Singer Originalitäts - Problem! Fundierte Meinungen...

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ahu
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Singer Originalitäts - Problem! Fundierte Meinungen...

#1 Beitrag von ahu »

Tja...

es ist eben wirklich ein "Singer-Dilemma", zur Not auch evtl. bei Pfaff anzutreffen, obwohl... die sind vom Design her eben doch nicht so "modifikabel"... und von den mittlerweile einigen bei mir versammelten Maschinchen von anderen Herstellern ist nicht anzunehmen, das da noch eine zweite, gleiche mal je zu mir kommt...

Als Sammler habe ich aber bei den Singerles teils schon mehrere Maschinchen eines Typs, auch von unterschiedlichen Ausstattungen las ich was...

Jetzt habe ich das Dilemma: zwei Stück Singer 15D, beides offenbar 1920er Modelle, beide vom Lack her "nicht so toll"...
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die eine hatte ich letztens einen Sonntagnachmittag lang gängig gemacht, nur die Chromteile (etwas angerostet) noch liegengelassen, die andere gerade erst abgeholt, noch nix gemacht... aber diese hat nicht die platten verchromten Teile wie die erstere, sondern die ornamentierten Abdeckungen, gefühlt auch "einen Hauch besser" vom Zustand her!

Also, was tun??? Die schon gängig gemachte mit den Luxus-Teilen versehen, also "veredeln", oder jede Maschine mit ihren originalen Teilen belassen, die letztere aber dennoch abgeben müssend, mich dann ärgern, weil ich die besseren Teile auch weggegeben habe?

Wird ein veredeltes Gerät "wertvoller" sein - na ja, relativ zumindest: "statt 20 €u nun 30 wert...", oder mache ich damit die Originalität platt, weil sie ja "damals nicht so ausgeliefert wurde", wie sie nun bei mir stünde???

NACHTRAG: von der ersten Maschine ist das Bild von den einfach gehaltenen verchromten Abdeckteilen nicht hochladbar, wtf...

ich hoffe trotzdem, das ihr @lle hier die Frage in ihrer Intention versteht und mir argumentativ die eine oder andere Sichtweise näherbringen könnt...

Grüße, ahu
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Zuletzt geändert von ahu am Montag 18. November 2024, 21:46, insgesamt 2-mal geändert.
Singer 15, 15D88, 128K, 191B K, 215G , 216G alte Form, 216G neue Form (2x), 316G S (2x), 316G K, 401G S, 611G K, 670G S. Pfaff 30-31, 130. Bernina 530-2. Junker&Ruh. Decker.

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Asher
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Re: Singer Originalitäts - Problem! Fundierte Meinungen...

#2 Beitrag von Asher »

was genau verstehst du unter "veredeln"?
Singer: IF, 15 home (-22,K26,-30), 15 industrial (15xx,15-31,15-39,15H526 zwei mal), 18-2, VS (VS3, VS3-28 Zwischenmod., 28, 39,128, 127),
29(K1, K51, K56), 31K36, 32K3, 32H510 zwo Typen),34Kx,34K2, 46K49, 48K, 66, 96(K41, D41), 103, 201, 216

ahu
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Re: Singer Originalitäts - Problem! Fundierte Meinungen...

#3 Beitrag von ahu »

tja...

ornamentierte Abdeckungen sind doch bestimmt "teurere Ausstattung" gewesen, als musterlose Bleche... die Bilder wollte ich hier hochladen, was nicht klappte - aber ihr wisst sicher, was ich meinte...
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claude
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Re: Singer Originalitäts - Problem! Fundierte Meinungen...

#4 Beitrag von claude »

Die Teile, die Du für verchromt hältst, sind vermutlich vernickelt.

In der Praxis wurde im industriellen Kontext erst ab Mitte der 1920er Jahre verchromt.

Der Handelswert von Geradstich-Maschinen aus den Zwanzigern übersteigt deren Schrottwert aufgrund des krassen Missverhältnisses von Angebot und Nachfrage nur unwesentlich, der Wert liegt im Auge des Betrachters.

Ich hätte überhaupt keine Hemmungen, die bessere Maschine mit den tollsten Teilen von der anderen auszurüsten und dann die ausgeräuberte wieder abzustoßen.
Die Hersteller haben ja auch immer wieder Varianten produziert und nur in den seltensten Fällen wird das offensichtlich nicht in einem Modell zusammenpassen.

Anders würde ich das nur sehen, wenn es um ein Museums-Exponat ginge.

ahu
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Re: Singer Originalitäts - Problem! Fundierte Meinungen...

#5 Beitrag von ahu »

soooo...
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nochmal Bilder gemacht - und wieder einige "zu groß", also pröbeln, welche überhaupt angenommen werden.... aber nun hoffentlich ersichtlich, das es schon Unterschiede in der Ausführung gibt... die setzen sich sogar bei den Rändelschrauben fort... aber soweit will ich dann doch nicht gehen, die auch noch auszutauschen...

Also, das Tauscheln der "Blechle's" würde die Originalität nicht negativ beeinträchtigen, oder gibt es noch andere Meinungen darüber?
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Re: Singer Originalitäts - Problem! Fundierte Meinungen...

#6 Beitrag von adler104 »

Du musst ja auch nicht zwingend alles kaufen was dir über den Weg läuft. Geduld ist gefragt beim sammeln, da kommt sicher irgendwann etwas im besseren Zustand. Du musst halt warten. Ansonsten wirst Du mit Restaurationen nur selten der Wert steigern bei. Das ist dann meist der Spaß am fummeln und Idealismus. Wertvoller werden die Dinger dadurch nicht, dafür gibt es einfach zu viele bei zu wenig Nachfrage. Du musst immer damit rechnen, dass Deine Sammlung später mal niemand haben will und sie entweder in den Schrott geht oder Du sie verschenken kannst (falls sie jemand haben möchte). Je schlechter die Zustände sind, um so wahrscheinlicher wird es sein, dass sie eher verschrottet wird. Niemand wird an Ende danke sagen, dass Du viel Rost gesammelt hast. Du musst mit den Fakten im Hinterkopf deinen Weg finden, mit dem Du leben kannst...

Ich habe bei meiner 45D89 auch m.o.w. aus zwei eine gemacht bzw schlechte gegen gute Teile ersetzt. Meine 29K71 war es monetär nicht wert sie zu restaurieren, ich habe zwischenzeitlich bessere für weniger Geld gesehen aber mir hat es Spaß gemacht und ich habe viel über 29K´s und Co. gelernt. Für mich steht der Nutzen / Nutzwert im Vordergrund und nicht, dass ich da evtl. was "kulturhistorisch wichtiges" ( :lol27: ) erhalte. Ist halt ein anderer Ansatz. Mach, wie Du meinst, wie es für dich passt. Wie gesagt, danke sagt später niemand zu mal wenn es ein private Sammlung ist. wink

Bzgl Bildern - ich weiß ja nciht wie Du online unterwegs bist aber es gibt Tools zum reduzieren der Bildgröße. Ich verwende seit je her das hier (für Windows) - kein Schischi, klein, einfach und nützlich und ganz einfach über das Kontextmenü aufzurufen. Ich habe mir da ein "Foren Format" eingestellt von 1100 x 1100 Pixeln

https://www.heise.de/download/product/i ... sizer-5930

https://www.bricelam.net/ImageResizer/
Middem Öl nich spaasam sein! wink

Singer 111G156 - Singer 307G2 - Singer 29K71 - Singer 212G141 - Singer 45D91 - Singer 132K6 - Singer 108W20 - Singer 51WSV2 - Singer 246K16 - Singer 143W2 - Pfaff 368

Hummelbrummel
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Re: Singer Originalitäts - Problem! Fundierte Meinungen...

#7 Beitrag von Hummelbrummel »

Ich versteh Deine Frage schon. Man hat irgendwie Ehrfurcht vor dem Originalen, oder so.

Aber Du bist ein freier Mensch und bist in der komfortablen Lage, das genau nach Deinen Vorstellungen zu machen. z.B. kannst Du Dir Deine ureigene individuelle Lieblingsmaschine zusammen basteln. die dann ein echte Unikat ist. Oder eine ganz original wieder aufbauen, (oder beide Maschinen), wenn es das ist, was Dir Freude bereitet.

Es ist ziemlich unwahrscheinlich, dass sich bei einer Singer 15 irgendjemand finden wird, der das "Originale", wenn Du es extra erhältst, besonders zu schätzen weiß.

Vielleicht kann man es auch von der Seite betrachten:
Machst Du in Deinem Hobby das, was Dir gefällt, oder machst Du es für einen imaginären Nächsten, den es nicht gibt und mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht geben wird?

Viel Spaß mit der Maschine!

PS: Ich hatte mal eine Singer 15 mit sehr hübschen Decals und glatten Platten, die ich liebevoll (intensiv) gesäubert und entrostet habe, und nähbereit in Gang gebracht habe, nur der Spuler fehlte. Die stand hier lange als Deko.
Igrendwann habe ich mich von der getrennt, weil sie als Deko ausgedient hatte.
Dann bot jemand hier im Forum eine Singer 15 mit wunderbaren Ornamenten auf den Platten an, die musste nur deshalb zu mir. smile Eigentlich will ich sie auch mal nutzen, aber im Moment fehlt mir die Zeit und ich habe sie noch nicht mal geputzt. Bis dahin darf sie wieder im Wohnzimmer als Deko stehen.
Mein Blog –> https://hummelbrummel.blogspot.com
Blogthemen rund um die Nähmaschine hier entlang –> https://hummelbrummel.blogspot.com/sear ... hmaschinen

ahu
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Re: Singer Originalitäts - Problem! Fundierte Meinungen...

#8 Beitrag von ahu »

Hummelbrummel hat geschrieben: Dienstag 19. November 2024, 08:44 Ich versteh Deine Frage schon. Man hat irgendwie Ehrfurcht vor dem Originalen, oder so.

... Ich hatte mal eine Singer 15 mit sehr hübschen Decals und glatten Platten, die ich liebevoll (intensiv) gesäubert und entrostet habe, und nähbereit in Gang gebracht habe, nur der Spuler fehlte. Die stand hier lange als Deko.
Igrendwann habe ich mich von der getrennt, weil sie als Deko ausgedient hatte.
Dann bot jemand hier im Forum eine Singer 15 mit wunderbaren Ornamenten auf den Platten an, die musste nur deshalb zu mir. smile
... und es tut Dir da nicht weh um die viele Mühe und Zeitaufwendung bei der ersten 15, Platz scheint auch da zu sein, wenn eine neue 15 nun da ist - und genau das, was ich nun dank der ganzen Antworten auch machen können werden will, hättest Du dann ja gehabt: eine veredelte 15...

Danke für alle fundierten Antworten - ich bleibe also "auf empfohlenem Kurs", muss jetzt aber noch...

DIE FRAGE DES TAGES STELLEN: an der ersten von meinen nun "zwei Stück 15" ist der Lack stellenweise matt, auch partielle Gebrauchsspuren sind dran... mit WELCHEM MITTEL GENAU sollte ich vorsichtig putzen? Geht Petroleum, oder gibt es noch was besseres?

Das Thema war schon öfter behandelt, ich weiß... ich habe aber vergessen, in welchem Thread es stand - genauso, wie die Info's zum optimalen Glänzend-Machen der vernickelten oder verchromten Teile (war das der Tipp mit der Natronlauge/ Backpulver?)...

Ich fürchte, das ich mich langsam etwas verzettele beim Jagen, Putzen, Sortieren und sonst "Lesen hier", und doch einiges "wieder vergessen gehabt"... huh huh huh
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Re: Singer Originalitäts - Problem! Fundierte Meinungen...

#9 Beitrag von Hummelbrummel »

ahu hat geschrieben: Dienstag 19. November 2024, 18:54

... und es tut Dir da nicht weh um die viele Mühe und Zeitaufwendung bei der ersten 15, Platz scheint auch da zu sein, wenn eine neue 15 nun da ist - und genau das, was ich nun dank der ganzen Antworten auch machen können werden will, hättest Du dann ja gehabt: eine veredelte 15...
Alles hat seine Zeit.

Es hatte seine Zeit, diese Maschine zu putzen - in einer Zeit übrigens, in der ich extremen Belastungen ausgesetzt war und nachts häufig nicht schlief. Da ist es gut, eine schöne Beschäftigung zu haben.
Später kam noch eine andere intakte 15 samt Gestell ins Haus, und eine Singer 66. Die sind auch noch da, beide mit glatten Platten, übrigens.
Dann hatte ich den Plan, die ganze Ecke neu zu gestalten und die "Deko-Singer" fand zusammen mit einer sehr schönen Clemens-Müller-Langschiff-Maschine und einer Bernd Stoewer mit Handkurbel ein neues schöne Zuhause.

Später suchte die mit den Ornamenten ein neues Zuhause und fand es bei mir, weil die Kiste, auf der vorher die Singer stand, immer noch da stand...
Und wenn mich mal wieder schlaflose Nächte plagen (was im Moment nicht der Fall ist), dann weiß ich, was ich tu. smile
Und irgendwann werde ich damit mal freihandnähen. Wenn das seine Zeit hat.

Petroleum ist zum Putzen gut. Ich steh auf Ballistol.
Keinesfalls mit Wasser arbeiten.

Viel Spaß (!!) mit Deinen Maschinen
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Re: Singer Originalitäts - Problem! Fundierte Meinungen...

#10 Beitrag von ahu »

Hummelbrummel hat geschrieben: Dienstag 19. November 2024, 19:14
Petroleum ist zum Putzen gut. Ich steh auf Ballistol....

Aber Ballistol ist doch zum Ölen, nicht zum Putzen, oder... dodgy vor allem angesichts des Preises, für so ein kleines Fläschchen...
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