Jeans Projekt

Hier Könnt Ihr Eure Arbeiten Vorstellen.
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Irma
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Re: Jeans Projekt

#31 Beitrag von Irma »

Ein liebes Hallo in die Runde,

ich habe mich länger nicht gemeldet, kann aber ein kleines Etwas aus der Web-Welt beisteuern, die ein wenig meine lieben Nähmaschinen an den Rand drängt, obwohl ich immer noch recht viel nähe.

Es hat nicht so direkt was mit den Nähmaschinen zu tun, aber ich schreibe es mal trotzdem... wite

Einen Denim selbst weben... nun, auf die Idee bin ich noch nicht gekommen, Indigo färbt immer so ab... aber ich denke mal laut:
Eine gewünschte Stoffschwere/Stoffdichte kann man anhand der Garnkombinationen erreichen, in dem Fall von Denim müsste man etwas dickere Kette (Indigo) mit dünnerem Schuss (hell/weiß) kombinieren. Alles aus Baumwolle, ist klar. Bei den konkreten Wünschen (13 bis 15 Unzen) würde ich erst mal ein Probestück weben und das ausprobieren, welches Garnstärkeverhältnis passt, wie die Dichte wird. Und waschen, wie stark etwas einläuft.
Das geht theoretisch auf jedem Webstuhl mit 4 Schäften (Die Zahl liegt an der Bindung, das kann ich gerne auch erläutern, aber vielleicht führt das auch zu weit), der schon über eine gewisse Webbreite verfügen sollte, z. B. 1 m für 1m breiten Stoff. Naja, dann kommt noch einiges an Drumherum dazu, was das Weben dann doch auch aufwändiger macht.

In einigen Städten kann man sich bei Webern einmieten, die helfen dann auch bei Projekten.

Damit das zu unserem Forum passt: anschließend natürlich die Stoffe mit den wunderschönen alten Maschinen brav zu Jeans vernähen!

Es ist aber auf jeden Fall nicht völlig abwegig, das eigene Weben eines Stoffes als Ziel zu haben. Ich bin auch vom Nähen wieder mehr zum Weben gekommen.

Liebe Grüße
Irma
Herzstücke: Pfaff 1215 und Dürkopp 422

dave186
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Re: Jeans Projekt

#32 Beitrag von dave186 »

Irma hat geschrieben: Mittwoch 16. September 2026, 20:24 Ein liebes Hallo in die Runde,

...

Liebe Grüße
Irma
Hallo Irma,

... wenn die Maschinen nicht so groß wären, schwer und schwierig zu transportieren und aufzustellen wären, würden sich unsere technikbegeisterten Forumsfreunde hier längst diesem Thema angenommen haben.
wite ( ich schmelze immer noch dahin, wenn ich an alte Nähmaschinentechnik denke, das eine schließt das andere ja nicht aus)

Deine Ideen begeistern wohl nicht nur mich..., oder Asher? Aus meiner Sicht kreuzen sich Neugier für Stoffkunde und Näherei, genau wie färben und weben früher oder später mit den Themen rund um die Nähmaschinentechnik. Zugegeben hatte mich auch zunächst die Technik aus den 50ern beeindruckt, weshalb ich hier erst so gut angekommen bin. Tausend Dank nochmals an alle Unterstützer!
Auf jeden HusPfaSin hat schon unglaublich viel Fachwissen zu Jeans preisgegeben und es würde bestimmt nicht nur mich unter diesem "Jeansprojekt" auch interessieren, mehr über das Weben zu erfahren.
So wollte ich die Museumsfabrik zum Weben in Nordhorn besuchen. Bestimmt kriegen wir hier auch ein paar Leutschen zusammen, die Lust auf einen solchen Ausflug haben. So kann man doch viel schöner fachsimpeln und sich näher kennenlernen.
Jürg, alias HusPfaSin sprach hier von 70 cm Breite bei einer geraden Seitennaht für eine Stoffbahn. Meine größte Breite an der Schrittnaht des 1/4 Hinterteils misst maximal um die 40 cm inklusive Nahtzugabe. Also bräuchte ich zum Weben also nur einen Webstuhl mit 50 cm Stoffbreite für eine Jeans; ein guter Anfang. Meine Finanzmisisterin findet diese Idee bereits beeindruckend..., kennt sie mich doch und weiß wie bei der Jeans, dass wenn ich sowas anpacke auch was gescheites dabei rauskommen würde; so werden also "nur" mutige Macher gebraucht, die sich trauen in die Richtung zu gehen. Also ich stehe auf made in Germany! Also an jeden der hier mitliest, bitte mindestens Piep sagen oder auch mal: "Das geht hier zu weit bleib mal auf dem Teppich...", könnte ich auch verstehen, aber das hier wird in nur 6 Monaten von 0 auf 100 möglich.
Neben meinem Traum alter Kansai und Union Special (der Traum ist ja schon mehr als zum Greifen nah... ist so eine Vision und Träumerei nicht ganz unrealistisch...

Hier meine ganz persönliche Bestätigung, was in 6 Monaten möglich wird, wer weiß was in 6 Monaten noch alles passieren kann:
IMG_3449 v15August2026.jpg
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dave186
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Jeans Projekt Teil 5

#33 Beitrag von dave186 »

Nachdem die letzte Probe-Hose vom 11. Juli 2026 mit dem günstigerem hellen Jeans-Stoff als Versuch mit dem Abnäher/ Keil ausprobiert war, und dieser Schnitt meiner gewünschten Passform endlich entsprach, passte ich am 16 Juli das Schnittmuster für den nächsten Prototypen mit Jeans-Stoff an:
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IMG_3048.jpeg
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Nun ging das Nähen endlich los (das Vorbereiten dauert bei mir leider noch länger als das Nähen selbst, was dann am meisten Spaß macht. Und diesmal mit meiner neuen Errungenschaft, Walking Foot-Transport mit der Juki 1181 und einer 19er-Nadel:
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WalkingFoot 18Juli2026 .jpg
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IMG_3041 Perfect Fit 19Juli2026.jpg
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IMG_3057 perfect fit 20Juli2026.jpg
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Diese Hose saß so gut, dass ich sie am liebsten nicht mehr ausgezogen hätte. Ich wollte ja ursprünglich nur wissen, ob der echte Jeansstoff auch passen wird, was er sofort tat :-) Nach der ganzen Mühe und meiner Vision, mit 55 Jahren endlich eine Hose tragen zu können, die wie maßgeschneidert sitzt, war ich total glücklich und zufrieden. Das war wirklich ein Moment in meinem Leben, der mich wirklich sehr stolz machte. Etwas mit den eigenen Händen zu machen ist doch etwas zutiefts zufrieden stellendes, so wie das Handwerken an sich...
das "hantieren" mit den maschinen... etwas neu und funktionierend selbst hinzubekommen...

Und schon wollte ich den gleichen Schnitt mit Hosentaschen... das klappt und ich stelle es im nächsten Teil vor.

Ich stelle nämlich bei der nächsten Hose fest, dass man die exakt gleichen Maße nähen (können sollte) und vielleicht erst einmal den gleichen Stoff verwenden sollte ...
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dave186
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Jeans Projekt Teil 6

#34 Beitrag von dave186 »

Ich habe versucht, aus dem letzeten passenden Schnittmuster eine komplette Jeans zu fertigen, das hat auch alles wunderbar geklapt, hätte ich die 4 cm des Bundes nicht komplett hinzu addiert; nun ist sie 4 cm oben zu hoch, hat zu viel Leibhöhe (flüchtigkeitsfehler.. oder eher Dummheit!)

Aber, ich habe eine Tasche in die tasche gezaubert, und zwar für das Handy.

Ich nenne die Hose Handy-Buxe, hier ein Link zu meiner Buxe:

YouTube-Video

Externer Inhalt, der Aufruf erfolgt von Ihrem Browser direkt zum Video-Diensteanbieter.

Datenschutzerklärung des Diensteanbieters

Impressum des Nähmaschinentechnik-Forums


IMG_6676 Handy Buxe 1.jpg
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Countyjeans
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Re: Jeans Projekt

#35 Beitrag von Countyjeans »

Hallo zusammen,

ich möchte hier meine Konstruktion eines „One-Piece Fly“ vorstellen, zum einen, um etwas Übung darin zu bekommen, meine Arbeit zu präsentieren, und zum anderen in der Hoffnung, dass sie auch für andere nützlich sein könnte.

Das eigentliche Hauptteil des Hosenschlitzes ist recht einfach. Es handelt sich um ein Rechteck in der gewünschten Länge, mit einer offenen Schnittkante (Raw Edge) auf der einen und einer Webkante (Selvedge) auf der anderen Seite. (Die Webkante kann auch aus einem anderen Stoff hergestellt werden.)

Die offene Schnittkante wird 1 cm nach innen gebügelt. Anschließend wird das ganze Teil so umgeschlagen, dass die Webkante auf der umgebügelten Schnittkante liegt.

Ich steppe dicht entlang der Webkante, falte das gesamte Teil dann genau in der Mitte und bügle es in Form. An diesem Punkt messe ich die Positionen der Knopflöcher aus und nähe sie.

Bis hierhin haben wir im Grunde nichts weiter als ein langes, in der Mitte gefaltetes Rechteck mit Knopflöchern, bei dem keine offenen Schnittkanten sichtbar sind. Eigentlich ganz einfach.
20260930_201754.jpg

Schritt 2

Ich nehme das linke Vorderteil und bügle die gesamte vordere Mitte (Central Front) 1 cm nach innen um. Entlang der Länge des Hosenschlitzes (in diesem Fall 17 cm von der oberen Kante aus gemessen) habe ich 1 cm zusätzlichen Stoff, den ich noch einmal nach innen umschlage, damit am Ende keine offenen Schnittkanten sichtbar bleiben.

In diese umgeschlagene Kante der vorderen Mitte lege ich den dekorativen Stoff ein und beginne mit dem Nähen. Ich nähe eine einzige Steppnaht von oben bis zum Ende des Hosenschlitzes. Anschließend ziehe ich den Oberfaden auf die andere Seite und verknote ihn mit dem Unterfaden. Beide Fadenenden lasse ich ausreichend lang (am Ende werden alle Fäden in die umgeschlagene Naht eingezogen).
20260930_201855.jpg
20260930_201910.jpg
Schritt 3

Ich lege den Hosenschlitz auf das linke Vorderteil (bei einem Damenmodell wäre es das rechte Vorderteil) und nähe den Hosenschlitz mit einem dünnen indigoblauen oder schwarzen Faden am Vorderteil fest, wieder direkt neben der Selvedge-Kante.

Anschließend drehe ich das Ganze um und nähe mit normalem Garn zwei Steppnähte genau auf der „unsichtbaren“ Indigonaht entlang. Die beiden Nähte laufen am Ende dicht zusammen und enden unten am Ende des Hosenschlitzes.

Die Oberfäden ziehe ich wieder auf die andere Seite, fädle sie anschließend auf eine Nadel und führe sie direkt in den Umschlag, sodass sie darin „verschwinden“. Zum Schluss schneide ich den überschüssigen dekorativen Stoff ab und versäubere alles noch etwas.

Die linke Seite ist damit fertig.

Beim nächsten Mal werde ich den zweiten Teil hinzufügen: wie man den Hosenschlitz am rechten Vorderteil befestigt und alles miteinander verbindet.

Ich hoffe, dass alles verständlich ist. Die Idee, den Prozess zu dokumentieren, kam mir erst, als ich den größten Teil des linken Vorderteils bereits fertiggestellt hatte, daher sind die Fotos nicht wirklich „Schritt für Schritt“ aufgenommen.
20260930_202529.jpg
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Re: Jeans Projekt

#36 Beitrag von Countyjeans »

Weitere Fotos zu Teil 3.
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Countyjeans
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Re: Jeans Projekt

#37 Beitrag von Countyjeans »

Schritt 4

Die vordere Mitte des rechten Vorderteils 1 cm nach außen bügeln.

Das zweite Teil (den Knopflochbesatz) so anlegen, dass alles sauber aufeinanderpasst, und anschließend den Hosenschlitz 1 cm von der Kante entfernt an das rechte Vorderteil nähen.

(Normalerweise würde ich dafür meinen unsichtbaren Indigo-Faden verwenden, aber der ist mir leider ausgegangen.)

Das Ganze nach außen bügeln und erneut absteppen, diesmal direkt entlang der Bruchkante, sodass alles sauber geschlossen wird.

Wenn ich den unteren Bereich erreiche, nähe ich einmal vor und zurück. Anschließend beginne ich, in einem Zickzackmuster nach oben zu nähen. Danach gehe ich wieder nach unten und wiederhole den Vorgang auf der anderen Seite spiegelverkehrt.

Jetzt müssen die beiden gebogenen Enden übereinandergelegt und miteinander verbunden werden. Achtung: Sie werden nicht ineinandergeschoben (was bei dieser speziellen Konstruktion ohnehin nicht möglich ist), sondern lediglich so übereinandergelegt, dass eines wenige Millimeter über die Kante des anderen hinausragt.

Ich nähe zwei Steppnähte und sichere die Enden anschließend mit Handstichen.

Und fertig ist der One-Piece-Fly!

Es handelt sich um eine sehr einfache Hosenschlitzkonstruktion, die 1877 von David Neustadter patentiert wurde. Wenn das Ganze kompliziert klingt, liegt das nur daran, dass ich es nicht besonders gut erklären kann. Sobald man die einzelnen Stoffteile vor sich liegen hat, merkt man schnell, wie intuitiv und einfach die Konstruktion eigentlich ist.
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Re: Jeans Projekt

#38 Beitrag von Countyjeans »

Foto zu Teil 4.
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Re: Jeans Projekt

#39 Beitrag von Countyjeans »

Zusammennähen des unteren Schrittbereichs.
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Re: Jeans Projekt

#40 Beitrag von Countyjeans »

Fertigstellung
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20261001_184756.jpg
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