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Rucksackmotor Efka S2

Verfasst: Sonntag 17. Mai 2026, 19:31
von sputnik
Nachdem uns gestern Werner7 seinen Efka S1.1 Haushaltsmotor vorgestellt hat -> https://www.naehmaschinentechnik-forum. ... le&u=35114
möchte ich euch heute einen meiner Efka S2-40-1603-1 Motore vorstellen.

Meine Motore sind vom Anfang der 1980er Jahre und ich habe die für Versuche mit selbstgebauten Maschinen verwendet. Deshalb habe ich auch kein Pedal dafür weil sie mit einer selbstkonstruierten Regelelektronik angesteuert wurden.
Typenschild & Gehäuseschraube.jpg
Der Motor schafft im Leerlauf 6200 U/min bei einer Stromaufnahme von 90W und Abgabeleistung von 48W.
Er verfügt über eine Anschlussbuchse für ein Pedal (es gab orginal zwei Pedale zur Auswahl) und eine Buchse um ein 220V Nählicht anzuschliessen.
Anfang der 1980er Jahre war die Netzspannnung in Zentraleuropa noch 220V. Erst später wurde sie langsam auf die heute üblichen 230V angehoben.

Wenn man den Motor öffnet muss man ihn unbedingt vorher von der Stromversorgung trennen, als das Pedal abstecken!

Die beiden Gehäusehälften sind mit vier Schlitzschrauben verbunden. Die Schraubenmaße habe ich auf den Bildern vermerkt.
Zwischen den beiden Halbschalen ist noch eine Gummidichtung eingelegt.
Deckel.jpg
Auf der Innenseite des Deckels sieht man zwei runde stiftartige Erhebungen, welche dazu dienen die Wicklungshalter für die Statorwicklung in ihrer Position zu halten.
Wenn man beim Zusammenbau nicht darauf achtet kann es sein dass z.B. das Lüfterrad am Wicklungshalter streift.
Riemenscheibe.jpg
Da sich bei jedem Elektromotor die Bauteile unterschiedlich erwärmen/abkühlen muss diese Wäremedehnung berücksichtigt werden. Bei grossen Motoren (Kupplungs- , Servomotor oder auch Dauerläufer) gibt es immer ein Fest und ein Loslager und der Rotor wird mit Federkraft gegen das Festlager gedrückt. Bei kleinen Motoren veerwenet man zwei Loslager weil der kleine Rotor im Betrieb ohnehin durch das Magnetfeld in die gewünschte Position gezogen wird. Dazu muss die Rotorwelle ein wenig Achsialspiel haben. Bei den drei von mir gemessenen neuen Motoren ist das immer exakt 1,2mm. Im Lauf der Zeit kann sich das natürlich vergössern. Bei einem gut konstruierten Motor sollten auch über 2mm problemlos funktionieren.

Die Motorwelle hat auf einer Seite eine Abflachung um die Riemenscheibe zu montieren. Die Riemenscheibe kann auch ein wenig verschoben werden. Der Spalt sollte aber möglichst klein bleiben um die Gefahr von aufgewickelten Fäden zu verringern. Aus Sicherheitsgründen darf der Spalt nicht breiter als 5mm sein.
Drossel.jpg

Die beiden gelben Drähte auf dem Photo kommen aus der Statorwicklung und werden rechts an die Kohlenschächte angeschlossen. wenn man die Drehrichtung umkehren will braucht man sie nur zu vertauschen. Dazu muss mann sie aber bei meinen Motoren noch ein wenig verlängern. Zum Überkreuzen kann man sie dann auf der Kollektorseite zwichen Statorwicklung und Wicklungshalterung einklemmen. Die gelben Drähte sind direkt der isolierte Lackdraht der Motorwicklung und in den schwarzen Schhäuchen sind zur Entstörung 4x durch eine Ferrithülse gewickelt. Damit bringen sie bei 4,5 Windungen eine Induktivität von 0,02mH.

Als nächstes zu den Motorkohlen (Kohlebürsten, Schleifbürsten):
Kollektor+Kohle+Schacht.jpg

Bei meinen Motoren sind die (gelben) Drähte von der Motorwicklung bereits mit kleinen Flachsteckern (Autosteckern) verbunden. Man braucht also nur den Stecker abzuziehen und die eine grosse Schraube vom Kohlenschacht lösen, dann kann man den Kohleschacht herausnehmen. Die Kohlen sollten mindesten 4mm lang sein um eine Beschädigung des Kollektors zu vermeiden.

VORSICHT- Die Kohle wird durch die Federkraft leicht weggeschleudert !

Falls man gerade keine passenden Kohlen hat, kann man sich die nächst grössere zurechtfeilen. Das geht mit ein wenig Übung innerhalb von einer Minute weil das Material recht weich ist.

Am nächsten Photo sieht man links und rechts von der Statorwicklung zwei dünne, schwarze, biegsame Plastikplatten welche die Motorwicklung in ihrer Position halten.
Diese beiden Platten müssen beim Zusammenbau innerhalb der Erhebungen auf der Deckelinnenseite liegen!

Falls der Kollektor stark verschmutzt ist kann man ihn mit einem Radiergummi säubern ... oder wenn er sehr uneben ist mit feinem Schmirgelpapier glätten.
Der Kollektor und die Motorkohlen dürfen auf keinen Fall ölig werden.
...

Re: Rucksackmotor Efka S2

Verfasst: Sonntag 17. Mai 2026, 19:45
von sputnik
Damit sich im Betrieb möglichst wenig Funken bilden und die damit verbundene Abnützung von Kohlen und Kollektor ebenso wie Funkstörungen zu verringern sind ausser den Drosseln noch zwei Entstörkondensatoren eingebaut.

Einer der Kondensatoren ist zwischen den Anschlüssen der Kohleschächte eingebaut:
Kohlen Kondensator.jpg


Der Andere ist neben dem Pedalstecker verstaut:
Entstörkondensator.jpg


Beim austauschen der Entstörkondensatoren nach Möglichkeit nur welche mit 300V Spannungsfestigkeit verwenden. Durch die Spannungsanhebung sind 250V bereits zu wenig und man muss jederzeit wieder mit einem Ausfall rechnen.

Die Lager sind mit jeweils zwei Schraube befestigt:
Achsialluft.jpg


Auf der Rotorachse sind innerhalb der Lager noch zwei Korkscheiben montiert. Der Rotor hat bei einem neuen Motor ~1,2mm achsiales Spiel, wenn dieses Spiel im Lauf der Zeit grösser wird sollte das irrelavant sein, da der Rotor durch das Magnetfeld in seine Position gezogen wird. Die Motorlager sollten natürlich sauber und leichtgängig sein. Die Lager selbst sind Normteile welche im technischen Fachhandel bezogen werden können.

Wenn man den Motor weiter zerlegen muss (z.B. zum Lager tauschen), kann man mit den vier Kreuzschlitzschrauben auch den Stator vom Gehäuse lösen.

Herzliche Grüsse vom Sputnik