Rast und Gasser

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Sammelviech
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Rast und Gasser

#1 Beitrag von Sammelviech »

Screenshot_9.jpg
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Screenshot_3.jpg
Screenshot_2.jpg
Ich stehe vor einem Rätsel. Ich habe diese Maschine vor dem Containerwurf gerettet und jetzt mal äußerlich gereinigt. Dass es eine Rast und Gasser ist war von Anfang an klar, nur finde ich keine Produktionsnummer (gabs die damals vielleicht gar nicht?), finde im Internet keine Vergleichsbilder aber besonders stutzig wurde ich, als ich feststellen musste, dass eine Schutzhaube gar nicht vorgesehen ist - weil keine Aufnahme dafür? Ich würde gerne sehr viel mehr über diese Maschine erfahren.......
Danke!
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Ramses
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Re: Rast und Gasser

#2 Beitrag von Ramses »

Oft, z.B. bei Singer, fehlt eine Klassenbezeichnung.

Da gehe ich vor, indem ich schaue, welche Technik verbaut ist.
Zentralspule/Greifer? Fadenhebel? Größe?

Ich hatte neulich auf dem Flohmarkt eine Singer gesehen, die ich zunächst für eine Klasse 15 gehalten habe.
Es war aber, wenn ich mich richtig erinnere, eine Klasse 214.
Warum?
Klasse 15 hat noch einen Kurvenfadenhebel, die 214 bereits einen Gelenkfadenhebel. Sonst würde eine andere Klassenbezeichnung keinen Sinn machen.

Sammelviech
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Re: Rast und Gasser

#3 Beitrag von Sammelviech »

Herzlichen Dank, Ramses ;-)
nur leider habe ich überhaupt keine Ahnung, wovon du sprichst - Zentralspule/Greifer? Fadenhebel? Größe? liest sich für mich wie Suaheli.... bitte, bitte in einfachen Worten,

DANKE!

Ramses
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Re: Rast und Gasser

#4 Beitrag von Ramses »

Deine Maschine hat einen Kurvenfadenhebel, das ist das Teil, durch das der Oberfaden geführt wird und beim Nähen ständig auf und ab geht. Es übernimmt die Hand des Nähers, die den Faden bis zum Anschlag beim Nähen aus dem Stoff zieht.

Greifer ist das Herzstück einer jeden Nähmaschine, dort, wo die Spulenkapsel eingesetzt wird.
Ich vermute, es handelt sich um eine Zentralspulen Nähmaschine, also eine mit CB Greifer, der parallel zur Armwelle schwingt.

Mit Größe ist ganz trivial die Abmessung der Arbeitsfläche gemeint. Es gibt da den Wert für den Durchgangsraum und die Größe der Arbeitsplatte (meistens 373 mm x 178 mm - aber halt nicht immer!), was entscheidend ist, wenn man die Maschine in einen Tisch oder Schrank einbauen möchte.
Unterschiedliche Größen bedeuten meist auch unterschiedliche Klassenbezeichnungen.

Wenn Du vom Ganzen nur "Bahnhof" verstehst, dann empfehle ich Dir das Singerkapitel im Nähmaschinenverzeichnis anzuschauen. Singer hat schon die unterschiedlichsten Systeme gebaut. Da gibt es reichlich Bilder!
https://www.naehmaschinenverzeichnis.de ... 0er-jahre/

Ich vermute, daß Deine Rast und Gasser ein Nachbau der Singer 15 ist.
Leider sind im Nähmaschinenverzeichnis keine Maschinen von Rast und Gasser vertreten!

Aber vielleicht ist das interessant für Dich!
https://www.filmarchiv.at/de/filmarchiv ... 9AgoOj7NwW

sputnik
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Re: Rast und Gasser

#5 Beitrag von sputnik »

Schon einmal auf die Unterseite der Bettplatte und unter die Wartungsdeckel geschaut?
Die Maschinen hatten alles eine Seriennummer.

Vermutlich wird es sich um eine "verbesserte" Singer handeln. Manchmal wurde wirklich irgendwas verbessert ... oft diente das nur zur Umgehung der Patente. Rast & Gasser hat immer sehr viel Werbung für ihre verbesserten Singer gemacht. wink

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Sammelviech
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Re: Rast und Gasser

#6 Beitrag von Sammelviech »

@ Ramses: Danke für den Filmtipp!
@ Sputnik: Seriennummer gefunden! Aber was kann man da herauslesen? 427558 und danach viel kleiner 4

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Asher
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Re: Rast und Gasser

#7 Beitrag von Asher »

Ramses hat geschrieben: Samstag 27. Juni 2026, 16:34 Oft, z.B. bei Singer, fehlt eine Klassenbezeichnung.

Da gehe ich vor, indem ich schaue, welche Technik verbaut ist.
Zentralspule/Greifer? Fadenhebel? Größe?

Ich hatte neulich auf dem Flohmarkt eine Singer gesehen, die ich zunächst für eine Klasse 15 gehalten habe.
Es war aber, wenn ich mich richtig erinnere, eine Klasse 214.
Warum?
Klasse 15 hat noch einen Kurvenfadenhebel, die 214 bereits einen Gelenkfadenhebel. Sonst würde eine andere Klassenbezeichnung keinen Sinn machen.
So, nu bin ich richtig verwirrt.
"Oft, z.B. bei Singer, fehlt eine Klassenbezeichnung"
Klassenbezeichnungen bei Singer an der Maschine
- bis ca. 1890/95 garkeine
(weil zu der Zeit wurden die meisten Modelle modifiziert und umbenannt, vorher hatten sie Namen statt Nummern)
- bis in die späten 1950er wurden ausschließlich Industriemaschinen mit Nummernkennzeichen ausgeliefert
(bei Singer 15 Industrievarianten, nicht Heim oder Heim-Manufaktur)


"214"

die kann ich grad überhaupt nicht zuordnen,
denn das einzige, was ich grad unter 214 finde, ist ein moderner Plastikbomber
Singer: IF, 15 home(-22,K26,-30,41), 15 industrial(15xx,15-31,15-39,15H526), 18-2+3, VS3, VS3-28 Übergang, 28, 39,128, 127,
29K(1,51,56), 31K36, 32K3, 32H510 drei Typen),34pre,34K2, 45K65, 46K49,48K, 66,78-3, 91K5, 96(K41,D41), 103,201,216
Claes F

sputnik
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Re: Rast und Gasser

#8 Beitrag von sputnik »

Vermutlich nur das es die 4.275.584 Maschine ist die produziert wurde. Ich weiss nicht wie die Nummernvergabe bei R&G funktionierte ... möglicherweise nur von dieser einen Klasse. R&G hat um die Jahrhundertwende ~200.000/Jahr produziert. Seit 1898 wurden auch Maschinen mit CB-Greifer produziert.
Rast & Gasser gab es von 1868 bis zum 2. Weltkrieg ... und dann noch mal, aber neu gegründet von 1946 bis 1972.
Mein Meister, von dem ich Nähmaschinenmechaniker gelernt habe, hat in den 1930er Jahren bei Rast und Gasser gelernt und mir erzählt das es nach dem Krieg praktisch nichts mehr von der Zeit davor gab da die Gebäude während des Krieges als Zwangsarbeiterlager dienten.

In der 50. Ausgabe der "Oesterreichischen Nähmaschinen-Zeitung" vom 30. August 1908 wird ab Seite 13 auf 11 illustrierten Seiten von den Feierlichkeiten zum 40. jährigen Jubiläum der Firma Rast & Gasser und auch von ihren damaligen Tätigkeiten berichtet. -> https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno ... st%2B&ref=

Wenn Du uns ein Photo Deiner Maschine von der linken Seite zeigst wo man das was sich unterhalb der Stichplatte (das ist die Platte wo die Nadel durchsticht) befindet erkennen kann, wissen wir auch um welche Art Maschine es sich handelt.

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Ramses
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Re: Rast und Gasser

#9 Beitrag von Ramses »

Asher hat geschrieben: Sonntag 28. Juni 2026, 13:46 "214"

die kann ich grad überhaupt nicht zuordnen,
denn das einzige, was ich grad unter 214 finde, ist ein moderner Plastikbomber
Ja, da habe ich mich wohl vertan.

Bin immer noch nicht sicher, es war wohl die 215, aber die ohne(!) dem 'G' dahinter, also die schwarze rundliche.
Sie sieht der Klasse 15 D88 recht ähnlich, hat aber einen Gelenkfadenhebel.

sputnik
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Re: Rast und Gasser

#10 Beitrag von sputnik »

Zu Ashers Antwort auf Ramses Anmerkung
#7 Beitrag von Asher » Sonntag 28. Juni 2026, 13:46
Ramses hat geschrieben: Samstag 27. Juni 2026, 16:34
Oft, z.B. bei Singer, fehlt eine Klassenbezeichnung.

Da gehe ich vor, indem ich schaue, welche Technik verbaut ist.
Zentralspule/Greifer? Fadenhebel? Größe? ...
So, nu bin ich richtig verwirrt.
"Oft, z.B. bei Singer, fehlt eine Klassenbezeichnung"
Klassenbezeichnungen bei Singer an der Maschine
- bis ca. 1890/95 garkeine
(weil zu der Zeit wurden die meisten Modelle modifiziert und umbenannt, vorher hatten sie Namen statt Nummern)
- bis in die späten 1950er wurden ausschließlich Industriemaschinen mit Nummernkennzeichen ausgeliefert
(bei Singer 15 Industrievarianten, nicht Heim oder Heim-Manufaktur) ...
Unterscheidungen wie Haushalt, Gewerbe, Industrie bzw. Pedalantrieb, Kaftantrieb werden normalerweise von den meisten Herstellern auch nicht extra angegeben sondern sind teilweise nur optisch aoder aus den Unterklassen ersichtlich.
Bei Pfaff gab es auch nur eine Klasse 138 ... diese aber mit Unterklassen und in der Ausführung als Haushaltsmaschine mit Pedalantrieb (= die langsamste Variante), als Gewerbemaschine mit beiden Antriebsvarianten und als Industriemaschine mit Kraftantrieb.
Bei Pedalantrieb wuden immer grosse Handräder als Schwungmasse benötigt, beim Kraftantrieb wurden kleine Handräder montiert um die Abnutzung von Kupplung/Bremse zu verringern und eine dynamischere Drehzahlveränderung zu ermöglichen.
Baujahrsbedingt wurden die Maschinen weiterentwickelt um immer höhere Geschwindigkeiten zu ermöglichen.
So kommt es das man in unterschiedlichen Anleitungen für die Pfaff 138 unterschiedliche Angaben für die maximal zu verwendenden Drehzahlen findet.
Diese sind immer abhängig von der Ausstattung (z.B. Biesennähen bedingt den Biesennadelkopf und erfordert daher eine geringere Drehzahl um die Belastung =Verschleiss der antreibenden Teile zu kompensieren).
Um die unterschiedlichen Drehzahlen zu erreichen gibt es Handradriemenscheiben mit unterschiedlichen Durchmessern ... und auch bei Tretgestellen und Elektromotoren gibt es unterschiedlich grosse Antriebsräder/-scheiben. Für die Transmissionsantriebe gab es unterschiedliche Übersetzungen bei den Vorgelegen um die erforderlichen Geschwindigkeiten zu erzielen.
Die Kurvenfadenehebel sind wegen der geringen maximal erreichbaren Drehzahlen, zugunsten der Gelenkfadenhebel obsolet geworden.

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