Gebrochenes Gussteil kleben?

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Also diese die Technisch in allen Nähmaschinen vom Grundprinzip her gleich sind.
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Ramses
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Gebrochenes Gussteil kleben?

#1 Beitrag von Ramses »

Hallo Forum,


heute habe ich eine Nähmaschine erhalten, welche es nicht ganz heil zu mir geschafft hat.

Natürlich ist das empfindlichste Teil zerbrochen.
0027.jpg
Ja, Bruchfläche sehr klein, was sie Sache nicht gerade einfacher macht.
Bei Bakelit ist Sekundenkleber sehr gut geeignet.

Da würde ich hier auch ansetzen.
Aber vielleicht weiß jemand etwas Besseres, Zweikomponentenkleber vielleicht?

Mein Plan wäre insoweit, falls keine besseren Vorschläge kommen, folgender:
Die losen Anbauteile (Fadenführung und -spannung) entfernen.

Beide Teile sind nicht ganz sauber, in Brennspiritus baden.
Vielleicht noch in Benzin.

Dann drei M3 Gewinde bohren und ein Aluprofil anpassen.
Den Bruch mit Sekundenkleber kleben.
Danach das Aluprofil einschrauben, zwischen das Gussteil und dem Aluprofil Zweikomponentenkleber einbringen.
Das Aluprofil (Flachprofil) gibt ja etwas nach, was nicht gut für die Stabilität der Klebefläche wäre.
Das sollte der Zweikomponentenkleber stabilisieren.

Das Problem, ich weiß nicht, ob für das Profil und die Schrauben noch genügend Platz vorhanden ist.

Wenn alle Stricke reißen, dann bastele ich etwas aus Aluminium, weil das (gebrochene) Teil zum Spulen essenziell ist.
Aber ich würde die Maschine schon sehr gerne original belassen.

Ich weiß, falscher Bereich, aber vielleicht hat jemand noch so ein Teil.
Es handelt sich um eine Naumann Klasse 9, eine Schwingschiffchen Maschine der letzten Generation. Aber zumindest die vorletzte Generation, Klasse 8 und 9 hat das gleiche Teil verbaut.


Alles Gute

Ramses
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Re: Gebrochenes Gussteil kleben?

#2 Beitrag von js_hsm »

Ich setze Stahlstifte und verklebe mit 2 Komponenten Epoxy (Weicon Flüssigmetall)

Hier z.B. bei dem zerschlagenen Schnittmodell
https://www.naehmaschinentechnik-forum. ... 45#p135445

Bei Deinem Problem mußt Du kleinere Stifte verwenden.


Alternativ abbauen und schweißen (lassen). Gut vortemperiert sollt das gut gehen.

Gruß, Achim
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det
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Re: Gebrochenes Gussteil kleben?

#3 Beitrag von det »

Hallo Ramses,
was ist das für eine Maschine?
Maschinen: viel zu viele - Zeit dafür: viel zu wenig
- Bekennender Schneckenversender, habt Geduld mit mir -

Ramses
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Re: Gebrochenes Gussteil kleben?

#4 Beitrag von Ramses »

Hallo Achim,


für größere Teile ein guter Ansatz!
Aber hier ist die Bruchfläche gerade einmal 3 mm breit.

Mal eine Vorgehensfrage:
Wie schaffst Du es, bei Deiner Methode, daß die Bohrungen genau aufeinanderpassen?
Gibt es da einen Trick, außer genauestens messen und gewisse Toleranzen erlauben?


Alles Gute!

Ramses

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Re: Gebrochenes Gussteil kleben?

#5 Beitrag von js_hsm »

Ramses hat geschrieben: Montag 16. Dezember 2024, 23:21 Ich weiß, falscher Bereich, aber vielleicht hat jemand noch so ein Teil.
Es handelt sich um eine Naumann Klasse 9, eine Schwingschiffchen Maschine der letzten Generation. Aber zumindest die vorletzte Generation, Klasse 8 und 9 hat das gleiche Teil verbaut.
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Re: Gebrochenes Gussteil kleben?

#6 Beitrag von js_hsm »

Ramses hat geschrieben: Montag 16. Dezember 2024, 23:41
Mal eine Vorgehensfrage:
Wie schaffst Du es, bei Deiner Methode, daß die Bohrungen genau aufeinanderpassen?
Gibt es da einen Trick, außer genauestens messen und gewisse Toleranzen erlauben?
Ich setze sie trocken aneinander und mache Risse (Anteißnadel)
Dann gemäß Riss bohren (schwierig zu spannen, ja)
Bohrungen etwas größer als Stifte, dann Bohrungen füllen, Stifte rein und zusammensetzten.

Wichtig ist sich vorher auszudenken wie man sie dann in Position halt bis der Kleber hart ist.

Erschwerend bei dem Schnittmodell kam hinzu das auch die Aufnahme der Nadelstangenschwinge betroffen war und die Position muß 3D passen

Gruß, Achim
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sputnik
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Re: Gebrochenes Gussteil kleben?

#7 Beitrag von sputnik »

Benzin ist nachfettend ... erscheint mir nicht günstig.

Ich würde das ganz pragmatisch angehen ...
- Wenn die Bruchfläche sauber und ölfrei ist mit Aktivator + Sekundenkleber kleben
- Wenn die Bruchfläche schmutzig oder ölig ist mit Alkohol waschen und dann Aktivator + Sekundenkleber

Und wenn das nicht hält kannst Du noch immer Gewindebohren und Zweikomponenten Epoy verwenden ... oder es findet sich ein passendes Teil von einer Spendermaschine?

Ich wünsche DIr ein gutes Gelingen!

Herzliche Grüße vom Sputnik
Und sehen wir uns nicht in dieser Welt
dann sehen wir uns in Bielefeld! (Udo Lindenberg)

claude
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Re: Gebrochenes Gussteil kleben?

#8 Beitrag von claude »

Da kommen ja mit der Fadenspannung für den Spuler angenehm wenig Kräfte an, insofern könnte entfetten und kleben durchaus auch ohne Verstiftung klappen.

Noch nicht genannt wurde Hartlöten mit Silberlot, dabei natürlich das ganze Bauteil gleichmäßig mit erwärmen.

Wann lernen die Leute endlich, Pakete richtig zu packen ...

Ramses
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Re: Gebrochenes Gussteil kleben?

#9 Beitrag von Ramses »

Benzin hatte ich immer als entfettend angesehen.
Ich würde natürlich Waschbenzin verwenden, was rückstandslos verdunstet.

Also wenn schon, denn schon!
Wenn Senkundenkleber nicht hält, dann hat man die Bruchfläche erst einmal verdorben.
Die ist bei Guss (wie bei Bakelit) sehr rauh und hat demnach eine sehr große Oberfläche.

Das sollte man also so machen, daß es gleich hält!

Übrigens, meiner Erfahrung nach täuscht der Name Sekundenkleber!
In Sekunden klebt der nur die Finger zusammen!

Ich lasse dem Kleber immer gerne mindestens 24 Stunden Zeit, dann hält er wirklich gut.
Ist eine schöne Erfindung!

Ach, danke für die Wünsche, werde berichten!

sputnik
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Re: Gebrochenes Gussteil kleben?

#10 Beitrag von sputnik »

Auch Waschbenzin ist rückfettend.

Bei Alkohol gibts verschiedene Abstufungen ... Isopropyl ist nach meiner Erfahrung der Aggressivste (Vorsicht bei Abziehbildern oder Siebdruck) ... Spiritus kann alles mögliche sein ... für heikle Sachen (z.B. bedruckte Skalenscheiben von alten Radios) bevorzuge ich Auto-Scheibenwaschflüssigkeit (= ~50% Alkohol) und schnell trocknen lassen.

Für Ätzen und Galvanisieren nehme ich bevorzugt Aceton. Machmal auch zur vor Grundieren/Lackieren. Ist im Gegensatz zu Nitroverdünnung nicht gesundheitsschädlich.

Der Aktivator bringt beim Sekundenkleber bei vielen Materialien ein wesentlich besseres Ergebnis ... und schadet auf keinen Fall.
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