Seidel & Naumann 65

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Noffie
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Seidel & Naumann 65

#1 Beitrag von Noffie »

Hallo Zusammen,
letzte Woche konnte ich nicht widerstehen eine Seidel&Naumann 65 mit Hilfe von starken Armen in den Kofferraum unseres Autos zu hieven.
Davon berichtete ich bereits im "Heute Abgeholt" Thema https://www.naehmaschinentechnik-forum. ... 24#p169924

Bild

Diese Nähmaschine ist sozusagen nie benutzt worden - aber doch etwas benutzt worden - darauf komme ich später zurück.
Jedenfalls stand diese Naumann 65 mehr als sie genutzt wurde. Das ist für diese Maschinenklasse bemerkenswert. Die meisten Nähmaschinen in der ehemaligen wurden - von sachkundigen Händen sehr viel genutzt und auch sehr viel geputzt. Das ist der kleine Unterschied zu den Maschinen im Westen.

Jürgen 3607 hat mir bereits eine Information im "Heute Abgeholt" Thema gegeben. Ich nehme dies zum Anlass hier einen neuen Faden zu eröffnen und hoffe einiges zu den Eigenheiten und zur Geschichte dieser Naumann bzw Seidel & Naumann zu erfahren.
Was mir bereits beim Einladen und Ausladen und auch beim Putzen aufgefallen ist: Diese Naumann 65 ist die schwerste Haushaltsnähmaschine, die mir jemals in die Hände kam.
Sie ist sehr leichtgängig und präzise. Das Finish ist etwas rauh und scharfkantig. Negativ aufgefallen sind mir feine Gratstellen an Schrauben und vernickelten Platten. Teile die bei Pfaff unauffällig und haptisch glatt und berührungsfreundlich sind, können bei der Naumann bleibenden Eindruck hinterlassen.
Beim Kauf habe ich probehalber am Handrad gedreht. Mir fiel sofort auf, dass die Naumann nicht rund lief. Weil das durch einen Sturz oder Transportschaden hätte verursacht sein können, habe ich diese schwere Nähmaschine vor dem Kauf besonders gut untersucht - aber nichts gefunden, was auf eine mechanische Beschädigung hingedeutet hätte. Später dann - beim Reinigen - habe ich die Ursache gefunden. Es sind die nur teilweise gekapselten Zahnräder im Bereich unter der Nähmaschine. Bei meiner Naumann 65 waren es ein paar Flusenklumpen, die sich im Bereich vom Transporteur sammelten und in die von der Transportbewegung von oben nicht verdeckten Zahnräder geschoben worden sind. Dort klemmten sie in den Zahn Zwischenräumen und verursachten Schwergang.

Bilder werden nachgereicht.

Ramses
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Re: Seidel & Naumann 65

#2 Beitrag von Ramses »

Die 65er, welche in der DDR produziert wurden, möchte ich mal behaupten, haben den Zierstreifen auf der Arbeitsplatte nicht mehr.
1464.jpg
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Noffie
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Re: Seidel & Naumann 65

#3 Beitrag von Noffie »

Hallo Ramses ist die Stichlage stufenlos wählbar?
Bei meiner Seidel Naumann 65 senkt sich der Hebel durch die Kreise in die 3 Positionen - kann man es sehen bzw erkennen?

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Olaf_Larsen
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Re: Seidel & Naumann 65

#4 Beitrag von Olaf_Larsen »

Noffie, du hast ja einen wunderschönen und 'echten' Seidel & Naumann Kl. 65, aus der Zeit, bevor jemand an die DDR gedacht hatte! smile
Mit Freundliche Grüße, Olaf

Ich habe zu viele Nähmaschinen um sie zu erwähnen, von mehr als 40 Herstellern...

Ramses
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Re: Seidel & Naumann 65

#5 Beitrag von Ramses »

Noffie hat geschrieben: Dienstag 24. Februar 2026, 22:51 Hallo Ramses ist die Stichlage stufenlos wählbar?
Hat auch Rasten, der Mechanismus ist aber so "schwergängig", daß beliebige Zwischenlagen möglich sind!
Noffie hat geschrieben: Dienstag 24. Februar 2026, 22:51 Bei meiner Seidel Naumann 65 senkt sich der Hebel durch die Kreise in die 3 Positionen - kann man es sehen bzw erkennen?
Die Kreise eher nicht!

3607
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Re: Seidel & Naumann 65

#6 Beitrag von 3607 »

Hallo,

wenn hier Seidel und Naumann nochmal thematisiert wird, will ich mal beitragen was ich kann - auch wenn ich wie schon oft geschrieben nicht sammle rolleyes rolleyes rolleyes

Als erstes zwei Bilder einer Maschine mit neuer/weit verbreiteter Mechanik und dem Schriftzug SN:
Seidel2.jpg
Seidel1.jpg
Wie schon geschrieben, ist mir die alte Mechanik in 4-5 Jahren maximal 2-3x begegnet in den Kleinanzeigen - also so selten wie die Saalfeld ZZ.
Ramses hat geschrieben: Mittwoch 25. Februar 2026, 00:40 Hat auch Rasten, der Mechanismus ist aber so "schwergängig", daß beliebige Zwischenlagen möglich sind!


Ramses, an der Mechanik liegt es nicht, kann ich dir garantieren. Die Stichlagenstellung geht butterweich, hat einen perfekten Rastmechanismus und ist einfach genial.

Aber:
Wenn man die Platte mit der Fadenspannung nicht abbaut, hat man keine Chance, den Mechanismus zu ölen. Selbst wenn die Platte ab ist, kann man z.B. den zz Exzenter nur erahnen. Der Stichlagensteller ist dann sehr gut zugänglich.
Es gibt hier eine Teileliste die Paul eingestellt hat, auf der man sehen kann, was da hinten alles drin ist und wo Öl ran könnte - müsste. Genau genommen müsst man den ganzen Kasten da hinten fluten und wieder ablaufen lassen :lol27:

Das Gute ist, dass man rechts von der Nadelstange so eine kleine Mulde im Guss hat in der sich "abtropfendes Öl" sammelt. Wenn man da nach der Maschinenpflege ein Küchentuch einlegt, ist die Sauerei überschaubar beerchug

Grüße, Jürgen
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Noffie
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Re: Seidel & Naumann 65

#7 Beitrag von Noffie »

Man konnte auf dem ersten Foto die 3 Kreise in der Mittelposition nicht erkennen. Ich habe ein neues Bild gemacht - jetzt kann man sehen was ich meinte.
ZZ Stichsteller.jpg
Man kann die ZZ Mechanik sehen bzw erahnen. Mit meiner Spritze und einer Kanüle habe ich wohl die richtigen Stellen erreicht. Es hat keine Minute gedauert und der Stichlagensteller lief weich und sehr leicht. Die ZZ Kulisse liegt davor. Der heikle Punkt ist wohl, dass die ZZ Kulisse mit bewegt wird - bzw mit bewegt werden muss. Darum rastet die Stichlage fest ein - ähnlich wie bei der Pfaff 130 230 bzw 332 nur viel schöner. Der Hebel ist "unten" - zur Maschinenseite hin - ein abgerundeter Kegel, der mit einer Feder auf der Stange bewegt wird. Man kann ihn von der Maschine weg ziehen, der gerundete Kegel verlässt die Führung. Man verstellt ihn und lässt ihn los. Der Hebel mit dem gerundeten Kegel wird durch die Feder wieder zur Maschine gezogen, schnappt ein bzw schmiegt sich in den gewählten der 3 Kreise. Dadurch rastet die Stichlage sicher ein. Die ZickZack Kulisse wird mitbewegt und arbeitet vom jeweiligen Punkt aus nach links, nach rechts oder beidseitig symmetrisch. Es ist eine Voll ZickZack Nähmaschine. Diese Mechanik funktioniert wirklich sehr gut und die gereinigte Naumann läuft noch leichter als meine Pfaff 130. Es fühlt sich an, als würde die Nadel allein von ihrer Gravitation durch den Stoff geschoben und allein durch die Kraft der Gedanken wieder gehoben. Die Leichtgängigkeit der Mechanik bei dieser Naumann 65 ist fast schon unnatürlich. Genau - diese Leichtigkeit hat etwas magisches - es fühlt sich an, als würde die Nadel per Zauberkraft durch dicksten Stoff geschoben.
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3607
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Re: Seidel & Naumann 65

#8 Beitrag von 3607 »

.... Kulisse war das falsche Wort. Ich meinte die Gabel, die die Bewegung erstmal erzeugt... Bei jedem Stich einmal hin und bei. Nächsten zurück....

Noffie
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Re: Seidel & Naumann 65

#9 Beitrag von Noffie »

Die beiden Teile mit den beiden Hebeln für die Stichlage und die ZickZack Breite hängen zusammen.
Die Stichlage verschiebt den ZickZack Steller.

Die Gabel dreht in dem Exzenter.
Die Gabel erzeugt die Bewegung.
Die Kulisse ist nachgeschaltet und verändert die Auswirkung der Gabel Bewegung -
die Kulisse verändert die Amplitude der Exzenter Bewegung.
So kann von Geradstich bis zur maximalem ZickZack stufenlos eingestellt werden.

Die Stichlage verändert den Nullpunkt. Der Nullpunkt kann rechts - in der Mitte oder links liegen.

3607
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Re: Seidel & Naumann 65

#10 Beitrag von 3607 »

...ja, ist vom Prinzip her klar und schon oft gesehen - nur falsch ausgedrückt.
Meine Anmerkung ging dahin: Hast du den Exzenter und die Gabel schon gesehen und geölt ? macht man ja beim Stichlängenexzenter auch damit die nicht verschleißt....Gut, beim ZZ dreht sie nur halb so schnell --- dafür sind noch 2 Zahnräder im Spiel...

Grüße, Jürgen

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