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Singer oder nicht Singer?
Verfasst: Sonntag 19. Juli 2026, 23:11
von Günter Schuster
Werte Forums Kollegen,
ich versuche eben eine historische Nähmaschine zu identifizieren, leider findet sich auf der Maschine selbst kein Hinweis auf eine Marke.
Am Gusseisernen Gestell finde ich die Bezeichnung "F. Angerer & Co Linz", über diese Firme stellt das WWW keine Daten zur Verfügung,
weiters findet sich im Guss ein Logo, welches vom S des Singerlogos stammen könnte.
Singer2.jpg
Singer1.jpg
Würde mich freuen, wenn jemand imstande ist mir zu helfen.
Danke und beste Grüße, Günter
Re: Singer oder nicht Singer?
Verfasst: Sonntag 19. Juli 2026, 23:16
von Günter Schuster
HIer noch weitere Bilder dieser Nähmaschine
20260719_210245_resized_1.jpg
20260718_104051_resized_3.jpg
20260718_104034_resized_2.jpg
20260718_104026_resized_3.jpg
Re: Singer oder nicht Singer?
Verfasst: Montag 20. Juli 2026, 01:55
von Olaf_Larsen
Singer-kopie bei Josef Anger & Søhne
Aber, die Unterseiten der Maschine sehen aus wie bei einer deutschen Köhler. Anger hatte zwar eine eigene patentierte Maschinenserie, importierte aber wahrscheinlich viele Maschinen.
Das ist für viele kleinere „Nähmaschinenfabriken“ typisch: Oft stellten sie die Maschinenkörper nicht selbst her, sondern ließen sie sich von anderen liefern – allerdings ohne das Markenzeichen des Herstellers. Es war jedoch wichtig, das Wort „Fabrik“ im Namen zu führen, da dies eine gewisse Glaubwürdigkeit verlieh. Diese Fabriken stellten in der Regel nur die Untergestelle her; vielleicht hatten sie auch eine eigene – oder eine lokale – Tischlerei, die die Kabinette fertigte.
https://oesterreichwiki.org/wiki/Josef_Anger
Screenshot(12).jpg
josef_anger_&_söhne-wien.jpg
annoshow.jpeg
Re: Singer oder nicht Singer?
Verfasst: Montag 20. Juli 2026, 04:30
von Asher
Singer-Kopie trifft es nicht ganz.
Es ist die in Deutschland/Österreich übliche Umsetzung der von Singer kopierten "Langschiffchen"-Technik
(Schiffchen saust unten län̈gs der oberen Drehachse rechts-links und zurück).
Unterscheidung zu Singer:
außer der Singer 48, die erst 1899 als reines Konkurrenzprodukt zu deutschen "Kopien" auf den Markt kam und ein komplett anderes, eigenes Schiffchen nutzte
(ähnlich dem einer Schwingschiffchen),
hatte Singer nie Langschiff mit rechteckiger Grundplatte.
Singer hatte auch nie das "Nadel-Faden" Plättchen
Interessant bei dieser Maschine:
gewöhnlich wird ein Excenter verwendet zur Wandlung von Drehung auf schiebende Bewegung.
Diese hat stattdessen ein "Schwungrad" mit Ausschnitten.
an Olaf
Herzlichen Dank für die ausführliche Beschreibung

Re: Singer oder nicht Singer?
Verfasst: Montag 20. Juli 2026, 09:47
von Günter Schuster
Guten Morgen,
vielen Dank Olaf und Asher für eure aufklärenden Antworten.
@ Olaf: Also sind J. Anger u. Söhne in Wien und F. Angerer & Co in Linz identisch?
Grüße, Günter
Re: Singer oder nicht Singer?
Verfasst: Montag 20. Juli 2026, 16:49
von Asher
Olaf kann dir das sicher sagen,
aber wenn der eine
Anger, der andere
Angerer heisst, wohl nicht
Re: Singer oder nicht Singer?
Verfasst: Montag 20. Juli 2026, 17:12
von Günter Schuster
Hallo,
ich habe eben in einem Archiv für alte Zeutschriften Hinweise auf die Firma F. Angerer & Co bekommen, sie ist mit der Firma Josef Anger und Söhne nichts verwandt.
(Bild von den Zeitungsauschnitten anbei)
20260718_104245_resized.jpg
Die Fa. Angerer war allerdings nur ein Händler, kein Hersteller, somit ist die Frage wer diese Nähmaschine hergestellt hat, weiterhin offen.
Die Firma F. Angerer & Co aus Linz wurde jedoch bereits 1914 aus dem Handelsregister gelöscht, wie ein Ausschnitt aus der Fahhrad und Motorfahrzeug Zeitung aus 1914 zeigt,
was bedeutet, dass diese Nähmaschine bereits vor 1914 hergestellt worden sein musste, kann das möglich sein, das sie bereits so alt ist?
Zwei Hinweise um den Hersteller ausfindig zu machen habe ich noch folgendes gefunden, die Buchstaben H G um Unterbau der Maschine, sowie ein auffälliges Wappen,
auf dem die Wörter "SCHUTZ" und "MARKE" zu lesen sind, aber leider sonst nichts.
20260718_104241_resized_1.jpg
20260718_104242_resized_1.jpg
Vielen Dank für eure Unterstützung
Re: Singer oder nicht Singer?
Verfasst: Montag 20. Juli 2026, 17:22
von Achim (js_hsm)
Günter Schuster hat geschrieben: Montag 20. Juli 2026, 17:12
Die Firma F. Angerer & Co aus Linz wurde jedoch bereits 1914 aus dem Handelsregister gelöscht, wie ein Ausschnitt aus der Fahhrad und Motorfahrzeug Zeitung aus 1914 zeigt,
was bedeutet, dass diese Nähmaschine bereits vor 1914 hergestellt worden sein musste, kann das möglich sein, das sie bereits so alt ist?
Ja
Langschiff-Nähmaschinen gibt es seit Mitte des 19 Jahrhunderts
https://www.schlingenfaenger.de/nm-systeme.html
Re: Singer oder nicht Singer?
Verfasst: Montag 20. Juli 2026, 17:50
von Asher
Schlingenfaenger ist ein guter Tipp,
aber ich meine, diese Marke haben sie nicht auf ihren Markenseiten.
Ich müsste mal schauen, irgendwo hab ich noch zu einer (Ungarn?) Seite,oder vielleicht hat Fiddlebase sie verzeichnet
Re: Singer oder nicht Singer?
Verfasst: Montag 20. Juli 2026, 21:17
von Olaf_Larsen
Meine Herren, es tut mir leid, dass ich es nicht geschafft habe, Augen, Verstand und Finger aufeinander abzustimmen. Na ja, wir machen alle mal Fehler. Aber ich kann zumindest ein paar Informationen zum Logo liefern, das hatte ich in meinem Archiv. Ich habe die Texte zu den Bildern nicht übersetzt, aber wir können zumindest sehen, dass es sich um dasselbe Logo handelt. Ich werde versuchen, mehr darüber herauszufinden.
https://www.njuskalo.hr/sivace-masine/s ... s-48543199
Den Titel der URL habe ich übersetzt, und er bedeutet ganz einfach: SINGER – EINE ALTE NÄHMASCHINE AUS DEM JAHR 1876
Asher, alle deutschen „Langschiffchen“-Nähmaschinen basierten auf einer Singer New Family; einige trugen sogar den Schriftzug „The Singer System“ auf dem Arm. Dass es sich um eine Weiterentwicklung dieser Maschinen handelte – mit rechteckigen Grundplatten, u. a. einem hohen Arm sowie vielen verschiedenen Spulenmechanismen und anderen Details –, spielt keine Rolle. Die Grundmaschine war eine Singer, siehe alle Gerichtsverfahren.