Passive Spulenbremsen werden bei vielen schnellaufenden Maschinen verwendet um das trägheitsbedingte Nachlaufen der Spulen zu verhindern. Normalerweise findet man sie aber erst bei Maschinen die mit über 2000 Stichen/min laufen oder bei Maschinen mit Fadenabschneidern.
Üblich sind sie dann, wie auch der Kapsellüfter, erst ab über 3000 Sti/min.
Problematisch ist vor allem dass schnelle Abbremsen.
Andere Strategien sind die Verwendung von Alu- oder Kunststoffspulen. Beide haben den Nachteil dass sie bei Maschinen wo der Unterfaden mit relativ hoher Spannung aufgespult werden muss häufig zu einem aufbiegen oder brechen der Spulen führen. Kunststoffspulen sind wegen ihrer geringen Haltbar-/Belastbarkeit bei Industriemaschinen nicht vorgesehen.
Meistens werden bei den aktuellen Gewerbe-/Industriemaschinen Aluspulen verwendet die häufig durch Anpassung der Scheibenstärke (aussen dünner wie innen) trägheitsoptimiert werden und eine lange Lebensdauer bieten.
Juki und einige andere haben bei den Schnellnähern mit Fadenabschneider eine aktive Spulenbremse eingebaut die beim Auslösen des Fadenabschneiders die Spule mittels einem gefederten Stift abbremst, damit der Fadenabschneider zuverlässiger funktioniert.
Bei Stickautomaten dienen die Spulenbremsfedern dazu, trotz der sich dauernd ändernden Stichlängen ein gleichmässigeres Stickbild zu erreichen.
Spulenbremsfedern haben den generellen Nachteil dass sie mit wechselndem Durchmesser (Hebelwirkung bei voller/leerer Spule) auch eine wechselnde Fadenspannung erzeugen.
Die Adler Klasse 30 gab es nie mit Spulenbremse.
Grüsse vom Sputnik