Pfaff 138 Spiel in der Nadelstangenführung
- det
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Re: Pfaff 138 Spiel in der Nadelstangenführung
Hallo,
ist das Spiel vorne-hinten oder links-rechts?
Für vorne-hinten könnten man ganz oben am Kopf evtl. etwas nachstellen.
Gruß
Detlef
ist das Spiel vorne-hinten oder links-rechts?
Für vorne-hinten könnten man ganz oben am Kopf evtl. etwas nachstellen.
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Detlef
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- Bekennender Schneckenversender, habt Geduld mit mir -
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Re: Pfaff 138 Spiel in der Nadelstangenführung
Das Spiel ist in alle Richtungen.
Ich habe heute Nacht darüber geschlafen und den Entschluss gefasst, eine Buchse einzusetzen. Sämtliches Equipment für so eine Arbeit habe ich da. Die Buchse wird mit 0,4 mm Wandstärke gefertigt, die Nadelstangenschwinge aufgebohrt und die Buchse dann mit Loctite eingeklebt. Die Passbohrung reibe ich dann mit einer 1/4" Reibahle. So entsteht dann eine Maximalluft von 0,02 mm. Ich kann so durch Erwärmen auch wieder demontieren, wenn was schief geht, bzw. einen neuerlichen Austausch machen. Die Buchse lasse ich mit einem 3-4 mm langen Bund unten herausschauen. Das ist bei einer Demontage von Vorteil. Das geht sich aus und der Bund behindert nichts.
Ich habe auch ein Angebot von einem Forumsteilnehmer bekommen, welches ich gerne annehme, wenn ich diese Arbeit verpfuschen sollte. Eine zeitaufwändige Spielerei ist es sowieso, aber ich liebe solch kleine Herausforderungen.
Grüße Anton
Ps: Bei der Juki war es das selbe Problem. Da war es einfacher. Dieser Bügel ist auch nirgend wo mehr zu finden. Da hatte ich auch das Glück, dass die Büchse nur ca. 15 mm im Block steckte und dann "ins Freie" nach unten verlief. So konnte ich die Klemmung so lange machen. Diese Maschine ist bei der Nadelstange "spielfrei", leichtgängig und das schönste daran, dass die Buchse nachstellbar ist. Den Schlitz beim Bügel und der neuen Klemmung habe ich vor dem Einbau mit Silikon gefüllt, damit kein Öl nach unten auslaufen kann. In diesem Bereich befindet sich ja eine Dochtschmierung und eine Flachdichtung.
Im Anhang ein paar Bilder, wie das aussieht.
Ich habe heute Nacht darüber geschlafen und den Entschluss gefasst, eine Buchse einzusetzen. Sämtliches Equipment für so eine Arbeit habe ich da. Die Buchse wird mit 0,4 mm Wandstärke gefertigt, die Nadelstangenschwinge aufgebohrt und die Buchse dann mit Loctite eingeklebt. Die Passbohrung reibe ich dann mit einer 1/4" Reibahle. So entsteht dann eine Maximalluft von 0,02 mm. Ich kann so durch Erwärmen auch wieder demontieren, wenn was schief geht, bzw. einen neuerlichen Austausch machen. Die Buchse lasse ich mit einem 3-4 mm langen Bund unten herausschauen. Das ist bei einer Demontage von Vorteil. Das geht sich aus und der Bund behindert nichts.
Ich habe auch ein Angebot von einem Forumsteilnehmer bekommen, welches ich gerne annehme, wenn ich diese Arbeit verpfuschen sollte. Eine zeitaufwändige Spielerei ist es sowieso, aber ich liebe solch kleine Herausforderungen.
Grüße Anton
Ps: Bei der Juki war es das selbe Problem. Da war es einfacher. Dieser Bügel ist auch nirgend wo mehr zu finden. Da hatte ich auch das Glück, dass die Büchse nur ca. 15 mm im Block steckte und dann "ins Freie" nach unten verlief. So konnte ich die Klemmung so lange machen. Diese Maschine ist bei der Nadelstange "spielfrei", leichtgängig und das schönste daran, dass die Buchse nachstellbar ist. Den Schlitz beim Bügel und der neuen Klemmung habe ich vor dem Einbau mit Silikon gefüllt, damit kein Öl nach unten auslaufen kann. In diesem Bereich befindet sich ja eine Dochtschmierung und eine Flachdichtung.
Im Anhang ein paar Bilder, wie das aussieht.
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Re: Pfaff 138 Spiel in der Nadelstangenführung
Heute habe ich mir die Mühe gemacht und das Spiel bei der Nadelstangenführung restlos beseitigt.
Das war eine ganz schöne Spielerei. Das Aufbohren mit einen Fräser war das wenigste, aber das Aufspannen die Einrichterei hat die meiste Zeit gefressen. Die neue Bohrung musste absolut wieder mittig sein und exakt fluchten.
Dann die Büchse - sie hat nur 0,45 mm Wandstärke und ist 35 mm lang. Mit einem Horn Supermini Drehstahl für innen hat das super geklappt und die Büchse ist 100prozentig zylindrisch und das Spiel zwischen Nadelstange und Büchse ist jetzt max. 0,01 mm.
Jedenfalls rate ich von solchen Spielereien ab, wenn man nicht die geeignete Maschinenausstattung hat. Ein bisserl aufbohren und schnell ein Büchserl drehen - so wird das sicher nichts.
Ich wollte diese Reparatur einfach machen. Wenn ich diese verpfuscht hätte, hätte ich ein Angebot von einem Forumsmitglied gehabt. So hat man weniger Bedenken.
Grüße Anton
Das war eine ganz schöne Spielerei. Das Aufbohren mit einen Fräser war das wenigste, aber das Aufspannen die Einrichterei hat die meiste Zeit gefressen. Die neue Bohrung musste absolut wieder mittig sein und exakt fluchten.
Dann die Büchse - sie hat nur 0,45 mm Wandstärke und ist 35 mm lang. Mit einem Horn Supermini Drehstahl für innen hat das super geklappt und die Büchse ist 100prozentig zylindrisch und das Spiel zwischen Nadelstange und Büchse ist jetzt max. 0,01 mm.
Jedenfalls rate ich von solchen Spielereien ab, wenn man nicht die geeignete Maschinenausstattung hat. Ein bisserl aufbohren und schnell ein Büchserl drehen - so wird das sicher nichts.
Ich wollte diese Reparatur einfach machen. Wenn ich diese verpfuscht hätte, hätte ich ein Angebot von einem Forumsmitglied gehabt. So hat man weniger Bedenken.
Grüße Anton
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Re: Pfaff 138 Spiel in der Nadelstangenführung
Wow, beeindruckend.
Wie hast Du verhindert, daß die Büchse sich wg. der geringen Wandstärke beim einspannen und drehen verformt?
Da hast Du das alte Jahr ja zünftig verabschiedet; wir sind jetzt schon gespannt, was da als Nächstes kommt ;-)
Wie hast Du verhindert, daß die Büchse sich wg. der geringen Wandstärke beim einspannen und drehen verformt?
Da hast Du das alte Jahr ja zünftig verabschiedet; wir sind jetzt schon gespannt, was da als Nächstes kommt ;-)
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Re: Pfaff 138 Spiel in der Nadelstangenführung
Ich habe Vollmaterial gespannt und dann die Büchse in einer Aufspannung "fliegend" gedreht. Die Büchse wurde aber zum Schluss nicht abgestochen, sondern mit der ca. 0,5 mm breiten "Trennscheibe" vom Dreml abgeschnitten. Anders geht das nicht. Wenn man auch einen ganz schmalen und fein geschliffenen Abstechstahl verwendet, kann sich die Büchse beim Durchstechen eventuell ein bisschen "verfangen" und wird so unrund. Man braucht für's Drehen auch ganz scharf geschliffene Drehstähle, sonst wird die ganze Sache konisch. Das Schärfen der Aussen- und Innendrehstähle habe ich auf einer feinen Diamantscheibe erledigt. 2500 U/min auf der Drehmaschine und Zustellung max. 0,05 mm im Durchmesser und innen zum Schluss mit Leerzustellung noch mal durchgedreht. Die Konizität innen war unter einem Hundertstel. Das Problem bei den kleinen Wandstärken ist ja immer, dass bei der Bearbeitung das Werkstück am vom Spannfutter entferntesten Punkt verdrückt wird und dadurch konisch wird. Ich habe in diesen Fall ja 35 mm Gesamtlänge (Drehlänge 37 mm). Da wird es eng.Wie hast Du verhindert, daß die Büchse sich wg. der geringen Wandstärke beim einspannen und drehen verformt?
Noch wegen des Verformens - Aussen und innen jeweils auf ca. 0,2 mm vordrehen und dann in ganz kleinen Schritten fertigdrehen. Beim Fertigdrehen die Zustellung nicht über 0,05 mm im Durchmesser und zum Schluss einen Leerdurchgang. Verwendet habe ich Messing, weil ich nichts anderes da hatte.
Ich tue mir da etwas leicht, weil ich das notwendige Equipment dazu habe und 2/3 meines Berufsleben als Werkzeugmacher gearbeitet habe. Filegrane Arbeiten habe ich immer geliebt, darum wollte ich das auch machen.
Noch was - Pfaff hat bei der Herstellung im Nadelstangenbereich damals äusserst hochwertig und präzis gearbeitet. Beim Aufbohren ist mir aufgefallen, dass der Guss hochwertig ist und die Nadelstange ist sehr gut gehärtet, nach wie vor einen sehr guten Rundlauf hat und nicht im geringsten verzogen ist. Hut ab!
Wenn man bedenkt, was man da heutzutage alles so auf dem Tisch bekommt - traurig aber wahr. Da können wir uns von den Fertigungsqualitäten von damals in vielen Bereichen ein Stück abschneiden.
Grüße Anton
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Re: Pfaff 138 Spiel in der Nadelstangenführung
Weil mir gerade noch einfällt:Wenn man bedenkt, was man da heutzutage alles so auf dem Tisch bekommt - traurig aber wahr. Da können wir uns von den Fertigungsqualitäten von damals in vielen Bereichen ein Stück abschneiden.
Ich habe 3 so Spulenkapseln für die Singer 29K71 wahrscheinlich von den Chinesen gekauft. Einfach abenteuerlich, was man da in die Hände bekommt. Wenn da jemand handwerklich nicht geschickt ist, kann er die Teile gleich hochkant in die Tonne schmeissen. Bohrungen und Schlitz waren nicht entgratet, geschweige denn nachpoliert und die feinen Blattfedern zum einstellen der Fadenspannung etwas dicker aus ordinären weichen Blech gemacht. Dazu waren diese Blattfedern in der Breite auch noch zu schmal. So konnten sie sich jederzeit seitlich verschieben und so veränderte sich die Fadenspannung auch ständig. Traurig ist, dass wir diesen Schei... auch noch kaufen. Aus der Ferne schauen diese Teile auch noch gut aus.
Hab mir da auch abgeholfen, aber es war auch eine Spielerei - siehe Foto
Leider hatte ich kein passendes Federblech und so fiel mir die Fühllehere ein. Die ist aus federnden Stahl und noch dazu in den verschiedensten Wandstärken.
Grüße Anton
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Re: Pfaff 138 Spiel in der Nadelstangenführung
für die ausgeleierte untere Führung(in der Alulegierung) der Nadelstange einer Elna 9000 konnte ich vor vielen Jahren im Netz -im Innenmaß exakt passende- Bronzebuchsen bekommen;
der Rest war recht einfach = die ausgeleierte Führung so weit auf das Aussenmaß der Buchse aufbohren, dass sich die -auf Länge gebrachte- Buchse unter mässigem Druck einpressen lassen hat;
das war natürlich nur deshalb möglich, weil sich dafür noch genügend Material am Support der unteren Führung befunden hatte;
auch war/ist dies eine einmalige Ausnahme gewesen, die m. E. nur durch extreme Vielnutzung (imho Schneiderei oder Kleingewerbe) entstanden sein konnte;
im Übrigen sind diese Elnas der Reihe von der 500 Club bis zur 9000 bzw. identischen Diva feinmechanisch absolute Spitzenqualität -mMn besser als die zeitgleichen von Bernina-
...und auch die letzten, die noch von Tavaro SA in Genf gefertigt wurden;
danach war für in der Schweiz zu 100 % gefertigte Elnas Schluss (von Janome aufgekauft und Janomemaschinen werden teilweise als Elna umgelabelt/verkauft);
der Rest war recht einfach = die ausgeleierte Führung so weit auf das Aussenmaß der Buchse aufbohren, dass sich die -auf Länge gebrachte- Buchse unter mässigem Druck einpressen lassen hat;
das war natürlich nur deshalb möglich, weil sich dafür noch genügend Material am Support der unteren Führung befunden hatte;
auch war/ist dies eine einmalige Ausnahme gewesen, die m. E. nur durch extreme Vielnutzung (imho Schneiderei oder Kleingewerbe) entstanden sein konnte;
im Übrigen sind diese Elnas der Reihe von der 500 Club bis zur 9000 bzw. identischen Diva feinmechanisch absolute Spitzenqualität -mMn besser als die zeitgleichen von Bernina-
...und auch die letzten, die noch von Tavaro SA in Genf gefertigt wurden;
danach war für in der Schweiz zu 100 % gefertigte Elnas Schluss (von Janome aufgekauft und Janomemaschinen werden teilweise als Elna umgelabelt/verkauft);

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Re: Pfaff 138 Spiel in der Nadelstangenführung
So, jetzt läuft meine 138 wieder. War eine kleine Spielerei.
Ich habe mir in den Kopf gesetzt auch den Speedreducer selbst zu machen.
Greifer und die Spulenkapsel wurden auch ausgetauscht und natürlich die Maschine neu eingestellt.
Hier ein paar Bilder:
Ich habe mir in den Kopf gesetzt auch den Speedreducer selbst zu machen.
Greifer und die Spulenkapsel wurden auch ausgetauscht und natürlich die Maschine neu eingestellt.
Hier ein paar Bilder:
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Re: Pfaff 138 Spiel in der Nadelstangenführung
....ohne eine Feineinstellung zu machen, hier die ersten Nähte, die auf Anhieb so wurden:
Grau - 3 mm Spaltleder und gelb - 2 mm Kunstleder.
Die Maschine ist ca. 70 Jahre alt und so lange dürfte sie jetzt wieder laufen.
Grüße Anton
Grau - 3 mm Spaltleder und gelb - 2 mm Kunstleder.
Die Maschine ist ca. 70 Jahre alt und so lange dürfte sie jetzt wieder laufen.
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Re: Pfaff 138 Spiel in der Nadelstangenführung
Sauber 

Der Maschinen(um)bauer
Adler 30,48,67,68,69 Pfaff 130,141,142,145,335,1222, Typical GC20606-18, Sailrite 9" Clone und.....
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BLDC-Servos https://www.naehmaschinentechnik-forum. ... 33#p119733
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