Anlasserkondensator alter Singer-Anlasser 50er Jahre

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RockfordC64
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Anlasserkondensator alter Singer-Anlasser 50er Jahre

#1 Beitrag von RockfordC64 »

Hallo Ihr Experten,
ich bin immer noch an der der elektrischen Überholung meines Singer-Anbaumotors BAG 8-11.
Der Motor funktioniert dank diesem Forum wieder, neue Kondensatoren sind drin, die Belegung des dreipoligen Steckers am Motors ist auch geklärt. Danke erstmal dafür.
Im zugehörigen Anlasser aber ist der Kondensator auch kaputt (ohne den gehts wunderbar).

Zuerst gleich kurz die finale Frage, für alle, die den Rest nicht lesen wollen:
Welche Kapazität ist denn Eurer Erfahrung nach über diese elekromechanischen Regelwiderstände geklemmt?
Wenn's hilft: der Motor hat 65 Watt. Der Anlasser hat leider keine extra Typenbezeichnung.
Ich würde jetzt wohl einen 2,5nF nehmen (s.u.)

TL;DR
Jetzt meine Überlegungen dazu, Fotos zum alten Kondensator habe ich angehängt.
Es ist also ein Doppelkondensator, wobei die beiden eine sehr unterschiedliche Kapazität haben.
Problem dabei ist: ich weiß nicht mehr, wie der geklemmt war: zwei Anschlüsse gingen an den Regelwiderstand, einer ans Metallgehäuse.
Aber welcher was war, hatte ich nicht aufgeschrieben (ich Dussel). Es ergibt sich ohnehin auch nicht genau aus der Kondensatorbeschriftung, welche Anschlussfarbe an welcher der unterschiedlichen Kapazitäten hängt.
Auf dem Foto glaube ich zu erkennen, dass der rote Anschuss an das Gehäuse geht. Schwarz und blau waren demnach am Regelwiderstand.

Ein alter Nähmaschinenmeister um die Ecke gab mir dann einen neuen mit den Worten: "den kannste da einbauen".
Aber das ist so eine Dreier-Kombination 0,05uF+ 2*2,5nF. Vermutlich eher einer für Motoren. Ich habe den über den Regelwiderstand geklemmt und den Mittenanschluss ans Gehäuse geklemmt (also so, wie man eigentlich einen Motor anschließt).
Der Effekt ist (hätte ich mir auch denken können), dass der 0,05uF einen so kleinen Wechselstomwiderstand darstellt, dass der Motor auch bei geöffnetem Regelwiderstand anfängt loszulaufen.

Außerdem ist mir das mit dem Metallgehäuse den Anlassers und denn offenen Schraubkontakten und Drähten darin auch ein bissel gefährlich. Ich habe also einen Schuko-Stecker angeschlossen und das Gehäuse des Anlassers auf PE gelegt.
Damit wird eine Verbindung mit einem Kondensator zwischen Gehäuse und Regelwiderstand ungünstig. Je nachdem, wie man das in die Steckdose steckt, kann dann zwischen Phase und PE dann ein Strom über den Kondensator fließen (ist ja Wechselstom), und der FI im Sicherungskasten könnte auslösen.

Ich würde also einen einfachen Entstörkondensator über den Regelwiderstand klemmen und keine Verbindung zum Gehäuse (=PE) mehr herstellen. Mir geht es jetzt aber um dessen Dimensionierung.
0,05uF, habe ich gelernt, ist zu groß, da läuft der Motor alleine über den Kondensator.
(daraus ergibt sich, dass auch der alte Kondensator mit seinem 0,08uF-Teil nicht über dem Regelwiderstand geklemmt haben kann, sonst wäre da auch der Motor alleine losgelaufen.
Also nehme ich an, dass der 2,5nF-Teil über dem Regelwiderstand geklemmt hat. Dann könnte der 0,08uF-Teil gegen das Gehäuse geklemmt gewesen ein... nur eine Vermutung)
Danke an alle, die mir bis hierher folgen konnten. Meine Frage steht ja nun oben.
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RockfordC64
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Re: Anlasserkondensator alter Singer-Anlasser 50er Jahre

#2 Beitrag von RockfordC64 »

Noch was zu dem Fotos:
in dem Schaltschema auf dem Kondensatorgehäuse sieht man an dem Kondensator, der an dem roten Anschluss hängt ein eingekringeltes kleines "b".
Das taucht auf der anderen Seite des Kondensators neben dem 2500pF wieder auf. Also ist wohl doch der rote die 2500pF-Seite.
Dann müsste ja doch der 0,08uF über dem Regelwiderstand geklemmt haben, was wiederum mit meiner Erfahrung mit dem neuen 0,05uF nicht zusammenpasst.
Bin wirklich verwirrt...

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GerdK
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Re: Anlasserkondensator alter Singer-Anlasser 50er Jahre

#3 Beitrag von GerdK »

Wenn der Originalkondensator 3-polig ist (was ich vermute), dann kannst Du den hier als Ersatz nehmen:
https://www.amazon.de/Lumonic-Entst%C3% ... P6ZW&psc=1

Der Draht mit der durchsichtigen Isolierung kommt dann an Masse.

Viele Grüße, Gerd

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Re: Anlasserkondensator alter Singer-Anlasser 50er Jahre

#4 Beitrag von RockfordC64 »

Hallo GerdK,
danke für die Antwort.
Ich befürchte, das ist ein Kondensator für Motoren. Einen solchen habe ich, wie oben beschrieben, schon probiert.
Der Motor würde allein loslaufen. die große Kapazität lässt zu viel Wechselstrom durch.
Es kann zu dem Regelwiderstand nur eine recht kleine Kapazirät parallel geschaltet werden. 0,1uF ist aber noch größer, als der von mir probierte.

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Re: Anlasserkondensator alter Singer-Anlasser 50er Jahre

#5 Beitrag von RockfordC64 »

So sah der Anlasser bisher aus. Die Anschlusspositionen des Kondensators sind sicher, aber nicht welcher Kondensatordraht wohin ging.
Insofern ist dieser Schaltplan ein Vermutung
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Re: Anlasserkondensator alter Singer-Anlasser 50er Jahre

#6 Beitrag von RockfordC64 »

Und so würde ich es gern in Zukunft verdrahten, damit ein Personenschutz am Fußpedal gewährleistet ist.
Das Gehäuse ist rundum aus Metall.
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GerdK
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Re: Anlasserkondensator alter Singer-Anlasser 50er Jahre

#7 Beitrag von GerdK »

RockfordC64 hat geschrieben: Samstag 7. Februar 2026, 22:51 Hallo GerdK,
danke für die Antwort.
Ich befürchte, das ist ein Kondensator für Motoren. Einen solchen habe ich, wie oben beschrieben, schon probiert.
Der Wechselstromwiderstand des 0,1µF-Kondensators ist viel zu groß, um den Motor laufen zu lassen
(bei 50Hz -> ca. 32kOhm, ergibt an 230VAC ca. 7 mA Stromfluss). Der Originalkondenstor hat 0,08µF (80000pF). Die 20%, die der 0,1µF Kondensator größer ist, machen kaum einen Unterschied.
Die übliche Anschlußmethode für diese Kondensatorkombination (0,1µF + 2 x 2700pF) kannst Du hier am Beispiel einer PFAFF 362 sehen:
PFAFF 362 Kondensatoren.JPG
Viele Grüße, Gerd

P.S.: Hier ist noch ein anderer Kondensator dieser Art, da ist die Anschlußmethode zu sehen:
https://www.luedeke-elektronic.de/Mifle ... kLHHoqXw_Z
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Re: Anlasserkondensator alter Singer-Anlasser 50er Jahre

#8 Beitrag von RockfordC64 »

Hallo Gerd,
danke für die Hinweise und Zeichnungen.
GerdK hat geschrieben: Sonntag 8. Februar 2026, 10:42 Der Wechselstromwiderstand des 0,1µF-Kondensators ist viel zu groß, um den Motor laufen zu lassen
(bei 50Hz -> ca. 32kOhm, ergibt an 230VAC ca. 7 mA Stromfluss)
Ich habe derzeit den 0,05uF+2x2,5nF genau so angeschlossen, wie in dem Pfaff-Schaltplan.

Was es bei mir nicht gibt, ist die RC-Kombination 0,05uF/1,8MOhm direkt am Schalterpaket und die beiden Drosseln 1mH.
Genau so hat es auch mein Nähmaschinenmeister hier um die Ecke beschrieben. Demzufolge hätte ich alles richtig gemacht.

Der Regler ist bei mir ein Widerstand, der im Ruhezustand völlig öffnet und auf Anschlag wird zusätzlich noch ein paralleler Schalter geschlossen.

Nun frag ich mich natürlich: warum läuft dann im Ruhezustand der Motor langsam an und wird dann von alleine immer schneller.
Wenn ich aber den Kondensator auf einer Seite abklemme. steht er still.
Das kann doch nur der Strom sein, der über den Kondensator fließt.
Der alte Kondensator war so angeklemmt, wie in meinem ersten Schaltbild, wobei (wenn ich dessen Beschriftung und meine Fotos richtig deute) ebenfalls der kleine C 2,5nF an das Gehäuse ging und der 0,08uF über dem Regelwiderstand klemmte. Warum ist da der Motor nicht losgelaufen?

Ich habe ja von Dir den In-Etwa-Wert des Stromes. Ich werde das heute abend erstmal mal nachmessen.
Vielleicht ist ja auch der neue Kondensator irgendwie kaputt.

Was mich gleich noch mit beruhigt: die kleinen 2500pF gegen PE werden dann meinen FI sicher nicht auslösen, wenn es Pfaff auch so macht.

saumseliger
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Re: Anlasserkondensator alter Singer-Anlasser 50er Jahre

#9 Beitrag von saumseliger »

Tach zusammen!

Ich sitze auch gerade vor einer Kondensator-Spulen-Kombination.
Alles schlecht zu lesen, aber ich hab's geschafft:

0,05uF + 2x2500pF (eingekreistes b) + 0,05uF
+ 2x2mH, 220V 1,5A

Die Werte sind in dem Zusammenhang eigentlich egal, auch die Schaltung
ist mir (nicht zuletzt dank Eddies Abhandlung) klar.

Aber weil Rockford64 das "eingekreiste b" erwähnt hat:
Was genau bezeichnet das?

Ich hab die einschlägigen Internetbeiträge (Eddie, wikipedia) gelesen,
aber nichts drüber gefunden, vielleicht auch überlesen.
Es ist aber auch schwierig, mit einer Suchanfrage wie "eingekreistes b" zu
Ergebnissen zu kommen.

Daher: weiß jemand, wofür das steht?

Vielen Dank schon mal

der gert
Adler 48-10, 49-2, 52, 81-80, 189AB

RockfordC64
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Re: Anlasserkondensator alter Singer-Anlasser 50er Jahre

#10 Beitrag von RockfordC64 »

Hallo Gert,
nur eine Vermutung:
vielleicht ist das eine alte Variante der Schutzklassen X und Y.
Der mit eingekreistem "b" bezeichnete C ist bei Dir und bei mir immer der kleine, also der der ans Gehäuse/PE geht.
Um den Personenschutz zu gewährleisten, müssen gerade diese eine hohe Sicherheit gegen das Durchschlagen bieten, damit der Näher nicht mit dem Kraftwerk telefoniert.
Der große C würde beim Duchschlagen nur einen Kurzschluss verursachen und es würde (im Falle des Anlassers) der Motor Vollgas laufen oder (im Falle am Motor) die Sicherung rausfliegen. Es wäre aber keine Person in Gefahr.
Aber nochmal: ist nur eine Vermutung.

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