Hallo Jürgen -
hm, das ist alles irgendwie relativ.
Von der Stickmaschine reden wir hier nicht, das ist ein anderes Kapitel.
Von Kindesbeinen an bis ca. 2015 habe ich auf einer Pfaff 362 mit Automatik genäht. Dann ging sie kaputt (heute weiß ich: "Kondensator"), brachte sie in Reparatur und dort wurde sie für teuer Geld vom Fachmann so repariert, dass ich dann doch mal eine neue brauchte ... (Das wurde hier im Forum schon an anderer Stelle ausführlich besprochen uns ist jetzt nicht Thema.)
Die Sachen, die ich mit der alten Pfaff genäht habe, sind im Netz nicht zu bewundern, weil ich da noch keinen Blog hatte, ich müsste intensiv suchen, ob es zufällig Fotos gibt, und die scannen.
Aber ich erinnere mich, dass ich damit z.B. mehrere Zierstichbänder um das untere Ende eines Sechsbahnenrocks für mich genäht habe, auch Vorhangkanten und umgenähte Kissensäume, ein Deckchen für den Brotkorb und so. Und natürlich Kinderkleidung verziert.
Wie gut man die "alten" Zierstiche für was nutzen kann, hängt wesentlich von den Automatiken ab:
1. Hat die Maschine eine Einfachautomatik? (Zierstich nur durch Auslenkung der Nadel, also im Prinzip Satinstich in Variationen und Geradstich in Bögen oder Zacken)
Das hatte meine 362, übrigens ohne dreigeteilten Zickzack.
Ich kannte das nicht anders und fand es toll und verwendete es da, wo ich ich Lust dazu hatte.
Meine Pfaff 260 hat die gleiche Automatik und in meinen Beispielen oben gibt es einiges, was ich damit verziert habe.
Allerdings muss ich sagen, dass die Satinstiche bei einer Maschine mit Tretantrieb inzwischen mit meinen leicht lädierten Knien nicht mehr so gut machbar sind.
Das ging bei der 362 mit Motor deutlich komfortabler

: )
2. oder eine Doppel-/Superautomatik (+ Steuerung des Transporteurs vor-/rück: nur so eine Automatik kann so elastische Zierstiche, wie ich sie an meinen Shirts oben zeige.)
Meine Borletti könnte das im Prinzip und ich habe seinerzeit etliche Stiche (und die Scheiben dazu) entworfen, um sie an der Maschine zu nutzen, aber am Ende scheiterte es an der Maßhaltigkeit der mir seinerzeit zur Verfügung stehenden "Ausführungsorgane" (3D-Drucker und Lasercutter - das ist alles hier im passenden Thread nachzulesen.)
Dazugesagt: Für viele der originalen Stiche der Borletti mit Rückwärtsbewegungen fielen mir wirklich nur sehr wenig Anwendungsmöglichkeiten ein, die sind etwas seltsam und in der Zeit, in der ich mich damit intensiv bechäftigt habe, fragte ich mich öfter, warum die Ingenierure genau diese Stiche angelegt haben, und nichts "Gescheites", aber das ist natürlich Geschmackssache.
Aber von der Mechanik her kann sie grundsätzlich auch die "modernen" Stiche, die ich gerne hätte.
Und der Freund, dem ich sie zur Zeit geliehen habe, nutzt sie ausschließlich zum Ausbessern von Kleidung, die Schablonen hat er gar nicht mitgenommen.
Nachdem ich mich so intensiv mit dem analogen Programmieren von Stichen beschäftigt hatte, gönnte ich mir dann die Pfaff Performance 5.0, weil ich hier auch Stiche selbst entwerfen kann - (aber leider nur auf 30 Plätzen abspeichern.)
Ich habe definitiv einen Zierstichspleen, was aber wohl insgesamt nicht sehr weit verbreitet ist.
Die Zierstiche für die Zierde da, und wenn man in den "nähaktiven" Forum mitliest, dann sieht man, dass es heute und bei den computergesteuerten Maschinen nicht anders ist als früher:
Die Zierstiche sind eine tolle Sache, die den Spieltrieb ansprechen und Kaufanreize schaffen, (manchmal vielleicht sogar eher beim Ehemann, den Frau überzeugen muss(te), dass sie eine neue Nähmaschine braucht(e)). Letztlich wird die Spielerei aber in den allermeisten Fällen und von den meisten Leuten nur sehr wenig oder gar nicht genutzt.
Mit der Stickmaschine ist es übrigens nicht viel anders. Deshalb tummelt sich dann in den einschlägigen gerne die Frage herum: "Was macht ihr denn mit Eurer Stickmaschine - zeigt her Eure Ideen!"
Was macht ihr denn mit Eurer/m Plotter - 3D-Drucker - Lasercutter - Drechselbank - Drehbank - Dekupiersaäge ... ?
Spaß haben !
(oder beruflich nutzen)