"Restauration" einer Singer 66

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Thoron
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"Restauration" einer Singer 66

#1 Beitrag von Thoron »

Hallo,

ich hatte ja bereits in einem anderen Faden, berichtet, dass ich mir eine Singer 66 (Baujahr 1925) für relativ kleines Geld zugelegt habe und bin nun dabei, die Maschine ein wenig aufzuhübschen.
IMG_5354_klein.jpg
Der Zustand von außen ist relativ gut, der Holzsockel allerding nicht so. Die Maschine dreht ohne Blockaden. Genäht habe ich noch nicht mangels Spule (ist aber bestellt).
Innen allerdings ziemlich dreckig.

Nachdem ich mir ein paar Youtube Videos zu diesem Thema angeschaut habe, bin ich folgendermaßen vorgegangen:

1. Oberflächliche Reinigung der von außen sichtbaren Teile (Gehäuse) mit einem milden Reiniger
2. Entfernung alter Ölfilme und sonstigem Schmodder mit Alkohol überall dort, wo ich drankomme, ohne massiv Mechanik ausbauen zu müssen.
3. Alle Metallteile, soweit ich drankomme bzw. ausbauen kann mit Minidrahtbürste behandelt
4. Die Teile aus 3 soweit möglich mit Filzscheiben und Politur behandelt

Wenn es jemanden interessiert, könnte ich vorher-nachher Bilder einstellen.

Wo ich mir nun unsicher bin, ist die nun anstehende Ölung bzw. Schmierung aller beweglichen Teile.
Was nimmt man da am besten und schmiert man alles mit demselben Schmiermittel?
Zur Verfügung hätte ich Nähmaschinen-Öl, Silikon-Öl und ein Fettschmiermittel von Liqui Molly.
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Zuletzt geändert von Thoron am Mittwoch 30. Oktober 2024, 17:26, insgesamt 1-mal geändert.

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js_hsm
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Re: "Restauration" einer Singer 66

#2 Beitrag von js_hsm »

Alles mit Nähmaschinenöl schmieren reicht.
Zahnräder (falls vorhanden) ggf. mit Kettenfett, muss aber nicht, Öl reicht auch.
Ist ja keine Industriemaschine im Dauereinsatz biggrin

Gruß, Achim
Der Maschinen(um)bauer
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claude
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Re: "Restauration" einer Singer 66

#3 Beitrag von claude »

Bereiche mit Deko nur mit Petroleum und nicht mit Alkohol der Wasser reinigen:

Der schützende Klarlack über der empfindlichen Decals ist Schelllack.
Wenn Du den runtergewaschen hast, hast Du nicht mehr lange Freude an den tollen Motiven.

Thoron
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Re: "Restauration" einer Singer 66

#4 Beitrag von Thoron »

Danke Claude, ich weiß, dass Schellack und Alkohol sich nicht so vertragen, daher war ich dort auch nicht mit Alkohol dran.
Wasser allerdings ja mit mildem Reiniger. Habe aber keine negativen Effekte gesehen.

Thoron
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Re: "Restauration" einer Singer 66

#5 Beitrag von Thoron »

Eine Frage noch hierzu. Ist der Schellack nur da, wo auch die Decals sind oder ist alles Schwarze mit Schellack überzogen?

Was könnte man den nehmen, um die schwarzen Flächen ein bißchen aufzupolieren?

claude
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Re: "Restauration" einer Singer 66

#6 Beitrag von claude »

Normalerweise nur lokale Abdeckung, aber bei der weiträumigen Deko Deiner Maschine ist auch vollflächig möglich.

Man kann die Grenze, wo der Schelllack beginnt, meist im Gegenlicht durch unterschiedliche Oberflächenreflektion erkennen.

Am Schonendsten ist saubermachen mit Petroleum, dann ölen und ganz sachte Polieren.

Der schwarze Lack alter Maschinen ist japanning, ein mehrlagiger, eingebrannter Teerlack, der beinahe so robust wie Pulverbeschichtung ist.
Da kann man, wenn's richtig dreckig ist, auch mal mit heißer Waschsoda-Lösung beigehen, um jahrzehntealte Nikotinschichten abzutragen beispielsweise.

Thoron
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Re: "Restauration" einer Singer 66

#7 Beitrag von Thoron »

Am Schonendsten ist saubermachen mit Petroleum, dann ölen und ganz sachte Polieren.
Ölen mit Nähmaschinenöl?

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adler104
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Re: "Restauration" einer Singer 66

#8 Beitrag von adler104 »

Soda Lösung kann u.U. Decals anlösen, das hatte ich bei den goldenen Decals gelegentlich, da ist das Goldene dann nur noch silbern. Bei farbigen Decals habe ich kein Erfahrung. Kommt aber sicher auf die Umstände / den Zustand der Decals an. Sonst ist Sodalösung auch immer meine Wahl zum Reinigen.
Middem Öl nich spaasam sein! wink

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Ostrod
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Re: "Restauration" einer Singer 66

#9 Beitrag von Ostrod »

Moin!

Die Soda- oder Natronlösung kann auch viele Lacke super anlösen, wenn man ihr nur genügend Zeit lässt.

Ich benutze das Zeug bewusst zum Entlacken und Entfetten.

Je nach Konzentration ist das stark basisch. Also auch hier immer schööön vorsichtig!

Eine weniger aufregende Variante ist leicht verdünntes Flüssigwaschmittel.

Gruß, Lukas
Geist ist geil!

Thoron
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Re: "Restauration" einer Singer 66

#10 Beitrag von Thoron »

Eine weniger aufregende Variante ist leicht verdünntes Flüssigwaschmittel.
Das entspricht ja in etwa meiner milden Neutralseife

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