Seven und seine Maschinen

Hier können sich neue Mitglieder kurz vorstellen.
Wie seid ihr an das Hobby oder an eure Maschinen gekommen usw.
Wenn ihr uns an euren Maschinen teilhaben lassen wollt, tut das bitte in den entsprechenden Brettern.
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Seven
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Seven und seine Maschinen

#1 Beitrag von Seven »

Hallo,
möchte mich nachträglich nochmal vorstellen. Ich heiße Sven bin mitte 40 und komme aus Hessen. Beruflich bin ich in der Pflege tätig.
Ein Hobby von mir ist der Bau von E-Gitarren. Daher ist mir die Arbeit im Zehntel Millimeter Bereich vertraut. Auch Effektgeräte und Röhrenverstärker hab ich schon gebaut.
Zur Nähmaschine kam ich über meine Camping Leidenschaft. Ich schlafe am liebsten in Baumwoll-Zelten. Leider ist der Markt für kleine Baumwoll-Zelte sehr überschaubar und teuer daher kam der Wunsch mir sowas selbst an zu fertigen. Meine Vorkenntnise waren aber gleich null. Zunächst sammelte ich mit der Privileg Maschine meiner Mutter erste Grundkenntnis ü. Aber bei den Stoffen die ich vernähen möchte, klang die Maschine nicht mehr gut und ruckelte ziemlich. Per Kleinanzeigen kam dann eine Pfaff 230 im Schränkchen mit original Zubehör ,Bedienungsanleitung und Garantiekarte.
20240712_141707.jpg
Ausser der Transporteur-Versenkung läuft alles. Die sitzt so fest da wird wahrscheinlich nurnoch Gewalt helfen...aber die Versenkung brauch ich eh nicht. Hat richtig Spaß gemacht die Maschine zu öffnen, zu reinigen und zu ölen.
Möchte mich nun intensiver mit der Technik und Mechanik beschäftigen und suche gerade Bücher zum Thema.
Leidet ist die Pfaff aber auch nicht wirklich für meine Vorhaben gemacht. Also hab ich eine große gesucht. Zwischenzeitlich gab es in der Nachbarschaft eine Singer Klasse 66 Baujahr 1922. Die hab ich natürlich eingesammelt. Schön und rustikal. Die wird zum erlernen von Grundlagen der Mechanik wahrscheinlich sehr gut geeignet sein
20240726_183301.jpg
Vor ein paar Tagen wurde in der Nähe eine Dürkopp 212 angeboten. Kurz etwas dazu angelesen und abgeholt.
20240922_141014.jpg
Die dürfte schonmal etwas besser für meine Zwecke sein. Bedienungsanleitung gab es auch noch online
Zu der Maschine werde ich aber nochmal ein eigenes Thema aufmachen.
Tja und zu guter letzt noch ein Bild meines ersten selbst genähten Zeltes, alles auf der Pfaff 230.
20240817_174512.jpg
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det
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Re: Seven und seine Maschinen

#2 Beitrag von det »

Hallo Sven und willkommen hier!

Hat die Dürkopp 212 Nadeltransport?

Gruß
Detlef
Maschinen: viel zu viele - Zeit dafür: viel zu wenig
- Bekennender Schneckenversender, habt Geduld mit mir -

claude
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Re: Seven und seine Maschinen

#3 Beitrag von claude »

Die Transportversenkung der 230 kriegst Du mit Petroleum, Wärme und zur Not etwas wohldosierter Gewalt problemfrei wieder gängig und dann funktioniert die auch wieder butterweich.

Wo hat es denn bei der Pfaff 230 für Dich Probleme gegeben?
Baumwoll-Segeltuch transportiert doch eigentlich ausgezeichnet...

Wie kriegst Du eigentlich Deinen Baumwollstoff wasserdicht und sind das zwei Lagen Stoff auf dem Beispielfoto?

Seven
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Re: Seven und seine Maschinen

#4 Beitrag von Seven »

det hat geschrieben: Montag 23. September 2024, 23:16
Hat die Dürkopp 212 Nadeltransport?
Ja, hat sie.
claude hat geschrieben: Montag 23. September 2024, 23:44
Die Transportversenkung der 230 kriegst Du mit Petroleum, Wärme und zur Not etwas wohldosierter Gewalt problemfrei wieder gängig und dann funktioniert die auch wieder butterweich.

Wo hat es denn bei der Pfaff 230 für Dich Probleme gegeben?
Baumwoll-Segeltuch transportiert doch eigentlich ausgezeichnet...

Wie kriegst Du eigentlich Deinen Baumwollstoff wasserdicht und sind das zwei Lagen Stoff auf dem Beispielfoto?
Mit Petroleum und Heißluftfön habe ich es ausgiebig probiert. Da müsste tatsächlich mit Treiber und Hammer gearbeitet werden. Davon hab ich aber abgesehen. Ich wüsste nicht wofür ich die versenkung überhaupt brauche.
Probleme gab es u.a. den Stoff rechts der Nadel entlang zu führen. Hier wäre mehr Platz wirklich von Vorteil. Auch das Füßchen kam bei der Menge an lagen an die Grenze des Hubes. Es gibt bei den Baumwollstoffen auch große Unterschiede. Einen Stoff den man für Tipis benutzt ist ganz anders als das Material für Pfadfinderzelte (Kothen). Das Tipimaterial (350gr/m2)lässt sich problemlos bis 12 Lagen vernähen. Mehr passt auch nicht mehr unter den Fuß. Bei dem Kothenstoff (~300gr/m2) fängt die 230 bei 4 Lagen an zu tackern, kann es nicht richtig beschreiben, klingt aber nicht gesund auf Dauer. Das Zeug ist anscheinend viel dichter gewebt oder mit irgendwas zähen imprägniert .
Für das Zelt (eigentlich das 2. aber das erste ist nur zu 90% fertig) habe ich Bundeswehr Hosenstoff genommen. Dieser hat auf der Ausenseite das Flecktarn-Muster und Innenseite leicht grün. Ist also nur eine Lage. Letztenendes leider eine kleine Tragödie. Der Stoff ist nur zu 65 % Baumwolle und zusätzlich nicht in Leinwandbindung. Leider waren alle imprägnierten Zeltstoffe mit dem Muster viel zu dünn. Ich mag licht undurchlässige zelte. Also alles unter 300Gr/m2 find ich ungeeignet.So kam ich zum Hosenstoff..immerhin 330 Gr/m2. Ich war recht optimistisch was das nachträgliche imprägnieren anging. Ich habe z.B. militärische Baumwoll-Zelte von Anno dazumal die habe ich als sie undicht wurden nur mit Bienenwachs/Paraffin imprägniert. Also einreiben und einföhnen. Funktioniert wunderbar.
Ich habe an einem , mit Imprägnierwachs eingewachsten, Probestück testweise Wasser drüber laufen lassen und es perlte ab wie bei imprägnierten zeltstoff auch...Ich konnte sogar eine Schüssel formen und sie hielt das wasser...die unterseite blieb furztrocken. Also habe ich das zelt genäht und dann 4 tage lang eingewachst...mit kleinen wachsblöcken. Als es dann regnete lernte ich den unterschied zwischen Wasserabweisend und Wasserdicht. Der Stoff fängt nach ca.15-20 Minuten an sich voll zu saugen und ab dann braucht man einen Regenschirm im Zelt. boewu
Mittlerweile bin ich drüber weg und blicke positiv zum nächsten Projekt. Diesmal aber wirklich nur Zeltstoff, keine Experimente. Wird also kein Tarnmuster sondern schlicht oliv.
Bei dem Tipi Stoff handelt es sich um unbehandeltes Material. Hier habe ich Versuche mit Essigsaurer Tonerde unternommen. Das gefällt mir aber nicht. Das ist ein Pulver welches in heißem Wasser angerührt werden soll. Bei mir hat es sich nicht gut aufgelöst und blieb krümelig auf der getrockneten Plane.
Ich bevorzuge also die Wachs-Methode. Fluorcarbon haltige Mittel möchte ich wegen Gesundheitsrisiko und Umweltproblematik vermeiden. Ansonsten bliebe noch Silikon. Damit wollte ich das Flecktarn-Zelt retten. Also Lebensmittelechtes Silikon mit verdünner anrühren und damit die Planen einstreichen. Damit lässt sich wohl jeder Stoff Wasserdicht machen. Am Probestück gefiel mir aber die Haptik nicht. Das Silikon verändert den Stoff schon sehr.
Im Prinzip braucht man bei dem richtigen Stoff auch eigentlich garnicht imprägnieren da dieser durch die eng gewebte leinwandbindung sich selbst abdichtet sobald die Fasern nass werden. Die Zeltwand wird dann zwar von innen feucht aber es bilden sich keine Tropfen. Bei großen Zelten wie Tipis ist das also kein Problem. Bei kleinen 1-2 Personenzelten, in denen man kaum Platz hat, sind feuchte Wände aber nervig.

feldkoch
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zelt nähen und materialquelle

#5 Beitrag von feldkoch »

Moin, ich habe auch schon ein paar Zelte genäht, meist in Sil-Nylon, aber auch in 300g BW. Eine gute Quelle für dichtes Gewebe in reiner Baumwolle ist ESVO Tenten in NL, gibt eine deutsche Seite dazu. Deren tencate habe ich verwendet, läßt sich gut verarbeiten und ist dauerhaft dicht. Ich habe auch ein kleines Lavvu genäht, nach der Vorlage des käuflich zu erwerbenden Tschum. Ich bin zufrieden damit.
Genäht habe ich mit einer Zweinadel-Nadeltransportmaschine von Minerva. Die habe ich gegen eine Singer 112W140 getauscht, da die Teileversorgung viiiel besser ist. Die 230 müßte es aber auch packen, ich hatte lange eine sehr ähnliche 260 für alles, bis dann die Sammelwut zuschlug (Ausgangspunkt dafür war der Wunsch nach einer Dreifachtransportmaschine für Faltboothäute. Die konnte die 260 nicht so schön). Die größere Durchreichbreite von industriemaschinen ist hilfreich, Nadeltransport bei den schweren Stoffmengen für ein schönes Nahtbild auch.
bei einem Zelt bleibt es meist so wenig wie bei einer Nähmaschine.

feldkoch
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Nachtrag

#6 Beitrag von feldkoch »

Das tencate muss nicht imprägniert werden, und ziemlich lichtdicht ist es auch. Brennt Feuer drin, sieht man es aber.

TröpfchenÖl
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Re: Seven und seine Maschinen

#7 Beitrag von TröpfchenÖl »

Hallo Seven,
danke für die Vorstellung!
Ein ähnlich geformtes und gemustertes Baumwoll--Zelt aus vier Bahnen haben wir aus Beständen der schwedischen Armee, vor gut 10 Jahren gekauft. Das war so wie gekauft weitgehend regendicht sofern man nicht von innen an den Stoff kam. Imprägniert ist das nur ganz leicht.

Viele Grüße,

Bob

Seven
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Re: Seven und seine Maschinen

#8 Beitrag von Seven »

Die Vorlage für mein Zelt stammt von einem polnischen Armee-Zelt. Generell finde ich Armee Zelte schon gut aber sie könnten allesamt etwas größer sein. Auch das Tschum (2P) dürfte noch eine Ecke größer sein.
Bei dem Kothenstoff handelt es sich um Tencate KD38. Diesen habe ich bei Esvo erworben. Also wie gesagt meine 230 klingt nicht mehr gut bei 4 lagen davon. Deshalb habe ich noch nicht viel damit genäht.
In einer Kothe ist das Platzangebot aber schon fast wieder zuviel ...da kann man sich noch eine Couch reinstellen. Ich habe schon einige Nächte in einer Kothe mit 20 cm Erdstreifen verbracht. Ich plane gerade eine etwas verkleinerte Version davon. Finde den Ansatz vom Tschum ganz gut also 2 Hälften und sechseckig. Die Armeezelte und Kothen sind i.d.R achteckig. Würde dann wahrscheinlich längere Seitenwände aus Baumwolle dran nähen und oben ein flaches Dach übers Rauchloch.
Ich habe aber noch viel zu lernen wie ich was umsetzen kann. Falls jemand Literatur zum Thema Zelte-Eigenbau kennt wäre ich sehr dankbar.

feldkoch
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Re: Seven und seine Maschinen

#9 Beitrag von feldkoch »

Hier: www.outdoorseiten.net unter myog und dort Zelte gibt es allerhand zu lesen.
Beim Tschum2P finde ich gut, dass es 6 Heringe braucht, um sehr sicher zu stehen. Mit senkrechten Seitenwänden sind es gleich 12. Die Spitze vom Tschum macht es einfach, irgendwas als Stange zu verwenden, es ist auch kein Kreuz notwendig. Die Maßzeichnung auf der Herstellerseite erlaubt den Nachbau für privat und ist wirklich durchdacht und erprobt, auch der cat-cut. Kleiner würde ich das Zelt auf keinen Fall machen, eher etwas größer, aber dann passen die Stoffbreiten nicht mehr für den Schnitt und man muss stückeln. Meins ist wohnlich für eine Person, zwei gehen noch, aber dann nur ohne Feuer.

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Ostrod
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Re: Seven und seine Maschinen

#10 Beitrag von Ostrod »

Moin!

Bei der DDR-Kinderarmee hab ich diese Dinger https://www.kleinanzeigen.de/s-nva-zeltplane/k0 kennenlernen müssen. Wahre Mufuties!
Vom Poncho über Einmannzelt bis zur Kombination für Vielmannzelte.
Das Material war überzeugend. Der Rest des Vereins eher nicht.

Erstaunlich war die Imprägnierung, die bei innenseitiger Berührung nicht sofort aufgab.

Gruß, Lukas
Geist ist geil!

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