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Manfred aus dem Raum Regensburg

Verfasst: Sonntag 16. Februar 2025, 19:08
von Manfred _2
Einen schönen guten Abend!

Mein Name ist Manfred, ich bin Anfang der 70izger Jahre auf die Welt gekommen. Vor ca. 30 Jahren habe ich mal ein wenig genäht auf einer Pfaff, die der Mutter meiner damaligen Freundin gehört. Hauptsächlich Hosen kürzen. Hat mir Freude gemacht.

Auch bin nicht der Mode-Shopping-Typ, weder vor Ort noch im Netz. Ich habe ein paar Bilder im Kopf von Sachen, die ich mir nähen möchte. 1. Projekt wird wohl eine Einkaufstasche sein.

Zudem mag ich alte Technik - bevorzugt vom Design Nachkrieg bis so 60izer Jahre. Mit Schmunzeln habe ich den Sammelsucht-Faden gelesen (https://www.naehmaschinentechnik-forum. ... php?t=9859. Kenne ich von mir in Ansätzen. So habe ich drei Tischbohrmaschinen mit einer maximalen Bohrleistung von 8mm, 10mm und 16mm. Also nicht wirklich notwendig, die alle zu haben, aber entweder haben die technische Besonderheiten (1x), die für mich nützlich sind, oder sie sind schweizer Präzisionsmaschinen.

Zum Glück - nach meinen eigenen Maßstäben - kann ich auch Dinge abgeben. So habe ich eine wunderschöne kleine deutsche Bohrmaschine aus den 50ern verkauft, die einfach nur hinter dem Schrank rumstand. Mir hat die so saugut gefallen, aber wozu behalten?

Meine erste eigene Nähmaschine ist im Zulauf (Elna Supermatic 3. Generation). Ich habe viel im Nähmaschinenverzeichnis gelesen (danke für die Mühe, dieses zu erstellen) und auf Kleinanzeigen geschaut. Mir blutet mein Techniker- und mein Nachhaltigkeitsherz, wenn ich sehe, dass Nähmaschinen verramscht werden, die grundsolide sind und für den Hausgebrauch taugen und auf der anderen Seite Leute Plastikbomber nach Hause tragen.

1) Hier wurde mal ein längerer Diskussionsfaden zur Reinigung von Nähmaschinen erwähnt. Könnte mir den jemand verlinken? (Stichwort Reinigung hat 640 Treffer)

2) Nach der Lektüre des oben verlinkten Sammelsucht-Fadens kam mir die Idee, solide alte Nähmaschinen, die transportabel sind, min. ZZ und Motor haben, an Nähanfänger zu verleihen oder aus haftungsrechtlichen Gründen zu verkaufen mit Rückkaufoption. Grundidee: Jemand besucht einen Nähkurs, fängt mit dem Nähen an und kann sich eine Nähmaschine für z.B. 3 Monate für 20€ mieten (bzw. für 100€ kaufen, Rückkauf innerhalb von 3 Monaten für 80€).
Gibt es dafür einen Markt? Was haltet Ihr davon?
Hintergedanke von mir ist:
- ein paar Maschinen vor der Schrottpresse retten
- Menschen an ordentliche Technik ranführen
- Nachhaltigkeit
- eine gute Begründung zu haben, warum man xx(x) Maschinen braucht ;-)

3) Gibt es hier einen erfahrnen Bastler im Raum Regensburg, Ingolstadt, Landshut, Freising, zu dem ich ggfs. mit einer Maschine vorbei fahren könnte? Bin neu in der Materie, aber ich möchte auch was lernen. Im Moment kein konkreter Bedarf.

lg

Manfred

Re: Manfred aus dem Raum Regensburg

Verfasst: Sonntag 16. Februar 2025, 19:15
von Manfred _2
Wollte ich eigentlich als PS schreiben: ich finde den sehr höflichen und sachlichen Umgangston hier erstauntlich und bin dankbar dafür. Habe in Foren schon anderes erlebt.

Re: Manfred aus dem Raum Regensburg

Verfasst: Sonntag 16. Februar 2025, 19:42
von nicole.boening
Huhu Manfred, schön dass du hier bist.
Der Beitrag zum Reinigen ist hier zu finden: https://www.naehmaschinentechnik-forum. ... 120#p22120
Das Modell zum Weitergeben von Nähmaschinen finde ich gut - wobei man über die Konditionen sicher noch nachdenken könnte. Ich entscheide immer je nach Bedürftigkeit und Arbeitsaufwand über den Preis.
Hab dann das Patenmodell, wonach die Maschine wieder zurück kommt, wenn sie nicht mehr gebraucht wird. Ehrlicherweise muss ich sagen, dass ich nie eine wieder gesehen habe.
Liebe Grüße
Nicole

Re: Manfred aus dem Raum Regensburg

Verfasst: Sonntag 16. Februar 2025, 20:15
von lunetta
Herzlich willkommen bei uns!

Re: Manfred aus dem Raum Regensburg

Verfasst: Sonntag 16. Februar 2025, 21:30
von Manfred _2
Danke Euch!
nicole.boening hat geschrieben: Sonntag 16. Februar 2025, 19:42 Das Modell zum Weitergeben von Nähmaschinen finde ich gut - wobei man über die Konditionen sicher noch nachdenken könnte. Ich entscheide immer je nach Bedürftigkeit und Arbeitsaufwand über den Preis.
Verständlich. Bedürftigkeit ist für mich auch ein Argument.

Angenommen wir sprechen über ein "standardisiertes Angebot" für einen VHS Anfänger-Nähkurs und einer Leihdauer von 3 Monaten. Der Kursleiter - der gerne auch weiblich sein darf - wäre ein normaler Bekannter und holt zum ersten Termin die Nähmaschinen bei Dir ab und bringt nach dem letzten Termin die Nähmaschinen Dir wieder vorbei. Die Nähmaschinen sind einfache solide ZZ-Koffermaschinen mit Motor. Was wäre da für Dich ein fairer Preis unter diesen Voraussetzungen?

Einen Punkt sehe ich anders: Was kann der Käufer einer Maschine dafür, wenn ich bei einer bestimmten Maschine Pech hatte und ewig gebraucht habe, die flott zu bekommen? Da würde ich in keinem Fall mehr als den normalen Marktwert nehmen. Mit welcher Begründung sollte so eine Maschine teurer sein als die, die ich von der Nachbarin gepflegt und kostenlos über den Zaun gereicht bekommen habe? (Ich spreche hier wohlgemerkt von einem "standardisierten Angebot".)

Unter Freunden würde ich die zweite Maschine auch so weiterreichen.

Re: Manfred aus dem Raum Regensburg

Verfasst: Sonntag 16. Februar 2025, 21:53
von nicole.boening
Klar - haste recht. Das war ein Kurzschluss durch Preise für Reparaturen.
Sagen wir es mal so: Ein Pfaff-Stahlmonster würde ich niemals günstig an Leute verkaufen, die ich nicht kenn und die genug Geld haben. Eine Meister Maschine eher - auch wenn ich weiß, dass die prima sind. Deshalb kämen Standard-Preise nicht infrage. Schon allein wegen dem wahrscheinlich unterschiedlichen Zubehör. Aber du kannst ja machen, was du möchtest. Gestalte es so, wie du meinst.
Ich würde die Maschinen zum vollen Preis an die VHS geben - die guten und besonders haltbaren. Die würde ich mit digitalen Anleitungen und nötigem Zubehör ausstatten und für einen bestimmten Betrag regelmäßig warten. Mit der Bitte, jedem Kurs den Nachhaltigkeitsgedanken in 15 Minuten vortragen zu können. Dann dort den Aufruf machen, eigene Alte der Teilnehmer zum Laufen zu bringen oder andere alte anzubieten.
So würde ich es machen.

Re: Manfred aus dem Raum Regensburg

Verfasst: Sonntag 16. Februar 2025, 23:03
von Ärmel
Auch von mir ein herzliches Willkommen hier.
Gibt es die Technischer Lehranstalt Eckert in Regenburg bzw. Regenstauf noch...?
von nicole.boening » Sonntag 16. Februar 2025, 21:53
Ich würde die Maschinen zum vollen Preis an die VHS geben
Falls diese elektrifiziert sind drängt sich mir die Frage auf, müssen die dann nicht von einer Elektrofachkraft geprüft sein, so wie es in Betrieben der Fall ist...?
Auch bei älteren Nähmaschinen sind Elektrokabel teilweise im Inneren verlegt, welche altersbedingt spröde und morsch sind.
Besonders an Seitendeckeln mit Nählicht sind die Kabel an den Knickstellen öfters mal blank.
Wenn da jemand einen Stromschlag abbekommt, möchte ich nicht in der Haut des Verantwortlichen stecken.
Wer weiß darüber Bescheid...
Grüße Heinrich

Re: Manfred aus dem Raum Regensburg

Verfasst: Sonntag 16. Februar 2025, 23:24
von js_hsm
Wenn man es al Privatverkauf machen kann ist die VHS für die Prüfungen sorgen.
Bei 10, oder mehr, Maschinen wird das aber schwer fallen und dann gilt man als gewerblicher Verkäufer (Gewerbeschein ?) und ist für den Zustand verantwortlich.

Gruß, Achim

Re: Manfred aus dem Raum Regensburg

Verfasst: Sonntag 16. Februar 2025, 23:51
von ahu
Manfred _2 hat geschrieben: Sonntag 16. Februar 2025, 21:30
Angenommen wir sprechen über ein "standardisiertes Angebot" für einen VHS Anfänger-Nähkurs und einer Leihdauer von 3 Monaten. Der Kursleiter.... holt zum ersten Termin die Nähmaschinen bei Dir ab und bringt nach dem letzten Termin die Nähmaschinen Dir wieder vorbei. Die Nähmaschinen sind einfache solide ZZ-Koffermaschinen mit Motor. Was wäre da für Dich ein fairer Preis unter diesen Voraussetzungen?

Einen Punkt sehe ich anders: Was kann der Käufer einer Maschine dafür, wenn ich bei einer bestimmten Maschine Pech hatte und ewig gebraucht habe, die flott zu bekommen? Da würde ich in keinem Fall mehr als den normalen Marktwert nehmen. Mit welcher Begründung sollte so eine Maschine teurer sein als die, die ich von der Nachbarin gepflegt und kostenlos über den Zaun gereicht bekommen habe? (Ich spreche hier wohlgemerkt von einem "standardisierten Angebot".)
Hallo Manfred_2,

Auch von mir ein herzliches Willkommen in diesem Forum!!!

Die Idee mit dem Retten von alten Schätzchen ist prinzipiell eine gute Sache - deshalb haben die "Macher" dieser Seite selbige ins Leben gerufen, denke ich... die Realitäten in der "Welt da draußen" scheinen mir jedoch oft genug eine andere zu sein... das fängt damit an, das hier auch Maschinen zum Verschenken angeboten wurden/ werden, wie von @Ärmel und auch mir - und man bekommt nicht eine Antwort oder Anfrage... und "draußen" = in den Kleinanzgn, gibt es permanent über 450 Verschenkungen, es wird also viel mehr verschenkt, als in der ex-und-hopp-Gesellschaft abgenommen/ abgeholt wird!

Daraus ist zu schließen: die Leute wollen einfach nicht das alte Zeug haben - fast Fashion mit zwei Wochen Rückgaberecht ohne Grund-Angabe, portofrei... was sollte man da noch Nähen lernen?!?! Easy Living, you know...

Um jetzt aber Koffer-Maschinchen mit Motor zu kriegen, muß man doch einige €uros hinlegen, selbst wenn es nur für's Benzin ist... die Zielgruppe soll sich nicht enttäuscht abwenden, was erstklassige Überprüfung und Wartung nötig macht... und in der Tat steht man hierzulande mit dem Versuch, etwas Sinnvolles aufzuziehen, schnell unter dem Verdacht, ein "Gewerbe" zu betreiben... 🤕 das wird einem ja schon unterstellt, wenn man etwa zehn Mal oder öfter im Jahr seinen eigenen Krempel auf einem Flohmarkt feilbietet... auch die Frage der Haftung bei einem elektrischen Defekt ist, unabhängig von der Verantwortung, nicht zu vernachlässigen!

Eigentlich bliebe nur, das man sich in regionalen Grüppchen organisierte und zusammen das Hobby pflegte/ Erfahrungen austauscht... ansonsten gibt es ja auch Nähvereine, die sich um Interessierte kümmern, ohne halt die alten Schätzchen hegen zu wollen...

Es kann aber sein, das spätere Generationen die alten Schätzchen wieder zu wertschätzen lernen... niemals die Hoffnung aufgeben 😀😀😀

Grüße von ahu

Re: Manfred aus dem Raum Regensburg

Verfasst: Montag 17. Februar 2025, 14:57
von Manfred _2
Die haftungsrechtliche Frage habe ich auch im Sinn. Genau deshalb denke ich über die Verkaufslösung mit Rückkaufoption nach. Der Charme: Je nach Maschine kann der Preis höher oder niedriger sein, die "Leihgebühr" bei Rückgabe aber gleich. Und wenn ich damit anfangen sollte, werde ich in den ersten Jahren wohl kaum mehr als 10 oder 20 Leih- bzw. Verkaufsvorgänge pro Jahr haben - selbst das wäre für mich ein Erfolg. Da eine gewerbliche Absicht zu unterstellen ist gewagt.

Elektrik kenne ich mich aus, Sohn von Nachbarn und ein entfernter Bekannter sind Elektromeister, die können zur Not auch mal kurz den E-Test machen. Da sind 5 Maschinen wohl für einen 20izger getestet.

Und die Idee, sofern sie ein Projekt werden sollte, wird nur eine kleine Anzahl von Leuten erreichen. Aber immerhin, so fängt Wandel an. Aber die nächsten 10 Jahre wird keine chinesische Nähmaschinenfabrik wegen dieser Idee schließen müssen, da bin ich mir sicher. Aber vielleicht sinkt in 20 Jahren der Absatz von Billignähmaschinen in Deutschland deswegen um 0,5%