Seven und seine Maschinen

Hier können sich neue Mitglieder kurz vorstellen.
Wie seid ihr an das Hobby oder an eure Maschinen gekommen usw.
Wenn ihr uns an euren Maschinen teilhaben lassen wollt, tut das bitte in den entsprechenden Brettern.
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Seven
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Re: Seven und seine Maschinen

#11 Beitrag von Seven »

Das ist bei der polnischen Zeltbahn auch so.Da wird erstmal nichts nass von innen. Das kann tagelangen Dauerregen ab und die Wand innen ist trocken. Zumindest wenn man ein Exemplar hat welches unbenutzt eingelagert wurde. Man bekommt solche Stoffe so wie die damals waren auch garnicht mehr zu kaufen. Ich hab mir überall Probestücke bestellt aber die typische militärische Zeltplane als Neuware auf der Rolle gibt es nicht. Zumindest habe ich nichts vergleichbares gefunden.


Das mit den Stoffbreiten ist allerdings echt ein Ärgernis. Da kommt einiges an Verschnitt zusammen wenn die Länge der Zeltwand nicht zur Stoffbreite passt. Ein ganz wichtiger Punkt in meiner Planung aber das engt die Möglichkeiten schon ziemlich ein. Das Tschum Zelt kommt wohl mit 6 Meter aus. Mein etwas kleineres Flecktarn-Zelt hat 10 Meter Stoff geschluckt. Das ist ein riesen Unterschied. Wäre also schon gut sich bei der Planung auch nach der Stoffbreite zu orientieren.

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Ostrod
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Re: Seven und seine Maschinen

#12 Beitrag von Ostrod »

Ja und nein. smile

Wer sagt denn, daß Du die Teile nicht nochmal in sich zusammensetzen kannst?!
Bei den Zimmerern heißt das konstruktiver Holzschutz. Das heißt eigentlich nur, daß nirgendwo Nässe dauerhaft verbleibt und immer nach außen abgeleitet wird. Das bekommste mit richtig angeordneten Kappnähten auch hin.

Ich kenne ja dein Pflichtenheft nicht. Geht es um Leichtbau? Sonnst wäre es einfach, zweischalig zu denken, was sehr viele Vorteile hätte.

Gruß, Lukas
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Seven
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Re: Seven und seine Maschinen

#13 Beitrag von Seven »

Pflicht ist nur, dass es von allen Seiten geschlossen ist. Ich betreibe einen kleinen Ofen im Zelt und die Wärme sollte nicht entweichen.
Gewicht ist zweitrangig, da es nicht im Rucksack transportiert werden muss.
Ich verstehe den zweischaligen Ansatz aber noch nicht so ganz. Ich denke dabei irgendwie an innere und äußere Zeltwand.

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Ostrod
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Re: Seven und seine Maschinen

#14 Beitrag von Ostrod »

Ja, genau!
Durch zweischichtigen Aufbau verringerst Du die Wassersäule und hast einen deutlich verbesserten Wärme-Kälteschutz und kannst die innere Lage noch wesentlich atmungsaktiver gestalten, weil die Dichtigkeit in den Hintergrund tritt, selbst wenn das Wasser die äußere Schicht sogar durchdringt, aber nicht abtropft, sondern nach unten rinnt.
Gestaltest Du die Ebene zwischen innerer und äußerer Hülle "stark durchlüftet", könntest Du außen sogar eine sehr dichte Ebene anlegen, ohne innen zu verfaulen.

Nächste Frage wäre die nach dem Ofen. Erzeugt er Abgase, müssen diese sicher ausgeleitet werden.
Also, was für ein Ofen soll das sein? Wieviel Wärme erzeugt er?

Ich saß vor Jahren mal in einem Segelboot (30erStahlJK). Es war Herbst und eigentlich kalt. Wir waren zu fünft und nach ganz kurzer Zeit haben wir alle Luken geöffnet, weil es wie in der Sauna war. Der Eigner hatte den Ofen angestellt, weil ich naß war, da ich seinen Anker nach Luv geschwommen hatte.

Gruß, Lukas
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Seven
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Re: Seven und seine Maschinen

#15 Beitrag von Seven »

Ok. Also ähnliches Prinzip wie das klassische Indianer Tipi. Hier hast du eine Außenhaut die ca. 20 cm über dem Boden endet und eine innere Wand die mit etwas Abstand zur Außenhaut direkt am Boden beginnt aber nur glaube 1,50 hoch ist. Dient hier aber zur Belüftung und Windschutz.

Der Ofen hat ein Rauchrohr welches aus der Zeltwand führt. Die Wand wird, mit einem im Durchmesser größeren Rohr, zusätzlich vor Hitze geschützt. Frag mich nicht nach Wärmeleistung aber bedingt durch die Zeltgröße ist es mächtig. Eigentlich nur für Temperaturen um den Gefrierpunkt oder drunter zu empfehlen sonst sitzt du ganz schnell klitschnass geschwitzt vor dem Zelt 😀

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Re: Seven und seine Maschinen

#16 Beitrag von Ostrod »

"Richtige" Zelte, also Tipi, Jurte..., neigen dazu, Abgase oben aus der Mitte zu entlassen.
Ich würde sagen, die haben in der Schule aufgepasst. Alle anderen Möglichkeiten sind nachteiliger.
Da der Rauminhalt im Verhältnis zur erzeugten Wärmemenge eher gering ist, sind auch Undichtigkeiten nicht nur kein Problem, sondern werden von Feuer und Mensch gern verstoffwechselt.
Baulich ist das auch einfacher und sicherer.

Gruß, Lukas
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Re: Seven und seine Maschinen

#17 Beitrag von Ostrod »

Seven hat geschrieben: Dienstag 24. September 2024, 20:01 Ok. Also ähnliches Prinzip wie das klassische Indianer Tipi. Hier hast du eine Außenhaut die ca. 20 cm über dem Boden endet und eine innere Wand die mit etwas Abstand zur Außenhaut direkt am Boden beginnt aber nur glaube 1,50 hoch ist. Dient hier aber zur Belüftung und Windschutz.
Nö, richtig zweischalig.
Die Ureinwohner hatten nur noch nicht die Möglichkeiten der modernen Materialien. Wenn man das nicht originalitätsreligiös betreibt, kann man da doch weiterdenken.

Gruß, Lukas
Zuletzt geändert von Ostrod am Mittwoch 25. September 2024, 11:01, insgesamt 1-mal geändert.
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Seven
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Re: Seven und seine Maschinen

#18 Beitrag von Seven »

Da diese Zelte keinen Boden haben kann noch gut Luft von unten gezogen werden. Luftprobleme hatte ich bisher zum Glück noch nicht...glaube das ist eher bei Kunstsstoffzelten ein Problem
Danke für die Inspiration. smile

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Re: Seven und seine Maschinen

#19 Beitrag von Ostrod »

Seven hat geschrieben: Mittwoch 25. September 2024, 09:58 glaube das ist eher bei Kunstsstoffzelten ein Problem
Moin!

Ich vertrete die Meinung, daß da weniger das Material, als eher die Konstruktion verantwortlich ist, mal ganz abgesehen davon, daß es auch "atmungsaktive" Kunststofftextilien gibt. Die entfalten ihre Eigenschaften aber ganz gewiss nicht mehr zufriedenstellend, wenn das Zelt "überfüllt" ist.
Als Winterplane für ein Boot funktioniert sowas meist ganz gut. Das sondert allerdings auch wesentlich weniger Wasser ab, als ein paar Leute im Zelt.

Theoretisch kannst Du eine Ösenplane vom Baumarkt als wasserdichte Ebene über alles spannen und dann sorglos ein unimprägniertes Bauwollzelt darunterstellen, bei dem es ansich nur noch um den Grad der Winddichtigkeit geht und Du den Rest über Öffnungen wie Eingang oder Fenster regelst.
Ein "modernes" Segelboot kann gern aus Vollkunststoff bestehen und dennoch bei geeigneter Belüftung funktionieren, ohne zur Tropfsteinhöhle zu mutieren. Zu allem Überfluss verhält sich ein hölzernes Boot da auch nicht doll anders, obwohl dem ganz andere Eigenschaften zugeschrieben werden.

Das Ganze ist angewandte Physik. Das ist, wenn es trotzdem funktioniert. biggrin

Gruß, Lukas
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