Zuerst läuft der Faden über die kleine Spannungsscheiben auf dem "Ausleger", dann durch den Schlitz und das Loch nach hinten und dann über das gekrümmte Fadenleitblech (unterer Teil des "Auslegers") von unten (HINTER der Andruckplatte) zur Spule. Die Andruckplatte soll die Fadenwicklungen straffhalten. Ich glaube nicht, daß eine automatische Abschaltung vorgesehen ist. Eine passende Feder wirst Du sicher finden.
inzwischen sehe ich das genauso. Der Faden kommt von hinten unten über das bogenförmige Blech. Eine Auslösevorrichtung wäre technisch bei dieser Konstruktion unmöglich. Die Platte dient samt der komischen Feder ausschließlich einer weiteren gleichmäßigen Fadenspannung auf der Spule beim Aufwickeln. Die pfeilförmige Zuspitzung ist wohl nicht anderes als der Griff zum Abziehen beim Spuleneinsetzen und - herausnehmen. Ein "Probelauf" hat sich genau so bewährt.
Gruß Harald
Singer 12, 48K, 28K, 66K, 15D, 677G; Pfaff B, 30, 230, 84, 208; Bisolt und Locke Wettina Media; Gritzner R; Dürrkopp B; Haid und Neu Gloriosa B; Quelle/Haid und Neu Mercedes de Lux; Mundlos Victoria; Podolsk 142; Neckermann/Kochs 819/00; Babylock EA-605.
Beim Suchen nach einer passenden Handkurbel für diese Maschine ist mir aufgefallen, dass in die Befestigungslöcher metrische M6 Schrauben passen. Das metrische Gewinde DIN 13 ist aber erst 1919 genormt worden, d. h. vermutlich ist es so gut 10-20 Jahre vorher auf dem Markt erstmals erschienen. Auf keinen Fall wird es Dürkopp schon um 1884 verwendet haben, wie ich die Seriennummer der Maschine interpretiere. Nun bin ich darauf gestossen dass M6 mit einem Kerndurchmesser 4,773 mm, Aussendurchmesser 6,00 mm Steigung 1 mm sehr nah bei dem Nähnorm 100 Gewinde 15/64´´ liegt; das einen Kerndurchmesser von 4,781mm, einen Aussendurchmesser von 6,018 mm und eine Steigung von 0,907mm hat. Tatsächlich liess sich eine moderne Nähmaschinen-Schraube (aus Ersatzteilen die bei meiner Pfaff 208 lagen) mit metrischem 6mm Gewinde mit wenig Widerstand hineindrehen, eine andere Baumarktschraube sogar ganz ohne Widerstand. Da vermutlich im 5mm dicken Guss nur 4-5 Windungen geschnitten sind, dürfte der Steigungsunterschied fast keine Rolle spielen, die anderen Abmessungen liegen im Toleranzbereich beieinander.
Natürlich weiss ich nicht, ob man um 1884 schon die Nähnorm 100 kannte, vermutlich nicht. Aber die Schraubenfabrikanten haben schon versucht, einheitliche Schrauben nach Withworth zu fertigen und sicher entsprechende Absprachen mit ihren Kunden gehabt. Daraus ist dann später die Nähnorm entstanden.
Diese Entdeckung, dass M6 in manche alten Schraublöcher passt, kann für andere Nähmaschinenrestauratoren und -rinnen vielleicht von Nutzen sein. Singer-Maschinen haben allerdings größere Gewindebohrungen für die Motoren- oder Handkurbelbefestigungen, irgend ein Gewinde um 7 mm, möglicherweise oder ähnlich 9/32 nach Nähnorm100.
Viel Spass beim Restaurieren von Oldies.
Harald
Singer 12, 48K, 28K, 66K, 15D, 677G; Pfaff B, 30, 230, 84, 208; Bisolt und Locke Wettina Media; Gritzner R; Dürrkopp B; Haid und Neu Gloriosa B; Quelle/Haid und Neu Mercedes de Lux; Mundlos Victoria; Podolsk 142; Neckermann/Kochs 819/00; Babylock EA-605.