Asbest im Motor?

Alles über Antriebstechnik, Elektroarbeiten, Probleme beim Anschluss eines Motors.
Antworten
Nachricht
Autor
saumseliger
Schnurkettenwechsler
Schnurkettenwechsler
Beiträge: 394
Registriert: Donnerstag 18. Januar 2024, 10:42
Wohnort: Großraum Köln

Asbest im Motor?

#1 Beitrag von saumseliger »

Liebe Leute,

Asbest war ja schon immer mal Thema.
Ich bin nun über einen NäMa-tisch gestolpert, der einen ES-Anlasser-Motor hat.
Also die Firma hieß "ES-Motoren" und saß wohl mal in Berlin.

Bevor Ihr nach Fotos fragt: Meine Kamera, bzw. deren Akkus streiken.
Ich fotografiere so selten digital, dass die Akkus regelmäßig den Geist aufgeben.

Aber zur Sache:
Der Motor hat 95 W, was ich für angemessen halte.
Dann folgt eine Bremse, die ist definitiv aus Leder, kein Problem.

Die Widerstände im Anlasser sind aber ganz offensichtlich auf Asbestpappe
gewickelt, die fallen für mich definitiv aus. Ich weiß wohl, dass Asbest in der Regel
erst bei einer Demontage zum Problem wird, nicht, wenn er fest und geschlossen verbaut ist.
Hier sieht man das Zeug aber ohne einen Schraubenzieher in die Hand genommen zu habe.
Da bastel ich mir was anderes dran.

Ich bin mir nur gerade nicht sicher, ob möglicherweise im Motor auch Asbest verbaut sein kann,
obwohl ich mir nicht so recht vorstellen kann, warum und wo, denn die beiden möglichen (mir vorstellbaren) Gründe,
Asbest zu nutzen sind ja ausgelagert (Bremse und Anlasserwiderstände).

Hab' ich da was übersehen oder falsch gedacht?

Ich werde das mal außer Haus demontieren:
den Widerstandskasten ohnehin zur Entsorgung, alles andere zur Wiederverwendung.
Vielleicht habe ich bis dahin auch neue Akkus.

Aber für eine Einschätzung, was Asbest im eigentlichen Motor betrifft, wäre ich durchaus dankbar.

tschö

der gert
Adler 48-10, 49-2, 52, 81-80, 89-24,189AB, Mauser-Spezial AIF-A, Singer 103D

Noffie
Edelschrauber
Edelschrauber
Beiträge: 634
Registriert: Freitag 8. April 2022, 21:43

Re: Asbest im Motor?

#2 Beitrag von Noffie »

saumseliger hat geschrieben: Dienstag 3. November 2026, 14:36 Aber für eine Einschätzung, was Asbest im eigentlichen Motor betrifft, wäre ich durchaus dankbar.
Mir ist kein Universal Kleinmotor bekannt, in dem es notwendig gewesen wäre das hitzefeste Asbest zu verwenden.
Asbest ist häufiger in Elektroherden, Bügeleisen und Elektro Heizungen zu finden. Ebenfalls vorsichtig wäre ich bei alten Toastern "aus der Mid-Century Retro Vintage" Ecke.
Asbest ist sehr viel ungefährlicher als Radioaktivität, -
"Asbest" ist ein Begriff der gerne zur Abschreckung benutzt wird.

Ramses
Greiferpolierer
Greiferpolierer
Beiträge: 489
Registriert: Sonntag 26. Mai 2024, 16:12

Re: Asbest im Motor?

#3 Beitrag von Ramses »

In den größeren Motoren, also diesen, die man unten am Tisch befestigt, kommt das durchaus vor, aber eher im Anlasserbereich als im Motor!

Noffie hat geschrieben: Dienstag 3. November 2026, 14:59 Asbest ist sehr viel ungefährlicher als Radioaktivität, -
Würde ich pauschal so nicht sagen!
Es gibt radioaktive Stoffe, die sehr schwach strahlen, dann auch noch Alphateilchen, Thorium z.B.
Es kommt darauf an, wie man es handhabt!

saumseliger
Schnurkettenwechsler
Schnurkettenwechsler
Beiträge: 394
Registriert: Donnerstag 18. Januar 2024, 10:42
Wohnort: Großraum Köln

Re: Asbest im Motor?

#4 Beitrag von saumseliger »

Danke schon mal für die Antworten!

Von wegen Radioaktivität: deswegen hab' ich kein Mini-Atomkraftwerk im Garten.
Und bekomme auch keins.

Von wegen Asbest: immerhin ist das Zeugs seit 1993 verboten. Ganz so harmlos ist es sicher nicht.
Und ich schätze, ich habe meine Dosis schon abgekriegt:
Als jugendlicher Filmvorführer war mein persönlicher Favorit der Siemens 2000, und wie ich lernen
durfte/musste, strotze der nur so von dem Zeug. Und ein Gebläse hatte der auch.

Ich hab den Anlasser (im Freien) demontiert: der Widerstandsdraht ist definitiv auf Asbest gewickelt.
Im Motor sieht es nicht danach aus, der bekommt seine Chance.
Und wenn ich das Gehäuse des Anlassers retten kann (auswaschen unter Wasser, dann kann ich
evtl. die Bremsbetätigung weiternutzen, der Bremsbelag ist eindeutig Leder.

Und vielleicht treib' ich bis dahin auch 'nen neuen Akku für die Kamera auf.

tschö

der gert
Adler 48-10, 49-2, 52, 81-80, 89-24,189AB, Mauser-Spezial AIF-A, Singer 103D

Makatea
Greiferpolierer
Greiferpolierer
Beiträge: 428
Registriert: Montag 4. April 2022, 02:59

Re: Asbest im Motor?

#5 Beitrag von Makatea »

Ich würde das bröselnde Stück Asbest mit Wasserglas (Natrium-, Kalium- oder Lithiumsilikat in wässriger Lösung) stabilisieren.

Temperaturbeständig und nicht leitfähig hält es das Stück zusammen, Problem gelöst.

Ramses
Greiferpolierer
Greiferpolierer
Beiträge: 489
Registriert: Sonntag 26. Mai 2024, 16:12

Re: Asbest im Motor?

#6 Beitrag von Ramses »

saumseliger hat geschrieben: Mittwoch 4. November 2026, 11:32 Ganz so harmlos ist es sicher nicht.
Hat ja auch niemand behauptet!
In dieser Anlasserkombination sehe ich das auch kritischer.

Solange man da normalerweise nicht dran rührt, bereitet das Zeugs keine Gefahr.
Deswegen sind auch noch massenweise Eternitplatten aktiv verbaut, die nicht unbedingt abgebaut und entsorgt werden müssen.

Noffie
Edelschrauber
Edelschrauber
Beiträge: 634
Registriert: Freitag 8. April 2022, 21:43

Re: Asbest im Motor?

#7 Beitrag von Noffie »

Makatea hat geschrieben: Mittwoch 4. November 2026, 12:46 Ich würde das bröselnde Stück Asbest mit Wasserglas (Natrium-, Kalium- oder Lithiumsilikat in wässriger Lösung) stabilisieren.

Temperaturbeständig und nicht leitfähig hält es das Stück zusammen, Problem gelöst.
beerchug

Antworten