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Einrichtung der Adler 189A

Verfasst: Montag 24. August 2026, 13:35
von zeko
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Hallo, ich bräuchte Hilfe bei der Einrichtung und Justierung meiner Adler 189A. Ich habe alle Beiträge zur Restaurierung und Inbetriebnahme dieser wunderbaren Maschine sorgfältig gelesen, aber nirgends eine Beschreibung der Justierung und der korrekten Einrichtung gefunden. Die von mir gesammelten Informationen beschreiben die Justierung nicht genau. Nachdem ich selbst einen Zahnriemen angefertigt hatte, wollte ich die Maschine in Betrieb nehmen, aber ich kann den Greifer nicht einstellen. Nadelstange und Transporteur habe ich bereits justiert. Ich dachte, ich könnte ihn durch Lösen der beiden Schrauben am Greifer (gelber Pfeil im Bild) freier einstellen, aber alles ist schwergängig. Jede Bewegung des Greifers bewegt alle Mechanismen, und es ist unmöglich, den Greifer in Bezug auf Nadelstange und Transporteur zu justieren.

Was mache ich falsch? Ich bin Rentner und habe erst nach meiner Pensionierung das Nähen als Hobby für mich entdeckt. Deshalb bitte ich um eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Einrichtung.

Ich spreche kein Deutsch; ich benutze Google Translate.

Re: Einrichtung der Adler 189A

Verfasst: Montag 24. August 2026, 14:05
von Achim (js_hsm)
Ich würde die Verbindung Greifer zur Greiferwelle nochmal mit WWW+W behandeln.


WWW (Wärme, WD40, Warten) + W (Wiederholen)
Anstelle von WD40 ist auch Petroleum ok (klares Lampenöl)
Ich nutze ein Heißluftgerät mit schlanker Düse, damit kommt man an (fast) alle Stellen
Nur immer aufpassen das ggf. vorhandene Kunststoffteile nicht zu heiß werden.

Re: Einrichtung der Adler 189A

Verfasst: Montag 24. August 2026, 15:38
von saumseliger
Hallo zeko,

schöne Maschine, die Du da hast (ich hab' die gleiche).
Und weil sie auch für Biesen ausgerüstet ist, könnte es sogar eine 189AB sein, oder?

Aber das ist ja nur zweitrangig.
Es gibt eine "Anleitung für den Mechaniker", die hänge ich mal an,
vielleicht kannst Du etwas damit anfangen, sie ist allerdings auf deutsch.
Adler-189-Mechaniker.pdf
Wobei Dein Problem ja eher ein allgemeines ist. Die Greifer sitzen gerne mal fest,
das war bei mir auch so.
Ich habe die Madenschrauben herausgeschraubt, Petroleum in die Löcher gespritzt,
eine Nacht lang gewartet und am nächsten Tag mit Wärme gearbeitet. Das ging dann.

Viel Erfolg!

der gert

Re: Einrichtung der Adler 189A

Verfasst: Montag 24. August 2026, 17:34
von zeko
Vielen Dank für Ihr Interesse und die schnellen Antworten. Ich habe es jetzt drei Tage lang mit WD40 eingesprüht und versucht, es mit einem Heißluftfön zu erhitzen – bisher ohne Erfolg. Ich möchte keine Gewalt anwenden, aber ich weiß jetzt, dass sich der Haken bewegen sollte. Vielleicht versuche ich es mal mit Petroleum?
Ich finde die Maschine übrigens ziemlich cool, deshalb wollte ich sie auch mal ausprobieren.

Re: Einrichtung der Adler 189A

Verfasst: Dienstag 25. August 2026, 01:21
von Makatea
Es kann auch sein, daß an der Greiferwelle oder vielleicht auch an anderer Stelle (zwischen Handrad und Armwelle passiert das auch immer mal wieder) relativ wenig um eine Achse gewickeltes Garn eine starke Blockade verursacht.

Wenn Mehrere Tage intensives Baden in Petroleum, warm machen und drehen das Problem nicht lösen, ist es durchaus in Ordnung, eine Gripzange zu nehmen und die blockierte Welle mit gefühlvoller Gewalt hin und her zu bewegen, bis die Blockade gelöst ist.

Das ist wirklich ultima ratio, vorher sollte man sich schon sehr intensiv mit milderen Mitteln bemühen.

Re: Einrichtung der Adler 189A

Verfasst: Dienstag 25. August 2026, 06:58
von saumseliger
Guten Morgen,

@makatea:
ich hatte die Anfrage so verstanden, dass der Greifer auf der Welle festsitzt
und sich zum Justieren nicht frei bewegen lässt.

Und ich habe gerade bei meiner Maschine nachgeschaut:
Man könnte versuchen, den Greifer mit einer Gripzange auf seiner Welle zu bewegen.
Da, wo die Madenschrauben sitzen, sollte genug Raum sein, eine kleine Grip-Zange anzusetzen.
Aber vorher:
Madenschrauben raus, Petroleum (WD40) rein, wirken lassen.
Und auch hier gilt: Erst wenn nichts anderes mehr geht.
Und vorsichtig, denn man muss ja über die doppelte Umlenkung der Greiferbewegung gegenhalten.

g.

Re: Einrichtung der Adler 189A

Verfasst: Dienstag 25. August 2026, 10:51
von Lupomita
Hallo Zero,
einen neuen Tip für Dein Problem habe ich nicht.
Aber mich würde inreressieren wie Du den Zahnriemen gebaut hast. Ich hatte das auch schon mal versucht, aber der hat nicht lange gehalten.
Lieben Gruß
Wolf

Re: Einrichtung der Adler 189A

Verfasst: Dienstag 25. August 2026, 23:58
von zeko
Geschafft!!!
Nach etwas Petroleum und Erhitzen mit einem Heißluftfön hat es sich bewegt.
Nun eine Frage an Saumseliger: Da du erwähnt hast, dass du die gleiche Maschine hast, könntest du mir den Einstellvorgang Schritt für Schritt erklären?
Ich bin nämlich kein Mechaniker.
Lupomita- Riemen selbst aus Jalousienschnur und 2 mm breiten Blechstreifen angefertigt.
Ich habe das gemacht, ohne die Rollen auszubauen. Ich habe die Rollen mit mehreren Lagen Schnur umwickelt, die Enden provisorisch mit Sekundenkleber fixiert, dann die Blechstreifen zugeschnitten und daraus Klammern geformt.
Diese habe ich auf die Schnüre gelegt, festgezogen und in die Nuten der unteren Rolle eingesetzt.
Das ist zu Hause nicht ganz einfach, denn obwohl ich versucht habe, den Abstand in den Nuten der unteren Rolle genau einzuhalten, gab es eine leichte Fehlausrichtung an der oberen Rolle, die ich korrigieren musste.
Ich habe einen HTD 456-8M Zahnriemen gekauft, der passen sollte, aber der Einbau übersteigt meine Kenntnisse und ich befürchte, dass ich nach der Demontage nicht mehr alles wieder zusammenbauen kann.

Re: Einrichtung der Adler 189A

Verfasst: Mittwoch 26. August 2026, 08:12
von saumseliger
Hallo zeko,

herzlichen Glückwunsch!

Die Greifereinstellung ist eigentlich allgemeingültig.
Nur die genauen Abstände sind von Maschine zu Maschine etwas unterschiedlich.
Auf der Seite 189/13 in der Mechanikeranleitung ist alles gezeigt und die Abstände sind eingezeichnet.

Also:
0. Du setzt eine 90er Nadel ein.
(In der Anleitung steht: System 705. Aber die Maschinen, die für Biesen eingerichtet sind, benutzen System 1738,
oder 287WH. Das solltest Du vorher klären und die entsprechende Nadel benutzen. Jedenfalls mit Stärke 90).
Stichlage (Position der Nadel): Mitte und ZickZack: 0 (also Geradstich).

1. Du stellst die Nadelstange auf den unteren Totpunkt

2. Du drehst das Handrad auf Dich zu, bis die Nadelstange sich 2 mm nach oben bewegt hat.
(Ich mache das mit einer Wäscheklammer und einem Blech von 2mm Stärke. Am unteren Totpunkt
befestige ich die Wäscheklammer an der Nadelstange, wo sie in der Maschine verschwindet und zwar mit dem
2mm-Blech dazwischen. Dann entferne ich das Blech und drehe am Handrad bis die Wäscheklammer anliegt.
Das ist dann der 2mm-Punkt. Dieser Weg heißt "Schleifenhub", weil auf diesen 2mm sich die Schlaufe bildet,
in die die Greiferspitze treffen muss).

3. In dieser Position muss die Greiferspitze genau hinter der Nadel stehen. Wenn nicht, musst Du
den Greifer so justieren. Wo das Nadelöhr genau steht, ist jetzt noch egal, es geht um den Zeitpunkt.

4. Der Greifer soll einen Abstand zur Nadel von 0,1mm haben.

5. Hast Du beides gleichzeitig richtig eingestellt, ziehst Du die Schrauben wieder an.

6. Jetzt kommt die Sache mit dem Nadelöhr.
Wenn die Greiferspitze genau hinter der Nadel steht,
muss sie 1mm über dem oberen Ende des Nadelöhrs stehen.
So steht es in der Beschreibung auf dem Bild.
Auf Seite 189/15 ist das noch mal im Text beschrieben, da steht aber 1,2mm!
Also: 1mm bis 1,2mm sollte der Abstand sein.
Eingestellt wird das mit der Nadelstange:
Du suchst Dir die Schraube am Nadelstangenantrieb und stellst sie ein bis die 1 - 1,2mm erreicht sind.
Du musst aufpassen, dass Du die Nadelstange dabei nicht verdrehst.

Damit bist Du fertig, was den Greifer betrifft.

Du solltest aber kontrollieren, ob beim maximalen ZickZack der Greifer die Schleife links und rechts erfasst.
Wenn das nicht funktioniert, musst Du evtl. an der Nadelstange noch etwas höher oder tiefer gehen.
Die Greiferspitze darf dabei die Nadel nicht berühren (sonst noch mal Punkt 4!).

Viel Erfolg

der gert

PS: Ich bin auch kein Mechaniker, sondern Kirchenmusiker ...