Vernickeln: erste Versuche

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Fietsenfahrer
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Vernickeln: erste Versuche

#1 Beitrag von Fietsenfahrer »

Ich bin letztens hier im Forum darauf gestoßen worden, dass Vernickeln durchaus zuhause machbar ist. Ich will hier meine Erfahrungen, Erfolge, Fehlschläge und Lernerfahrungen teilen.

Als erstes Versuchsobjekt hab ich mir vorgenommen, die Stichplatte der Anker P aufzuarbeiten. Die sah so reudig aus, da konnte es nur besser werden.
20241016_100945.jpg
Im Ursprungszustand total verrostet. So nicht benutzbar und keine Augenweide.
20241016_112100.jpg
20241016_211853.jpg
Im ersten Schritt mit groben Schleifvlies entrostet und mit Schleifpapier bis 1000er Körnung nass geschliffen.
Danach noch poliert.

Im Internet hab ich mir Elektrolyt und eine Nickelelektrode besorgt. Außerdem habe ich mich in das Thema eingelesen.

Testweise habe ich eine 20 Cent Münze zur Hälfte vernickelt.
20241018_131110.jpg
Die Münze war nur ein paar Sekunden im Bad.

Zur Vorbereitung das Teil mit Bremsenreiniger entfettet und mit destilliertem Wasser gespült.
20241018_130824.jpg
Der Aufbau auf dem Esszimmertisch. Den Strom liefert mein Labornetzteil. Ich hab mit 6V gearbeitet.
Ca. eine Stunde war das Teil drin.
20241018_141157.jpg
Das Endergebnis.
Für den allerersten Versuch bin ich zufrieden.

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viele Grüße, Jens

Fietsenfahrer
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Re: Vernickeln: erste Versuche

#2 Beitrag von Fietsenfahrer »

20241018_141346.jpg
20241014_074246.jpg
Vorher und nachher im Vergleich. Ich denke, der Unterschied ist sichtbar. Das Teil fühlt sich nun spiegelglatt an und wäre problemlos nutzbar. Optisch ist noch Luft nach oben.

Macken und Krater, die vor dem Vernickeln da sind, sind auch noch hinterher da. Ich muss nächstes Mal das Teil absolut glatt schleifen. Vorbereitung des Teils ist alles.

Der Draht, an dem ich das Teil ins Bad gehängt hab, hat einen Schatten auf das Teil geworfen. Hinter dem Draht ist kaum Nickel angekommen. Das hab ich leider etwas spät bemerkt. Ich hab das Teil dann anders aufgehängt, das hat den Schatten wieder etwas wett gemacht. Hätte ich aber früher machen müssen.
Vielleicht besorge ich mir einen Magnetrührer. Vielleicht hilft das auch.

Also für einen ersten Versuch bin ich zufrieden, aber es ist noch Luft nach oben.
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viele Grüße, Jens

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Berit
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Re: Vernickeln: erste Versuche

#3 Beitrag von Berit »

Hallo Jens,
finde ich ziemlich cool!
Da kannst du mit den Schiebeplatten gleich weitermachen. Ich hatte auch mal überlegt, das zu probieren, mich aber nicht ran gewagt.
Super beerchug
Berit
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Re: Vernickeln: erste Versuche

#4 Beitrag von Fietsenfahrer »

Das ist der Plan. Ich wollte aber erst mal mit der Stichplatte Erfahrungen sammeln. Wenn das gar nichts geworden wäre, hätte ich noch eine andere Stichplatte gehabt.
viele Grüße, Jens

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adler104
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Re: Vernickeln: erste Versuche

#5 Beitrag von adler104 »

Super - am besten den Versuchsaufbau noch mal zeigen / erklären und Quelle für die Schömikalien posten wink
Middem Öl nich spaasam sein! wink

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Fietsenfahrer
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Re: Vernickeln: erste Versuche

#6 Beitrag von Fietsenfahrer »

Man braucht ein Elektrolyt und eine Nickelelektrode. Ich hab beides im Set bei Dr. Galva gekauft.
https://drgalva.de/nickelelektrolyt-free-nickel

Soll keine Werbung sein. Das gibt's auch bei andern Anbietern. Das Elektrolyt könnte man mit Essig, Salz und Nickelelektroden wohl auch selbst herstellen. Aber da hab ich die Abkürzung gewählt und habe es fertig gekauft.

Dann hängt man das Bauteil und die Nickelelektrode ins Elektrolyt. Das Bauteil kommt an Minus, die Elektrode an Plus. Das Bauteil muss absolut fettfrei sein. Ich habs mit Bremsenreiniger entfettet.

Die benötigte Spannung steht auf der Flasche. Ich hab mal mit 6V angefangen.
viele Grüße, Jens

Fietsenfahrer
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Re: Vernickeln: erste Versuche

#7 Beitrag von Fietsenfahrer »

Hier im Video sieht man es noch etwas detaillierter

https://youtube.com/shorts/9SUDwKW2Tuo? ... zSjnuVfOrT
viele Grüße, Jens

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Asher
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Re: Vernickeln: erste Versuche

#8 Beitrag von Asher »

Danke für den Link.

Hab da grad mir den Schwarznickel-Elektrolyt Link gespeichert.

Danke auch für den Video-Link smile

wie stehts mit größeren Rost-Kratern, werden die verfüllt oder nur Oberfläche "angepinselt"?
Singer: IF, 15 home (-22,K26,-30), 15 industrial (15xx,15-31,15-39,15H526 zwei mal), 18-2, VS (VS3, VS3-28 Zwischenmod., 28, 39,128, 127),
29(K1, K51, K56), 31K36, 32K3, 32H510 zwo Typen),34Kx,34K2, 46K49, 48K, 66, 96(K41, D41), 103, 201, 216

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Re: Vernickeln: erste Versuche

#9 Beitrag von Fietsenfahrer »

Das füllt überhaupt nichts. Jeder noch so feine Kratzer ist hinterher immer noch da, nur halt vernickelt. Das Bauteil muss vorher schon nahezu perfekt sein.

Irgendwo hab ich gelesen, dass es etwas ausgleicht, wenn man erst verkupfert (weil das weicher ist) und danach vernickelt. Wäre zu testen.
viele Grüße, Jens

claude
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Re: Vernickeln: erste Versuche

#10 Beitrag von claude »

Fietsenfahrer hat geschrieben: Freitag 18. Oktober 2024, 20:40 Wäre zu testen.
Ja, mach mal ;-), ich finde Deinen Bericht sehr interessant.

Kupferfolie kann man übrigens aus Lithium-Akkus gewinnen:

Entladene Akkus aufmachen (Rohrschneider), dann gut belüftet abwickeln (Elektrolyt stinkt und ist wohl auch nicht gesundheitsfördernd), übrig bleibt sehr dünne Kupferfolie.

Was bei tiefen Rostkratern vielleicht auch funktioniert, ist Aufzinnen, eine old-school-Auto-Karosserie-Reparatur-Methode, also Blech heißmachen, dann (Löt)Zinn-Draht draufhalten und planziehen/schleifen.

Das leitet elektrisch und ist im nächsten Schritt, im Gegensatz zu 2K-Spachtel, daher vernickelbar, bedarf aber einiger Erfahrung und birgt das Risiko des Verzugs. Das sollten wirklich nur Profis versuchen oder man versucht es mit Probeteilen, deren Verlust tolerabel ist.

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