntag 22. Februar 2026, 17:13
von 3607
Flickflak hat geschrieben: ↑Sonntag 22. Februar 2026, 11:00
Hallo Jürgen,
Ja, ich verwende auch den Nadeltest. Ich habe hier zwei Methoden gesehen. Wendest du auch so eine Methode an – oder testest du durch Nähen?
1) Die Nadel sollte im 45-Grad-Winkel über den Faden gleiten (von Bernina):
https://blog.bernina.com/en/2023/02/sew ... nd-thread/
2) Die Nadel sollte beim Drehen über den Faden leicht gleite (von Groz-Beckert):
https://www.youtube.com/watch?v=4fsQGtMSFEQ
Und ja – älteres Garn kann auch aus Baumwolle oder Leinen bestehen. Hier kannst du versuchen, das Garn mit einer Flamme zu verbrennen/schmelzen.
Grüß, Viggo
Hallo Viggo,
du wirst schon wissen, dass ich das alles manchmal nicht ganz soooo genau nehme.
Ganz praktisch mache ich das sehr einfach, ohne dass ich die Nadel rausnehme so:
Ich fädle den Faden in der Nadel immer mit dem ein:
Einfädler.jpg
Einfacher Grund: ich krieg das anders nur noch äußerst schwer hin...
Dabei gibt es eine Beobachtung: weil der Faden sich um den dünnen Draht legt, ist er dann gewissermaßen doppelt.
Wenn der Faden zu dick ist, geht er so nur äußerst widerwillig durch die Nadel --
Wenn er zu dünn ist, spürt man (fast) keinen Widerstand --
Wenn er so einen leichten angenehmen "Knips" tut, bei dem sich die Nadel ganz leicht biegt, passt es für mich ---
Das mag ja nicht die genauste Variante sein, aber ich merke sofort und ohne besondere Prüfschritte, ob ich den Faden schnell wieder aus der Maschine ziehe oder eine dünnere/dickere Nadel einsetze.
Da ich tendenziell nicht so wertige Garne verwende, arbeite ich lieber mit verhältnismäßig dezent dickeren Nadeln, weil dann die Chance besteht, dass Unregelmäßigkeiten im Faden doch noch durch laufen.
Grüße, Jürgen