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Pfaff 230 Fadenspannung

Verfasst: Freitag 21. August 2026, 17:33
von Sysinchrium
hallo an die hilfreichen Menschen hier!
Mir ist es peinlich, das Thema erneut breitzutreten, aber ich weiß mir keinen Rat mehr.
Unterseite.jpg
Zu Beginn klemmte der Oberfaden immer zwischen den Scheiben, egal bei welcher Einstellung. Ich habe daraufhin mehrfach Faden, Nadel, Spulen und sogar mehrere Spulenkapseln gewechselt.
Ich habe den Greiferraum auf Fäden überprüft, und die Spannungseinheit gereinigt (abgenommen und wiedereingestzt) - alles ohne Erfolg. Das Verstellen der Oberfadenspannung und Gebastel an der Spule versteht sich von selbst; brachte in allen Kombinationen keine Besserung. heul
Der Faden klemmt nicht mehr zwischen den Scheiben, jedoch gibt es Unmengen an Schlingen im Unterfaden.
Ich bitte um Hinweise, was falsch sein könnte.Weitere Fotos können gerne nachgeliefert werden.
Danke im voraus.

Re: Pfaff 230 Fadenspannung

Verfasst: Freitag 21. August 2026, 18:02
von Makatea
Kann es sein, daß der Pinökel, der die OFS bei Füßchen hoch entspannt, in dieser Position klemmt?

Spürst Du mit Füßchen runter eine angemessene Fadenspannung, wenn Du am Garn ziehst?

Re: Pfaff 230 Fadenspannung

Verfasst: Freitag 21. August 2026, 18:09
von Sysinchrium
Bei der Fußstellung unten gibt es Fadenspannung, soweit ich Deinen Beitrag verstanden habe huh

Re: Pfaff 230 Fadenspannung

Verfasst: Freitag 21. August 2026, 20:50
von Makatea
Ja.
Es gibt einen Stift, der über die Füßchenhochstellung in der Position "oben" die Fadenspannung des Oberfadens auskuppelt.

Deine Problembeschreibung hört sich danach an, als ob verharztes Öl diesen Stift in seiner Bewegung behindert.

Auseinanderbauen, alles dokumentieren (Fotos), in richtiger Reihenfolge auf den Tisch legen, grimmig saubermachen, leicht ölen, wieder zusammenbauen.

Re: Pfaff 230 Fadenspannung

Verfasst: Freitag 21. August 2026, 22:08
von sputnik
Servus XXX,

Du schriebst:
von Sysinchrium » Freitag 21. August 2026, 17:33
... Ich habe den Greiferraum auf Fäden überprüft, und die Spannungseinheit gereinigt (abgenommen und wiedereingestzt) - alles ohne Erfolg. Das Verstellen der Oberfadenspannung und Gebastel an der Spule versteht sich von selbst; brachte in allen Kombinationen keine Besserung. heul
Der Faden klemmt nicht mehr zwischen den Scheiben, jedoch gibt es Unmengen an Schlingen im Unterfaden.
Ich bitte um Hinweise, was falsch sein könnte.Weitere Fotos können gerne nachgeliefert werden.
Damit stellt sich für mich die Frage was hast Du abgenommen und wieder eingesetzt? huh
Es kann sein wenn der Faden zuvor geklemmt hat dass er sich irgendwo verhängt hat (da reicht oft ein kleiner Knoten)...
wenn Du die Spannung zerlegst und wieder zusammenbaust müssen anschliessend die Einstellungen wieder stimmen.

Als erstes solltest Du einmal probieren ob bei Fuss oben fast keine Spannung vorhanden ist ... und bei Fuss unten VIEL mehr?

Dann habe ich hier für Dich ein Bild von einer Pfaff Fadenspannung:
Pfaff 134 Fadenspannung.jpg

Die sieht zwar etwas anders aus ... ist aber von der Funktion her gleich wie Deine.

Wichtig ist auf dem Bild die untere Reihe welche die richtige Reihenfolge der Teile zeigt:
Es gibt im Spannungsbolzen einen dicken und einen dünnen Lüftungsstift. Diese beiden Stifte müssen sich frei bewegen lassen.
Auf dem Bolzen stecken bei Dir drei Spannungsscheiben und dann die Stegscheibe.

Wenn der Fuss oben ist drückt der Hebel 6645 auf den dicken Spannungsstift ... dieser auf den dünnen und der wiederum auf die Stegscheibe.
Die Stegscheibe drückt die Feder zusammen und die Spannunsscheiben sind "gelüftet" also frei beweglich ... nicht mehr von der Feder zusammengepresst.

Wenn der Fuss unten ist müssen die Spannungsscheiben von der Feder zusammengedrückt werden. Deshalb bei Fuss unten eine wesentlich höhere Fadenspannung als bei Fuss oben.

Damit das ganze funktioniert kann die ganze Fadenspannung 6815 nach lockern der Schraube 152 weiter ins Loch gedrückt werden oder weiter herausgezogen werden.
Wenn die Spannung zu weit heraussen ist wird sie nicht mehr gelüftet ... wenn sie zu weit innen ist kommen die Scheiben nicht mehr zusammen.

Die häufigsten Probleme in diesem Zusammenhang sind:
durch verharztes Öl klebrige Lüftungsstifte
Schmutz zwischen den Spannungsscheiben
verbogene oder falsche Spannungsstifte
eine Stegscheibe wo der Steg verbogen oder gebrochen ist

Schau Dir das mal an und berichte uns darüber was Du gesehen hast.

Herzliche Grüsse vom Sputnik

Re: Pfaff 230 Fadenspannung

Verfasst: Samstag 22. August 2026, 18:27
von Sysinchrium
hallo Sputnik,
vielen Dank für die Mühe. Ich hab das Ding nochmal auseinandergenommen, und mußte erkennen, daß es wohl am Stift liegt, der (noch vorhanden?) nicht frei liegt.
20260822_181953[1].jpg
was mach ich nun?
Gruß Sysinchrium

Re: Pfaff 230 Fadenspannung

Verfasst: Samstag 22. August 2026, 19:10
von Sysinchrium
Ich habe den Stift vorziehen können, und alles nach Anleitung wieder zusammengebaut.
Die Oberseite sieht hervorragnd aus, die Unterseite wirft noch größere Schlingen als bisher, und das bei Fadenspannung 8 ( bisher zwischen 3-4 benutzt). Liegt es vielleicht an der Spulenkapsel?

Re: Pfaff 230 Fadenspannung

Verfasst: Samstag 22. August 2026, 20:14
von sputnik
Am besten Du nimmst die Spannung komplett heraus. Das ist eine kleine Schraube 152 auf meinem Bild. Je nach Maschine kommt die von oben, unten, rechts oder links. Wenn sie von links kommt muss man erst den Stirndeckel abschrauben.

Hinter dem Stirndeckel sieht man dann auch den Hebel 6645 ... der muss frei beweglich sein (darf nicht durch verharztes Öl festkleben).
Wenn die kleine Schaube locker ist, sollte sich die "Spannungsnuss" herausnehmen lassen.
Falls das nur ein Stückchen weit geht dann muss die kleine Schraube noch etwas weiter gelockert werden.

Jetzt siehst Du ob es bei Deiner Maschine die kleine Schraube 624 in der Spannungsnuss gibt oder nicht.
Falls es diese Schraube gibt hält sie den Spannungsbolzen fest. Falls es sie nicht gibt ist hinten auf dem Spannungsbolzen ein Gewinde mit dem der Bolzen in die Nuss eingeschraubt ist.
Das alles brauchst Du aber nur um die Fadenanzugsfeder zu wechseln oder einzustellen, was bei Dir vermutlich aber nicht notwendig ist.

Trotzdem eine Vorwarung:
Der Spannungsbolzen ist in der Mitte (am Ende des Schlitzes wo der Faden drüberläuft) gehärtet. Deshalb muss man aufpassen das er dort nicht bricht!
Das kann passieren wenn man den Schlitz bei der eingeschraubten Version zum demontieren benutzt oder wenn er zusammengebogen war und man versucht ihn wieder gerade zu biegen. In solchen Fällen VORSICHTIG (nur mit Schonbacken im Schraubstock im Bereich ohne Schlitz) aufschrauben ... oder VORSICHTIG (nur mit vorher bis ans Gewindeende aufgeschraubter Spannungsmutter) aufbiegen.
Falls die Stifte schwergängig (verklebt/falsch/verbogen) sind ... den hinteren Lüftungsstift mit einer Zange herausziehen und mit einem dünnen Draht den dünnen Stift nach vorne herausdrücken. Der dünne Stift ist orginal häufig am vorderen Ende flachgedrückt.
Dann kann man die Teile mit Petroleum/Lampenöl/Kaltreiniger waschen und wieder zusammenbauen.
Manchmal kommt es vor das bereits jemand einen verlorenen Bolzen durch einen anderen ersetzt hat der nicht passt und deshalb schwer geht. Oder einen Bolzen durch einen weicheren ersetzt hat, welcher sich dann am Ende flachdrückt oder ähnliches.

Beide Bolzen sind orginal relativ hart und an den Enden leicht verrundet. Wenn der dünne zu scharfkantig ist (z.B. ein Stück Klaviersaitendraht mit Seitenschneider abgezwickt) zerstört das die Stegscheibe. Wenn sich die Bolzen frei bewegen lassen ist alles OK. Bei meiner Version ist innen noch eine kleine Feder aufgesteckt welche den dicken Bolzen bremst damit er beim zusammenbauen der Spannung nicht so leicht verlorengeht.

Wenn Die Nuss mit dem Spannungsbolzen und der Fadenazugsfeder gut aussieht (die Feder federt leicht gegen den Anschlag) ... kommen der dünne Lüftungsstift in die Bohrung, die Spannungssscheiben auf den Bolzen (die sollten sauber und glatt sein) ... die Stegscheibe, Spannungsfeder und die Spannungsmutter.
Jetzt sollte die Spannung wieder so ähnlich aussehen wie links oben auf dem Bild ... und sich mit dem dicken Lüftungsstift von hinten gedrückt, lüften (= Scheiben auseinander) lassen.

Jetzt kann man die ganze Spannung in das Loch im Gehäuse einbauen und mit der kleinen Schraube wieder befestigen.
Dabei wird durch verdehen der gesamten Spannung der Weg der Fadenanzugsfeder eingestellt.
Die Fadenanzugsfeder muss ihren Weg beenden wenn die Nadelspitze zum Stoff kommt (allerspätestens wenn das Öhr auf Stichplattenhöhe ist).
Und die Spannungslüftung wird durch hinein/herausziehen der gesamten Spannung eingestellt.
Wenn der Presserfuss unten ist müssen die Scheiben zuzammenpressen ... wenn der Fuss oben ist müssen die Scheiben gelüftet (= locker) sein.

MERKE:
VORSICHT ist die Mutter des Spannungsbolzen. biggrin
Die Stifte können leicht wegrollen/runterfallen!

Falls Du bei einem Händler etwas bestellen/besorgen musst:
Ich habe für den Notfall gerne eine Fadenanzugsfeder, Stegscheibe und den dünnen Lüftungsstift in Reserve.

Gutes Gelingen !

Herzliche Grüsse vom Sputnik

Re: Pfaff 230 Fadenspannung

Verfasst: Samstag 22. August 2026, 20:36
von sputnik
Bei deiner Ausführung mit den Zahlenwerten kannst du die erst einstellen wen die Spannung prizipiell wieder passt.

Beim einbauen der Spannung erst die Unterfadenspannung einstellen.
Wenn Du eine volle Spule in die (saubere) Kpsel einlegst musst du die Kapsel mit der Spule vorsichtig am Faden hochheben können ... und wenn Du ein wenig ruckelst muss die Kapsel (am Faden hängend) ein wenig nach unten rutschen.

Dann wird mit gelockerter (die kleine Schraube lockern) Ziffernscheibe die Oberfadenspannung für eine schöne Naht (ohne Schlaufen und mit Verknotung im Stoff) eingestellt. Und anschliessend die Ziffernscheibe auf 4 oder 5 eingestellt.

Es gibt aber natürlich auch noch andere mögliche Ursachen für Schlaufen/schlechte Spannung.

Weitere mögliche Fehlerursachen sind z.B. Spulenkapsel oder Spule.
Passen die zur Maschine?
Sauber, glatt, leichtgängig, kein Rost, keine Scharten/rauhen Stellen?
Die Spannungsfeder nicht verbogen und kein Schmutz darunter?
Spule gleichmässig und ohne Schlaufen aufgewickelt?

Wenn die Spulenkapsel mit Spule und Faden im Greifer eingesetzt ist, muss sich der Faden (durch die Stichplatte) ganz gleichmässig ziehen lassen. wenn z.B. die Spule etwas verbogen oder falsch ist merkt man häufig wie sich beim ziehen die Spannung am Faden verändert.
Oft findet man im Zubehör Spulen von anderen Maschinen, welche zwar hineinpassen aber dann nicht richtig funktionieren.