Unterfaden bringt nur Schlaufen

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bianchifan
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Re: Unterfaden bringt nur Schlaufen

#11 Beitrag von bianchifan »

Alfred hat geschrieben: Sonntag 19. Juli 2026, 17:30 eine Singer vom Reapair Café bringt nur Schlaufen am Unterfaden, kann das an der Oberfadenspannung liegen
I.d.R. prinzipiell ja.., aber

aufgrund von Bild Nr. 2 gehe ich von einem Apollo System aus.

Das hat mich vor vielen Jahren mal an den Rand der Verzweiflung gebracht, aus eben ganau dem gleichen Grund:
Massive Schlaufenbildung auf der Unterseite..

Im Internet fand ich keine wirkliche Hilfe, nur spöttische Kommentare: Von Singer lass die Finger un dähnlichen Blödsinn.

Jedenfalls eruierte ich als höchstwahrscheinliche Ursache die Spulenkapsel aus Plastik, das scheint eine Mimose zu sein :(
Eine neue Kapsel schlug seinerzeit mit 95,- DM zu Buche..
95 DM für a bisserl Plastik und drei Metallteile, die man mit der Lpe suchen muss??? Nein, danke!
Diverse Bestellungen in China nach der Etablierung von Aliexpress brachten das gleiche Resultat, Schlaufen..
Schleif- und Polieraktionen brachten keinen Erfolg, der Oberfaden blieb in >95% an der Engstelle bei 12:25 hängen.

Ich konnte die Singer 6231 erst vor ca. 2Jahren wieder regulär benutzen, nachdem ich in einem ehemaligen exklusivem Singer-Fachgeschäft eine aktuelle "original Singer" Kapsel für ca. 10€ ergattern konnte.

Die Ursache, warum der Oberfaden zum Hängenbleiben tendiert, habe ich nie gefunden.. :(

sputnik
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Re: Unterfaden bringt nur Schlaufen - Betrachtungen über Haltung und Pflege des Eisenschweins

#12 Beitrag von sputnik »

Betrachtungen über Haltung und Pflege des Eisenschweins

Für mich stellen in diesem Zusammenhang prinzipiell zwei Fragen:
Möchte ich mich mit überhaupt solchen Maschinen beschäftigen ? huh
Wenn ja ... warum ? huh

Ich bin ja mit einer Schneiderin und einem Tapezierer als Etern erblich vorbelastet. wink
In meiner Kindheit gab es eine alte Singer die von mir auch bereits im Vorkindergartenalter benutzt werden durfte. Es war was völlig normales/selbstverständliches etwas zu nähen.
Nach dem Bundesheer kam ich als gelernter Büromaschinen- & Feinmechaniker zu den (Industrie)nähmaschinen wo ich jahrzehntelang hängenblieb. Meine Langzeitfirma war eine Pfaff Generalvertretung wo es natürlich auch eine Haushaltsmaschinenabteilung gab, mit der ich aber nichts zu tun hatte und nur als Elektromechaniker/Elektroniker konsultiert wurde.

Über viele Jahre hinweg konnte/musste ich beobachten wie sich der Industriemaschinensektor immermehr in richtung Hochtechnologie entwickelte. Gerade in den 1080er Jahren entstanden neuen Technologien die begierig aufgenommen und eingesetzt wurden und so entstanden wahre Wunderwerke der Technik, die zuvor niemand für möglich gehalten hätte.

Auf der anderen, der Haushaltsseite fand auch viel technische, elektronisch auch durchaus respektable Entwicklung statt, aber auch viel Einsparungen und Plastifizierung.
In meinen ersten Jahren war ich noch über das gejammere der Kollegen in den Konstruktionsabteilungen z.B. von Adler verwundert und versuchte solchen Gesprächen tunlichst auszuweichen. Heute bewundere ich die altgedienten Kollegen für ihren Weitblick und bin dankbar dafür was ich alles vor ihnen lernen durfte.

Auf der Industrieseite gab es Entwicklungen wie Hartmetall und Keramikteile um Wartungsintervalle auszudehnen und die zu erwartende Zuverlässigkeit und Lebensdauer der Maschinen zu erhöhen.

Auf der Hauhaltsseite herrschte Marketing mit neuen Innovationen wie abscheulichen Zierstichen und Kunstoffteilen. Diese Kunststoffteile werden bei Hauhaltsmaschinen auch heute noch als dass non plus ultra der technologischen Entwicklung beworben.

Auf der einen Seite, erzeugt man Fadenösen aus Keramik & Hartmetall um ein einschneiden zu reduzieren und die Gleitfähigkeit zu erhöhen ... auf der anderen Seite aus Plastik (von dem man gestern noch wusste dass es für diesen Zweck völlig ungeeignet ist).

Ich habe vor einigen Wochen auf den Berninaseiten vom tollen neuen Bernina B9 Greifer gelesen. Da stecken schon auch einige gute Ideen drinnen, wenn die auch nicht ganz so neu und innovativ wie dargestellt sein mögen ... aber dann kommt da noch die tolle neue Spulenkapsel bei diesem Greifer ... aus Kunststoff (um das Wort Plastik zu vermeiden wink ) ... super bedienungsfreundlich mittels Knopfdruck zu entnehmen (gegenüber der 217er Spulenkapsel für Neubenutzer sicher richtig) ... und von der liest man dann in den Foren was da nicht für ein Mist ist ... weil ohne der Verschlussklappe die Spule nicht festgehalten wird und fast jedesmal hinuterfällt und wegrollt ... und dem glücklichen Benutzer dadurch auch zumindest jedes dritte Mal die Spulenkapsel aus den Fingern rutscht.

Für mich persönlich stellt sich aufgrund dieser Erfahrungen die Frage ob ich meine Zeit mit solchen sinnlos verplastifizierten Maschinen verschwenden, oder sie nicht besser in Wartung und Pflege von Eisenschweinen investieren sollte.

Natürlich kann man auch zu Vervollständigung der Sammlung oder als abschreckendes Beispiel moderne Maschinen aufbewahren. Aber warum sollte ich mich damit abärgern wenn ich genausogut mein Eisenschwein treten kann?

Herzliche Grüsse vom Sputnik

P.S.: Zu Bianchifans Anmerkungen zur Apollokapsel ... die gab es einst in funktionierender Ausführung im normalen Zubehörhandel für deutlich unter 1,-€.
Und sehen wir uns nicht in dieser Welt
dann sehen wir uns in Bielefeld! (Udo Lindenberg)

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