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Phoenix 26

Verfasst: Dienstag 17. März 2026, 10:58
von Sebastian.H
Hallo in die Runde,

Ich bin neu hier im Forum und habe mich kurz vorgestellt.

Ich bin Herrenmaßschneider und habe im Laufe der Zeit auf vielen Nähmaschinen gearbeitet; im Atelier hatte ich auch moderne Jukis. Irgendwann bin ich – aufmerksam geworden durch Fachzeitschriften aus den 1930er-Jahren – auf die Phoenix-Maschinen gestoßen. Nachdem ich einmal auf dieser alten Lady gearbeitet habe, war es Liebe auf den ersten Blick, und es zogen weitere ein. Die modernen Maschinen wurden alle ausgetauscht wink Die 26 ist und bleibt meine alltägliche Arbeitsmaschine, die jegliche Arbeitsgänge ohne zu murren übernimmt. Die Patina und Schleifspuren auf der Grundplatte sind beeindruckend. Gerne wüsste ich, was diese Maschine schon alles erlebt hat.

Einziges kleines Manko ist die Spulenkapsel. Im Laufe der Zeit hat der Faden eine ordentliche Furche eingeschliffen, die den Faden ungleichmäßig laufen lässt. Bei Oberbekleidung wie Sakkos, Hosen etc. ist dies weniger schlimm, da es nicht auffällt. Bei Hemden, bei denen jeder Stich wie gemalt aussehen soll, gibt es leider seit einigen Jahren Unregelmäßigkeiten. Leider habe ich seitdem weder eine passende Spulenkapsel noch eine andere 26 gefunden, aus der man diese entnehmen könnte. Die Narbe dieser Spulenkapsel ist extrem dünn und daher gar nicht durch eine andere zu ersetzen.

Vielleicht hat von euch ja jemand Ahnung, in welchen Modellen dieselben Kapseln verwendet wurden; dann könnte ich mich mal auf die Jagd begeben.

Ein Freund von mir ist Uhrmacher und hat sich die Kapsel angeschaut, ob man die Furche herausschleifen könnte. Aber nein – der Zahn der Zeit hat hier schon zu arg genagt.



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Re: Phoenix 26

Verfasst: Dienstag 17. März 2026, 13:24
von Knopp1
Hallo Sebastian,
Herzlich Willkommen hier im Forum.

Ob Du uns
a) Bilder von Deiner Spulenkapsel und den verwendeten Spulen zeigen könntest,
b) Maßangaben zu Deinen verwendeten Spulen machen kannst z. B. In Form einer abfotografierten Skitze? Nach Möglichkeit mit einem Messschieber
oder es gibt vielleicht auch Angaben in der dazugehörigen BDA.

Dann können wir Dir eher behilflich sein.
Bei Phoenix gab's unterschiedliche Spulen.

Re: Phoenix 26

Verfasst: Dienstag 17. März 2026, 14:48
von Makatea
Könnte Dein Uhrmacherfreund die Furche nicht seitlich erweitern und polieren?

Dann sollte der Faden wieder ungehindert laufen und die Kapsel zumindest noch solange funktionieren, bis sie "durch" ist.

Anschließend könnte er dann auch noch versuchen, die Furche durch hartlöten zu schließen, polieren und dann die ganze Kapsel wieder härten.

Sportlich, aber angesichts der Schwierigkeit, Ersatz zu finden, vielleicht dennoch ein sinnvoller Ansatz...

Re: Phoenix 26

Verfasst: Dienstag 17. März 2026, 15:39
von Sebastian.H
Vielen lieben Dank für eure Antworten!

Gerne mache ich mal richtige Fotos mit Maßangaben etc. Ich dachte bloß, dass ich eine konkrete Ersatzteilsuche in eine anderen Kategorie posten muss. Von daher hatte ich das hier nur angesprochen, aber nicht detailliert aufgeführt.

Bin zur Zeit nicht im Atelier weshalb ich überhaupt die Ruhe hatte, mich endlich mal anzumelden, aber sobald ich wieder vor Ort bin, gibt's Fotos! :)

Ich werde auch Bilder von der Furche machen, damit ihr sehen könnt, was ich meine. Mein Uhrmacher ist ein ziemlich versierter Fuchs, der selber auch viele Restaurationen macht. Ich werde ihn aber noch mal fragen.

Übrigens ist bei allen meinen Phoenixen auch der große Haken, wo der Oberfaden nach der Oberfadenspannung zum Fadengeber geführt wird ebenfalls schon arg tief eingeschnitten. Aber so sauber, dass der Faden nicht dran hängen bleibt. War anscheinend nicht gerade das beste Material, oder man hat nicht damit gerechnet, dass in 90 Jahren immer noch damit gearbeitet wird.

Re: Phoenix 26

Verfasst: Samstag 28. März 2026, 09:51
von Sebastian.H
Moin,

wieder zurück im Atelier nun die Fotos von der Spulenkapsel. Ich hoffe, ihr könnt damit was anfangen.
Auf dem einen Foto sieht man, wo sich der Faden über die Jahrzehnte reingefressen hat. Naja, bei der Patina kann man sagen, die hat schon einiges geleistet :)
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Re: Phoenix 26

Verfasst: Samstag 28. März 2026, 09:52
von Sebastian.H
und noch die Maße...
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Re: Phoenix 26

Verfasst: Sonntag 29. März 2026, 00:11
von Knopp1
Ich habe eine grüne 283 F Phoenix Automatik als Freiarm-Maschine mit Zick-Zack und Musterscheiben (nicht vollständig und die Farbe beginnt sich aufzulössen... )zum täglichen Nähen. Entsprechende Spulen hatte ich damals bei Quelle nachgekauft.

Vielleicht zwei Möglichkeiten:
a) In diese passten die gleichen Spulen rein, wie in die Adlerette, bei meiner Mutti, sodass wir Spulchen immer bedarfsweise für beide Nähmaschinen getauscht hatten. Einzig die Spulen der Adlerette wurden auf den Spulenstift nur aufgesteckt und benötigten kein ich sag mal 'Mitnehmernässchen zum Spulen', liefen aber in der jeweils anderen Maschine völlig problemlos.
Vielleicht könnte es ein Versuch sein, eine Adlerette (die für wenig reparierbar hier im Forum aktuell gehalten wird, aufgrund der Zahnhalskaries) bezüglich der Spulenkapsel auszuschlachen, wenn die Maße entsprechend wären. Ich
meine, die Spulenkapsel sei massiv und nicht durchbrochen gearbeitet gewesen.
Die ich auf Klanz gesehen hatte, hielt ich bislang für weniger brauchbar (weil die Spulen ohne Führung in der Mitte laufen)

b) Vielleicht könntest Du das Loch in der vorhandenen Spulenkapsel evtl entsprechend verstiften?

Aber Versuch macht kluch.
Und viel Erfolg!

Re: Phoenix 26

Verfasst: Sonntag 29. März 2026, 09:14
von det
Hallo,
Knopp1 hat geschrieben: Sonntag 29. März 2026, 00:11 Vielleicht könnte es ein Versuch sein, eine Adlerette (die für wenig reparierbar hier im Forum aktuell gehalten wird, aufgrund der Zahnhalskaries) bezüglich der Spulenkapsel auszuschlachen, wenn die Maße entsprechend wären. Ich
meine, die Spulenkapsel sei massiv und nicht durchbrochen gearbeitet gewesen.
Alle Adlerette, die ich bisher in der Hand hatte, hatten eine ganz andere Spulenkapsel als diese Phoenix 26.
Die Spulenkapsel der Phoenix 283/282 könnte allerdings tatsächlich passen. Ich muss heute mal meine ausmessen.

Gruß
Detlef

Re: Phoenix 26

Verfasst: Sonntag 29. März 2026, 09:46
von Sebastian.H
Knopp1 hat geschrieben: Sonntag 29. März 2026, 00:11
b) Vielleicht könntest Du das Loch in der vorhandenen Spulenkapsel evtl entsprechend verstiften?

Aber Versuch macht kluch.
Und viel Erfolg!
smile das Loch gehört ja dahin. Das Problem ist der Riss / Schnitt dahinter, den der Faden über die Jahrzehnte dort reingefressen hat. Man müsste ihn irgendwie verschließen mit einem Material, was fest genug ist...Ich möchte aber auch nicht experimentieren, solange ich keine Alternative habe, denn diese Maschine ist mein Arbeitstier und es wäre echt dramatisch, wenn die Spulenkapsel dadurch irgendwie ganz beschädigt würde. Grundsätzlich funktioniert sie ja noch, nur dass der Faden eben nicht mehr ganz sauber abrollen kann, was bei sichtbaren Steppnähten Unruhen verursacht :(

Das mit der Adlerrette habe ich irgendwie nicht verstanden. Du meinst, die Kapsel würde in die 26 passen? Weil Spulen hab ich ja genug....

Re: Phoenix 26

Verfasst: Sonntag 29. März 2026, 10:58
von Knopp1
Sorry für die Unklarheiten...

- Solange die Unterfadenspule noch irgendwie halbwegs funktioniert, und Du insbesondere noch keinen Ersatz hast, alles lassen und nix 'verschlimmbessern'.

- Den Mini-Riss, (nicht das vorhandene und notwendige Loch) ggf. Verstiften, frag mal ggf. Deinen Uhrmachermeister, der sollte wissen, wie das geht...
(mein Vater hat sowas zu Lebzeiten gemacht)

- Die Kapsel könnte durchaus aus einer Adlerette passen.

- Detlef wollte mal messen gehen.

-Die Spulen gibts ja noch, wo gibts denn noch dazugehörige Spulenkapseln?