Meister Anlaufprobleme (Näh- und Anlaufgeschwindigkeit)
Verfasst: Montag 26. November 2018, 14:52
Ich habe hier noch eine Meister Noblesse und eine Meister Programatic stehen (Typ 150 und 70). Diese Maschinen haben folgendes gemeinsam.
Beide Maschinen habe ich vor etwa 1 Jahr bereits gründlich gewartet. Ich bin allerdings scheinbar noch nicht fertig. Sie nähen beide relativ gut. An der Stichqualität gibt es nichts zu meckern. Aber, beide sind als CB-Greifermaschinen relativ laut. Das laute Geräusch kommt vermutlich vom Greifer. Da habe ich bereits alles mögliche versucht. Das habe ich hier im Forum auch bereits beschrieben. Auch die Treiberfeder habe ich jetzt bei beiden Maschinen noch auf ziemlich genau 0,35 mm Abstand zum Greiferende verbogen. Das kann ich mittlerweile, hat aber kaum was gebracht. Mit der Lautstärke der Maschinen werde ich mich wohl abfinden müssen. (Die ersten Meister ZZ Nähmaschinen waren gemäß meiner Erfahrung deutlich leiser. Mit dem Unterschied CB-Greifermaschine zu Doppelumlaufgreifermaschine hat mein Problem nichts zu tun). Ich vermute jetzt, dass es noch ein größeres Problem gibt, dass vermutlich maßgeblich auch für die Lautstärke verantwortlich ist. Möglicherweise ist das sogar der Hauptverursacher.
Es ist die Näh- und Anlaufgeschwindigkeit, mit der ich bei beiden Maschinen nicht wirklich zufrieden bin. Beide Maschinen kennen mehr oder weniger mit leichten Nuancen nur zwei Zustände. Vollgas oder Stillstand. Für einen Anfänger ist es deshalb relativ schwer, mit diesen Maschinen präzise zu nähen und wenn sich die Maschinen im Vollgas Modus befinden, machen Sie eben auch ordentlich Lärm. Beide Maschinen können noch deutlich schneller nähen, aber diese Geschwindigkeit braucht kein normaler Mensch und niemand, der mit einer Nähmaschine vernünftig nähen will. Ich brauche das jedenfalls nicht. Deutlich langsamer und damit auch erheblich leiser wäre für mich wichtiger. Aber genau das geht bei beiden Maschinen nicht. Wenn ich hier von Vollgas rede, dann meine ich eine Geschwindigkeit, die für meine Begriffe und vermutlich für jedem Profi-Näher bereits deutlich zu schnell ist, aber noch nicht die maximal erreichbare Geschwindigkeit dieser Maschinen darstellt.
Ich habe zuerst vermutet, dass es an den Anlassern liegt. Beide Anlasser sind Kohleplättchenanlasser. Einer ist vom Typ FT-1A und der andere vom Typ FKT-1A. Die äußere Form ist stark unterschiedlich. Innen ist die Technik allerdings fast exakt die gleiche. Je ein Kohlepättchenbehälter mit zwei Abteilungen. Alle Kohleplättchen in den Anlassern sind in Ordnung. Soweit es ein oder zwei gebrochene Plättchen gab, habe ich sie bereits ersetzt. Da waren auf jeder Seite etwa 41 Plättchen drinn. Im Rahmen meiner Experimente habe ich zum Schluss auf einer Seite nur 39 Plättchen reingemacht, in der Hoffnung, dass Anlassverhalten könnte sich so leicht verbessern. Das hat kaum was gebracht. Ansonsten kann man in den Anlassern mit einer Schraube nur einstellen, ob die Maschine früher oder später loslaufen soll. Das habe ich wohl halbwegs richtig gemacht. An den Kurzschlusskontakten kann man ansonsten in beiden Anlassern kaum was fummeln. Die ERO-Kondensatoren wirken in beiden Anlassern noch in Ordnung.
Nächstes Untersuchungsmotor waren die Motoren und die Keilriemen. In beiden Maschinen sind Motoren vom Typ PNE 30 verbaut. Bei diesen Motoren kann man das Teil an dem die Kohlebürstenbehälter verbaut sind verdrehen, so dass die Motoren auch als Rechtsläufer zu gebrauchen wären. Ich habe in beiden Motoren die Ritzen am Kommutator vorsichtig ausgekratzt und die Kommutatoren poliert. Die Kohlebürsten waren noch in Ordnung. Die anderen Motorseiten, wo das Kabel in den Motor geht, habe ich nicht untersucht, weil die Kabel relativ kurz waren und ich kein Kabel beschädigen wollte. Ich kann deshalb nicht sagen, wie es da drinnen aussieht. Kondensatoren sind darin vermutlich keine verbaut. Möglich wäre es aber. Beide Motoren lassen sich butterweich drehen, so wie es normalerweise sein soll.
Mit der Keilriemenspannung habe ich bei beiden Maschinen längere Zeit gespielt. Die Spannung ist bei beiden Maschinen relativ locker. Mir wäre das für einen normalen Keilriemen an einem Rucksackmotor viel zu locker. Da ich für diesen internen Motor keine anderen Maßstäbe habe, der Riemen relativ lange ist und in den Meister Reparatur- und Einstellanweisungen 1974 steht, dass der Riemen nicht zu stark gespannt werden sollte, habe ich die Spannung gerade so eingestellt, dass die Riemenscheibe beim Nähen nicht durchrutscht. Sobald ich die Spannung etwas erhöhe, hört sich die Maschine noch lauter an. Warum das so ist, weiß ich nicht. Wenn die Spannung bereits deutlich fühlbar zu stark wäre, könnte ich dieses Problem verstehen.
Als nächstes habe ich mir noch die Kondensatoren in diesen beiden Nähmaschinen angesehen. Die sitzen bei beiden Maschinen hinter den Steckerbuchsen, da wo das Anlasserkabel eingeschoben wird. In beiden Fällen ist ein ERO Kondensator mit 0,06µF + 2x2000pF +0,02µF fo=2,3 MHz HPG F1313/1 E 560-2-7 verbaut. Nach VDE 0560/7 ist das ein XY-Kondensator mit radial herausgeführten Anschlüssen. Wie die Kondensator angeschlossen sind, konnte ich nicht (oder noch nicht) genau sehen. Scheinbar ist zusätzlich noch ein Entladewiderstand verbaut. In den Meister Reparatur- und Einstellanweisungen 1974 gibt es auf Seite 12 unten ein Schaltbild. Das ist ausgedruckt so klein, dass ich auch mit der Lupe kaum was erkennen kann. In der Anlage habe ich es dreifach vergrößert. Ein besseres Bild von Meister findet sich vermutlich nirgendwo. Ein Kondensator ist reingeklebt, der andere hat sich scheinbar aus seiner Verklebung bereits befreit. Kann auch sein, dass jemand bereits sehen wollte, um welchen Kondensator es sich handelt. Die Papierummantelung dieses Kondensators ist an einer Stelle aufgeplatzt. Die darunter befindliche Metallumhüllung aber scheinbar noch in Ordnung. Beide Kondensatoren würde ich nur ungern austauschen, weil sie schwer zugänglich sind, relativ klein sind und sich vermutlich über relativ kleine und schwer zugängliche Steckverbindungen nicht einfach tauschen lassen. Verformt sind die Kondensatoren noch nicht. Die Hoffnung besteht, dass sie vielleicht noch in Ordnung sind.
Ob die Kondensatoren für das Anlassproblem verantwortlich sein können, weiß ich nicht. Wenn es nur Funkentstörkondensator sind, könnte ich sie vermutlich einfach rausschneiden. Deshalb komme ich zu der für mich wichtigsten Frage. Was ist der wahrscheinlichste Grund dafür, dass beide Nähmaschinen so schnell anlaufen? Bei den beiden Anlassern würde ich normalerweise die größte Wahrscheinlichkeit vermuten. Ich finde allerdings, dass beide Anlasser technisch betrachtet noch in einem ausgezeichneten Zustand sind. Viel besser geht gemäß meiner Erfahrung nicht. Da habe ich schon wesentlich schlechtere Kohleplättchenanlasser gesehen, die eher für einen relativ kraftlosen Antrieb sorgten. Was ich noch tun kann. Ich kann die Anlasser noch gegen einen einwandfrei funktionierenden YDK-Anlasser und/oder einen Pfaff Widerstandsanlasser tauschen und die Original Meister Anlasser auch an einer anderen Nähmaschine ausprobieren, um einen eindeutigen Vergleichsmassstab zu bekommen. Das will ich noch machen. Irgendwie kann ich nicht glauben, daß Meister solche Vollgas Maschinen oder Vollgas Anlasser verkauft hat. Ich vermute, dass es doch ein verschleißbedingtes Problem gibt, dass ich mangels Erfahrung noch nicht identifiziert habe. Am wahrscheinlichsten dafür wären eingentlich die Kondensatoren. Bei den Kondensatoren im Anlasser sehe ich kein Problem und die könnte ich auch relativ einfach tauschen. Vermutlich habe ich die sogar bereits auf Vorrat. Um die Bestellung von Ersatzkondensatoren für die Nähmaschinen hätte ich vermutlich bereits bemüht, wenn der Austausch relativ einfach ginge. So wie Meister die Kondensatoren in kleine Steckerverbindungen hinter die Steckerbuchsen reingepfuscht hat, wird der Austausch der Kondensatoren für mich vermutlich ein Riesenproblem, wenn sich doch herausstellt, dass die Kondensatoren die Verursacher meines Problems sind. In jedem Pfaff oder Singer Motor geht der Austausch vermutlich erheblich einfacher.
Beide Maschinen habe ich vor etwa 1 Jahr bereits gründlich gewartet. Ich bin allerdings scheinbar noch nicht fertig. Sie nähen beide relativ gut. An der Stichqualität gibt es nichts zu meckern. Aber, beide sind als CB-Greifermaschinen relativ laut. Das laute Geräusch kommt vermutlich vom Greifer. Da habe ich bereits alles mögliche versucht. Das habe ich hier im Forum auch bereits beschrieben. Auch die Treiberfeder habe ich jetzt bei beiden Maschinen noch auf ziemlich genau 0,35 mm Abstand zum Greiferende verbogen. Das kann ich mittlerweile, hat aber kaum was gebracht. Mit der Lautstärke der Maschinen werde ich mich wohl abfinden müssen. (Die ersten Meister ZZ Nähmaschinen waren gemäß meiner Erfahrung deutlich leiser. Mit dem Unterschied CB-Greifermaschine zu Doppelumlaufgreifermaschine hat mein Problem nichts zu tun). Ich vermute jetzt, dass es noch ein größeres Problem gibt, dass vermutlich maßgeblich auch für die Lautstärke verantwortlich ist. Möglicherweise ist das sogar der Hauptverursacher.
Es ist die Näh- und Anlaufgeschwindigkeit, mit der ich bei beiden Maschinen nicht wirklich zufrieden bin. Beide Maschinen kennen mehr oder weniger mit leichten Nuancen nur zwei Zustände. Vollgas oder Stillstand. Für einen Anfänger ist es deshalb relativ schwer, mit diesen Maschinen präzise zu nähen und wenn sich die Maschinen im Vollgas Modus befinden, machen Sie eben auch ordentlich Lärm. Beide Maschinen können noch deutlich schneller nähen, aber diese Geschwindigkeit braucht kein normaler Mensch und niemand, der mit einer Nähmaschine vernünftig nähen will. Ich brauche das jedenfalls nicht. Deutlich langsamer und damit auch erheblich leiser wäre für mich wichtiger. Aber genau das geht bei beiden Maschinen nicht. Wenn ich hier von Vollgas rede, dann meine ich eine Geschwindigkeit, die für meine Begriffe und vermutlich für jedem Profi-Näher bereits deutlich zu schnell ist, aber noch nicht die maximal erreichbare Geschwindigkeit dieser Maschinen darstellt.
Ich habe zuerst vermutet, dass es an den Anlassern liegt. Beide Anlasser sind Kohleplättchenanlasser. Einer ist vom Typ FT-1A und der andere vom Typ FKT-1A. Die äußere Form ist stark unterschiedlich. Innen ist die Technik allerdings fast exakt die gleiche. Je ein Kohlepättchenbehälter mit zwei Abteilungen. Alle Kohleplättchen in den Anlassern sind in Ordnung. Soweit es ein oder zwei gebrochene Plättchen gab, habe ich sie bereits ersetzt. Da waren auf jeder Seite etwa 41 Plättchen drinn. Im Rahmen meiner Experimente habe ich zum Schluss auf einer Seite nur 39 Plättchen reingemacht, in der Hoffnung, dass Anlassverhalten könnte sich so leicht verbessern. Das hat kaum was gebracht. Ansonsten kann man in den Anlassern mit einer Schraube nur einstellen, ob die Maschine früher oder später loslaufen soll. Das habe ich wohl halbwegs richtig gemacht. An den Kurzschlusskontakten kann man ansonsten in beiden Anlassern kaum was fummeln. Die ERO-Kondensatoren wirken in beiden Anlassern noch in Ordnung.
Nächstes Untersuchungsmotor waren die Motoren und die Keilriemen. In beiden Maschinen sind Motoren vom Typ PNE 30 verbaut. Bei diesen Motoren kann man das Teil an dem die Kohlebürstenbehälter verbaut sind verdrehen, so dass die Motoren auch als Rechtsläufer zu gebrauchen wären. Ich habe in beiden Motoren die Ritzen am Kommutator vorsichtig ausgekratzt und die Kommutatoren poliert. Die Kohlebürsten waren noch in Ordnung. Die anderen Motorseiten, wo das Kabel in den Motor geht, habe ich nicht untersucht, weil die Kabel relativ kurz waren und ich kein Kabel beschädigen wollte. Ich kann deshalb nicht sagen, wie es da drinnen aussieht. Kondensatoren sind darin vermutlich keine verbaut. Möglich wäre es aber. Beide Motoren lassen sich butterweich drehen, so wie es normalerweise sein soll.
Mit der Keilriemenspannung habe ich bei beiden Maschinen längere Zeit gespielt. Die Spannung ist bei beiden Maschinen relativ locker. Mir wäre das für einen normalen Keilriemen an einem Rucksackmotor viel zu locker. Da ich für diesen internen Motor keine anderen Maßstäbe habe, der Riemen relativ lange ist und in den Meister Reparatur- und Einstellanweisungen 1974 steht, dass der Riemen nicht zu stark gespannt werden sollte, habe ich die Spannung gerade so eingestellt, dass die Riemenscheibe beim Nähen nicht durchrutscht. Sobald ich die Spannung etwas erhöhe, hört sich die Maschine noch lauter an. Warum das so ist, weiß ich nicht. Wenn die Spannung bereits deutlich fühlbar zu stark wäre, könnte ich dieses Problem verstehen.
Als nächstes habe ich mir noch die Kondensatoren in diesen beiden Nähmaschinen angesehen. Die sitzen bei beiden Maschinen hinter den Steckerbuchsen, da wo das Anlasserkabel eingeschoben wird. In beiden Fällen ist ein ERO Kondensator mit 0,06µF + 2x2000pF +0,02µF fo=2,3 MHz HPG F1313/1 E 560-2-7 verbaut. Nach VDE 0560/7 ist das ein XY-Kondensator mit radial herausgeführten Anschlüssen. Wie die Kondensator angeschlossen sind, konnte ich nicht (oder noch nicht) genau sehen. Scheinbar ist zusätzlich noch ein Entladewiderstand verbaut. In den Meister Reparatur- und Einstellanweisungen 1974 gibt es auf Seite 12 unten ein Schaltbild. Das ist ausgedruckt so klein, dass ich auch mit der Lupe kaum was erkennen kann. In der Anlage habe ich es dreifach vergrößert. Ein besseres Bild von Meister findet sich vermutlich nirgendwo. Ein Kondensator ist reingeklebt, der andere hat sich scheinbar aus seiner Verklebung bereits befreit. Kann auch sein, dass jemand bereits sehen wollte, um welchen Kondensator es sich handelt. Die Papierummantelung dieses Kondensators ist an einer Stelle aufgeplatzt. Die darunter befindliche Metallumhüllung aber scheinbar noch in Ordnung. Beide Kondensatoren würde ich nur ungern austauschen, weil sie schwer zugänglich sind, relativ klein sind und sich vermutlich über relativ kleine und schwer zugängliche Steckverbindungen nicht einfach tauschen lassen. Verformt sind die Kondensatoren noch nicht. Die Hoffnung besteht, dass sie vielleicht noch in Ordnung sind.
Ob die Kondensatoren für das Anlassproblem verantwortlich sein können, weiß ich nicht. Wenn es nur Funkentstörkondensator sind, könnte ich sie vermutlich einfach rausschneiden. Deshalb komme ich zu der für mich wichtigsten Frage. Was ist der wahrscheinlichste Grund dafür, dass beide Nähmaschinen so schnell anlaufen? Bei den beiden Anlassern würde ich normalerweise die größte Wahrscheinlichkeit vermuten. Ich finde allerdings, dass beide Anlasser technisch betrachtet noch in einem ausgezeichneten Zustand sind. Viel besser geht gemäß meiner Erfahrung nicht. Da habe ich schon wesentlich schlechtere Kohleplättchenanlasser gesehen, die eher für einen relativ kraftlosen Antrieb sorgten. Was ich noch tun kann. Ich kann die Anlasser noch gegen einen einwandfrei funktionierenden YDK-Anlasser und/oder einen Pfaff Widerstandsanlasser tauschen und die Original Meister Anlasser auch an einer anderen Nähmaschine ausprobieren, um einen eindeutigen Vergleichsmassstab zu bekommen. Das will ich noch machen. Irgendwie kann ich nicht glauben, daß Meister solche Vollgas Maschinen oder Vollgas Anlasser verkauft hat. Ich vermute, dass es doch ein verschleißbedingtes Problem gibt, dass ich mangels Erfahrung noch nicht identifiziert habe. Am wahrscheinlichsten dafür wären eingentlich die Kondensatoren. Bei den Kondensatoren im Anlasser sehe ich kein Problem und die könnte ich auch relativ einfach tauschen. Vermutlich habe ich die sogar bereits auf Vorrat. Um die Bestellung von Ersatzkondensatoren für die Nähmaschinen hätte ich vermutlich bereits bemüht, wenn der Austausch relativ einfach ginge. So wie Meister die Kondensatoren in kleine Steckerverbindungen hinter die Steckerbuchsen reingepfuscht hat, wird der Austausch der Kondensatoren für mich vermutlich ein Riesenproblem, wenn sich doch herausstellt, dass die Kondensatoren die Verursacher meines Problems sind. In jedem Pfaff oder Singer Motor geht der Austausch vermutlich erheblich einfacher.