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Wie stellt man den Nadelwinkel ein?

Verfasst: Dienstag 28. Juli 2026, 20:06
von Flickflak
Nadeln für Industrie- und Bastelnähmaschinen haben üblicherweise einen runden Schaft, wodurch die Nadel leicht falsch eingedreht werden kann. Bei dünnen Nadeln ist es mitunter schwierig, den Winkel visuell einzustellen. Insbesondere in Stickmaschinen in offenen Werkstätten habe ich beobachtet, dass die Nadeln häufig falsch eingedreht sind, was natürlich Probleme verursacht. In Fabriken mit Nähmaschinen gelingt die Winkeleinstellung hingegen recht genau.

Welche Methode eignet sich Ihrer Meinung nach, um die Nadel korrekt einzudrehen?

Ich habe in älteren Beiträgen nach Informationen gesucht und festgestellt, dass Detlef vorschlug, einen Nadeleinfädler mit einer Aluminiumplatte in das Nadelloch einzuführen, um die genaue Nadelrichtung zu bestimmen. Ich habe auch AI gefragt, der vorschlägt, einen Magneten mit flacher Seite an die Seite der Nadel mit der Nadelrille zu halten (das habe ich gerade ausprobiert, und es funktioniert).

Gibt es noch andere Methoden?

Re: Wie stellt man den Nadelwinkel ein?

Verfasst: Dienstag 28. Juli 2026, 20:58
von Asher
...ganz ehrlich, bei meinen Frosch-Augen und der hier "erstklassigen" Beleuchtung wäre ich super glücklich, wenn der Trick wirklich funktioniert smile

Re: Wie stellt man den Nadelwinkel ein?

Verfasst: Dienstag 28. Juli 2026, 22:37
von sputnik
Die Frage ist erst einmal was ist der korrekte Winkel? huh

Je nach Nähmaschinenhersteller sind teilweise bereits Vorschläge in den Anleitungen wie ~15°in die eine/andere Richtung ... und praktisch wird das dann ja immer nach Material und Fäden angepasst und auch in den Anleitungen so beschrieben. Deshalb verwendet man ja bei Industriemaschinen Rundkolbennadeln. Zitat aus einer Bernina Industriemaschinenanleitung: Wenn es Probleme wie Stichauslassen oder unsaubere Naht gibt versuchen sie die Nadel bis zu ~30° nach rechts zu verdehen.
Bei grossen Bekleidungsfabriken gibt es dann zu jedem Auftrag für jede Maschine ein entsprechendes Anweisungsblatt wo drinnen steht welcher Stoff, welcher Faden, welche Naht, welche Nadel, wenn nicht normal eingesetzt der Winkel zum verdrehen oder auch um 0,5mm tiefer einsetzen. Auch besondere Angaben wie besonderer Nähfuss, -druck, Fadenspannungen, die Nadel alle 30min tauschen, langsamer nähen, Zaubermisteln über der Maschine aufhängen und ähnliches. wink

Ich hab bei einer Hemdenfabrik gearbeitet wo wir laufend grosse Aufträge von öffentlichen Auftraggebern (Polizei, Rettung, Jäger, Post etc) hatten. Bei alle diesen Auträgen kam der Stoff von EINER Firma und die Fäden von EINER Firma ... in theoretisch identischer Qualität. Alle Farben liefen völlig problemlos ... bis auf die grünen Hemden für die Bundesforste. Wenn man hörte das die kommen haben alle gejammert ... trotz aller Tricks gabe es 20x mehr Fadenbrüche wie normal, 10x mehr Nadelbrüche und jede Menge anderer Probleme. Wir haben für diesen Auftrag immer wenn es von der Maschine her möglich war die teureren Serv7 Nadeln von Schmetz benutzt, die Nadeln immer um ~25° verdehen und um 0,5mm tiefer einsetzten müssen, weil mit normalern Nadeln und Einstellungen die Fehler nochmals doppelt so oft aufgetreten sind. Anstelle von ~2 Nadeln pro Woche brauchten wir mit den normalen Nadeln über 20 ... und mit den Serv7 dann nur mehr maximal 15.
Da wir 2x jährlich über eine Woche lang diese Hemden produzieren mussten, haben wir diesbezüglich auch intensiv mit allen Lieferanten (Stoff, Faden, Maschinen, Nadeln) und auch mit Textilforschungsinstituten/-hochschulen intensiven Kontakt gepflegt und nie auch nur eine konkrete Ursache oder gar eine bessere Lösung dafür gefunden.

Heute, nachdem auch Amann im Focusbuch schreibt das die Farbe des Nähfadens wichtige Rolle spielt, vermute ich das auch als Hauptproblem bei diesen Hemden. Fäden und Stoff anders gefärbt ... und natürlich der Hexenmeister der grüne Sachen gehasst hat. biggrin

Neben Lupe und viel Licht halte ich auch den Nadeleinfädler als probates Hilfsmittel.

Herzliche Grüsse vom Sputnik

Re: Wie stellt man den Nadelwinkel ein?

Verfasst: Mittwoch 29. Juli 2026, 06:57
von Asher
ich hab an jeder auch nur halbwegs genutzten einen Einfädler.
Aber diese dünnen Drähte schielen in alle Richtungen.

Danke übrigens für die Info mit der Nadelverdrehung...
das machts nicht grad einfacher boewu ,
aber nu weiss ich, dass ich keine Micrometer-Präzision brauch

Re: Wie stellt man den Nadelwinkel ein?

Verfasst: Mittwoch 29. Juli 2026, 12:33
von neugierig
Wie immer: selbst herstellen
in ein Metallplättchen oder ein leichtes(!), gerades Metallwerkzeug das normalerweise bei der betreffenden Maschine liegt einen pasend feinen Schlitz sägen oder fräsen. Hilfreich im Gebrauch ist eine gerade Linie in Verlängerung des Schlitzes um die genaue Richtung einzustellen. Den Schlitz dann auf die Hohlkehle der Nadel anpassen und sauber auspolieren um die Nadel nicht zu verkratzen.
Zum Einbau der Nadel kann mit dieser Lehre der Drehwinkel eingestellt und gleichzeitig die Nadel korrekt in die Halterung geschoben werden. Das geringe Gewicht verhindert das Verschieben der Nadel nach unten während des Festziehens (kein Witz - anfangs gab es in der Produktion mehrfach Probleme mit zu tief gesetzter Nadel weil dem Personal das Gewicht suspekt war).
Eine solche Lehre ist in aller Regel noch für eine Nadelstärke dünner und dicker zu verwenden.
Speziell bei Maschinen wie Riegelautomaten, die immer nur auf eine Art verwendet werden hat sich auch bewährt, den Schlitz der Lehre bereits im nötigen Winkel einzuschneiden. Die Lehre wird dann gerade zu einer Maschinenkante gehalten und muß nicht auf Verdacht gedreht werden.

Re: Wie stellt man den Nadelwinkel ein?

Verfasst: Mittwoch 29. Juli 2026, 13:44
von Achim (js_hsm)
Ich nehme eine medizinische Klemmzange und Klemme die Nadel rechtwinklig ein. Dann in die Nadelstange, ausrichten und klemmen. biggrin

Re: Wie stellt man den Nadelwinkel ein?

Verfasst: Mittwoch 29. Juli 2026, 18:31
von Asher
mx
gute Idee, ich hab tatsächlich so was ähnliches noch bei meinem PC-Werkzeug

Re: Wie stellt man den Nadelwinkel ein?

Verfasst: Mittwoch 29. Juli 2026, 22:46
von sputnik
Ich verwende häufig die Pinzette welche bei jeder meiner Maschinen dabei ist. Damit geht das auch sehr gut.

Re: Wie stellt man den Nadelwinkel ein?

Verfasst: Donnerstag 30. Juli 2026, 07:23
von Berit
Ich fädel die Nadel ein, schiebe sie in den Nadelhalter und richte sie mit dem Faden aus, halte sie mit den Fadenenden in Position und ziehe die Schraube an.

Re: Wie stellt man den Nadelwinkel ein?

Verfasst: Samstag 1. August 2026, 19:19
von 3607
Hallo,

bei meiner Naumann 65 lag dazu so etwas bei:
18580aa2-8dcd-400a-8885-3984aede371c.jpg
Da klemme ich die Nadel dazwischen und weiß, in welche Richtung das Löchlein geht....
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Mit besten Grüßen, Jürgen

Ps.: ...jetzt hab ich doch tatsächlich grad eine Flachkolbennadel erwischt...geht aber mit Rundkolben genauso, versprochen!