nachdem nun die olympischen Winterspiele 2026 vorbei sind, komme ich wieder öfter dazu an meinem bescheidenen Nähmaschinenpark zu www'en, putzen, betrachten, schöne Muster mit den automatischen zu nähen, die alten Schlachtrosse zu optimieren .... usw.
So stieß ich dann, bei der Suche nach einem einigermaßen passenden Koffer für eine Pfaff 332 Automatik, auf eine Neckermann Minerva, bei näherer Betrachtung Typ 137. Auf ersten Anschein hin war die Maschine eine der aluverkelideten Eisenschweine aus den 50/60ern des vergangenen Jahrhunderts. Hier mit eingebauter "Automatik", als "Nutznaht Automat" etiketiert. Da Koffer und Maschine in einem guten Zustand zu sein schienen holte ich sie auch dann auch ab.
Zustand passte und ... jou ... ein Eisenschwein. Nicht ganz so heftig wie die Adler, z.B. 289A, aber immerhin musste ich auf dem Weg zum Auto einmal die Traghand wechseln. Die Verkäuferin erklärte, dass sie sich erinnern könne, dass die Maschine sehr wenig in Gebrauch war, weil sie nach kurzer Zeit ihren Dienst versagte. Ihre Mutter hatte die Maschine angeschafft. Keiner wusste wann das genau war. Man konnte sich nur daran erinnern, dass die Maschine in einer Werkstatt war und ohne positives Ergebnis zurückkam. So wurde sie durch eine Kaiserslauterner ersetzt ... was ja in Rheinhessen durchaus Sinn macht.
Sie war als defekt mit " ... sie tut keinen Mux ... " angeboten. Insoweit passte die auch ansonsten richtige Beschreibung.
Auf der Fehlersuche stellte ich erstmal freudig fest, dass sich die Mechnik bewegen lies ... zwar zaghaft aber ohne mehr als eine Grundschmierung ... sogar Zickzack. Elektrisch tat sich tatsächlich null ... kein Bild, kein Ton, kein Licht, kein Mux ...
Dem elektrische Fehlerteufel auf der Spur stellte einer meiner Multimeter fest, das zwischen den Polen des Anschlusssteckers und dem Stecker am Motor kein Durchgang war ...
Äusserlich sah alles unversehrt und jungfräulich aus ... Zugversuch an den "Terminals" ließen auch keinen Bruch erkennen. Also minimalinvasiv eingreifen ... erstmal Stecker mit 5cm Kabel gekappt. Siehe da, zwischen den gekappten Kabelenden und dem Motorstecker Durchgang ...
Rein aus Neugierde versuchte ich den Netzstecker auseinanderzubauen. Da dieser sich aber vehement wehrte, lies ich es bei einem Versuch ohne Ergebnis bewenden.
Da der Anlasser irgendwie schief aussah, ging ich auch diesem Phänomen auf den Grund. Das Ergebnis ist, dass das eigentliche Pedal einen Fertigungsfehler hat. Das Blech wurde wohl falsch in die Stanze/Presse eingelegt und einseitig geformt ... das Ganze passierte vor ungefähr 50 bis 60 Jahren ... und niemand hat es bisher bemerkt ...
Vorsorglich habe ich also dann auch noch den Anlasser geöffnet. Sah fast aus wie aus dem Laden ...
Die Kaskade liefert m.E. nachvollziehbare Widerstände zwischen 0,05 und 0,5 kOhm an der Steckverbindung des Anlassers, oder liege ich da mit meinen, aus gefährlichem Halbwissen resultierenden, Einschätzungen falsch?
Ich habe dann auch noch den Motor ausgebaut und einen losen Draht, nämlich der Wicklung am Platinenanschluss gefunden. Ich habe dann vorsorglich alle Lötstellen nachgelötet.
Der Testbetrieb ergab dann Licht und eine Laufzeit des Motors von ca. 20 Sekunden ... dann war wieder Stille.
Messungen ergaben an der Motoranschlussplatine ordnungsgemäße 235 V. Zwischen dem Anschluss der Spulenwicklung und den Kohlen habe ich an beiden Seiten 36 Ohm gemessen. An dem ausgebauten Kondensator messe ich 42,6 nF.
Auch ohne den Kondensator am Motor bewegt sich Nichts am Motor. Auffällig war die Funkenbildung Rotor/Kohlen.
Nach dem Wiedereinbau des Kondensators lief der Motor wieder ... aber auch nur 20 Sekunden ... Funkenbildung war auch noch obwohl ich die Lauffläche des Rotors händisch mit einem Polierstift von einer Oxydschicht befreit hatte.
Die prinzipiell einfache Fragestellung hierzu wäre: Kann sich jemand von Euch einen Reim darauf machen wie das für mich merkwürdige Verhalten der Maschine zu erklären ist und wie Maßnahmen aussehen könnten um ein Normalfunktion herzustellen?
Im Anhang einige Fotos von denen ich erhoffe, dass sie der Wahrheitsfindung dienen.


