Langschiff – Nähmaschine der Fa. Carl König, Werksnummer 9875
Verfasst: Mittwoch 15. Juli 2020, 20:36
Leider löste ein Flohmarktbesuch mal wieder den Kaufreflex bei mir aus, obwohl eine Langschiff – Nähmaschine bei mir nicht reinpasst und ich Nähmaschinen – Laie bin.
Es handelt sich gemäß Werkschild um ein Produkt der Nähmaschinenfabrik Carl König.
Den Webangaben zufolge bestand diese Fabrik nur von 1882 bis 1892, dann wurde sie wie andere vom Konkurrenten Pfaff aufgekauft. Bauart wohl Saxonia B, vielleicht Übergangszeit von A zu B, alte Grundplatte, schon neue bessere Mechanik. Handkurbel – Tischmaschine angesetzter Untersetzung, konnte aber auch auf eine Grundplatte mit Tretantrieb aufgesetzt werden, div. Bohrung in der Holzplatte vorhanden. Solche Maschinen wurden wohl auch von Weißnäherinnen mitgeführt, die auf die „Stör“ gingen, also von Hof zu Hof zogen, um Bettwäsche, Näharbeiten etc. vor Ort zu erledigen.
Der Zustand ist für das Alter recht gut, verharztes Öl war größtenteils leicht entfernbar. Leider sind aber zwei Schrauben so fest angezogen, dass sie nicht zu lösen waren. Dem unbekannten Schraubenanzieher möchte man wohl posthum nachrufen: Eine Nähmaschine ist nicht der Panzerkreuzer Potemkin. Der Lack hat natürlich gelitten, an den Kanten abgewetzt, Abplatzer und Riefen, eine Perlmutterintarsie beschädigt. Die Grundplatten-Verschlußschraube nicht original, die Goldverzierung aber größtenteils noch gut erhalten. Die Grundholzplatte mit Blechwanne ist auch noch relativ gut erhalten, zwei Löcher mit Holzwachs reparierbar, der Lack gehört aufgearbeitet. Leider war keine Haube vorhanden. Eigentlich sammelwürdig.
Leider war kein Zubehör vorhanden, nur noch ein Nadelreststück (d 1 mm). Maschine ist leichtgängig, ein Langschiffchen war eingelegt. Nach einer Systemtabelle müsste eine 138 Nadel (Kolben d 1,1 – 1,2; Länge 40) passen. Leider habe ich keine solche Nadel. Um aber zu testen, ob im Prinzip eingefädelt wird, habe ich eine Perlnadel d 1 mm gekürzt und mit dem Öhr nach unten eingesetzt. Natürlich kann man damit nicht nähen, aber die Einfädelung in die Schlinge funktionierte. Der Spuler war auch funktionsfähig.
Da die Nadeln wohl zwischenzeitlich mit Gold aufgewogen werden und die Maschine seltsamerweise Platz benötigt, werde ich sie wohl wieder meistbietend weiterreichen müssen.

Es handelt sich gemäß Werkschild um ein Produkt der Nähmaschinenfabrik Carl König.
Den Webangaben zufolge bestand diese Fabrik nur von 1882 bis 1892, dann wurde sie wie andere vom Konkurrenten Pfaff aufgekauft. Bauart wohl Saxonia B, vielleicht Übergangszeit von A zu B, alte Grundplatte, schon neue bessere Mechanik. Handkurbel – Tischmaschine angesetzter Untersetzung, konnte aber auch auf eine Grundplatte mit Tretantrieb aufgesetzt werden, div. Bohrung in der Holzplatte vorhanden. Solche Maschinen wurden wohl auch von Weißnäherinnen mitgeführt, die auf die „Stör“ gingen, also von Hof zu Hof zogen, um Bettwäsche, Näharbeiten etc. vor Ort zu erledigen.
Der Zustand ist für das Alter recht gut, verharztes Öl war größtenteils leicht entfernbar. Leider sind aber zwei Schrauben so fest angezogen, dass sie nicht zu lösen waren. Dem unbekannten Schraubenanzieher möchte man wohl posthum nachrufen: Eine Nähmaschine ist nicht der Panzerkreuzer Potemkin. Der Lack hat natürlich gelitten, an den Kanten abgewetzt, Abplatzer und Riefen, eine Perlmutterintarsie beschädigt. Die Grundplatten-Verschlußschraube nicht original, die Goldverzierung aber größtenteils noch gut erhalten. Die Grundholzplatte mit Blechwanne ist auch noch relativ gut erhalten, zwei Löcher mit Holzwachs reparierbar, der Lack gehört aufgearbeitet. Leider war keine Haube vorhanden. Eigentlich sammelwürdig.
Leider war kein Zubehör vorhanden, nur noch ein Nadelreststück (d 1 mm). Maschine ist leichtgängig, ein Langschiffchen war eingelegt. Nach einer Systemtabelle müsste eine 138 Nadel (Kolben d 1,1 – 1,2; Länge 40) passen. Leider habe ich keine solche Nadel. Um aber zu testen, ob im Prinzip eingefädelt wird, habe ich eine Perlnadel d 1 mm gekürzt und mit dem Öhr nach unten eingesetzt. Natürlich kann man damit nicht nähen, aber die Einfädelung in die Schlinge funktionierte. Der Spuler war auch funktionsfähig.
Da die Nadeln wohl zwischenzeitlich mit Gold aufgewogen werden und die Maschine seltsamerweise Platz benötigt, werde ich sie wohl wieder meistbietend weiterreichen müssen.
