Phoenix 249

Fragen und Antworten zu Nähmaschinen von Phoenix.
Die Kooperation von Anker Phoenix wird im Anker Forum behandelt.
Nachricht
Autor
Sebastian.H
Neu im Forum
Neu im Forum
Beiträge: 9
Registriert: Donnerstag 29. Januar 2026, 21:05

Phoenix 249

#1 Beitrag von Sebastian.H »

Hallo zusammen,

ich möchte euch meine Phoenix 249 vorstellen!

Meine Maschine stammt aus dem Jahr 1953 und läuft bei mir ohne Motor – ganz bewusst. Ich arbeite sehr gerne mit Tretantrieb, da mir die fein dosierbare Geschwindigkeit deutlich präziser erscheint. Für meine Zwecke als Herrenschneider brauche ich keine hohen Drehzahlen, sondern Kontrolle, und genau das liefert die Maschine zuverlässig.

Was ich an der 249 besonders schätze: Sie ist klar für die Herrenschneiderei konzipiert. Viele klassische Handarbeitstechniken lassen sich erstaunlich gut imitieren, was sie für mich im Atelier extrem wertvoll macht. Insgesamt ein sehr solides, durchdachtes Arbeitstier.

Nun zu meiner Beobachtung bzw. Frage an diejenigen, die diese Maschine besitzen:

Ist es bei euren Maschinen auch so, dass die Nadel nie exakt mittig steht? Bei meiner weicht sie minimal ab. Ich führe das auf die Zweinadel-Konstruktion zurück, bin mir aber nicht sicher. Da ja beide Nadeln auch noch auf der Nadelstange verschoben werden können, bin ich der Meinung, es wurde dabei nicht bedacht, eine von beiden minimal zu versetzen, so dass eine wirklich mittig sitzen kann. Ich habe noch eine 49 (leider ohnne Schnurkette), die nur eine Nadel hat und die sitzt exkat in der Mitte.

Ich habe die Maschine komplett zerlegt, gereinigt und neu geschmiert. Alle Teile wirken gerade und unbeschädigt, nichts deutet auf einen Verzug hin. Natürlich wäre ein alter Stoß denkbar – allerdings hat ein Kollege mit derselben Maschine exakt das gleiche Phänomen.

Interessant ist auch: In dieser leicht versetzten Nadel- „Mittelstellung“ ergibt sich ein hervorragendes gerades Stichbild. Wenn ich die Nadel jedoch nach links verstelle, näht sie minimalen Zickzack – nicht dramatisch, aber sichtbar. Ich habe bereits verschiedene Justagen ausprobiert, konnte das aber nicht vollständig beheben.

Abgesehen davon bin ich absolut begeistert von der Maschine. Persönlich würde ich sie sogar jederzeit der Pfaff Schwester vorziehen – vor allem wegen des (für mein Empfinden) besseren Transports. Aber wie so oft ist das vermutlich auch Geschmackssache.

Liebe Grüße
Sebastian
249.jpg
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.

Benutzeravatar
Berit
Edelschrauber
Edelschrauber
Beiträge: 1415
Registriert: Donnerstag 25. Januar 2018, 21:23
Wohnort: Schleswig-Holstein

Re: Phoenix 249

#2 Beitrag von Berit »

Hallo Sebastian,
Eine schöne Maschine! Zu deiner Frage kann ich leider nichts beitragen, da ich mehr im Team Pfaff bin, aber auch von Pfaff keine gleichartige Maschine besitze.
Ich finde es wirklich interessant, dass du - obgleich ein professioneller Herrenschneider - mit Fußwippe nähst. Ich mache das auch fast überwiegend würde ich sagen, aber eben nur Hobby. Ich empfinde das aber auch wie du. Nur wurden ja irgendwann die Nähmaschinen motorisiert, damit alles leichter, besser und schneller werden sollte. Offenbar trifft das nicht in allen Belangen zu. Was sagen denn deine Kunden zu den Oldies, wenn sie Dein Atelier betreten? smile
Viele Grüße, Berit

Mundlos Victoria, Kl. 79M, 90, 99, Singer 15, 128, 66, 221, 319K, 670G, Pfaff Kindernähmaschine, Pfaff A, B, R, 11, 30, 31, 103, 130, 145, 230, 260, 360, 1211, Phoenix Automatic 283, Bernina 117-K, Mauser 31-3, Riccar 343

Sebastian.H
Neu im Forum
Neu im Forum
Beiträge: 9
Registriert: Donnerstag 29. Januar 2026, 21:05

Re: Phoenix 249

#3 Beitrag von Sebastian.H »

Moin Berit,

die Pfaff 138 ist meiner Meinung nach das Pendant zu der 49 / 249.

ich erlebe aber immer wieder, dass Praktikanten oder Schüler große Schwierigkeiten haben, die Wippe so zu steuern, dass die Maschine näht. Von daher denke ich, dass für viele Menschen der Motor einen großen Unterschied macht. Zumal in der Industrie, wo es wirklich auf Geschwindigkeit ankommt, ein Motor unerlässlich ist – vor allem für die ganzen Automaten. Naja, und der Motor hatte auch den Vorteil, dass man irgendwann keinen Tisch oder Schrank mehr benötigte, wenn man eine Nähmaschine besitzen wollte.

Ich weiß nicht, wie es bei anderen Herstellern ist. Phoenix hat ja auch diesen kleinen Rückschlagverhinderer, eine ganz primitive Lösung, die verhindert, dass das Treibrad in die falsche Richtung läuft, was aber eben auch ermöglicht, zu starten, ohne dem Handrad Schwung geben zu müssen. Deshalb kann man mit der Fußwippe tatsächlich auch einzelne Stiche nähen.

Neukunden oder auch generelle Besucher sind immer irritiert über die Maschinen, und die Frage „Nähen Sie DAMIT!!! noch?“ ist schon vorprogrammiert. Dabei stehen diese Maschinen den modernen kaum in etwas nach. So schade, dass viele von ihnen einfach zum Alteisen gehen und immer weiter neue Maschinen produziert werden. Viel spannender ist aber immer die Reaktion der Berufsgenossenschaft: Für die heutige Gesellschaft viel zu gefährlich. Offener Riemen, ein Kabel, das über den Metallkorpus läuft, kein Fingerschutz … ein Wunder, dass noch niemand zu Schaden gekommen ist... biggrin

Benutzeravatar
Ärmel
Edelschrauber
Edelschrauber
Beiträge: 1014
Registriert: Donnerstag 30. November 2017, 14:43

Re: Phoenix 249

#4 Beitrag von Ärmel »

von Sebastian.H » Mittwoch 18. März 2026, 11:12
die Pfaff 138 ist meiner Meinung nach das Pendant zu der 49 / 249.
Hallo Sebastian, denke die Pfaff 38-6 ist da ähnlicher.
Sie hat wie deine Phoenix auch die Einrichtung zum "Sticheschlagen", was die 138 nicht hat, zumindest hab ich noch keine damit gesehen.
Gerade wegen dieser Zusatzeinrichtung habe ich meine geschenkt bekommene und farblich gewöhnungsbedürftige 38-6 noch nicht verschrottet...
Die nicht ganz exakte Nadel-Mittelstellung hab ich an einigen Maschinen auch, muss das bei Gelegenheit auch mal korrigieren.
Meine Phoenix 29 habe ich vor einigen Tagen auf den Schrott gehauen, es fehlte mir der Wow-Effekt.
Grüße Heinrich
Das Wichtigste ist zu wissen, was das Wichtigste ist.

Sebastian.H
Neu im Forum
Neu im Forum
Beiträge: 9
Registriert: Donnerstag 29. Januar 2026, 21:05

Re: Phoenix 249

#5 Beitrag von Sebastian.H »

Ärmel hat geschrieben: Mittwoch 18. März 2026, 11:32
Hallo Sebastian, denke die Pfaff 38-6 ist da ähnlicher.
Ja, genau! Die meinte ich, hatte ich verwechselt. Ja, das Sticheinschlagen ist zwar möglich, aber absoluter Quatsch. Dazu müsste die Stichlänge 4 mal so lang sein und da man mit Nähfuß arbeiten muss, verschiebt sich darunter ja alles... aber naja, sie "kann" es und daran erfreut man sich.

Phoenix 29 war eine kleine Haushaltsmaschine, oder?

Liebe Grüße

Benutzeravatar
Ärmel
Edelschrauber
Edelschrauber
Beiträge: 1014
Registriert: Donnerstag 30. November 2017, 14:43

Re: Phoenix 249

#6 Beitrag von Ärmel »

Die maximale Stichlänge der 38-6 beträgt 8mm.
Ja, die 29er ist eine Haushaltsmaschine, war ja ein Massen-Produkt...
Grüße Heinrich
Das Wichtigste ist zu wissen, was das Wichtigste ist.

Sebastian.H
Neu im Forum
Neu im Forum
Beiträge: 9
Registriert: Donnerstag 29. Januar 2026, 21:05

Re: Phoenix 249

#7 Beitrag von Sebastian.H »

Und Durschlagstiche, die von Hand ausgeführt werden sind ca. 1,5 cm lang. Das spätere Entfernen der Fadenmasse, die bei dem maschinellen Durchschlagen entsteht, dauert am Ende länger, als die zunächst gewonnen Zeitersparrnis. Diese Erfindung hat sich ja auch nie durchgesetzt.

Benutzeravatar
Berit
Edelschrauber
Edelschrauber
Beiträge: 1415
Registriert: Donnerstag 25. Januar 2018, 21:23
Wohnort: Schleswig-Holstein

Re: Phoenix 249

#8 Beitrag von Berit »

Hallo Sebastian,
ich erlebe aber immer wieder, dass Praktikanten oder Schüler große Schwierigkeiten haben, die Wippe so zu steuern, dass die Maschine näht.
Dafür reicht die Zeit eines Praktikums sicher nicht, das zu erlernen. Und wahrscheinlich ist der Wille dazu auch nicht so groß.
Klar, dass es in der Industrieschneiderei nicht ohne Motor geht.
Und für den Hausgebrauch stellen sich die meisten Leute sicherlich auch keinen großen Nähmaschinentisch hin. Da geht es ja meist nur um kleine Reparaturen oder Hosen kürzen. Ich nähe gerne an einem großen Tisch mit viel Fläche, aber ich nähe auch in jeder freien Minute.

Das Fäden durchschlagen dient der Markierung von z.B. Abnähern, Umschlagkanten und vorderer Mitte?
Viele Grüße, Berit

Mundlos Victoria, Kl. 79M, 90, 99, Singer 15, 128, 66, 221, 319K, 670G, Pfaff Kindernähmaschine, Pfaff A, B, R, 11, 30, 31, 103, 130, 145, 230, 260, 360, 1211, Phoenix Automatic 283, Bernina 117-K, Mauser 31-3, Riccar 343

Benutzeravatar
Achim (js_hsm)
Moderator
Moderator
Beiträge: 8413
Registriert: Montag 27. September 2021, 23:40
Wohnort: Erkrath
Kontaktdaten:

Re: Phoenix 249

#9 Beitrag von Achim (js_hsm) »

Sebastian.H hat geschrieben: Mittwoch 18. März 2026, 10:13 Nun zu meiner Beobachtung bzw. Frage an diejenigen, die diese Maschine besitzen:
Ich hab auch eine, bei der steht die Nadel mittig.
Wie bei der Pfaff 138 wird es sicherlich ein Möglichkeit der Justage geben.
Bin aber grade im Urlaub und kann nicht nachsehen wo.

Evtl. kann Det was dazu sagen, der hat(te) auch eine.
Gruß, Achim

Der Maschinen(um)bauer
Adler 30,48,67,68,69 Pfaff 142,145,335,1222, Typical GC20606-18, Sailrite 9" Clone und..
https://youtube.com/@Special_Solutions
BLDC-Servos https://www.naehmaschinentechnik-forum. ... 33#p119733

Sebastian.H
Neu im Forum
Neu im Forum
Beiträge: 9
Registriert: Donnerstag 29. Januar 2026, 21:05

Re: Phoenix 249

#10 Beitrag von Sebastian.H »

Achim (js_hsm) hat geschrieben: Mittwoch 18. März 2026, 14:02
Sebastian.H hat geschrieben: Mittwoch 18. März 2026, 10:13 Nun zu meiner Beobachtung bzw. Frage an diejenigen, die diese Maschine besitzen:
Ich hab auch eine, bei der steht die Nadel mittig.
Wie bei der Pfaff 138 wird es sicherlich ein Möglichkeit der Justage geben.
Bin aber grade im Urlaub und kann nicht nachsehen wo.

Evtl. kann Det was dazu sagen, der hat(te) auch eine.
Hi,

hast du denn auch die Zweinadelvariante?:)

Antworten