Philosophie der Stichlängeneinstellung einer Naumann Kl. 9
Verfasst: Dienstag 23. Juni 2026, 01:20
Hallo Forum,
ich habe hier eine Naumann Kl. 9, also eine Schwingschiffchen Nähmaschine. Es dürfte sich einer der letzten hergestellten Maschine dieser Technik von Naumann handeln.
Sie hat also bereits eine Transporteurversenkung und naumanntypisch verfügt sie über einen Hebel, der die Füßchenstange oben hält, zum Sticken oder Stopfen.
Das nur zur Einordnung.
Ich habe ein wenig v.a. mit der Stichlängeneinstellung gekämpft, weil mir die Prioritäten dabei nicht ganz klar waren.
Ich hoffe, es jetzt verstanden und richti umgesetzt zu haben.
Daher dieser Thread.
Erstes Problem ist schon einmal der Skalenträger. Ich hatte vermutet, daß die Schraube für symmetrische Stiche (vorwärts/rückwärts) dient.
Das Problem hier ist die Schraube.
Normalerweise ließe sie sich in Stellung '0' so festdrehen, daß sich der Hebel nicht mehr bewegen lässt.
Das ist hier bei knapp einem halben Millimeter der Fall.
Korrigieren ließe sich das nur, indem man die verchromte Skala auf dem Träger verschiebt. Das lasse ich aber schön bleiben, weil man das nicht ohne Beschädigung hinbekommt.
Entweder hat man bei Naumann da gepfuscht oder keinen großen Wert auf eine etwaige Symmetrie gelegt.
Denn diese ist anscheinend auch nicht machbar.
Zuerst habe ich die Maschine so eingestellt, daß sie die gleiche Stichlänge im oberen und unteren Anschlag macht, natürlich in entgegengesetzter Richtung.
Dann komme ich aber auf eine maximale Stichlänge von nur rund 3,25 mm.
Da die Skala in Vorwärtsrichtung aber eine '4' zeigt, meine ich, daß sie auch eine Stichlänge von vier Millimetern nähen sollte.
Das lässt sich einstellen, sie könnte sogar noch längere Stiche nähen, bevor sie anfängt zu klingeln!
Also habe ich sie so eingestellt.
Eine Symmetrie ist so (oder so) aber nicht machbar, rückwärts näht sie so weit unter vier Millimeter pro Stich.
Aber ich denke, daß das mindestens nahe an der Philosophie dieser Maschine ist.
Skurriler Effekt nebenbei:
Bei da noch gut drei Millimetern eingestellem Stich ließ sie massiv Stiche aus.
Ich habe die Kinetik dann genauer in Augenschein genommen und festgestellt, daß die Maschine bereits anfängt zu transportieren, bevor die Nadel vollständig den Stoff verlassen hat.
Nähmaschinen haben was von einem mechanischen Sudoku, finde ich.
Zum Glück musste ich nicht lange grübeln.
Der Transport wird über einen Exzenter und eine Gabel erzeugt. Dieser Exzenter ist mit einer Madenschraube an die Armwelle fixiert. Den kann man einfach (jedenfalls nachdem man die Verharzungen an der Stelle löst - das warme Wetter kam dem Haartrockner merklich zur Hilfe) zurückstellen.
Jetzt näht die Maschine korrekt.
Bei diesem Teil habe ich wieder viel lernen können.
Und ich hatte viel Arbeit mir ihr, habe hier mal eine Frage gestellt, weil die Handradabdeckung beim Versand gebrochen war. Es handelt sich hier noch immer um dieselbe Maschine!
Eine von einer ganzen Reihe an Baustellen.
ich habe hier eine Naumann Kl. 9, also eine Schwingschiffchen Nähmaschine. Es dürfte sich einer der letzten hergestellten Maschine dieser Technik von Naumann handeln.
Sie hat also bereits eine Transporteurversenkung und naumanntypisch verfügt sie über einen Hebel, der die Füßchenstange oben hält, zum Sticken oder Stopfen.
Das nur zur Einordnung.
Ich habe ein wenig v.a. mit der Stichlängeneinstellung gekämpft, weil mir die Prioritäten dabei nicht ganz klar waren.
Ich hoffe, es jetzt verstanden und richti umgesetzt zu haben.
Daher dieser Thread.
Erstes Problem ist schon einmal der Skalenträger. Ich hatte vermutet, daß die Schraube für symmetrische Stiche (vorwärts/rückwärts) dient.
Das Problem hier ist die Schraube.
Normalerweise ließe sie sich in Stellung '0' so festdrehen, daß sich der Hebel nicht mehr bewegen lässt.
Das ist hier bei knapp einem halben Millimeter der Fall.
Korrigieren ließe sich das nur, indem man die verchromte Skala auf dem Träger verschiebt. Das lasse ich aber schön bleiben, weil man das nicht ohne Beschädigung hinbekommt.
Entweder hat man bei Naumann da gepfuscht oder keinen großen Wert auf eine etwaige Symmetrie gelegt.
Denn diese ist anscheinend auch nicht machbar.
Zuerst habe ich die Maschine so eingestellt, daß sie die gleiche Stichlänge im oberen und unteren Anschlag macht, natürlich in entgegengesetzter Richtung.
Dann komme ich aber auf eine maximale Stichlänge von nur rund 3,25 mm.
Da die Skala in Vorwärtsrichtung aber eine '4' zeigt, meine ich, daß sie auch eine Stichlänge von vier Millimetern nähen sollte.
Das lässt sich einstellen, sie könnte sogar noch längere Stiche nähen, bevor sie anfängt zu klingeln!
Also habe ich sie so eingestellt.
Eine Symmetrie ist so (oder so) aber nicht machbar, rückwärts näht sie so weit unter vier Millimeter pro Stich.
Aber ich denke, daß das mindestens nahe an der Philosophie dieser Maschine ist.
Skurriler Effekt nebenbei:
Bei da noch gut drei Millimetern eingestellem Stich ließ sie massiv Stiche aus.
Ich habe die Kinetik dann genauer in Augenschein genommen und festgestellt, daß die Maschine bereits anfängt zu transportieren, bevor die Nadel vollständig den Stoff verlassen hat.
Nähmaschinen haben was von einem mechanischen Sudoku, finde ich.
Zum Glück musste ich nicht lange grübeln.
Der Transport wird über einen Exzenter und eine Gabel erzeugt. Dieser Exzenter ist mit einer Madenschraube an die Armwelle fixiert. Den kann man einfach (jedenfalls nachdem man die Verharzungen an der Stelle löst - das warme Wetter kam dem Haartrockner merklich zur Hilfe) zurückstellen.
Jetzt näht die Maschine korrekt.
Bei diesem Teil habe ich wieder viel lernen können.
Und ich hatte viel Arbeit mir ihr, habe hier mal eine Frage gestellt, weil die Handradabdeckung beim Versand gebrochen war. Es handelt sich hier noch immer um dieselbe Maschine!
Eine von einer ganzen Reihe an Baustellen.